Kultureller Austausch

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Es ist EM, mal wieder. Obwohl ich die fußballerischen Großereignisse in den vergangenen Jahren doch zum Teil sehr interessiert verfolgt habe, hält sich die Zahl der gesehenen Spiele und der bewusst wahrgenommenen Ergebnisse jetzt bisher sehr in Grenzen. Warum? Gute Frage. Insgesamt hat mein Interesse an Fußball abgenommen und dann finde ich anderes einfach wichtiger, dem ich meine Zeit widmen möchte.

So man sich aber diesem Ereignis mit mehr Enthusiasmus hingeben, dann doch gerne mit etwas Kulturerfahrung. Es wird so viel über das Gastland berichtet, man bemerkt vielleicht über die Spiele Interesse für andere Teilnehmerländer (siehe Island), selbst die Supermärkte haben verstärkt landestypische Produkte im Angebot. Auch hier gibt es tolle Rezeptsammlungen. Wer die eigene Mannschaft feiern möchte, findet auch auf den Blogs Inspirationen und natürlich wird viel über Pausen- und Währenddessen-Snacks berichtet. Lasst euch inspirieren und genießt die Zeit – mit oder ohne Fußball!

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Hier gibt es eine kleine gebackene Hommage an das Gastland. Zuletzt vor ein paar Wochen genossen, jetzt mit einer kleinen Änderung, so dass auch Schokofreunde auf ihre Kosten kommen: Clafoutis aux cerises. Ein kleiner unkomplizierter Nachtisch oder süßer Hauptgang aus Frankreich mit Kirschen. Wer anderes Obst verwenden möchte, kann dies natürlich auch.

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(Schoko)Clafoutis aux cerises

für zwei Förmchen mit 20 cm Durchmesser oder 4 kleinere (ca. 8cm)

  • 200ml Milch
  • 2 Eier
  • 50g Vanillezucker
  • 100g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • und 4 TL Kakaopulver, schwach entölt (Backkakao) für die ganze Menge bzw. 2 TL für die Hälfte
  • 1 gute Handvoll Kirschen oder andere Früchte (geputzt)
  • Puderzucker zum Bestäuben

Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. Alle Zutaten bis auf Obst und Puderzucker miteinander zu einem glatten flüssigen Teig verrühren.

Obst in den (gefetteten – war bei meinen Keramikformen nicht nötig) Förmchen verteilen und mit dem Teig aufgießen. Dabei nur etwa bis zur Hälfte/ maximal zu 2/3 auffüllen.

Für 15-20 Minuten, je nach Größe der Form, backen. Noch warm mit Puderzucker bestäuben und servieren.

Lecker dazu sind auch Eis oder Parfait.

 

Pflaumen-Frangipane-Tarte und kalter Kaffee – lecker in den Sonntag

Inzwischen merkt man wieder sehr deutlich, dass die Tage kürzer werden, es wird früher dunkel. Ich kann jeder Jahreszeit etwas abgewinnen, aber muss man sich daran gewöhnen, dass es keinen „richtigen“ Sommer mehr gibt? Ist das jetzt unser Sommer? Zwei Tage (gefühlt, gezählt habe ich zugegeben nicht) über 30°C bisher, tagelang Regen und konsequentes Unterschreiten der 20°C-Marke, Nächte unter 10°C. Mir fehlt richtiges Sommerwetter. Oder einfach mal eine Woche Wärme und Sonnenschein. Aber all das (Jammern und Meckern) hilft ja auch nicht. Ändern kann ich am Fortschreiten der Zeit nichts, und der August, erntetechnisch betrachtet, bedeutet:

Die Steinfrüchte kommen! Die meisten Beeren werden von Aprikose, Pfirsich und Pflaume abgelöst. Schade? Ja, aber nicht weniger lecker! Und so bringe ich heute ein Rezept für eine kleine einfache Pflaumentarte mit. Mandelcreme, blättrig mürber Boden und saftige Pflaumen schmecken unabhängig davon, welche Temperaturen gerade draußen herrschen.

IMG_8655Also ran an die Obstmesser und Rührschüsseln:

Pflaumen-Frangipane-Tarte

für eine Tarteform mit 20cm Durchmesser

– 50g kalte Butter in Flöckchen und etwas zum Einfetten der Form

– 30g Pflanzenmargarine oder weitere Butter (ich habe Lätta+Butter verwendet) in Flöckchen

– 110g Mehl

– 1/4 TL Salz

– 1 TL Zucker

– 30ml kaltes Wasser

– 30g Butter

– 30g Zucker

– 50g gemahlene Mandeln, blanchiert

– Saft und Schale von 1/2 Zitrone

– 2 EL Milch

– 1 TL Speisestärke

– 7-8 Pflaumen (Zwetschgen) oder anderes Steinobst, so dass die Form ausgefüllt wird

– 1-2 TL Rohrohrzucker zum Bestreuen

– etwas Zimt zum Bestreuen

Mehl, Salz, Zucker und Butter zügig zu einem Teig verarbeiten. Dabei sollte die Butter nicht weich werden. Wasser zugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Eine gefettete Form damit auskleiden und bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen. In der Zwischenzeit die Frangipanemasse* vorbereiten. Dazu Zucker und Butter mit einem Mixer weiß schaumig schlagen, dann mit Milch, Mandeln und Zitronensaft/-schale sowie die Stärke verrühren. Obst je nach Art waschen, schälen, entkernen und klein schneiden. Ich habe die Pflaumen geviertelt.

Ofen auf 190°C Umluft vorheizen, Tarteform aus dem Kühlschrank holen und mit einer Gabel mehrfach den Boden einstechen. Frangipanemasse darauf verteilen und das Obst nach Wunsch darauf verteilen. Mit Zucker bestreuen und dann für etwa 20-25 Minuten in den Ofen geben. Zur Kontrolle testet man den Tarteteig mit einer Gabel oder einem Holzstäbchen. Dieser sollte knusprig und nicht mehr weich sein.

Tarte auskühlen lassen und nach Belieben mit etwas Zimt bestreuen.

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Bei heißem Wetter passt dazu außer Tee ein Cold-Brew-Macchiato.

Kalt ausgezogener Kaffee ist seit Jahren über dem großen Teich Thema, kam aber hierzulande erst in diesem Jahr in die meisten Cafés. Es ist eine einfache Methode, einen intensiven, aromatischen (je nach Kaffeequalität natürlich) Kaffeeextrakt herzustellen. Dieser Extrakt wird dann nach Belieben mit heißem oder kaltem Wasser verdünnt oder wie bei mir mit Eiswürfeln und Milch & Milchschaum zum Macchiato umgemünzt.

Cold-Brew Macchiato

für etwa 100ml Extrakt (hält sich im Kühlschrank etwa eine Woche in einem verschließbaren Gefäß)

– 100g Kaffee (Espresso),gemahlen

– 500ml kaltes Wasser

Wasser und Kaffeepulver in einem Gefäß mischen und am besten über Nacht, mindestens aber 12 Stunden abgedeckt bei Zimmertemperatur stehen lassen. Nach abgelaufener Zeit durch einen Kaffeefilter in eine verschließbare Flasche o.ä. geben.

So weit dazu.

Für den kalten Macchiato habe ich 3 Eiswüfel mit etwa 20-25ml des Extraktes in ein Glas gegeben, 50ml kalte Milch und Milchschaum aus 50ml Milch dazugegeben.

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Möchte man nun aus dem Extrakt lieber einen Kaffee ohne Milch, empfiehlt sich ein Mischungsverhältnis Extrakt:Wasser von 1:2. Hier kann man noch nachlesen, was der Unterschied zu Ice Brew Kaffee ist und wie man mit Speiseeis auch leckeren Eiskaffee damit herstellen kann.

* In einer originalen Frangipane, also einer Masse, die Mandelaroma trägt, steckt auch Ei zur Bindung. Hier habe ich das Problem, dass ein ganzes Ei zuviel für diese kleine Tarte wäre. Die Creme bleibt daher auch nach dem Backen eine Creme und wird nicht puddingähnlich.