Du und die kleinen Kartoffeln

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Ich weiß jetzt schon, dass Kartoffeln im nächsten Jahr einen größeren Platz im Garten einnehmen werden. In diesem Jahr habe ich drei alte Sorten gesetzt, die ich beim Biogartenversand bestellt habe. Die sind gut angewachsen, die Knollen sind eher klein. Das macht aber gar nichts, denn im Garten gewachsen, ungespritzt, müssen sie auch nicht geschält werden. Gut abgebürstet kommen sie gleich so gegart in den Salat – es gibt kaum eine bessere Variante, um Kartoffeln zu genießen!

So endet (?) der Sommer hier also: Kartoffelernte, die erste Nacht unter 10°C, die es heute geben soll. Schön, dass wir da noch gut zwei Wochen gen Süden – und hoffentlich Sonne fliehen können!

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Zu den neuen Kartoffeln gesellten sich noch knackige Radieschen, Rucola (ebenfalls aus dem Garten), grüne Bohnen (die Stangenbohnen blühen gerade, aber Erntezeit ist hier noch nicht), Zucchini und Stachelbeeren (da gab es dieses Jahr nur wenige am Strauch, die ich lieber gleich weggefuttert habe, daher stammen diese noch aus dem Vorrat, von Mama gespendet) sowie Ziegenkäse. Für mich kam noch geräucherte Makrele dazu, für Jan Putenbrust. Der Salat sättigt also gut, die Portionen sind eher für ein Mittagessen gedacht.

Salat mit neuen Kartoffeln, Stachelbeeren und Ziegenkäse

für 2 (sehr reichliche) – 3 Portionen

  • 325g neue Kartoffeln
  • 1 TL neutrales Öl zum Braten
  • 100g junge, möglichst dünne Zucchini
  • 75g grüne Bohne
  • 50g Radieschen
  • eine gute Handvoll Rucola (im Original Brunnenkresse)
  • 100g Stachelbeeren (frisch oder aufgetaut, ohne Saft)
  • 50g Ziegenkäse
  • pro Person 1 geräuchertes Makrelenfilet mit Pfefferkruste oder ein paar Scheiben Putenbrust/-braten
  • Saft und Schale von 1/2 Biozitrone
  • 1 TL brauner Zucker
  • 1 TL körniger Senf (ich habe selbstgemachten Biersenf verwendet)
  • etwas frischer Dill
  • 2-3 EL Rapsöl
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken

Kartoffeln gut abbürsten, nach Wunsch schälen, und für 10-15 Minuten garen. Sie sollten noch nicht ganz, aber annähernd weich sein.

In der Zwischenzeit das Gemüse putzen: Zucchini waschen und längs vierteln oder halbieren – je nach Größe. Bohnen putzen und in etwa 2cm breite Stücke schneiden. Radieschen waschen und in Scheiben schneiden. Rucola waschen, trocken schleudern und dickere Stiele entfernen.

Dill waschen, trocken tupfen und grob zerkleinern. Kartoffeln abgießen und kurz ausdampfen lassen.

Das Bratöl in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffeln hineingeben. Mit einer Gabel o.ä. etwas platt drücken. Etwa 10 Minuten unter gelegentlichem Wenden bei mittlerer Hitze braten.

Währenddessen das Dressing zubereiten: Zitronensaft und -schale mit dem Zucker vermischen, bis dieser sich aufgelöst hat. Senf, Dill und Salz und Pfeffer zugeben. Das Öl unterschlagen und nochmals abschmecken.

Bohnen 2-3 Minuten blanchieren, abgießen und mit kaltem Wasser abspülen, bis sie nur noch lauwarm sind.

Zucchini zu den Kartoffeln geben und weitere 5-10 Minuten braten, bis sie deutliche Röstspuren haben. Nun die Bohnen und Stachelbeeren in die Pfanne geben und 3-4 Minuten braten, so dass alles erhitzt wird.

In einer Schale mit dem Dressing vermengen. Portionsweise mit dem Käse in mundgerechten Würfeln, zerzupfter Makrele oder Pute in Streifen anrichten.

Etwas abgewandelt von hier.

Das leckere Brot auf den Fotos ist übrigens ein Buttermilch-Dinkellaib nach einem Rezept von hefe und mehr – nur mit Hasel- statt Walnüssen.

Als Beitrag zum Blogevent World wide summerfood passt dieses Gericht also gerade noch! Hier haben sich wie immer viele leckere Ideen versammelt, also schaut mal rein!

Das Thema stammt übrigens von Birgit von Backen mit Leidenschaft.
Blog-Event CXXXIII - World Wide Summerfood (Einsendeschluss 15. August 2017)

Fisch und fruchtig

Fruchtige Aromen zum Fisch sind ja nichts Unbekanntes. Ananas kommt da häufig vor, nicht nur beim Asia-Imbiss, auch Papaya passt gut zu verschiedenem Meeresgetier. Bei einheimischem Obst (und Gemüse, um ganz genau zu sein), mag einem da vielleicht erst einmal nichts einfallen. Aber auch hier gibt es die passenden Begleiter, besonders für die sogenannten Fettfische wie Makrele, Lachs, Hering oder Meerforelle. Ich habe davon in den letzten Wochen zwei ausprobiert: Stachelbeeren und Rhabarber.

Da diese beiden Partner schon sehr dominant sind, sollte der Fisch seinen Eigengeschmack möglichst beibehalten können. Alle drei Gerichte sind ziemlich schnell gemacht – noch ein Grund mehr zum Nachkochen!

Stachelbeeren gehören zu meinen liebsten Obstsorten und da noch ein kleiner Rest der letztjährigen Ernte tiefgekühlt vorhanden war, bot es sich an, mal etwas anderes als Kuchen, Crumble oder Kompott zu probieren:

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Hering in Hafermehl mit Stachelbeersauce

1 Portion

– 2 Heringsfilets mit Haut

– 2 EL Haferflocken

– 100g Stachelbeeren (wenn nötig aufgetaut)

– 1 TL Zucker

– ein Klecks Butter

– eine Messerspitze Muskatnuss

– Salz und Pfeffer

Zunächst den Backofengrill auf 220°C vorheizen.

Haferflocken im Blender zerkleinern bis sie etwa Semmelbröselgröße haben. Kräftig mit Pfeffer und Salz würzen. Die Fischfilets darin wenden, überschüssiges Mehl abklopfen. In eine feuerfeste Form geben und in den Ofen geben, bis sie gar sind, bei Bedarf nach etwa 4 Minuten wenden.

Die Stachelbeeren mit 1 TL Wasser einige Minuten kochen, bis sie weich sind, mit dem Pürierstab zerkleinern, Zucker, Butter, Muskatnuss, Salz und Pfeffer zugeben und erneut pürieren. Falls die Sauce abgekühlt ist, erneut erwärmen.

Bei mir gab es dazu Reis und die Idee kommt hierher.

Rhabarber ist ja kein Obst, sondern zählt zu den Gemüsesorten. Und die relativ kurze Saison muss genutzt werden – ich liebe Rhabarber in jeglicher Form!

Die Rezepte sehen eigentlich Makrelen vor, allerdings sind die hier nur auf Vorbestellung oder geräuchert zu bekommen. Spontane Entscheidungen und Vorbestellung harmonieren nicht wirklich gut miteinander. Deshalb habe ich mich hier für Forelle entschieden – nach Klassifizierung ein nur mittelfetter Fisch.

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Forelle mit Rhabarber-Orangen-Sauce

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– 1 Forellenfilet mit Haut

– Mehl zum Mehlieren

– gut 100g Rhabarber geputzt,

– etwas Orangenschale und etwa 2 EL Saft

– ein kleiner Klecks Butter

– 1 TL Zucker

– 1/2 TL Koriandersamen

– Olivenöl zum Braten

– Salz und Pfeffer

Rhabarber in etwa 1cm dicke Stücke schneiden, mit Orangensaft, -zeste, Zucker, Butter und Koriandersamen zugedeckt zum Kochen bringen, dann offen bei geringer Hitze und unter Rühren dick einkochen lassen, vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.

Wer Koriander als sehr dominant empfindet, sollte die Körner jetzt entfernen. Rhabarber-Orangen-Mischung pürieren.

Mehl kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und den Fisch darin mehlieren. Überschüssiges Mehl abklopfen. Öl in einer Pfanne erhitzen und den Fisch darin zuerst auf der Hautseite für etwa 2-3 Minuten braten. Wenn sich der Fisch wölbt, beschweren oder mit einer Palette in die Pfanne drücken. Wenden und die andere Seite ebenfalls etwa 2 Minuten braten.

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Ich hatte Rucola vom Balkon dazu. Das Rezept ist abgewandelt nach dieser Vorlage.

Besser geschmeckt hat mir aber folgende Variante – den Feigenbalsamico fand ich sehr gut dazu!

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Forelle mit Rhabarber

1 Portion

neben den Zutaten für den gebratenen Fisch:

– gut 100g Rhabarber

– 1 EL Zucker

– 2 EL Feigenbalsamico

– 1 TL frischer Rosmarin, fein geschnitten

Den Ofen auf 180°C vorheizen. Rhabarber in 1cm breite Stücke schneiden, mit dem Zucker vermengen und in eine ofenfeste Form geben. Im Ofen garen, bis er sich gerade eben zerteilen lässt. Herausnehmen und beiseite stellen.

Den Fisch wie im ersten Rhabarberrezept zubereiten, dabei aber beim Anbraten den Rosmarin auf die hautlose Seite streuen. Fisch aus der Pfanne nehmen, Essig in die Pfanne und den gegarten Rhabarber dazugeben. Erhitzen.

Nach einem Rezept von Nigel Slater, er gibt auch noch Kapern in die Sauce und verwendet Sherry-EssigIMG_7001.Rhabarberzeit ohne Rhabarberkuchen ist – frei nach Loriot – möglich, aber sinnlos. Dazu dann demnächst mehr!