Geduldsübung

Geduld bringt jeder auf, aber eben nur für bestimmte Dinge. Geduld braucht man im Alltag so oft und sie macht vieles leichter. Ich würde sagen, dass ich eigentlich ziemlich geduldig bin. Eine Schlange an der einzigen geöffneten Kasse? Normalerweise kein Problem. Selbst unter Zeitdruck – ich könnte es ja nicht ändern! Wenn es um zu langsam empfundenen Fortschritt geht (Erlernen neuer Stricktechniken z.B.),  beim Fertigstellen von Geplantem (Haus, Garten) oder beim Warten auf Pakete, kann ich auch mal etwas ungeduldiger sein. Geduld ist für meine Arbeit wichtig und auch beim Kochen und Backen ist sie oft gefragt, denn einiges dauert Stunden, manches Tage. Aber drei Tage für eine Torte?

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Fahre ich in die knapp vier Autostunden entfernte Heimat, bringe ich oft etwas Gebackenes mit, weil ich sonst kaum Gelegenheit habe meine Familie damit zu beglücken. Letzte Weihnachten habe ich aber eine Aufgabe bekommen, die zunächst gar nicht so leicht zu erfüllen schien: Backe einen Kuchen, der drei Tage nach deiner Ankunft auf die Kaffeetafel kommen soll. Ah ja! Ich habe überlegt und schließlich das Internet gefragt, ob es einen Kuchen gibt, der lange saftig bleibt und bin sofort auf die 3-Tage-Torte gestoßen. Wie passend! Da mir die ursprüngliche Variante aber nicht aromatisch genug schien, habe ich ein paar kleine Änderungen vorgenommen. Die Torte kam sehr gut an und war auch am vierten Tag noch frisch und lecker. Die Fotos sind allerdings daher noch weihnachtlich und wenige.

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Die Torte besteht aus drei mit Kaffee/Amaretto getränkten Böden, die mit Konfitüre bestrichen werden. Die Füllung wird mit Vanille und Zitrone aromatisiert. Zu guter Letzt kommt ein mit Kakao bestäubter Zuckerguss obenauf.

Verfeinerte 3-Tage-Torte

für eine Springform mit 26cm Durchmesser

für den Teig

  • 200g zimmerwarme Butter und etwas zum Fetten der Form
  • 180g Zucker
  • 8 g Vanillezucker (selbstangesetzt)
  • 1 Prise Salz
  • 4 Eier
  • 250g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 2 EL Kakaopulver (schwach entölt)
  • 1 Espresso (30ml), abgekühlt
  • 3-4 EL starker Kaffee/Espresso oder Amaretto (gibt es auch alkoholfrei)

für die Füllung

  • 6-7 EL Konfitüre nach Wahl (ich habe Aprikosenkonfitüre verwendet)
  • 400ml Schlagsahne
  • 2 Päckchen Sahnesteif
  • abgeriebene Schale einer Zitrone
  • 2 EL Zitronensaft
  • 24g Vanillezucker
  • Mark von einer Vanilleschote
  • 400g Schmand

für den Guss & Deko

  • 125g Puderzucker
  • etwas Amaretto oder Kaffee
  • ca. 2 EL Kakaopulver

Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Zunächst die Böden zubereiten. Dazu Butter mit Zucker, Salz und Vanillezucker schaumig aufschlagen. Nach und nach die Eier unterrühren. Dann Mehl und Backpulver zugeben und zu einem glatten Teig verarbeiten. 1/3 des Teiges abnehmen, in eine mit Backpapier ausgelegte und am Rand gefettete Springform geben, glatt streichen und etwa 12-15 Minuten backen.

Den restlichen Teig mit dem Kakao und dem abgekühlten Espresso verrühren. Nacheinander bzw. bei mehreren Springformen und Umluft auch währenddessen den Teig teilen und zwei dunkle Böden backen. Jeweils die Stäbchenprobe zum Überprüfen anwenden. Die Böden auskühlen lassen und dann mit Kaffee bzw. Amaretto beträufeln.

Für die Füllung die Sahne steif schlagen. Dabei nach und nach Sahnesteif und Vanillezucker einrieseln lassen.Schmand mit Zitronenschale, -saft und Vanillemark verrühren. Sahne unterheben.

Zum Zusammenfügen den ersten Kakaoboden in den Ring einer Springform oder einen Tortenring legen. Mit der leicht erwärmten Konfitüre bestreichen und anschließend die Hälfte der Sahnemasse darauf geben und glattstreichen. Den hellen Boden von einer Seite mit Konfitüre bestreichen und mit dieser Seite nach unten auf die Sahnemasse legen. Vorsichtig die Oberseite ebenfalls mit Konfitüre bestreichen. Die zweite Hälfte der Füllung auf den hellen Boden geben und glatt streichen. Den verbleibenden dunklen Boden von einer Seite mit Konfitüre bestreichen und mit dieser Seite nach unten auf die Sahnemasse legen, leicht andrücken.

Aus dem gesiebten Puderzucker und dem Amaretto oder Kaffee einen dickflüssigen Guss anmischen und die Kuchenoberseite damit bestreichen.

Drei Tage kühl stellen. Geduld!

Vor dem Servieren mit Kakaopulver bestäuben.

Abgewandelt von hier.

 

Kontrastreich

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Brombeeren allerorten – bei den Eltern im Garten (Massen!), auf dem Balkon und auch so oft am Wegesrand reifen die Beeren zu fast schwarzen Leckerchen heran. Wir haben Marmelade gekocht (Schokobrom! Mhh! Bromstachelbeer mit Vanille,…), eingefroren und frisch werden sie natürlich auch im Müsli und Salat oder pur genascht. Aber sie machen auch auf einem kleinen Törtchen zum Sonntagskaffee eine gute Figur. Leicht und Luftig für den Spätsommer passt dazu eine Joghurtzitronencreme und das alles auf einem Biskuitboden mit weißer Schokolade. Als süße Trennschicht zwischen dem luftigen Biskuit und der frischen Creme kommt Mamas Brombeer-Zitronenmarmelade aus dem letzten Jahr. Jetzt, wo so viel Nachschub gekocht wurde, muss ja der Vorratsschrank etwas geleert werden!

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Brombeertörtchen mit weißem Schokoladenbiskuit und Joghurtzitronencreme

für 6 kleine Törtchen mit 8cm Durchmesser (das sollte etwa einer Springform mit 16-18cm Durchmesser entsprechen)

  • 55g weiße Schokolade
  • 24g Butter
  • 1/2 TL Vanilleextrakt
  • 2 Eier
  • 50g Zucker
  • 2 Prisen Salz
  • 50g Mehl
  • 250g Magerjoghurt
  • 35g Zucker
  • 2 EL Zitronensaft
  • Abrieb von einer Biozitrone
  • 3 Blatt Gelatine (oder: 1/2 Päckchen Agartine, dann in 100ml Milch aufkochen und unter den Joghurt rühren anstelle des unten beschriebenen Schrittes)
  • 160g Schlagsahne
  • 4g Vanillezucker
  • etwa 6 TL Brombeer(-Zitronen)marmelade
  • weiße Schokolade und frische Brombeeren zum Dekorieren

Im warmen Wasserbad Schokolade und Butter schmelzen, Vanilleextrakt unterrühren und zum Abkühlen beiseite stellen. In der Zwischenzeit Backform(en) leicht fetten und mit Mehl ausstreuen, überschüssiges Mehl abklopfen. Ich verwende für die kleinen Törtchen Servierringe aus Edelstahl, die ich auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setze. Nutzt man eine Springform o.ä., sollte man den Boden auch mit Backpapier auslegen. Ofen vorheizen (Umluft 175°C). Eier und Zucker weißschaumig aufschlagen. Dabei sollte sich das Volumen der Masse etwa verdreifachen, das kann schon einige Minuten dauern. Mehl und Salz zur Eimischung sieben, Schokoladenmischung dazugeben und beides unterheben. Gleichmäßig auf die Formen verteilen, Oberfläche glattstreichen und für 10-12 Minuten backen. Bei einer größeren Form eher 15-20 Minuten, bitte beobachten & ggf. Stäbchenprobe machen. Form(en) herausnehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen. (Wer eine Springform verwendet, sollte den Biskuit dann vorsichtig vom Backpapier lösen und für die restlichen Schritte nur den Ring der Form oder einen Tortenring verwenden.)

Für die Creme Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Joghurt mit Zitronensaft und -abrieb sowie dem Zucker verrühren. Sahne mit Vanillezucker steif schlagen. Gelatine ausdrücken, durch vorsichtiges Erwärmen schmelzen und unter stetigem Rühren in die Joghurtmasse einarbeiten. Sahne unterheben und die Mischung kühl stellen, bis sie zu gelieren beginnt.

Brombeermarmelade auf die Biskuitböden geben (etwa 1 TL pro Ring) und glatt streichen. Wer es noch beeriger mag, kann nun auch noch Brombeeren auf die Marmelade setzen und erst dann die Joghurtcreme darüber geben.

Joghurtmasse auf die Formen verteilen und glatt streichen. Etwa 4 Stunden im Kühlschrank festwerden lassen. Dann vorsichtig mit einem scharfen, dünnen Messer am Innenrand entlangfahren, um das Törtchen aus der Form zu lösen, ggf. auch den Boden so vom Backpapier lösen (bei mir reicht vorsichtiges Abziehen). Mit Brombeeren dekorieren und weiße Schokolade darüber hobeln.

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Und das passt auch zum Knuspersommerevent beim Knusperstübchen!
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