Fingerfertigkeit gefragt: Bärlauchröllchen mit Ziegenfrischkäse und brauner Butter

Frühjahr! Mit allem was dazugehört, ist es tatsächlich endlich Frühling geworden. Das Aprilwetter macht seinem Namen alle Ehre. Aber das ist gut, das ist genau richtig. Das spendet Wärme und Kraft für alles, was da draußen neu sprießt und wächst. Für das frische, fast neonartige Grün der jungen Ahornblätter, die leuchtend gelben Narzissen und meinen frisch gepflanzten Salat. Auch die Beerensträucher treiben langsam Blätter. Die roten Blattfarbstoffe sind als Sonnenschutz noch sehr prominent.

Zeit, die Gemüse und Kräuter zu nutzen, die jetzt schon da sind: Bärlauch, der erste Spargel. Und bald auch Rhabarber – endlich! Dass der dann später in (m)einen Garten kommt, steht schon lange fest.

Bereits im letzten Jahr, denn es ist jetzt fast ein Jahr her, dass ich den Blog begonnen habe, habe ich Rezepte für Bärlauch und Spargel vorgestellt. In diesem Jahr kommen natürlich weitere hinzu. Ein kurzer Rückblick zum ersten Blogeintrag zeigt, dass der Frühling auch 2015 sehnlichst erwartet wurde. Dennoch teile ich anscheinend mit vielen das Gefühl, dass der zurückliegende Winter besonders lang war – täuscht der Eindruck? Wer weiß. Ich werde 2017 nachlesen.

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Hier jedenfalls erst einmal eine Idee zu Bärlauch, die mir im Halbschlaf kam. Das passiert selten, aber es sind definitiv nicht die schlechtesten Einfälle! Ziegenfrischkäse passt ohne Frage. Ich habe ihn mit etwas rosa Pfeffer und Walnüssen aufgepeppt – denkbar wäre ebenso (Wal)Nüsse und Zitrone. Die mit Frischkäse gefüllten Bärlauchröllchen habe ich dann kurz in brauner Butter angebraten, gerade so, dass der Käse zu schmelzen beginnt, und mit Butterbröseln serviert.

Eine kleine Anmerkung: Ich habe die Bärlauchblätter zunächst blanchiert, damit sie sich besser rollen lassen. Vielleicht muss das nicht sein – beim Anbraten garen sie ja ein wenig – denn das Glätten der Blätter ist die eigentliche Frickelei – alles andere ist auch für (relative) Grobmotoriker kein Problem.

Die Röllchen eigenen sich als Vorspeise, Zugabe zum Salat oder Beilage zu Reis o.ä.. Ich habe sie mit ein paar Scampi gegessen, auch das passt gut.

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Bärlauchröllchen mit Ziegenfrischkäse und brauner Butter

für 1-2 Portionen, je nachdem, ob Beilage oder nicht

  • 100g Ziegenfrischkäserolle
  • 1 TL rosa Pfefferbeeren
  • 2-3 Walnüsse
  • 8-10 möglichst breite Bärlauchblätter, Stiel entfernt
  • Salz
  • Eiswasser
  • 1,5 EL Butter
  • 1 gehäufter EL Semmelbrösel

Walnüsse fettfrei anrösten, abkühlen lassen und hacken. Ziegenfrischkäse mit einer Gabel auflockern. Salzwasser zum Kochen bringen. Währenddessen Pfefferbeeren im Mörser zerkleinern und mit den Nüssen zum Frischkäse geben, unterrühren. Bärlauch kurz abspülen und in das kochende Wasser geben, 1 Minute blanchieren, dann in das vorbereitete Eiswasser geben. Bärlauchblätter auf Küchenpapier entfalten/glätten und trocken tupfen. Je etwa 1 TL des Frischkäses auf das Blatt setzen und einrollen. Seiten möglichst etwas einschlagen.

In einer Pfanne die Butter zum Schmelzen und dann zum Bräunen bringen. Bärlauchröllchen für etwa 1 Minute bei mittlerer Hitze braten, bis der Käse schmilzt, dann herausnehmen und anrichten. Zur restlichen Butter die Semmelbrösel geben und goldbraun anrösten. Über die Röllchen geben.

Schön, dass auch Sina gerade Bärlauchrezepte sammelt! Ich steuer dieses mal bei.

Blogevent von Obers trifft Sahne: Natürlicher Genuss

Und über etwas anderes kann ich mich auch noch freuen! Westwing.ch hat mein Rezept zum Kaffee-Sahne-Schneckenkuchen veröffentlicht – jippie! 🙂 Wenn ihr genauso gern schöne Möbel und Einrichtungsgegenstände, Geschirr und Heimtextilien anschaut (und shoppt) wie ich, dann schaut mal vorbei!

Brotzeit

Ich bin vom Brotfieber gepackt – der Sauerteig möchte ja auch genutzt und verbraucht werden! Und so probiere ich nach und nach die Brotrezepte in meinen Favoriten aus. Da ich vorgestern einen Teig brauchte, der vor allem zu meinem Zeitplan passen musste, habe ich mich für die Quinoa-Stangen von Hefe & mehr entschieden. Daher ist es reiner Zufall, dass hier schon wieder ein Rezept mit dem Pseudogetreide auftaucht. Für mich waren hier allerdings brötchengroße Portionen praktischer. Die Kruste war ja schonmal Thema. Der nächste Besuch auf dem Baumarkt wird nicht nur auf Frühlingsblumen, sondern auch Brotbacken ausgerichtet sein! Möglicherweise hätte auch geholfen, mein Gefäß mit heißem Wasser nach 15 Minuten herauszunehmen und den Dampf entweichen zu lassen. Dafür war die Krume schön locker und das Brot eignet sich für eher herzhafte Beläge.

Quinoa-Brötchen

für 4 Brötchen mit etwa 20cm Länge

Sauerteig

  • 100g Weizenmehl 405
  • 100g lauwarmes Wasser
  • 10g Roggensauerteig

Alle Zutaten vermengen und abgedeckt über Nacht (bei mir dann insgesamt 15 Stunden) bei Raumtemperatur gehen lassen.

Teig

  • Sauerteig
  • 250g Weizenmehl 405
  • 50g Quinoa, weiß, frisch gemahlen
  • 100g Quinoa, rot, frisch gemahlen
  • 10g Salz
  • 2g Hefe frisch
  • 250g lauwarmes Wasser

Sauerteig mit restlichen Zutaten vermengen und 20 Minuten stehen lassen. Mit den Händen den Teig 5 Minuten kneten, dann 2 Stunden im Backofen mit eingeschalteter Lampe gehen lassen, dabei alle 20 Minuten falten. Teig in vier Portionen teilen und als längliche Brötchen auf ein Blech mit leicht bemehlter Dauerbackfolie o.ä. legen. 20 Minuten im Ofen gehen lassen. Dann in die gewünschte Form bringen (ich habe dazu die Enden spitz ausgezogen) und erneut 30 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen.

Ofen auf 250°C vorheizen, dabei eine ofenfeste Tasse, Schale o.ä. mit heißem Wasser füllen und in den Ofen stellen. Brötchen längs einschneiden und etwa 20 Minuten backen.

Ideen für obendrauf:

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Möhren-Apfel-Quark mit Curry und Walnüssen

für 1 Brötchen(hälfte)

  • 1 kleine o. 1/2 mittlere Möhre
  • 1/2 kleiner Apfel
  • 1 EL Magerquark
  • 2 Walnüsse/4 Walnusshälften
  • 1/4 TL Zimt
  • 1/4 TL fruchtiges Curry (meins)
  • evtl. etwas Petersilie
  • Salz

Walnüsse in einer fettfreien Pfanne rösten bis sie duften. Währenddessen geputzte Möhre und Apfel sehr fein reiben, mit Quark und Gewürzen vermengen, mit Salz abschmecken. Walnüsse grob hacken. Brot mit Quark bestreichen, mit Walnüssen (und Petersilie) bestreuen und ggf. noch etwas Currypulver darüber geben.

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Brombeeren mit Ziegenfrischkäse und grünem Pfeffer

für 1 Brötchen(hälfte)

  • 2-3 EL Ziegenfrischkäse
  • 2-3 EL Brombeeren gewaschen oder aufgetaut, abgetropft
  • 1/2 TL grüner Pfeffer, ganz
  • nach Belieben 1/2 TL fruchtiger Balsamico, z.B. Holunderbalsamico

Brötchen mit Ziegenfrischkäse bestreichen, Brombeeren darauf verteilen, mit Balamico beträufeln und grob zerstoßenen grünen Pfeffer darüber geben.

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Oder Variante 3 – mein gestriges Pausenbrot: Etwas Frischkäse, darauf Feldsalat, Scamorza und dazu Johannisbeerchutney. Meines habe ich auf einer Veranstaltung in Lübeck von Snabbelsnuut erstanden (leider ohne Webseite).

Mit Röllchen gegen Röllchen

Jedes Jahr das gleiche! Schon seit November wird man via TV, Internet- und Zeitungsanzeigen daran erinnert, dass die nächste Bikinisaison vor der Tür steht und man doch bitte diese App oder jenes Pülverchen kaufen sollte, um angefutterten Speckröllchen zu Leibe zu rücken.

Nichts gegen gesunde und bewusste Ernährung, aber geht das nicht auch ohne? Motiviert der gleiche Shake dreimal täglich mehr als frisches Bunt und Abwechslung? Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Bei mir kommt nur letzteres in Frage. Heute mit einem winterlichen Rohkoströllchen und einem Orangen-Soja-Zimt-Dip dazu.

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Die Gemüsestreifen müssen dabei nicht so fein geschnitten werden wie hier, aber das erleichtert das Einrollen. Am Ende habe ich auch noch ein paar alternative winterliche Füllungen für euch!

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Winterliche Rohkoströllchen mit Orange-Soja-Zimt-Dip

für 5 Röllchen (etwa eine Portion)

  • ein Viertel einer mittleren Knolle Rote Bete
  • eine mittlere Möhre
  • 25g Hokkaido
  • 40g Babyspinat oder Grünkohl oder gemischt
  • 30g Knollensellerie
  • 5 Walnusshälften
  • 5 Reispapierblätter
  • Saft einer halben Orange
  • 2 TL Sojasauce
  • 1/4 TL frischer fein geriebener Ingwer
  • 1/4 TL gemahlener Zimt

Für den Dip den Orangensaft mit Zimt, Sojasauce und Ingwer verrühren. Ziehen lassen.

Währenddessen erledigen wir die Schnippelarbeit: Möhre, Bete, Kürbis und Sellerie waschen, schälen, ggf. Kerngehäuse und Strunk entfernen und in dünne Scheiben, dann in feine Streifen von etwa 6-7cm Länge schneiden. Walnüsse in einer fettfreien Pfanne bei mittlerer Hitze anrösten, abkühlen lassen und grob hacken. Grünkohl vom Strunk befreien, in 2-3cm große Stücke rupfen. Spinat und/oder Grünkohl waschen und trocken schleudern.

Zum Zusammenfügen die Reispapierblätter jeweils einzeln für 2-3 Sekunden in einen mit Wasser gefüllten tiefen Teller legen, herausnehmen, Wasser abtropfen lassen und flach auslegen. Zunächst den Spinat bzw./und den Grünkohl, dann die Streifen mittig auf das Papier legen, dann mit Walnüssen bestreuen. Die beiden Ränder zur Mitte hin einklappen, dann von einer der verbliebenen langen Seiten aufrollen und die entstehende Naht einmal gut andrücken und auf die Röllchen auf die Naht legen (nicht aufeinander). Die Rollen verschließen sich selbst, da die Stärke verklebt, wenn sie nicht zu nass oder zu trocken sind.

Den Dip jetzt durch ein Haarsieb abseihen (oder durch einen Kaffee- oder Teefilter).

Anstelle des oben verwendeten Gemüses eignen sich auch: roher Rosenkohl, in Blättchen zerteilt, Mangold- oder Kohlrabiblätter, ohne Strunk in 2-3cm große Stücke gerupft, Feldsalat, Pastinake oder Petersilienwurzel, Kohlrabi, Steckrübe, Rot- oder Weißkohl, Fenchel, Äpfel, frische Champignons (alle jeweils in Streifen geschnitten) und anstelle der Walnüsse Haselnüsse, Pecannüsse oder Mandeln. Ich würde aber empfehlen, immer ein Blattgemüse mit mehreren Knollengemüsen und etwas nussigem zu kombinieren.

Wer mag, kann den Dip auch durch Sojasauce mit oder ohne Ingwer ersetzen, aber ich mag den Orangensaft und den Zimt hier sehr.

Eine andere Variante von gefüllten Reispapierrollen habe ich schon hier gebloggt.

Zimt ist auch eine der drei – natürlich nicht nur im Winter – aromatischen Zutaten im KochtopfBlogevent Zimt, Kardamom, Nelke, welches Tina von Foodina in diesem Monat ausrichtet.

Blog-Event CXV - Zimt, Kardamom, Nelke (Einsendeschluss 15. Januar 2016)

Barbaras Salat

Am Freitag bereits war Barbaratag, der 4. Dezember. An diesem Tag werden traditionell Barbarazweige geschnitten, nach drinnen geholt und blühen im Idealfall dann zu Weihnachten. Der Brauch ist mir bekannt, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass im Winter Kirschzweige im Haus standen – im Frühjahr dann, klar. Wahrscheinlich liegt es daran, dass mit dem Brauchtum auch ein christlicher Gedenktag verbunden ist.

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Nun gut, am nächsten Morgen, denn am Freitag hab ich es verschnubbelt, habe ich meiner Zwergkirsche dann Zweige abgeknapst und bin gespannt, ob die Blüten  dann an Weihnachten da sind und einen Vorgeschmack auf den Frühsommer verschaffen?

Kirschen genießen geht jedenfalls schon vorher:

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Salat mit getrockneten Kirschen und Schafskäse

für eine Portion

  • eine gute Handvoll Salat, zum Beispiel Feldsalat
  • 1 EL getrocknete Kirschen
  • 1 EL Walnüsse
  • ca. 75g halbfesten Schafskäse
  • 1/4 Apfel
  • 1,5 TL Passionsfruchtbalsamico (meiner kommt von hier) oder ein anderer fruchtiger, nicht zu saurer Balsamessig
  • 1 TL Weißweinessig
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1/4 TL getrocknete Kräuter nach Wahl und ein paar Chiliflocken (oder)

Salat waschen und trocken schleudern, während dessen Walnüsse in einer Pfanne fettfrei anrösten. Salat anrichten, Kirschen grob zerkleinern. Walnüsse grob hacken, Apfel in feine Spalten schneiden. Käse in dünne Spalten zerteilen, alles auf dem Salat verteilen. Dressing anrühren und auf den Salat geben.

Und falls das zu einfach ist, gibt es im kulinarischen Adventskalender erstens noch weitere Ideen und zweitens tolle Gewinne! Schaut mal hier vorbei!

Es duftet, es wintert,…

Schau an, der erste Schnee! Klammheimlich hat er sich angeschlichen und rieselte am letzten Morgen des Auszeitwochenendes vom Himmel. Auf der Rückfahrt wurden die Flocken größer und so kamen bis zum Abend einige Zentimeter zusammen. Erste Schneemänner standen in den Vorgärten. Aber schon ist er wieder getaut.

Nachhaltiger ist da der Quittenduft in meiner Küche und die Bestätigung: In den Garten muss ein Quittenbäumchen!

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Dennoch, verarbeitet werden wollen die Quitten auch. Und das erstmal nicht als Kuchen, Kompott oder Likör. Hier kommt die herzhafte säuerlich-süße vegan/vegetarische Bratapfelquitten-Variante. Als Teil einer Mezzeplatte empfohlen, aber für mich war eine halbe Quitte mit der übrig gebliebenen Füllung als Mittagsportion absolut ausreichend. Gut kann ich mir dazu einen gemischten Salat vorstellen.

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Dolmeh-ye-Beh – gefüllte gebackene Quitten

für eine Quitte mit etwa 8-9cm Durchmesser, 1-2 Portionen

  • 15g rote Linsen
  • 25g Risotto- oder Milchreis
  • 1 Quitte
  • 1/2 rote Zwiebel
  • 1 TL Rapsöl
  • 1/4 TL Kurkuma, gemahlen
  • 1/4 TL Zimt, gemahlen
  • 1/4 TL getrockneter Thymian
  • 12 g getrocknete Berberitzen
  • 15 g Walnüsse
  • 1 TL Rohrohrzucker
  • 1 TL milder Weißweinessig oder weißen Balsamico
  • Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer
  • nach Belieben etwas Parmesan oder Pecorino

Berberitzen in ein Schälchen geben und mit warmem Wasser bedecken. Rote Linsen und Reis zusammen in leicht gesalzenem Wasser gerade noch bissfest garen.

In der Zwischenzeit die Quitte waschen, den Flaum abreiben, halbieren, mit einem Apfelgehäuseausstecher (Messer und Löffel müssten auch funktionieren) das Gehäuse entfernen und das Fruchtfleisch bis auf eine etwa 1cm dicke Schicht herausschaben/-löffeln. Fruchtfleisch klein würfeln

Zwiebel fein schneiden, Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel weich dünsten. Währenddessen Walnüsse grob hacken und Berberitzen abgießen. Reis und Linsen ebenfalls abgießen.

Gewürze unter die Zwiebel rühren und 2 Minuten mit anbraten. Quittenwürfel zugeben und mit 2 EL Wasser und bei mittlerer Temperatur etwas weicher dünsten. Berberitzen, Walnüsse und das Reis-Linsen-Gemisch zugeben und gut unterrühren. Einige Minuten weiter garen lassen.

(Wer möchte, kann nun etwas geriebenen Käse unter die Füllung mischen. Alternativ kann er direkt auf die heißen fertig gebackenen Früchte gegeben werden.)

Jetzt den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen und das Gemisch in die Quittenhälften füllen. Quitten so in eine ofenfeste Form legen, dass sie nicht kippen und etwas heißes Wasser in die Form neben die Quitten geben.

Quitten 30 Minuten backen lassen.

In den letzten 5 Minuten den Sirup ansetzen: 25 ml heißes Wasser mit Zucker und Essig mischen, gut verrühren, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist.

Den Essig auf die Quitten träufeln und noch 10 Minuten weiterbacken.

Nach einer Idee aus Veggiestan

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Wenn es kalt wird…

… sieht man Schnecken eher selten. Und wenn, dann haben sie sich schon winterfertig eingepackt – einen Kalkdeckel gebildet, der das Schneckenhaus verschließt (der aber, wie auch die Eierschale für das Vogelküken, luftdurchlässig ist) und die wechselwarmen Weichtiere vor Austrocknung schützt.

Die Wahrscheinlichkeit ein, zwei, … viele Schnecken zu entdecken, steigt dagegen indirekt proportional zur Entfernung zum Backofen – je näher man ihm kommt, desto eher hat man Erfolg! Ich habe welche mit Schlehenmus und Walnusskrokant gefunden, die letzten Herbstschnecken. Genau richtig für einen kalten, windigen Herbsttag, noch dazu mit einer würzigen heißen Schokolade! Dafür kommt man auch gern aus dem eigenen Schneckenhaus.

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Das Schlehenmus habe ich aus einem Teil der gesammelten und eingefrorenen Schlehen zubereitet – das ist mühselig, so ohne Flotte Lotte (die danach gleich auf den Wunschzettel gewandert ist), weil die Früchte aus fast 50% Stein bestehen. Wer daher alternativ auf das weniger säuerliche Pflaumenmus umsteigen möchte, kann das gerne tun, das stelle ich mir auch gut vor!

Hefeschnecken mit Schlehenmus und Walnusskrokant

für eine Springform mit 26cm Durchmesser

Schlehenmus:

  • etwa 650g Schlehen, gewaschen und geputzt eingefroren (über 2 Wochen) und aufgetaut
  • 80g Gelierzucker 3:1
  • 1/4 TL Nelken, gemahlen
  • 1 TL Zimt, gemahlen
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Vanilleextrakt oder 8g Vanillezucker

karamellisierte Walnüsse:

  • 150g Walnüsse
  • 100g Zucker
  • 20ml Wasser

Hefeteig:

  • 240g Weizenmehl 405
  • 260g Weizenvollkornmehl
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 5g Salz
  • 50g weiche Margarine oder 50ml neutrales Öl
  • 32g Rohrohrzucker
  • 8g Vanillezucker
  • 90ml lauwarme Milch mit 140ml laumwarmem Wasser gemischt, oder 230ml Milch
  • etwas Butter für die Form
  • 40g Puderzucker
  • 1 EL Vanilleextrakt (nach C. Barcomi) oder Rum und etwas Vanillezucker
  • 50g Joghurt

Schlehen mit wenig Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und bei kleiner Hitze 1-1,5 Stunden köcheln lassen. Das Fruchtfleisch sollte sich weitestgehend vom Stein lösen. Durch die Flotte Lotte drehen oder, wie bei mir durch einen Durchschlag drücken und alle Kerne einzeln raussammeln. Das aufgefangene Fruchtfleisch sollte mit dem Saft etwa 250g wiegen. Dieses mit dem Gelierzucker, Zitronensaft und Gewürzen erneut auf- und unter Rühren einige Minuten einkochen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist, bzw. bis die Gelierprobe positiv ausfällt. Heiß in sterilisierte Gläser abfüllen oder gleich für die Schnecken zurückbehalten (ich habe dafür die gesamte Menge, etwa 330g, verbraucht).

Walnüsse grob hacken. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und bereitstellen. Für das Karamell Zucker und Wasser in einer Pfanne erhitzen und leicht einköcheln lassen. Nüsse zugeben und mit dem Karamell verrühren. Kurz bevor es die gewünschte Konsistenz erreicht hat auf das Backpapier geben und ausstreichen. Abkühlen lassen.

Für den Hefeteig alle Zutaten zu einem Teig verkneten und mit Frischhaltefolie abgedeckt gut eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen (bei mir, wie immer, der Backofen mit angeschaltetem Licht), bis sich das Volumen etwa verdoppelt hat. Mit etwa Mehl erneut verkneten und auf leicht bemehlter Arbeitsfläche zu einem Rechteck von etwa 30x40cm ausrollen. Mit dem Schlehenmus bestreichen, dabei an den Rändern etwa 2cm frei lassen. Die Walnüsse darauf verteilen. Von der langen Seite her einrollen und die entstandene Naht nach unten legen, Außenseiten leicht nach innen einschlagen. In etwa 2cm breite Rollen schneiden. Die Rollen in eine mit Backpapier ausgelegte und am Rand mit Butter gefettete Springform legen und weitere 30 Minuten abgedeckt im Ofen gehen lassen. Dann Backofen auf 175°C Umluft vorheizen und die Hefeschnecken etwa 30-35 Minuten backen (Stäbchenprobe!).

In der Zwischenzeit einen Guss aus Puderzucker, Rum bzw. Vanilleextrakt und Joghurt bereiten und den Kuchen noch heiß damit übergießen. Wer das nicht mag, kann die Hefeschnecken auch mit Puderzucker bestäuben.

Am besten schmecken sie noch lauwarm, zumindest aber am gleichen Tag. Habt ihr noch Lust auf eine würzige heiße Schokolade dazu? Dann einfach je nach Geschmack 75-100g Schokolade nach Wunsch in 250ml heißer Milch schmelzen und nach Wunsch würzen. In meinem Glas war noch 1/4 TL gemahlener Kardamom und 1/2 TL Zimt. Aber das klappt auch mit einer Prise Muskat, Chili, Nelke oder ganz einfach 1/2 TL Spekulatius- oder Lebkuchengewürz.

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Mein herbstlicher Beitrag zur Schneckerei bei baking & more – schaut mal rein, bestimmt sind wieder tolle Ideen zusammengekommen!

 

Die friesische Art blau zu machen

Es soll ja Leute geben, die Käse nicht mögen, sogar Köche. Unvorstellbar für mich, aber jeder hat so seine No-Gos. Für mich wären ohne Käse jedoch eine Vielzahl an Geschmäckern verloren und natürlich eine Menge an Rezepten nicht denkbar. Dabei habe ich keine bevorzugte Sorte, ich probier mich durch die ganze Bandbreite und alles geht. Für puren Genuss mag ich allerdings Bergkäse am liebsten, der eine leicht kristalline Struktur hat. Für dieses Gericht passt aber Blauschimmelkäse ganz hervorragend zu den süß-würzigen Nektarinen und den Nüssen. Der verwendete Friesisch Blue stammt aus Schleswig-Holstein und ist verdammt gut, aber man kann ihn natürlich durch (regionalen) Blauschimmelkäse/Roquefort o.ä. ersetzen.

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Wenn man keinen Blauschimmelkäse mag, kann man ebenso schnittfesten Ziegenkäse verwenden, auch der harmoniert ganz wunderbar!

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Ravioli mit Blauschimmel-Walnuss-Füllung und Thymiannektarinen

für 2 Portionen als Hauptgericht oder 4 Vorspeisenportionen

  • 125g Mehl
  • 1 Ei
  • 1/4 TL Salz
  • ca. 100g reifer, fester Blauschimmelkäse (bei mir Friesisch Blue)
  • 3 EL Ricotta
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 25g Walnüsse
  • 1 Nektarine
  • 5 Thymianzweige, gewaschen und trocken getupft
  • 1,5 TL Butter
  • 1,5 TL Honig
  • 2 gute Prisen Chili, gemahlen

Mehl und Salz mischen, einen Kegel formen und eine Mulde an der Spitze eindrücken, 3 EL kaltes Wasser und das Ei zufügen. Alles zuerst mit einer Gabel oder den Fingern von außen her vermengen, dann zu einem geschmeidigen Teig kneten. In Folie gepackt 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

In der Zwischenzeit für die Füllung die Walnüsse in einer fettfreien Pfanne anrösten, mittelfein hacken. Den Blauschimmelkäse fein zerkrümeln, mit Ricotta vermengen und die Walnussstücke zugeben (evtl. ein paar zur Dekoration zurückbehalten), mit Pfeffer würzen und abschmecken.

Den Nudelteig so dünn wie möglich auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Ich arbeite hier mit einem schweren Marmorteig“holz“, und bekomme den Teig nicht so dünn wie eine Nudelmaschine, aber es ist gerade dünn genug für Nudeln. Pro Raviolo einen TL Füllung aufsetzen und mit einer zweiten ebenso dünnen Teigschicht bedecken. Teig gut um die Füllung festdrücken und mit einem bemehlten Form ausstechen. (Oder ihr macht es euch einfacher und benutzt eine vielfach-Ravioliform wie ich – Geschenk von Oma.)

Nun gut gesalzenes Wasser für die Nudeln aufsetzen und währenddessen die Nektarine waschen, Kern entfernen und in dünne Spalten schneiden. Thymianblättchen entgegengesetzt der Wuchsrichtung vom Stiel streifen und hacken. Butter und Honig in einer Pfanne schmelzen. Wenn die Butter zu schäumen beginnt Nektarinenspalten und Thymian zugeben, gut durchschwenken und mit Chili würzen, bei kleiner Hitze kurz garen. Ravioli ins kochende Wasser geben bis sie an die Oberfläche kommen, mit einer Schaumkelle herausnehmen, abtropfen lassen und in die Pfanne zu den Nektarinenspalten geben, kurz durchschwenken. Anrichten und nach Wunsch mit ein paar gerösteten Walnussstücken bestreuen.

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Das ist meine (erste) Kreation zum BlogEvent Teigtaschen vom Kochtopf; das Thema hat sich Susanne ausgedacht.
Blog-Event CXIII - Teigtaschen (Einsendeschluss 15. Oktober 2015)

Weißer Fleck auf der Speisekarte: Georgien

Ländertypische Gerichte probiere ich ja gern aus und ich habe viele Rezepte für die Mittelmeerregion und den nahen Osten in meiner Sammlung aber keines, das wirklich für Georgien ausgewiesen ist. Als ich die nachgekochte Weltkarte entdeckte, war ich dementsprechend ratlos, ob ich ein geeignetes Rezept finde. Vegetarisch sollte es sein, das entspricht auch den Regeln zur Teilnahme am Event. Zum Glück gibt es das Internet und sogar Seiten, die sich nur mit der georgischen Küche beschäftigen. Dort fand ich auch gleich mehrere ansprechende Gerichte, die nach und nach ausprobiert werden. Eine kleine Vorspeise, mit Walnusspaste bestrichene gebratene Auberginen, macht hierbei den Anfang.
Die Mischung ist gut, die Walnüsse machen das Gericht reichhaltiger, wenngleich ich beim nächsten Mal angeröstete Nüsse probieren werde. Auch etwas Grün, Koriander, wie das auch hier vorgeschlagen wird, finde ich passend.

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Badrijai Nigvsit – Auberginen mit Walnusspaste

für 1-2 Personen als Vorspeise

  • 1 kleine Aubergine (ca. 130g)
  • 50g Walnüsse
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 1/4 TL Bockshornkleesamen, gemahlen
  • 1/4 TL Koriander, gemahlen
  • 1/4 TL Pimentón de la Vera
  • 1/8 TL Sumach
  • 1/8 TL Kurkuma, gemahlen
  • 1/8 TL Salz
  • 1,5 TL Weißweinessig
  • 2-3 TL Wasser
  • Granatapfelkerne
  • Olivenöl zum Anbraten

Die Aubergine waschen und Stiel und Kelchblätter entfernen. Längs in 4-5 Scheiben schneiden und im heißen Öl bei mittlerer Hitze goldbraun braten. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen. In der Zwischenzeit Nüsse, Knoblauch und Gewürze mit Essig und Wasser im Mixer zu einer streichfähigen Paste zerkleinern. Auf die Auberginenscheiben auftragen, diese dann zur Hälfte einklappen und die nun obere Hälfte der Aubergine ebenfalls bestreichen. Mit Granatapfelkernen bestreut servieren.

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Quelle: Klick

Eine schöne Alternative zu anderen Auberginen-Mezze oder -Tapas.

Als Beitrag zum BlogEvent Vegetarische Weltreise – Georgien

Vegetarische Weltreise - Georgien