Kochbuchchallenge 4.2: Ice-Pops

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Das habe ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Manchmal hat man ja so ein Bild im Kopf, wie man ein bestimmtes Rezept auf dem Blog präsentieren möchte. Welches Geschirr passt dazu, welche Farben? Und meist klappt das auch einigermaßen, das zunehmend wieder störende Kunstlicht mal ausgenommen.

Für dieses Eis hatte ich vor, alles in eine Kühlbox zu verfrachten und dann bei Sonnenschein zum Strand zu fahren. Ein Eisschiff mit Erdbeersegel vor den Wellen. Sand, Muscheln, Meer. Pustekuchen!

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Entweder passte das Wetter nicht, oder die Terminplanung.. Umzug, damit verbundene Renovierung.. und flugs kam der doch spontane Urlaub (bis Italien hätten die Eis-Pops leider nicht durchgehalten) und jetzt wieder die Arbeit. Und so musste ich die Fotos an einem dieser hier so aprilähnlichen Tage machen, an dem sich Regen und Sonne mehrmals abwechselten.

Aber gut, auch mit anderer Kulisse schmeckt dieses Eis, und das ist doch die Hauptsache, oder?

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Die Basis ist hier aromatisches Tonkabohneneis, der fruchtige Mantel wird nach ein paar Stunden Gefrierzeit aus Erdbeerpüree übergezogen.

Verwendet habe ich dieses Mal 4 größere Formen, die aber 300ml Gesamtvolumen entsprechen.

Tonkabohnen-Eis mit Erdbeermantel

für insgesamt 300ml – z.B. 6x 50ml

  • 1 kleine Tonkabohne
  • 180ml Milch
  • 1 Eigelb
  • 70g Schmand (ich: Joghurt)
  • 50g Puderzucker
  • 80g Schlagsahne
  • 50g Erdbeeren
  • 1/2 TL Zucker nach Bedarf

Milch in einen Topf geben und die Tonkabohne grob geraspelt hineingeben. Beides unter Rühren aufkochen und etwa 5 Minuten simmern lassen. Lauwarm abkühlen lassen. 2 EL der Milch abnehmen und in einer Schale mit dem Eigelb verrühren. Die Eigelbmischung dann mit einem Schneebesen unter die Milch rühren.

Bei geringer Temperatur erneut etwa 2 Minuten erhitzen, dabei Rühren. Die Masse darf auf keinen Fall kochen, sonst gerinnt das Ei. Die Milch sollte allerdings etwas andicken, wie dünner Pudding. Den Topf nun in eine Schale mit eiskaltem Wasser stellen, beim Abkühlen ab und an umrühren und anschließend durch ein feines Sieb streichen.

Schmand oder Joghurt mit dem Puderzucker glatt rühren und die Sahne steif schlagen. Zunächst den Joghurt, anschließend die Sahne unter die Tonkabohnenmasse heben.

In Förmchen füllen (s. Hinweis hier) und mindestens 4 Stunden gefrieren lassen.

In der Zwischenzeit die Erdbeeren putzen und grob zerkleinern. Pürieren und durch ein Siebstreichen. Je nach Süße mit dem Zucker erneut pürieren.

Das Eis vorsichtig aus den Formen lösen (ggf. kurz in heißes Wasser tauchen), mit dem Fruchtpüree bestreichen oder hineintauchen und erneut einfrieren.

Aus:

 

 

 

 

Aus dem Garten

Rhabarber kann ich neuerdings aus dem eigenen Anbau haben – whohoo! Das hat wirklich etwas für sich. Und zuzusehen, wie die tollen rothäutigen Stangen mit den großen saftig grünen Blättern von Tag zu Tag größer werden, ist wunderbar.

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Hier sieht man noch die Blüte. Die wird aber bald entfernt, man soll sie essen können. (Viel habe ich dazu nicht gefunden: Dünn geschnitten über Salat, Geschmack ähnlich wie Brokkoli aber gut ausgebacken und mit Vanillesauce dazu?! Aha, ein sehr wildes Durcheinander!)

Am Muttertag gab es dann auch den ersten eigenen Rhabarber in praktischen Portionen. Der Mann mag Rhabarber ja insbesondere als Getränk, seit dem letzten Jahr aber auch im Kuchen. Da hat sich die Überzeugungsarbeit gelohnt! Das Rezept habe ich schon einige Zeit auf der Nachbackliste, weil es mich einfach angesprochen hat. Als ich dann fragte, was ich denn zum Muttertag backen solle, habe ich „vanilla bean“ unbewusst? falsch als Tonkabohne übersetzt – passt grundsätzlich ja auch. Das war dann auch der Grund, warum sofort ein „ja, das machst du!“ kam. Denn wir beide mögen die Mandel-Tonka-Creme* als Brotaufstrich sehr gern.

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Beim Zubereiten hatte ich diesen kleinen Übersetzungsfehler schon wieder aus dem Bewusstsein verdrängt und das Gefühl, ich würde spontan Tonka statt Vanille verwenden. Ob das wirklich so war? Jan hat mich jedenfalls wieder an die Ausgangssituation erinnert, nachdem ich den Guss mit der Tonkabohne bereits fertig angerührt hatte. Egal, wie es dazu kam, die Idee war jedenfalls die richtige!

Es sind also mit Rhabarberkompott gefüllte Scones mit Tonka-Guss entstanden, die allen geschmeckt haben.

IMG_5675Zum Nachbacken also hier das Rezept:

Scones mit Rhabarberfüllung und Tonka-Zitronenguss

für 8 etwa handgroße Scones

  • 3-4 Rhabarberstangen
  • 4,5 EL Zucker
  • Schale von 1/2 Zitrone
  • 3 TL Zitronensaft
  • 385g Mehl 405er
  • 1 TL Backpulver
  • 1/4 TL Salz
  • 60g kalte Butter
  • 250ml Buttermilch
  • 2 EL Buttermilch oder Sahne und etwas zum Bestreichen
  • ca. 175g Puderzucker
  • Abrieb von 1/4-1/2 Tonkabohne (z.B. von hier*)
  • Zitronenzesten nach Wunsch

Rhabarber waschen, putzen und in kleine Würfel schneiden (etwa 5mm Kantenlänge). Mit 1,5 EL Zucker, Zitronensaft und fein geriebener Schale vermischt in eine ofenfeste Auflaufform geben und bei 190°C etwa 12 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit Mehl, Backpulver, Salz, verbliebenen Zucker in einer großen Schüssel vermischen und die Butter in Flöckchen mit den Fingern einarbeiten, bis keine größeren Stückchen mehr zu spüren sind. 250ml Buttermilch zugeben und zunächst mit einem Löffel, dann mit den Händen vermengen und zu einem glatten Teig verkneten.

Auf einer leicht bemehlten Fläche etwa 5mm dick ausrollen und die Hälfte der Fläche mit dem Rhabarberkompott bestreichen. Die andere Hälfte darüberklappen und mit einem scharfen Messer in etwa 8 gleichgroße Dreiecke zerteilen.

Mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für 15-20 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Backofen auf 200°C Umluft vorheizen und die Scones mit etwas Buttermilch oder Sahne bestreichen. 15-18 Minuten goldbraun backen. Abkühlen lassen.

Für den Guss Puderzucker in eine Schüssel sieben und mit Sahne oder Buttermilch, dem Tonkabohnenabrieb (Feinreibe!) und nach Belieben einigen Zitronenzesten dick cremig verrühren. Auf die abgekühlten Scones geben und verteilen.

Abgeändert nach a cozy kitchen

Frühlingsgerichte suchen Zorra und Jeanette von Cuisine Violette ja auch noch – hier also noch ein süßer Beitrag von mir dazu!

Blog-Event CXXX - Genuss des Fruehlings (Einsendeschluss 15. Mai 2017)

Wunscherfüller – Mandel-Tonka-Muffins

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Die Unterhaltung am Frühstückstisch verlief etwa so: „Ach, da läuft gerade ein Blogevent zum Thema Muffins. Wenn du eine Idee oder einen Wunsch hast, sag Bescheid!“ – „Wie wäre es denn, wenn die so schmecken würden wie die Mandelcreme hier?“ – „Daaaas versuch ich…! Ich könnte auch noch gebrannte Mandeln obendrauf…?“

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Der Plan stand also, die Umsetzung klappte auch beim ersten Versuch und so kann ich das erste Rezept zu Zorras Bloggeburtstag beisteuern. Diese Muffins sind im doppelten Sinne Wunscherfüller, denn die Tonkabohnen sind in Südamerika als Amulett zum Erfüllen von Wünschen gebräuchlich.

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Mandel-Tonka-Muffins mit gebrannten Mandeln

für 16 Muffins auf einem 12er Muffinblech 

  • 250g Mehl (ich habe 550er verwendet)
  • 80g Zucker
  • 1,5 TL Backpulver
  • 1 gute Prise Salz
  • 250ml Milch
  • 150g Mandelmus (z.B. von Monki)
  • 1,5 Tonkabohnen (z.B. von hier)
  • 1 EL Apfelessig oder Weißweinessig
  • 50g Mandeln
  • 50g Zucker
  • 1/2 Tonkabohne
  • 25ml Wasser
  • 1-2 EL Puderzucker
  • etwas Wasser oder Vanilleextrakt

Mehl, Zucker, Backpulver und Salz in eine Schüssel geben und gut vermischen. Mandelmus und Milch zugeben, dann die Tonkabohnen mit einer Feinreibe zum Teig geben. Gut unterrühren. Zuletzt den Essig zugeben. Den Teig in gefettete Förmchen oder Papierförmchen geben. Bei 180°C etwa 16 Minuten backen (Stäbchenprobe!).

In der Zwischenzeit die Mandeln zubereiten: Zucker, Wasser und Tonkabohnenabrieb in eine beschichtete Pfanne geben und bei mittlerer Hitze ohne Umrühren aufkochen lassen. Mandeln zugeben und bei etwas größerer Hitze so lange verrühren, bis der Zucker wieder trocken wird. Nun auf mittlere Hitze zurückschalten und weiterrühren. Der Zucker schmilzt wieder, die Mandeln beginnen zu glänzen. Die Mandeln zum Auskühlen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, verteilen.

Aus gesiebtem Puderzucker und etwas Wasser oder Vanilleextrakt einen dickflüssigen Guss herstellen. Auf die abgekühlten Muffins jeweils einen Klecks Guss geben und Mandeln damit festkleben.

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12 Jahre sind eine lange Blogzeit – Alles Liebe zum Bloggeburtstag, Zorra! Ich freue mich auf viele weitere tolle Inspirationen und Events!
Geburtstags-Blog-Event CXXIV - Muffins (Einsendeschluss 15. Oktober 2016 - Icons made by Freepik from www.flaticon.com)

Ä Tännschn, please!

Ein Tannenbaum gehört doch zum Weihnachtsfest dazu, oder? Der duftet, sieht schön aus und bringt feierliche Stimmung ins Haus.

Wer sich kein eigenes Bäumchen in die Stube stellen möchte, kann dafür eins zum Kaffee servieren – das mindestens genauso gut duftet wie ein echter Tannenbaum! Allerdings lassen sich hier Nelke, Zimt, Koriander, Piment, Mazis.. die typischen Lebkuchengewürze erschnuppern. Angeputzt wird nicht mit Lametta, sondern mit einem hellen Rührteig mit Tonkabohne und die Krönung sind die Spekulatiusbrösel. Keine Angst, das Bäumchen nadelt nicht! Dafür bleibt es auch gar nicht lang genug stehen – versprochen!

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Dieser Kuchen war dieses Jahr mein Geburtstagskuchen – und er kam bei allen Gästen prima an!

Gebacken wird zunächst der Gewürzkuchen, aus dem dann der Tannenbaum ausgestochen wird. Dieser wird auf einem Spekulatiusboden mit dem hellen Rührteig in eine Form gegeben und erneut gebacken. Obenauf werden die knusprigen Spekulatiusstreusel verteilt.

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Da man fast zwangsweise Kuchenreste hat, kann man sich daraus mit einer cremigen Komponente und Früchten nach Geschmack ein Trifle zum Dessert kreieren. Hier würden gut Pflaumen, Himbeeren oder Kirschen aber auch Äpfel oder Birnen passen. Ideen findet man z.B. hier. Wenn man die Kuchenreste nicht gleich weiterverarbeiten kann, lassen sie sich auch ohne Probleme einfrieren. Möchte man gleich weniger Reste, sollte man eine kleinere Form für den dunklen Teig wählen und nur die Hälfte der unten angegebenen Menge verarbeiten.

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Gewürzbäumchen im Tonkateig mit Spekulatiusboden und -streuseln

für eine Kastenform von ca. 24cm Länge

für den Gewürzkuchen (Kastenform wie oben)

  • 250g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 200g Rohrohrzucker
  • 200g Sahne
  • 50g zerlassene Butter
  • 5 Eier
  • 2 EL Lebkuchengewürz, fertig oder selbst angemischt
  • 1 EL Orangensaft oder Rum
  • 1 Prise Salz
  • 5 EL Kakaopulver, schwach entölt (Backkakao)

Ofen auf 175°C Umluft vorheizen. Mehl, Backpulver und Zucker mischen. Mit den restlichen Zutaten etwa 3-4 Minuten zu einem glatten Teig verarbeiten und in eine gefettete Kastenform füllen. Etwa 45 Minuten backen (Stäbchenprobe!). Abkühlen lassen, aus der Form lösen und dann vollständig auskühlen lassen. In ca. 1,5cm breite Scheiben schneiden und mit der gewünschten Plätzchenform (nicht zu filigran) ausstechen.

für den Spekulatiusboden und die Streusel

  • etwa 150g Spekulatius
  • 120g zerlassene Butter

50g des Spekulatius in einen Gefrierbeutel geben, Luft herausdrücken und mit dem Nudelholz zu feinen Krümeln zerkleinern. Mit 3-4 EL der Butter zu einer dicken, nicht fließenden Masse verrühren und auf den Boden der vorbereiteten Kastenform geben, andrücken.

Die restlichen Spekulatius grob mit den Händen zerkrümeln und mit der restlichen Butter vermengen.

für den hellen Rührteig mit Tonkabohne

  • 3 Eier
  • 160g Rohrohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • Abrieb von 1 Bio-Orange
  • 1 Tonkabohne
  • 100g Mehl
  • 100 Speisestärke
  • 1 TL Backpulver
  • 175g zerlassene abgekühlte Butter

Ofen auf 160°C Umluft vorheizen. Eier mit Zucker schaumig schlagen, Salz, Abrieb, geriebene Tonkabohne unterrühren. Mehl, Stärke und Backpulver zugeben und gut verrühren. Zuletzt die Butter unterrühren.

Jetzt wird arrangiert: Etwas hellen Teig auf den Spekulatiusboden geben. Die ausgestochenen Gewürzkuchenformen nacheinander ohne Lücken in die Form stellen. Den restlichen hellen Teig über die Gewürzkuchenstücke gießen und gleichmäßig an den Seiten verteilen, etwas glatt streichen. Die Spekulatiusbrösel darauf verteilen. Etwa 50 Minuten backen (Stäbchenprobe für den hellen Teig!). Auskühlen lassen, aus der Form nehmen, richtig herum aufstellen und nach Wunsch mit etwas Puderzucker bestäuben.

Ein paar Streusel sind beim Backen in den Teig gesunken, daher die kleinen Wölkchen um das Bäumchen herum.