Großmütterchen im Morgenland – Babka fruchtig gefüllt mit Orangenblütenwasserglasur

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Babka, darüber klärt Wikipedia auf, ist ein Hefegebäck, das traditionell in Mittel- und Osteuropa gebacken wird. Eigentlich etwas für Feiertage, Ostern zumeist, aber auch zu Weihnachten. Letzteres kommt mit großen Schritten auf uns zu. So wirklich weihnachtlich fühle ich mich noch nicht, trotz der ganzen Deko- und Süßwaren, die seit September! in den Läden stehen. Unglaublich eigentlich. Ich habe um diese Zeit noch nie bewusst jemanden zugreifen sehen. Inzwischen beschäftige ich mich aber auch mit Überlegungen zu Geschenken, zu denen zum Beispiel auch Plätzchen gehören. Und da ich ungern zwei Tage vor Heilig Abend in der übervollen Stadt umherirre, habe ich sogar schon das eine oder andere. Die Weihnachtsstimmung kommt dann hoffentlich bald, wenn geschmückt wird und die Stadt allabendlich in ein Meer aus Lichtern getaucht wird. Noch überwiegt hier der morgendliche Nebel und ein viel zu warmer Tag. Heute lagen die Temperaturen um die 15°C und ich musste leider feststellen, dass die gesetzten Zwiebeln der Frühblüher bereits Blätter ausgetrieben haben.

Aber zurück zum Hefegebäck! Schon komisch, dass der Name Babka Großmutter und Napfkuchen (aufgrund der an einen Faltenrock erinnernden Form) bedeutet. Diese Form habe ich allerdings nicht gewählt, sondern mich an die Variante aus der jüdischen Küche gehalten, in der ein einfacher Zopf gebildet wird, der in einer Kastenform goldbraun gebacken wird.

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Mein Großmütterchen hat also die Haare schön und pfeift auf den Rock! Fluffig weicher Hefeteig. Eingeflochten habe ich anstelle der klassischen Füllung (Schokolade und Zimt) zarte, süße Aprikosen, Datteln, Rosinen und knackige Mandeln – Herbstlaubfarben und ein wenig Biss. Dazu kommt ein Guss aromatisiert mit duftig zartem Orangenblütenwasser und Zimt. Unser Großmütterchen ist auf Orientreise – und dieser Urlaub bekommt ihr gut!

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Babka mit Trockenfrüchten und Guss mit Orangenblütenwasser

für zwei kleine Zöpfe (für je eine Kastenform mit 20cm Länge oder einen größeren Zopf für eine Form mit 30-35cm)

  • 280g Weizenmehl und etwas zum Bearbeiten
  • 4g Trockenhefe
  • 10g Vanillezucker
  • 40g Rohrohrzucker
  • 1/4 TL Salz
  • 65g weiche Butter und etwas für die Form (und für die Schüssel/bzw.Öl)
  • 80 ml lauwarme Milch
  • 2 Eier
  • 75g getrocknete Soft-Aprikosen
  • 75g getrocknete entsteinte Datteln
  • 40g Rosinen
  • 30g Mandeln
  • 1/2 TL Zimt
  • 15g geschmolzene, warme Butter
  • 1/4 TL Zimt, gemahlen
  • 40g Puderzucker
  • 1 EL Orangenblütenwasser
  • 1 TL Wasser
  • 1 Ei verquirlt oder etwas Milch

Mehl, Hefe, Zucker und Salz vermengen. Butter, Eier und Milch zugeben und alles etwa 4 Minuten zu einem geschmeidigen Teig verkneten. (Der Teig ist noch relativ klebrig, wenn er ausgerollt wird, kommt noch etwas Mehl dazu.) Der Teig in eine mit ein wenig Butter oder Öl ausgestrichene Schüssel geben und etwa 2 Stunden an einem warmen Ort (wie immer: Licht eingeschaltet im Backofen und die Schüssel dort hineingestellt) mit Frischhaltefolie abgedeckt gehen lassen. Er sollte etwa das doppelte Volumen erreichen.

In der Zwischenzeit Datteln und Aprikosen, Rosinen und Mandeln mittelfein hacken. Mit 1/2 TL Zimt gut vermengen.

Den Teig auf eine mit etwas Mehl bestäubte Arbeitsfläche stürzen und (je nach Klebrigkeit) mit ein wenig! weiterem Mehl erneut kurz durchkneten. zu einem Rechteck ausrollen, das etwa die Fläche eines Backblechs hat. Wenn nun zwei kleine Zöpfe gewünscht sind, das Rechteck  an der langen Seite halbieren, wenn ein großer Zopf gewünscht ist, weiter wie folgt verfahren: Geschmolzene Butter auf den Teig aufpinseln und die Trockenfrüchtemischung gleichmäßig darauf geben. Dabei etwa 1,5cm Rand freilassen. Die kurzen Seiten knapp einschlagen und das Rechteck von der langen Seite her aufrollen. Die Rolle längs einschneiden, dabei etwa 2cm an jedem Ende unberührt belassen. Nun je ein Strangende greifen und einige Male gegeneinander verdrehen.

In die gefettete(n) Backform(en) geben, die Ende dabei ein wenig nach unten umschlagen. Mit Frischhaltefolie bedecken und erneut 30 Minuten im Ofen mit eingeschaltetem Licht oder an einem anderen warmen Ort gehen lassen. Herausnehmen, den Ofen auf 180 °C vorheizen. In der Zwischenzeit den Laib mit etwas verquirltem Ei bestreichen.

Etwa 20 Minuten goldbraun backen, dann die Temperatur auf 150°C reduzieren und weitere 5 Minuten backen. Herausnehmen und in der Form etwas abkühlen lassen, dann herausnehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

Puderzucker, Zimt, Orangenblütenwasser und Wasser einen dickflüssigen Guss herstellen und mit einem Löffel über den Laiben verteilen.

Am besten schmecken die Babkas frisch, das heißt am gleichen Tag!

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Genießt die Novembertage mit Nebel, Regen und Sonnenschein!

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Frisches Fastfood

Ihr kennt das – Hunger! Wenn es ganz schnell gehen muss, bleiben eigentlich nur ein Brot oder Salat. Wenn man doch noch 20 Minuten warten kann, dann schafft man auch eine Shakshuka. Shak-was? Shakshuka oder auch Shakshouka bezeichnet ein Gericht aus dem Nahem Osten, bei dem Eier in Tomatensauce pochiert werden. Dazu kommen außerdem Paprika, Zwiebeln und Gewürze. Aber es gibt zahlreiche Variationen: Weiteres Gemüse wie Kartoffeln oder Hülsenfrüchte, Feta und Kräuter. Gegessen wird Shakshuka gern zum Frühstück aber es gibt auch Restaurants, die sich diesem Gericht voll und ganz verschrieben haben und es zu jeder Tageszeit servieren.

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Manchmal wird nur auf dem Herd gearbeitet, manchmal auch im Ofen. Bei letzterem (Hugh Fearnley-Whittingstall favorisiert diese Variante) habe ich mir einmal dermaßen beide Handflächen verbrannt, dass ich darauf lieber verzichte!

Mit ein paar Kniffen und relativ wenigen Zutaten gelingt dann auch ein recht schnelles Mittag- oder Abendessen (oder Frühstück, wenn es denn sein soll – ich bin da eher müsliaffin).

Shakshuka

für eine Portion

  • 1/4 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1/2 rote Zwiebel in langen Streifen
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Paprika vorzugsweise rot oder gelb
  • 1 TL Rohrohrzucker
  • 1/2 Dose Tomaten in Stücken
  • 1/2 Lorbeerblatt
  • 3 Zweige Thymian
  • 1 EL frischer Koriander
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • 2 Eier
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • optional ein paar Safranfäden

Zunächst Zwiebel schälen und in Streifen/halbe Ringe schneiden. Die Kreuzkümmelsamen ohne Öl bei hoher Temperatur in der Pfanne bis zum Duften rösten, Öl und Zwiebel dazugeben und weiterrösten bis sie weich werden und Farbe bekommen. In der Zwischenzeit die Paprika waschen, Kerngehäuse entfernen und in breitere Streifen schneiden. Paprikastreifen in die Pfanne geben, Zucker zufügen und alles verrühren, etwa 5 Minuten bei größerer Hitze anbraten. Die Kräuter vorbereiten: Thymian und Koriander waschen, trocken tupfen. Thymianblättchen abzupfen und mit den Korianderblättern grob hacken. Etwas Koriander zum Dekorieren zurückbehalten. Lorbeer und Tomaten, Kräuter, Cayenne (und Safran) zufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen und abschmecken. Alles bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten köcheln lassen, ggf. etwas Wasser zugeben, wenn die Sauce zu dick wird.

Dann mit dem Kochlöffel zwei Vertiefungen in die Sauce drücken/freischieben und je ein Ei darin aufschlagen. Das Eiweiß mit etwas Salz bestreuen und mit aufgelegtem Deckel bei geringer Hitze 10-12 Minuten gerade stocken lassen. Mit frischem Koriander servieren.

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Noch etwas frischer wird es mit reifen Tomaten, die anstelle der Konservenware gewürfelt zugegeben werden. Und mit frischem Brot bekommt man auch die letzten Saucenreste wegschnabuliert!

Shakshuka-Rezepte findet man bei Ottolenghi (in verschiedenen Varianten in diversen Büchern), dem oben erwähnten Hugh Fearnley-Whittingstall (Täglich vegetarisch) und natürlich auf diversen Blogs und im Netz. Kein Wunder bei so vielen Möglichkeiten und der kurzen Zubereitungszeit!

Gut eingepackt

Brr, kalt draußen. Sogar den ersten Schneeregen gab es hier gestern schon – von den Schneemengen im Harz sind wir zum Glück noch verschont geblieben, schließlich kommt der Wintereinbruch und das Begleitphänomen Schnee auch im Dezember noch sehr plötzlich für die Städte. Dennoch ist der Wind mitunter eisig und Mütze, Schal und Handschuhe sind besonders auf dem Fahrrad Pflicht. Kein Problem, ich bin aufgrund der Strickleidenschaft sehr gut ausgestattet mit Herbst- und Winteraccessoires. Und ob nun von der Arbeit oder von einem schönen Herbstspaziergang nach Hause kommend, wärmt eine heiße Tasse Tee die Hände und ein Teller Ravioli von innen.

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Eingepackt in einen Kürbisnudelteig ist eine Maronen-Frischkäsefüllung mit leicht orientalischer Note. Zum Abschluss werden die gegarten Nudelkissen nur noch kurz mit Butter in der Pfanne geschwenkt, wer mag, gibt ein paar (Marzipan-) Salbeiblättchen dazu.

Danach warm eingemummelt in eine Decke mit einem guten Buch oder Strickzeug in den Händen auf dem Sofa.. So kann man den Herbst genießen – vor allem, wenn es wie gerade draußen regnet.

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Kürbisravioli mit Maronenfüllung

für 2-3 Portionen

  • 140g Hokkaidokürbis ohne Kerne
  • 220g Mehl
  • 1 Ei
  • 100g gegarte Maronen (vakuumiert)
  • 65g Frischkäse
  • Abrieb und Saft von 1/4 Zitrone
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • eine gute Prise Zimt
  • eine gute Prise Ras el-Hanout
  • eine Prise Muskatnuss, gerieben
  • 2 EL Butter
  • nach Belieben einige Stängel Salbei

Kürbisfleisch klein würfeln und mit wenig Wasser bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten weich kochen. Pürieren und unter Rühren auf kleiner Flamme eindampfen. Das Püree darf nicht zu wässrig sein. Abkühlen lassen und währenddessen Mehl abwiegen, mit Muskat vermengen. Kürbispüree und Ei zugeben und alles zu einem geschnmeidigen, nicht klebenden Teig verkneten. Mindestens 30 Minuten in Frischhaltefolie im Kühlschrank ruhen lassen.

Zwischenzeitlich die Füllung bereiten. Dazu Maronen fein hacken, mit Frischkäse vermengen und mit Zimt, Zitronensaft und -abrieb, Ras el-Hanout, Salz und Pfeffer abschmecken.

Nudelteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen, pro Ravioli einen Teelöffel Füllung darauf geben und mit einer zweiten dünn ausgerollten Teigplatte bedecken. Ränder um die Füllung fest andrücken und mit einer leicht bemehlten Form ausstechen oder mit einem Messer abteilen. Meine Ravioliform macht das etwas einfacher: Teigplatte eins darauf legen, Füllung zugeben und mit einer zweiten Teigplatte bedecken, mit dem Nudelholz kräftig darüberfahren, so dass sich die vorgestanzten Ränder durch den Teig drücken, umdrehen (notfalls Ravioli vorsichtig herauslösen).

Ravioli in gut gesalzenem kochendem Wasser garen lassen. Wenn sie fertig sind, kommen sie an die Oberfläche. Dann abgießen. Während die Nudeln kochen in einer Pfanne die Butter zerlassen, leicht aufschäumen lassen und, wenn gewünscht den Salbei zugeben. Die abgetropften Ravioli zugeben und in der Pfanne schwenken, so dass sie mit der Salbeibutter überzogen werden.

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Weil mir die Idee auch bei der Überlegung für das BlogEvent Teigtaschen kam, möchte ich gern noch damit dazu beitragen. Die Idee zum Thema hatte Susanne (die gerade unglaublich gut aussehende Nocken und Knödel auftischt…!)

Orange ist immer „in“

Gut, die 70er Tapeten müssen es für mich nicht sein. Auch einige Wohnaccessoires und Küchengeräte, an die ich mich noch aus meiner Kindheit erinnern kann, waren in dieser auffälligen Farbe vertreten. Nach wie vor liebe ich jedoch ein oranges Gemüse: Möhren. Momentan kann ich sie nicht selbst aus dem Boden ziehen – dazu fehlt mir der Garten – aber früher war die Entdeckung wie viel Möhre doch da unter der Erde steckt immer eine Überraschung, oder?

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Im Möhrensalat, den ich zuerst beim Salzkorn entdeckt habe, sind Möhren mit Koriander und Minze und einem würzig-süßlichem Mix aus gerösteten Kichererbsen, Zwiebeln und Rosinen verbunden. Der Zimt gehört für mich zu vielen Röstgemüsen und auch zu Möhren passt er ausnehmend gut. Dazu ein wenig krümeligen Tulum – türkischen Nomadenkäse – mehr braucht es nicht für einen sättigenden Salat. So gut, dass er innerhalb kürzester Zeit schon mehrmals zubereitet wurde. Und falls tatsächlich etwas vom Röstmix übrig geblieben ist, passt der auch sehr gut zu Blattsalat oder als Topping einer (Möhren-/Kürbis-)Cremesuppe! Ich habe festgestellt, dass mir 5 Minuten für die Rosinen im Ofen persönlich zu lange erscheinen und gebe sie daher nur für die letzten 2 Minuten mit zum Röstmix.

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Möhrensalat mit Röstkichererbsen

für 2 Portionen

  • 120g gekochte Kicherbsen (aus der Dose oder über Nacht eingeweicht und weich gekocht, das Kochen dauert jedoch 45-60 Minuten)
  • 2 kleine rote Schalotten
  • 1 EL Olivenöl zum Rösten
  • 20g Walnüsse (8-10 Hälften)
  • 3/4 TL Garam Masala
  • 1/4 TL Cayenne, gemahlen
  • 1/4 TL Zimt, gemahlen
  • Salz
  • 15g Rosinen
  • 2 EL Olivenöl
  • 200g Möhren
  • eine gute Handvoll Koriander
  • eine gut Handvoll Minze
  • 1 TL flüssiger Honig
  • 1,5 El Zitronensaft (und einige Zitronenzesten)
  • 2 El Tulum oder etwas zerkrümelter Feta/2 EL Naturjoghurt

Ofen auf 220°C vorheizen, Schalotten schälen, halbieren und in Spalten schneiden, mit den Kichererbsen und den grob gehackten Walnüssen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, Gewürze und Salz darüberstreuen und das Öl zum Rösten darübergeben, alles gut vermischen und 15 Minuten auf mittlerer Schiene rösten, dabei alle 5 Minuten durchmischen und für die letzten 2 Minuten die Rosinen zugeben. Währenddessen Möhren schälen und grob raspeln, Kräuter waschen, trocken tupfen und hacken. Zu den Möhren in eine Schale geben und Mit Honig, Olivenöl und Zitronensaft vermengen. Die Röstmischung und dann Käse bzw. Joghurt darüber geben.

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Aus Reisehunger.

Darum in die Ferne schweifen

Es ist stürmisch draußen, das Wetter wird unsteter. Die Blätter sind noch grün und die Wolken eilen am Himmel vorbei und werden vom Wind auseinander gerissen. Zeit, etwas Ruhe in die Gedanken zu bringen, die sich in den letzten Tagen so schnell um zu Vieles gedreht haben.

Manchmal hilft es da, sich mit einem guten Buch und einem heißen Tee weg zu träumen, manchmal hilft Bewegung, manchmal Arbeit. Sich auf etwas anderes konzentrieren, und das – nach Möglichkeit – mit voller Aufmerksamkeit. Es hinterlässt ein gutes Gefühl und in dieser Zeit, wird man sich unbewusst vielleicht anderer Dinge klar.

Ob Kochen nun gerade zu den Tätigkeiten gehört, die mir Klarheit verschaffen können, weiß ich nicht. Es ist auch nicht immer ohne Zeitdruck oder etwas Hektik, von Stress möchte ich nicht gerade sprechen, möglich. Aber wenn ich Zeit und Muße habe, denke ich dabei nicht an viel anderes. Dann sind die Sinne zu beschäftigt. Wie heute zum Beispiel, mit Ingwerschärfe und Zimtduft, dem vorsichtigen Luschern in den Topf, dem Abschmecken, Zwiebelschneiden und Mangoschälen.

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Heute in den Orient – auf nach Veggiestan!

Gewürzreis

pro Portion

  • 75g Reis (bei mir eine bunte Mischung aus rotem, gelben und braunem Reis)
  • 12g (etwa 1 EL) Ghee oder Butter
  • 1/4 TL Kurkuma, gemahlen
  • 1/4 TL Zimt, gemahlen,
  • Salz

Reis abspülen und gut abtropfen lassen. Ghee in einem Topf schmelzen und den Reis zugeben, dabei gut umrühren, damit er nicht anbäckt. Einige Minuten anbraten, dann die Gewürze zugeben und kurz mitbraten. Mit 125ml Wasser ablöschen und nach Geschmack salzen. Den Topfdeckel in ein sauberes Geschirrtuch einschlagen und den Topf damit verschließen. Bei geringer Hitze 20 Minuten garen. Erst danach den Reis vom Herd nehmen, Topfdeckel abnehmen, Reis kurz auflockern und mit wieder abgedeckt weitere 10 Minuten ziehen lassen.

Bonjon wa Tamur-Hindi – Auberginen mit Ingwer und Tamarinde

für zwei Portionen

  • eine große Aubergine
  • Salz
  • 2 EL Erdnussöl
  • 1 Zwiebel (bei mir: 1 größere Schalotte)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Chili (bei mir: 1/2 TL Chiliflocken)
  • 1,5cm großes Stück Ingwer
  • 1/2 TL Zimt, gemahlen
  • eine Prise Nelken, gemahlen
  • 1,5 EL Tamarindenpaste
  • 1 TL brauner Zucker (bei mir: Rohrohrzucker)
  • 1/2 Mango

Die Aubergine waschen, Stielansatz entfernen und in ca. 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Auf einem Teller mit Salz bestreuen und etwa 30 Minuten ziehen lassen. Die Schalotte schälen, würfeln, Knoblauch und Ingwer schälen, beide fein würfeln. 1 EL Öl erhitzen und Schalotte, Ingwer und Knoblauch zugeben (bei Verwendung von Chilischoten: Diese fein schneiden und ebenfalls jetzt zugeben). Einige Minuten erhitzen, bis die Zwiebel weich wird. Nun Zimt und Nelken (und Chiliflocken) zugeben, gut untermischen, kurz mibraten. Die Mischung nun in einer Schale beiseite stellen. Auberginen abtupfen, mit dem verbleibenden Öl in der Pfanne von beiden Seiten goldbraun braten. Aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Die Zwiebelmischung zurück in die Pfanne geben, Tamarindenpaste, Zucker und 50ml Wasser zugeben, gut verrühren und für 7-8 Minuten (bei mir eher 5) köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Mango waschen, schälen und grob würfeln. In einen Zerkleinerer geben, Zwiebelmischung zufügen und alles etwa 30 Sekunden pürieren (mit einem Pürierstab sollte das natürlich auch gehen).

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Sally Butcher schreibt zum Rezept „It’s jolly good and vanishes quickly, so make sure you keep yourself a saucerful back in the kitchen.“ und sie hat meine volle Zustimmung. Die Kombination aus gebratener Aubergine und dieser herrlich würzigen Sauce – ein Traum!

Und die Sauce würde ebenso wunderbar zu Gegrilltem und Gebratenem passen. Besser als jeder Ketchup. So als kleiner Tipp zum Ende der Grillsaison.

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Bunt.

Stell dir vor, in deiner Heimat ist die politische Situation seit Jahren oder Jahrzehnten instabil. Stell dir vor, es gibt Anschläge in deiner Heimatstadt, von Terroristen ausgeübt, die andere ihrer Religion wegen verfolgen, Männer, Frauen, Kinder, Kranke, Alte – egal. Stell dir vor, es bricht Bürgerkrieg aus. Du willst weg, willst deine Familie in Sicherheit wissen. Du nimmst das Nötigste mit, vielleicht, wenn es geht, auch etwas, an dem du sehr hängst, das dir viel bedeutet. Du fliehst zunächst in ein Flüchtlingsheim in deinem Land und hoffst, dass das alles aufhört, dass eine Lösung gefunden wird und du wieder nach Hause zurück kannst. Doch der Bürgerkrieg weitet sich aus und du musst um das Leben deiner Lieben bangen. Stell dir vor, dir bleibt nichts übrig, als dein schwer erspartes Geld, irgendeinem suspekten Menschen zu geben, der dir verspricht, dich und deine Familie bei Nacht und Nebel auf dir unbekannten Wegen außer Landes zu bringen. Vielleicht werdet ihr dabei getrennt. Stell dir vor, wenn alles gut geht, kommst du tatsächlich in ein fremdes Land, du kennst niemanden, sprichst die Sprache nicht, hast kein Geld mehr und nur das, was du tragen konntest, bei dir.

Stell dir vor, du hast Glück und jemand hilft dir. Menschen spenden Kleidung, Wasser, Essen, es gibt eine trockene Unterkunft, in die du mit deiner Familie ziehen kannst. Nur, solange bis du eine Arbeit gefunden hast. Denn du willst ja arbeiten, du kannst ja etwas und hast vorher auch deinen Unterhalt verdient.

Kannst du dir das vorstellen?

Stell dir vor, du wirst angepöbelt und beschimpft, du verstehst nichts, spürst aber, dass du nicht willkommen bist, spürst die Aggressivität. Stell dir vor, jemand setzt dein Flüchtlingsheim in Brand. In einem Land, in dem es keinen Bürgerkrieg gibt, in dem die politische und wirtschaftliche Situation stabil ist, in dem es eine staatliche Grundversorgung gibt, Krankenversicherung, freie Schulbildung. Diese Leute sind nichts anderes als die Terroristen, vor denen du geflohen bist – tausende Kilometer weit.

Kannst du dir das vorstellen?

Beides ist Realität. Flüchtlinge, die all das durchgemacht haben. Die nicht die Absicht haben uns zu schädigen, die einfach Sicherheit wollen. Die auch gern lieber in ihrer Heimat wären. Wer nimmt denn all diese Strapazen auf sich? Würdest du das tun? Wenn es nicht einen guten, einen richtig guten Grund gäbe – das Leben deiner Familie und dein eigenes? Würdest du riskieren, auf dem Weg zu sterben oder deinen Mann, deine Frau, deine Eltern, dein Kind zu verlieren?

Die Menschen, die alles riskieren, alles aufgeben, brauchen Hilfe. Und es tut mir im Herzen weh, wenn ich Menschen sehe, die dann noch nachtreten. Ich schäme mich fremd, wenn ich noch mehr unqualifizierte Kommentare sehen oder lesen muss, von Menschen, die nicht nachdenken. Die aber sicher ganz gern mal zum Griechen essen gehen, oder einen Döner holen, gerne in der Türkei Urlaub machen. Die aber laut gegen Flüchtlinge demonstrieren, einfarbig braun.

Ich mag es bunt. Meine Gedanken sind bunt. Mein Blog ist bunt. Deutschland ist bunt. Aber die Bunten sind oft nicht so laut, wie die anderen. Macht Lärm!

Andere Kulturen bereichern uns, und das merkt man schnell, wenn man einfach mal bedenkt, wie sich unsere Küche in den letzten Jahren verändert hat. Welche Produkte im Supermarkt verkauft werden. Neugier auf Neues ist die Grundvoraussetzung zum Lernen. Zum Lernen ist man nie zu alt.

Und deswegen gibt es zum Abschluss vielleicht noch ein „neues“ Rezept:

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Falafel aus Syrien

für 2 Portionen

  • 1 Dose Kichererbsen
  • 1 kleine Schalotte
  • 1/2 Handvoll Koriander
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz
  • 1 kleines Ei
  • 1/2 TL scharfes Paprikapulver
  • 1/2 TL Kreuzkümmelsamen
  • 3-4 TL Öl zum Ausbacken

Schalotte schälen und grob zerkleinern. Korianderblättchen von den Stängeln abzupfen. Knoblauch schälen und grob zerkleinern. Kichererbsen mit der Schalotte, dem Knoblauch, Ei, Koriander und Paprika mit dem Pürierstab zerkleinern. Kreuzkümmel in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften, zum Püree geben und untermengen, mit Salz abschmecken. 1-2 TL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Falafel darin von beiden Seiten auf mittlerer Hitze goldbraun braten.

Dazu:

Salza Laban – Gurken-Joghurt-Sauce

für 2 Portionen:

  • 1/2 Salatgurke
  • 1/2 kleine Knoblauchzehe
  • 100g Naturjoghurt
  • 5-6 Zweige frische Minze
  • Salz

Gurke  waschen und ggf. schälen, in kleine Würfel schneiden. Knoblauchzehe geschält mit etwas Salz unter einem Messer auf einem Küchenbrett fein zerreiben. Gewaschene und abgetupfte Minzeblättchen abzupfen und in feine Streifen schneiden. Alles mit dem Joghurt vermengen und mit Salz abschmecken.

Abgewandelt aus Vegetarisches aus 1001 Nacht.

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Ich möchte auf Vielfalt nicht verzichten. Nicht auf meinem Teller, nicht in meinen Gedanken. Deutschland is(s)t bunt.

Deutschlandisstbunt-Signet

Ottos Omelett

Eine gute Handvoll Kräuter bereichert jedes Gericht. Hier sind es Minze und vor allem Dill. Dass Dill so eine große Rolle in der persischen Küche spielt, war mir bis vor einigen Jahren gar nicht so bewusst. Bis dahin kannte ich das Kraut vor allem als Gewürz für eingelegte Gurken und Gurkensalat, Kartoffeln und zu Fisch. Als ich nach Lübeck zog, besuchte ich nach kurzer Zeit ein persisches Restaurant und – Überraschung – fast jedes Reisgericht enthielt Dill. Auch die hier verwendeten dicken Bohnen kannte ich kaum aus der heimischen Küche – irgendwie kamen die in unserer Familie nicht in den Topf. Im Garten wuchsen fast jedes Jahr Prunkbohnen, aber gegessen wurden sie nicht. Busch- und Stangenbohnen waren dagegen auch auf dem Teller vertreten.

Die Omelettvariante von Ottolenghi und Tamimi aus Jerusalem
passt mit einem kleinen Salat als leichtes Hauptgericht gut in diese Jahreszeit.

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Omelett mit Dicken Bohnen nach Ottolenghi & Tamimi

für eine Person als Hauptgericht

– etwa 80g ausgelöste dicke Bohnen

– 1/2 TL Rohrohrzucker

– 8g Berberitzen, getrocknet (als Ersatz werden getrocknete und gehackte Sauerkirschen vorgeschlagen)

– 1 TL Milch

– 4-5 Safranfäden

– 1 EL Olivenöl

– 1 kleine Schalotte

– 2 Eier (M)

– 1/2 TL Mehl

– 1/4 TL Backpulver

– 1 EL Dill, gehackt

– 1 1/2 TL Minze, gehackt

– Salz und frisch geriebener schwarzer Pfeffer

(im Original kommt noch 1 kleine zerdrückte Knoblauchzehe dazu)

– etwas Salat zum Anrichten (hier: mit Cherrytomaten und etwas Granatapfelessig)

Zunächst Milch mit 1 TL heißem Wasser und den Safranfäden in der Mikrowelle bis zum Sieden erhitzen, herausnehmen und ziehen lassen. Aus 1 1/2 EL heißem Wasser und Zucker einen Sirup in einem Schälchen herstellen und die Berberitzen zugeben, etwa 10 Minuten einweichen lassen.

In der Zwischenzeit Bohnen 1 Minute in reichlich kochendem Wasser blanchieren, abgießen und kalt abschrecken.

Backofen auf 180°C vorheizen. Schalotte fein hacken. Die Hälfte des Olivenöls in einer kleinen ofenfesten Pfanne (mit Deckel!) erhitzen, die Schalotten bei mittlerer Hitze einige Minuten unter Rühren anschwitzen. Die Bohnen dazugeben und beiseite stellen.

Eier mit Mehl, Backpulver, der Safranmilch und den Kräutern in einer Schale verrühren, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Berberitzen abgießen und hinzufügen, Bohnenmischung zugeben und gut mit der Eiermischung vermengen. Pfanne mit Küchenpapier auswischen und restliches Olivenöl hineingeben, Pfanne kurz in den Ofen stellen, bis das Öl heiß ist.

Tollpatsche wie ich legen sich jetzt bereits die Ofenhandschuhe/Topflappen gut sichtbar hin, so dass man sie definitiv nicht übersehen kann. Da kommen sie bitte auch während des ganzen Kochprozesses nicht weg, erst, wenn das Essen auf dem Teller ist und die Pfanne ihren endgültigen Platz zum Abkühlen erreicht hat, werden sie weggeräumt!

Die Pfanne herausnehmen, die Eiermischung in die Pfanne gießen und zugedeckt etwa 15 Minuten stocken lassen. Danach den Deckel abnehmen und weitere 15-20 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen, etwa 5 Minuten abkühlen lassen und dann auf einem Teller mit Salat (lau)warm servieren.

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Oh, Aubergine!

Ich glaube, die Aubergine ist das Gemüse, bei dem ich am meisten gehört habe „Mag ich überhaupt nicht“. Und ich habe den Eindruck, man mag sie oder man mag sie eben gar nicht. Ich behaupte, dass diejenigen einfach noch nicht die für sie passende Zubereitungsweise oder das passende Rezept gefunden haben. (Sicher, das könnte man zu jeder Zutat sagen, aber diese Kontroverse finde ich hier sehr deutlich.) IMG_7609 Für mich ist die Aubergine (oder italienisch Melanzane – ein so wohlklingender Name) eines der schönsten Gemüse überhaupt! Die satte dunkellila Schale, glänzend und glatt. Der samtig bepelzte Blattkelch. So wird sie zumindest hierzulande meist angeboten. In Gemüseläden oder auf Märkten kann man sie manchmal kugelig rund, grün, lila-weiß gestreift oder ganz weiß bekommen. Aus der asiatischen, mediterranen oder orientalischen Küche ist sie nicht wegzudenken. Und da ich letztens a) Glück hatte und b) immer schon – sicherlich vererbt – eine Schwäche für (Koch)Bücher habe, mir Veggiestan von Sally Butcher über den Weg lief und denselben gleichwegs zu mir nach Hause fand, ähnliches mit einer Aubergine passierte und somit Zutat, Motiv (gutes Essen) und Gelegenheit zusammentrafen, probierte ich die Auberginen mit Joghurtsauce aus. Mit Minze und Zitrone gewürzte Joghurtsauce zu zuvor angebratenen, mit Tomaten, Koriander und Zwiebeln eingeköcheltem Auberginengemüse – lecker! Und ein gutes Gericht für wärmere Tage. IMG_7603 Ich muss dazu sagen, dass man mich nicht erst von Auberginen überzeugen muss, aber vielleicht bekommt ja jemand auch Lust, ihnen eine Chance zu geben.

Auberginen mit Joghurtsauce – Burani Bonjon*

für eine Portion (ohne Beilagen wie Reis oder Brot oder 1,5-2 Portionen mit Beilagen)

– eine mittelgroße Aubergine

– Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

– Rapsöl

– eine Schalotte

– Chiliflocken

– 1/4 TL gemahlener Kurkuma

– 3 tischtennisballgroße Cherrytomaten

– eine Handvoll frischer Koriander

– 150g Joghurt

– 1/2 TL Zitronensaft und etwas Zitronenabrieb

– 4 Zweige Minze

Aubergine waschen, abtrocknen und in etwa 0,8 cm dicke Scheiben schneiden. Auf einen Teller auslegen und großzügig mit Salz bestreuen. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen, danach abspülen und mit Küchenpapier abtrocknen. In der Zwischenzeit die Schalotte und die Tomaten fein würfeln. Einen guten Spritzer Olivenöl in eine Pfanne geben, die Zwiebelwürfel darin anbraten, bis sie bräunen. Dann mit so wenig Öl wie möglich aus der Pfanne holen und beiseite legen. Wieder einen guten Spritzer Öl in die Pfanne geben und die Auberginenscheiben von beiden Seiten goldbraun anbraten. Mit Kurkuma bestreuen, dann die Zwiebelwürfel, Tomaten und kleingehackte Korianderblätter (etwas zum Anrichten zurückbehalten) zugeben. 1/4 TL Chiliflocken zufügen und mit Wasser aufgießen, bis das Gemüse gerade bedeckt ist. Bei geringer Hitze und mit aufgesetztem Deckel etwa 30 Minuten köcheln lassen, ggf. Wasser zufügen. Abschmecken. Den Joghurt mit dem Zitronensaft, -abrieb, Salz, Pfeffer und der gewaschenen und gehackten Minze verrühren und abschmecken. Gegebenenfalls kühl stellen. Zum Anrichten etwa die Hälfte des Joghurts auf einen Teller geben und flach verstreichen, die Auberginenscheiben mit der Tomatensauce darüber verteilen, dann den restlichen Joghurt und das verbleibende Gemüse darübergeben. Mit dem übrigen Koriander bestreuen. IMG_7606 * Im Original kommt noch Knoblauch in die Joghurtsauce und es werden grüne Chilies und eine Küchenzwiebel verwendet. Da das Buch im Moment so aussieht (setzen die kleinen Zettelchen das Cover nicht gut fort? 😉 ), wird es demnächst noch einige Rezepte daraus geben: IMG_7611