Müsliplikator

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„Und, was macht dein Haus?“ Gefühlt ist das in den letzten Wochen die meist gestellte Frage gewesen.Verständlich irgendwo, aber meine Antwort bleibt auch immer gleich: „Steht! Es ist noch hier und da was zu machen, aber das wird.“ Und so ist es auch. Es fehlt in ein paar Zimmern noch eine Kleinigkeit, die einfach deswegen etwas Zeit braucht, weil es nichts von der Stange ist, sondern eben selbst zugesägt oder anderweitig angepasst werden muss. Am Ende lohnt sich das, da bin ich sicher.

Über die Gartengestaltung grüble ich auch. Was möchte ich? Wohin? Wie kann ich das umsetzen? Gar nicht so einfach. Einen Obstbaum hätte ich gern. Birnbäume sind nicht einfach aufgrund des Birnengitterrostes. Die Nadelbaumhecke zum Nachbarn allein schließt das schon aus. Ein Apfel? Gerne, aber eine Quitte wäre doch auch.. oder Walnuss..? Alles hat seinen Reiz und der Platz ist endlich. Die eigenen Äpfel im Müsli… hm… Lecker wäre das in jedem Fall. Auch mit käuflich erworbenen Apfelringen. Eine Variante für duftendes knuspriges Apfelmüsli gibt es jedenfalls heute schon!

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Apfelmüsli mit Zimt

für 8-10 Portionen

  • 200g Haferflocken (ich nehme die kernigen)
  • 90g Buchweizen, ganz
  • 50g gehackte Walnusskerne
  • 25g kleingeschnittene Apfelchips
  • 50g Rosinen
  • 50g getrocknete Datteln ohne Stein, grob gehackt
  • 1 EL Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 1 gute Prise Muskat
  • 120ml Honig oder Ahornsirup (ich habe beides probiert)
  • 2 EL geschmolzenes Kokosöl
  • 3 EL Wasser
  • 2 TL Vanilleextrakt

Den Backofen auf 150°C Umluft vorheizen. Haferflocken, Buchweizen, Walnüsse, Apfelchips, Rosinen, Zimt, Salz und Muskat gut vermengen. Datteln, Honig oder Ahornsirup, Wasser, Kokosöl und Vanille cremig pürieren und gleichmäßig mit den trockenen Zutaten mischen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech ausbreiten und etwa 25 Minuten backen. Dabei 1-2 mal umrühren. Abkühlen lassen und in ein luftdichtes Gefäß abfüllen.

Ich esse dazu gern Milch, Joghurt und frisches Obst oder Kompott.

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Leicht abgeändert von hier.

 

Wunscherfüller – Mandel-Tonka-Muffins

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Die Unterhaltung am Frühstückstisch verlief etwa so: „Ach, da läuft gerade ein Blogevent zum Thema Muffins. Wenn du eine Idee oder einen Wunsch hast, sag Bescheid!“ – „Wie wäre es denn, wenn die so schmecken würden wie die Mandelcreme hier?“ – „Daaaas versuch ich…! Ich könnte auch noch gebrannte Mandeln obendrauf…?“

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Der Plan stand also, die Umsetzung klappte auch beim ersten Versuch und so kann ich das erste Rezept zu Zorras Bloggeburtstag beisteuern. Diese Muffins sind im doppelten Sinne Wunscherfüller, denn die Tonkabohnen sind in Südamerika als Amulett zum Erfüllen von Wünschen gebräuchlich.

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Mandel-Tonka-Muffins mit gebrannten Mandeln

für 16 Muffins auf einem 12er Muffinblech 

  • 250g Mehl (ich habe 550er verwendet)
  • 80g Zucker
  • 1,5 TL Backpulver
  • 1 gute Prise Salz
  • 250ml Milch
  • 150g Mandelmus (z.B. von Monki)
  • 1,5 Tonkabohnen (z.B. von hier)
  • 1 EL Apfelessig oder Weißweinessig
  • 50g Mandeln
  • 50g Zucker
  • 1/2 Tonkabohne
  • 25ml Wasser
  • 1-2 EL Puderzucker
  • etwas Wasser oder Vanilleextrakt

Mehl, Zucker, Backpulver und Salz in eine Schüssel geben und gut vermischen. Mandelmus und Milch zugeben, dann die Tonkabohnen mit einer Feinreibe zum Teig geben. Gut unterrühren. Zuletzt den Essig zugeben. Den Teig in gefettete Förmchen oder Papierförmchen geben. Bei 180°C etwa 16 Minuten backen (Stäbchenprobe!).

In der Zwischenzeit die Mandeln zubereiten: Zucker, Wasser und Tonkabohnenabrieb in eine beschichtete Pfanne geben und bei mittlerer Hitze ohne Umrühren aufkochen lassen. Mandeln zugeben und bei etwas größerer Hitze so lange verrühren, bis der Zucker wieder trocken wird. Nun auf mittlere Hitze zurückschalten und weiterrühren. Der Zucker schmilzt wieder, die Mandeln beginnen zu glänzen. Die Mandeln zum Auskühlen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, verteilen.

Aus gesiebtem Puderzucker und etwas Wasser oder Vanilleextrakt einen dickflüssigen Guss herstellen. Auf die abgekühlten Muffins jeweils einen Klecks Guss geben und Mandeln damit festkleben.

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12 Jahre sind eine lange Blogzeit – Alles Liebe zum Bloggeburtstag, Zorra! Ich freue mich auf viele weitere tolle Inspirationen und Events!
Geburtstags-Blog-Event CXXIV - Muffins (Einsendeschluss 15. Oktober 2016 - Icons made by Freepik from www.flaticon.com)

Schlangenbeschwörung a cappella

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Schon als kleines Kind habe ich auf Töpfen rumgetrommelt. In der Küche auf dem Boden sitzend, während Mama kochte. Meine Eltern haben mich aber auch im Sinne der musikalischen Frühförderung mit Triangel, Blockflöte, Xylophon etc ausgestattet. Lange durchgehalten habe ich nie, auch, weil ich keinen Unterricht hatte und es selbst nicht so einfach war, der Mundharmonika angenehme Töne zu entlocken. Manchmal wäre es schön, ein Instrument spielen zu können, aber das ist ein Umstand, den man bedauern kann aber nicht muss. Es gibt ja genug anderes, dass man bespielen kann und bei dem die Zeit besser aufgehoben ist. Für mich zumindest. Schließlich hat nicht jeder Talent zum Musizieren. Im Chor habe ich meist nach Gehör gesungen, das Notenlesen dauert für mich ohne Übung einfach zu lange. Und für mein Wunschinstrument (Querflöte, Ian Anderson ist schuld) wäre das wohl sinnvoller.

Nun denn, während man diese Marokkanische Schlange zubereitet, kann man auf die typische Flöte getrost verzichten. Es braucht allerdings etwas Geschick (oder etwas mehr Teig zum Flicken). Die M’han(n)cha/M’hencha ist ein typisch orientalisches Gebäck. Knuspriger hauchdünner Filoteig, eine reichhaltige Füllung. In diesem Fall mit Mandeln, Pistazien, Rosenwasser und Zitrusaromen, aber es gibt ebenso Rezepte mit getrockneten Feigen oder Datteln und auch herzhafte Füllungen.

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Hier ein Jamie-Rezept. Perfekt für die kälter werdenden Tage.

M’hancha mit Mandeln und Pistazien

für einen Kuchen von ca. 25cm Durchmesser

  • eine Packung Filoteig (es wird nicht alles gebraucht)
  • 375g weiche Butter und etwas geschmolzene Butter
  • 375g Puderzucker und etwas zum Bestreuen
  • 3 große Eier
  • 375g gemahlene Mandeln
  • Schale von einer unbehandelten Zitrone
  • Schale von einer unbehandelten Orange
  • 4 EL Rosenwasser
  • 1 gehäufter EL Mehl
  • 50g Pistazien, grob gehackt (ich: geröstet)

Filoteig und Eier sollten Zimmertemperatur haben, daher rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen. Butter und Puderzucker mit dem Mixer cremig rühren. Dann die Eier nacheinander unterschlagen. Die Mandeln, Zitrusschalen, Rosenwasser, Mehl und Pistazien unterrühren.

Filoteig auf einer trockenen Arbeitsplatte miteinander überlappen auslegen. Die Füllung vorsichtig dünn verstreichen. Dabei nach oben und unten und am ersten bzw. letzten Filoteigblatt auch an der jeweils äußeren Seite Platz lassen (nach außen ca. 7cm, nach oben/unten ca. 3cm). Vorsichtig zu einer Spirale/Schlange zusammenrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech geben. Falls der Teig bei der Prozedur reißt, die bestroffenen Stellen mit Stücken Filo und etwas flüssiger Butter „kitten“. Mit flüssiger Butter bestreichen und 30-40 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 180°C (Umluft) goldbraun backen. Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

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Kirschen und Meer

Sind sie nicht süß? Die Tassen, Löffel und Schalen, meine ich, nicht die Kirschen! Die Scones sind nämlich mit Sauerkirschen gebacken.

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Aber erstmal langsam.. Als ich die schöne Walkeramik gesehen habe, gab es einen Kaufreflex, dem ich mich nicht widersetzen konnte (und wollte!). Mal davon abgesehen, dass das Blau so schön in meine neue Küche passt, finde ich das maritime Design einfach niedlich. (Die Butterdose gibt es hier, die Tasse hier, die Schalen sind leider ausverkauft. Alles übrigens von Two’s Company.)

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Die Sauerkirschen stammten noch aus dem TK-Vorrat und aus Omas Garten, gebacken habe ich die Scones noch im alten Zuhause kurz vor dem Umzug. Neben den Sauerkirschen enthalten sie Marzipan, beides macht sie so saftig, dass man gar keine Marmelade oder ähnliches braucht!

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Sauerkirschscones mit Marzipan

Für eine kleine Form von 20cm Durchmessen bzw. 6-8 Scones

  • 200g Mehl
  • 100g gemahlene Mandeln
  • 2 EL Zucker
  • 1/4 TL Salz
  • 6g (1,5 TL) Backpulver
  • 85g kalte Butter
  • 125 ml Sahne und etwas zum Bestreichen
  • 200g Sauerkirschen, (aufgetaut und) abgetropft
  • 75g Marzipan

Marzipan fein würfeln, Butter in größere Würfel schneiden. Backofen auf 190°C vorheizen.

Mehl mit den anderen trockenen Zutaten mischen und die kalten Butterwürfel mit den Händen zügig unterarbeiten. Sahne zugeben und alles zügig zu einem homogenen Teig verarbeiten. Kirschen und Marzipanwürfel unterkneten und in eine gefettete/mit Backpapier ausgelegte (ich fette den Rand und lege den Boden aus) Springform geben. Teig gleichmäßig hoch in die Form drücken und mit einem Messer 6 oder 8 gleichgroße (Torten)Stücke schneiden (ohne das Backpapier zu beschädigen).

Im Ofen 20-25 Minuten backen (Stäbchenprobe). Herausnehmen und (weitestgehend) auskühlen lassen.

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Doppelt beerig II

Teil zwei der Pfefferbeereninspiration:

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Nach der gepfefferten Johannisbeerschorle kam mir schnell die Idee ein Gebäck mit der Kombination Johannisbeere-rosa Pfeffer zu testen. Da ich noch die letzten Johannisbeeren der letztjähigen Ernte und eingefrorenes Eiweiß verbrauchen wollte, passte das sehr gut. So entstanden diese Friands (die größeren Brüder der Financiers, die ohne gebräunte Butter auskommen). Die Beeren sind zwar weiß, aber geschmacklich ein toller Partner zu weißer Schokolade und zum rosa Pfeffer.

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Johannisbeerfriands mit rosa Pfeffer und weißer Schokolade

für ca. 16 Friands in Muffingröße (12er Blech)

  • 175g Butter
  • 200g weiße Schokolade
  • 6 Eiweiß
  • 125g gemahlene Mandeln (mit oder ohne Haut, ich: mit)
  • 200g Puderzucker (& nach Belieben mehr zum Bestreuen)
  • 80g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 125g weiße Johannisbeeren (wenn aufgetaut, dann den Saft weitestgehend abgießen)
  • 1 EL rosa/rote Pfefferbeeren (Schinusfrüchte)

Butter und die Hälfte der weißen Schokolade über einem Wasserbad schmelzen. Handwarm abkühlen lassen.

Währenddessen restliche Schokolade fein hacken und Pfeffer im Mörser zerstoßen. Ofen auf 160°C Umluft vorheizen (sonst 180°C) und Form fetten bzw. mit Papierförmchen auslegen.

Eiweiß halbsteif schlagen, Prise Salz einrieseln lassen. Butter-Schokomischung zugeben und gut einrühren. Unter Rühren Puderzucker und Mandeln zugeben, zuletzt das Mehl und den Pfeffer.

Restliche Schokolade unterrühren. Muffinformen zu 3/4 mit dem Teig füllen, dann etwa 1 TL Johannisbeeren in die Mitte geben. 20-25 Minuten goldbraun backen bis der Teig nicht mehr bei der Stäbchenprobe am Holz kleben bleibt. Auskühlen lassen und vorsichtig aus der Form lösen. Nach Belieben mit Puderzucker bestreuen.

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Die Fotos sind im beginnenden Umzugschaos entstanden, die sollten euch vom Nachbacken nicht abhalten!

Rezept vom Doktor

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Die Serviceseiten von Lebensmittelproduzenten, Supermärkten und Küchengeräteherstellern platzen schier vor oftmals wirklich kreativen und guten Rezepten, um die Koch- und Backlust der Kunden zu befriedigen. Es bietet sich ja auch an, sich direkt beim Hersteller zu informieren, was man mit Produkt X oder Gerät Y denn mal anstellen könnte. Das Angebot ist so groß, dass es kaum nachvollziehbar ist, welchen Ursprung ein Rezept hat und so passiert es nicht selten, dass Quellenangaben „verschlampt“ werden oder eine einfache Übersetzung eines Rezepts als eigene Kreation ausgegeben wird – auch bei bekannten Koch- und Backblogs/-büchern… Dabei möchte ich nicht die Möglichkeit außer Acht lassen, dass 2+ Leute unabhängig voneinander die gleichen Ideen haben können, aber den Schutz des geistigen Eigentums und die Anerkennung dessen finde ich wichtig. Auch bei so Kleinigkeiten wie Rezepten. Hier lässt sich doch relativ leicht angeben, woher man seine Inspiration bekommen hat, warum sollte man das also nicht auch machen?

Um wieder zum Thema zurückzukommen: Ich erhalte, wie die meisten Leute, Newsletter. Einige sind nach dem ersten Blick ein Fall für den virtuellen Papierkorb, andere nicht. Einer der letzten Newsletter von Dr. Oetker sprach mich an, denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon halb im Hinterkopf, dass ich demnächst eine Idee für das Buffet des Abschlussfestes für die Arbeit brauchen würde. Und der Nudelsalat mit Pistazien-Pesto, der in der Mail vorgestellt wurde, kam gerade recht. Nachdem er verkostet und für lecker befunden wurde, stelle ich euch das Rezept auch gern vor. Ein etwas anderer Nudelsalat, der dennoch einfach zu machen ist. Und ein gutes Rezept für Nudelsalat schadet nie, richtig? Danke, Doktor! 😉

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Nudelsalat mit Pistazien-Pesto

für eine ganze Menge Leute (als Beilage für gut 12-15 Portionen)

  • 500g griechische Reisnudeln (Kritharaki)- bekommt man inzwischen bei vielen Supermärkten, ggf. in internationalen Abteilungen oder in türk./arab. Lebensmittelgeschäften
  • 60g Pinienkerne
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Töpfe Basilikum/3-4 Bund Basilikum, je nach Größe
  • 100g Parmesan
  • 50g Pistazien, ungesalzen, geröstet ist ok (ohne Schale)
  • 125g Crème fraîche (mit Kräutern oder mit gut 1 EL mediterrane Kräuter getrocknet oder TK)
  • 1 Limette (Saft & Zesten)
  • 200ml Olivenöl
  • 1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, ggf. mehr zum Abschmecken
  • Salz
  • 1 EL flüssiger Honig
  • (ich: zum Abschmecken noch 1/4 TL Tabasco Chipotle)
  • 200g Zuckerschoten (ich: TK, sonst: geputzt)
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln

Nudeln nach Packung (10-12 Minuten bei mir) in viel Salzwasser kochen.

In der Zwischenzeit Pinienkerne unter Aufsicht! ohne Fett in einer Pfanne goldbraun rösten, auf einen Teller geben, abkühlen lassen. Knoblauchzehen putzen und grob hacken. Basilikumblätter abzupfen, waschen und trocken tupfen. Einige zum Dekorieren beiseite legen, Rest grob hacken. Parmesan grob reiben. Pistazien und Pinienkerne grob hacken. Auch hier ca. 1 EL für die Dekoration weglegen, Rest mit Basilikum, Parmesan und Knoblauch in ein hohes Gefäß zum Pürieren geben. Crème fraîche (ggf. mit Kräutern anrühren) bis auf 1 EL zugeben und unter Zugabe von Olivenöl, Honig, Limettensaft, Salz und Pfeffer zu einem sämigen Pesto pürieren. Mit Salz und Pfeffer (& Tabsaco) abschmecken.

Nudeln in ein Sieb abgießen und mit ein wenig Kochwasser im Topf oder einer hitzebeständigen Schüssel erkalten lassen.

Zuckerschoten in kochendem Salzwasser ca. 2 Minuten blanchieren, in ein Sieb abgießen und kurz in Eiswasser geben. Wenn sie kalt sind, abgießen und in schräge ca. 1cm breite Streifen schneiden. Frühlingszwiebeln putzen, mit dem Grün in feine Ringe schneiden.

Sind die Nudeln erkaltet, Gemüse und Pesto untermischen. Mit der restlichen Crème fraîche, den Nüssen und Basilikum sowie Limettenzesten anrichten.

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Mit ganzen Früchten – Orangenkuchen nach Yvette van Boven

Der erste Happen vom Kuchen verschwand im Mund. Dann große Augen: „So orangig!“ Und die Ankündigung, dass damit der erste Geburtstagswunsch feststeht. „In groß!“

Ok, verstanden. Auch bei den Kollegen kam der Kuchen gut an – er war meine glutenfreie Alternative auf dem Kuchenbuffet.

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Orangiger kann ein Kuchen in der Tat kaum sein, denn hier wird die Frucht gänzlich verarbeitet. Das Kochen der ganzen Orangen kostet etwas Zeit, aber dafür ist die Zubereitung sehr unkompliziert. Anstelle von Mehl werden gemahlene Mandeln und Polenta verwendet und wer möchte gibt noch in Sirup gegarte Orangenscheiben auf den Kuchen.

Orangenkuchen mit Polenta nach Yvette van Boven

für eine Springform von 18-20cm Durchmesser (für einen Durchmesser von 26-28cm Zutaten verdoppeln)

  • 1 Bioorange (& eine weitere für den Belag)
  • Saft von 1/2 Zitrone (1,5-2 EL)
  • 50g Polenta
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1 TL selbst angesetzten Vanillezucker
  • 50g gemahlene Mandeln (müssen nicht blanchiert sein)
  • 3 Eier
  • 125g Rohrohrzucker (& 65g für den Belag)

Die Orange in einem Topf (nahezu) vollständig mit Wasser bedecken und mit Deckel eine Stunde lang kochen, bis die Orange weich ist. 125ml Wasser abmessen und beiseite stellen, restliches Wasser abgießen. Orange abkühlen lassen.

Für den Belag die zweite Orange nach Wunsch wie zum Filetieren schälen. Dazu oberes und unteres Ende quer abschneiden, die Orange auf ein Brett o.ä. stellen und dann die Schale mit einem scharfen Messer von oben nach unten kurvenförmig abschneiden. Die weiße Haut sollte eben gerade entfernt worden sein.

Man kann die Orangen auch einfach quer in dünne Scheiben (2-3mm) schneiden. Die Schale wird beim Kochen weich, aber das schmeckt nicht jedem.

Das aufgefangene Wasser und den Zucker für den Belag dann im Topf wieder aufkochen lassen und rühren, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist.  Die Orangenscheiben vorsichtig dazugeben und einmal im Sirup aufkochen lassen. Den Topf von der Flamme nehmen und abkühlen lassen. Die abgekühlten Orangenscheiben dann abtropfen lassen. Den Sirup kann man sehr gut für das Aromatisieren von Wasser, Tee oder anderen Getränken nutzen oder ihn auf Joghurt geben.

Form mit Backpapier auskleiden (Boden) und Rand einfetten. Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Orange in einem hohen Gefäß pürieren, dabei auf Kerne achten und diese ggf. entfernen. Mit Polenta, Mandeln und Backpulver und Vanillezucker mischen.

In einem zweiten Gefäß die Eier mit Zucker weiß schaumig schlagen und die Orangenmasse vorsichtig darunterrühren (Löffel, kein Mixer). In die Form geben und glatt streichen. 30-35 Minuten goldbraun backen, bei größerer Form ggf. länger (Stäbchenprobe!). Auskühlen lassen, dann mit Orangenscheiben belegen.

Schmeckt pur, mit einem Klecks saurer Sahne oder einer Kugel Vanilleeis. Da der Kuchen lange frisch bleibt, eignet er sich auch gut für ein Picknick und kann problemlos 2 oder 3 Tage nach Zubereitung genossen werden.

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Quelle: Home Made

Die Frage „Können wir das nicht auch mit Limetten machen?“ wird dann wohl demnächst beantwortet. Ich denke, hierzu sollte dann tatsächlich etwas milchsaures zum Ausgleich dabei sein. Abwarten!

Brot mit Bier, das rat ich dir!

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Über Bier gibt es diverse Weisheiten – vor dem Wein ok, danach nicht. Drei Bier sind auch ein Schnitzel und zwischen Leber und Milz.. ein Stein, ein Mörtel, ein.. Ihr wisst schon!

Bier und Brot haben so ihre Schnittmenge. Das Getreide, der Nährwert, vielleicht auch der Ruf unseres Landes für die Qualität der Produkte, die Vielzahl regionaler Spezialitäten. Warum also nicht Bier ins Brot geben? Nicht „nur“ Treber, sondern direkt das Bier? Das geht und mit den verwendeten Bieren verändert sich auch der Geschmack des Brotes. Ein wenig. Ich habe dieses Mal Braukatz Pale Ale verwendet, ein Allgäuer Bier (insofern eine Nord-Süddeutsche Koalition). Ein Bier, das in erster Linie wegen des Namens (ja, ich bin miezaffin) auf sich aufmerksam machte, aber insbesondere dem Freund schmeckte.

Die Krume ist mir hier noch etwas zu dicht, deswegen möchte ich beim nächsten Mal das Bier nicht nur erwärmen, sondern kurz köcheln lassen, damit der Alkohol verdampft und die Aktivität der Hefe verbessert wird. Nichtsdestotrotz ist der Teig gut aufgegangen und das verwendete Mehl recht schwer. Das Brot ist kräftig, aromatisch und hält sich recht lange frisch.

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Dazu passt so ziemlich alles Herzhafte und auch Süße, was man mag. Zum Beispiel Radieschenpesto! Warum sollte man auch die (sehr frischen) Blätter von Radieschen wegwerfen? Mit Parmesan und Nüssen (ich habe Paranüsse verwendet) wird daraus ein grünes Multitalent für Nudeln, Brot, Dips und Fisch, das man mal probieren sollte!

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Bierbrot

für ein Brot von 22-26 cm Durchmesser

  • 1 Flasche (0,33l) helles Bier
  • 21g frische Hefe
  • 3 EL Honig
  • 500g Weizenvollkornmehl und etwas zum Bearbeiten
  • 250g Roggenmehl 1150
  • 1,5 EL Salz

Bier erwärmen, bis es lauwarm ist, Hefe dazubröseln und mit Honig verrühren, bis er aufgelöst ist. Gut 5 Minuten stehen lassen, bis sich Blasen bilden. Mehle mit Salz in einer großen Schüssel mische und die Biermischung sowie 175ml lauwarmes Wasser zugeben und zu einem glatten Teig verkneten. Gut eine Stunde an einem warmen Ort (Backofen mit eingeschalteter Lampe) gehen lassen.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kurz kneten, dann rund wirken und in eine mit Backpapier ausgekleidete Springform geben. Mit einem Messer nach Wunsch einschneiden und erneut 30 Minuten warm gehen lassen.

Dann den Ofen auf 200°C Umluft aufheizen und mit einem (ofenfesten) Schälchen Wasser im Ofen etwa 35 Minuten backen. Das Brot sollte sich beim Daraufklopfen hohl anhören.

Etwas auskühlen lassen, dann aus der Form nehmen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.

Rezept von hier

Radieschenblätterpesto

für 3 Gläser à 140ml

  • sehr frische Blätter von 1 Bund Radieschen
  • 50 g Parmesan
  • gut 50g Nüsse (ich: Paranüsse.)
  • Olivenöl
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und (Orangen)Salz zum Abschmecken
  • nach Wunsch einige Zweige Minze

Blätter waschen, grob zerrupfen und mit dem geriebenen Parmesan sowie den grob gehackten Nüssen(, der Minze) und etwas Öl nach Wunsch fein oder mittelfein pürieren. Soviel Öl zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. In heiß ausgespülte Gläser füllen und mit Öl überschichten.

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Berge und Meer

Wenn es für mich darum geht, Urlaub zu planen, dann meine ich damit Urlaub am Meer. Strand, Sonne, Wärme. So schön die Berge auch sind, den Begriff Urlaub verbinde ich damit nicht im engeren Sinne. Es hat schon seinen Grund, warum ich wintersportverweigernder Flachlandindianer nach Norddeutschland gezogen bin.

Dennoch war es immer schön, wenn es in die Berge ging und zu etwas Hüttenromantik würde ich genauso wenig nein sagen wie zur Alpen-Küche.

Blog-Event CXX - Alpenkueche (Einsendeschluss 15. Juni 2016)

Genau darum darum geht es in Zorras aktuellem Blogevent, das Thema kommt von kebo, die in Südtirol lebt. Für mich war es zunächst etwas schwieriger, ein Rezept zu finden, was ich zu dieser Jahreszeit kochen möchte, denn die Alpenküche steht für mich erst einmal für deftiges Essen – ein Vorurteil?

Sicher ließen sich diverse Salate mit entsprechenden Zutaten abwandeln, aber das sprach mich auch nicht besonders an. Ein Kompromiss sind diese Spinatknödel. Nicht zu schwer, ganzjahrestauglich und sowohl solo als auch mit einem Salat eine wirklich runde Sache.

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Tiroler Spinatknödel

für 2 Personen (etwa 10 tischtennisballgroße Knödel)

  • 200g frischer Blattspinat
  • 100g altbackenes Weißbrot, etwa 90g entrindet
  • 2,5 EL lauwarme Milch
  • 1 TL Olivenöl
  • 1/2 Schalotte
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 2-3 EL Walnüsse
  • 1 Eigelb
  • 1 EL geriebenen Bergkäse (oder Parmesan) und weitere 1-2 EL zum Bestreuen
  • Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Muskat, frisch gerieben
  • ggf. Paniermehl/Semmelbrösel
  • 2 EL Butter
  • 7-8 Salbeiblätter gewaschen und trocken getupft

Spinat waschen, grobe Stängel entfernen. In kochendem Salzwasser zusammenfallen lassen (2-3 Minuten), dann mit einem Schaumlöffel herausnehmen, in eine Schüssel mit Eiswasser geben und kurz abkühlen lassen.

Währenddessen Brot fein würfeln, mit der Milch in einer größeren Schale übergießen.

Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett anbraten, bis sie duften, herausnehmen, abkühlen lassen. Grob hacken. Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken. In Olivenöl glasig dünsten. Abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit Spinat gut ausdrücken und fein hacken. Mit der Hälfte der Walnüsse und dem Eigelb zum Brot geben, mit Schalotte und Knoblauch sowie 1 EL Bergkäse vermengen. Mit Salz, Pfeffer und 2 Prisen Muskat würzen, und gut verkneten, bis eine nicht zu feuchte, gut formbare homogene Masse entstanden ist. Dazu ggf. Semmelbrösel zugeben. Zu etwa tischtennisballgroßen Knödeln formen.

Das Spinatwasser zum Kochen bringen. Die Knödel in den Topf geben und etwa 15 Minuten simmern lassen. Herausnehmen und abtropfen lassen. Butter in einer Pfanne zerlassen, Salbei zugeben und die Knödel in die flüssige Butter geben. Kurz darin schwenken.

Mit der Butter, dem Salbei, restlichem Käse und Walnüssen anrichten.

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Etwas abgewandelt nach diesem Rezept.