Reichlich

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Der Herbst ist die Zeit, in der man lieber wieder zu herzhaften deftigen Speisen greift. Lieber zu Vollkornbrot als zu Weißbrot.

Auch das Früchtebrot, das diesen Monat beim Synchronbacken von Zorra und Sandra dran war, wird mit Vollkornmehl gebacken. Und dazu gibt es reichlich Trockenfrüchte (bei mir Rosinen) und Nüsse (ich habe Haselnüsse verwendet).

Der Zuckeranteil der Trockenfrüchte und die Zimtnote sorgen dafür, dass man das saftige Brot pur sehr gut essen kann.

Und wenn dann doch was „drauf“ soll, dann bitte Käse. Ich liebe diese Kombination aus süßlichem Brot und nicht zu scharf würzigem Käse!

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Der Teig braucht ein wenig Vorlauf: Zwei Vorteige kommen über Nacht in den Kühlschrank, gehen dann mit ein paar mehr Zutaten zusammen am darauffolgenden Tag und werden in kurzer Zeit gebacken. Easy? Easy!

Früchtebrot mit Vollkornmehl und Zimt

für eine Kastenform mit etwa 26cm Länge

Soaker

  • 170g Weizenvollkornmehl
  • 170g Milch nach Wahl (ich habe ungesüßte Mandelmilch verwendet)
  • 3g Salz
  • 170g Rosinen (oder andere Trockenfrüchte nach Wunsch)

Biga

  • 170g Weizenvollkornmehl
  • 3g frische Hefe
  • 85g Milch nach Wahl
  • 50g weiche Butter
  • 1 verquirltes Ei

Hauptteig

  • 50g Weizenvollkornmehl
  • 5g Salz
  • 21g frische Hefe
  • 1 gestrichener TL Zimt
  • 50g Zucker
  • 70g Nüsse nach Wahl

Für den Soaker Mehl, Milch, Salz und Rosinen gut vermengen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Für die Biga alle Zutaten zusammen etwa 2 Minuten verkneten, dann 5 Minuten stehen lassen und wieder etwa 1 Minute kneten. Diesen Vorteig 30 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen, dann abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank geben.

Am nächsten Tag beide Teige herausnehmen und etwa 30 Minuten Raumtemperatur annehmen lassen.

Beide Teige zusammen mit dem restlichen Mehl, Salz, Hefe und jeweils der Hälfte von Zimt und Zucker in einer Schüssel verkneten. Dabei etwa 3 Minuten kneten, 5-10 Minuten ruhen lassen und erneut 3 Minuten kneten.

Der Teig sollte dabei leicht klebrig sein, aber nicht an den Fingern kleben. Falls das doch der Fall ist, etwas Mehl zugeben.

Den Teig zu einer Rolle formen und z.B. in einem eingemehlten Bäckerleinen etwa 2 Stunden gehen lassen. Der Teig sollte sein Volumen verdoppelt haben.

Anschließend den Teig auf einer bemehlten Oberfläche zu einem Rechteck drücken, den restlichen Zucker sowie den Zimt und die Nüsse darauf verteilen. Von einer Seite aus aufrollen und in eine (ggf. gefettete oder mit Backpapier ausgelegte) Kastenform geben.

Wiederum 30-60 Minuten gehen lassen, bis der Teig merklich an Volumen zugenommen hat.

In der letzten Phase der Gehzeit den Ofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen und das Brot anschließend etwa 10 Minuten darin anbacken. Die Temperatur auf 200°C reduzieren und weitere 25-35 Minuten backen. Falls das Brot zu dunkel wird mit Alufolie abdecken.

Durchgebacken ist es, wenn es beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.

(Vorteige, Hauptteig vor dem Gehen und nach der Gehzeit)

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#synchronbacken November 2018
Und wie immer gibt es einige Abwandlungen des Rezepts, die ihr hier findet:

Zorras Variante mit Ruchmehl aus dem Airfryer

Sandras Früchtebrot

Tina von Küchenmomente hat Cranberries verwendet

Caroline von Linal’s Backhimmel und Simone von Zimtkringel

Birgit hat mit Feigen experimentiert

Auch Conny und Birgit M. waren dabei

Steffi von KochTrotz hat ein glutenfreies Brot gebacken

Yvonne hat getrocknete Beeren und Mandeln verwendet

Und auch Jutta und Ingrid waren wieder mit von der Partie

Kochbuchchallenge 7.4: Honestly Healthy for Life

Während mich ein fieser Virus lahmlegt, denkt der eine oder andere schon über Ostern nach. Was soll auf den Tisch, was wird verschenkt?

Eine kleine Idee, was sowohl eine kleine Süßigkeit auf dem Ostertisch als auch ein Geschenk sein kann, habe ich dann doch noch für die aktuelle Kochbuchchallenge gefunden. Wie schon erwähnt, sind im Buch gar nicht so wenige süße Sachen zu finden, aber es stecken dann eben Zutaten drin, für den ein Gang ins Reformhaus o.ä. notwendig ist.

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Eine kleine Abwandlung haben die Puffreisbällchen daher eben doch von mir erfahren, was ihnen aber geschmacklich keinen Abbruch tut. Die Zubereitung ist dagegen kinderleicht und dauert gerade mal ein paar Minuten.

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In Hinblick auf Ostern kann man sie auch gut in Eierform herstellen. Gekühlt halten sie sich auch ein paar Tage und sind lecker zum Kaffee oder als kleiner Energielieferant zwischendurch. Im Buch finden sie sich im Kapitel Movie Night – eine Knabberei zum Film, da machen sie sich garantiert ebenso gut!

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Puffreisbällchen mit Tahini

für 10 tischtennisballgroße oder mehr kleine Bällchen

  • 100g Tahini (wer, wie der Mann nicht so auf Sesam steht, kann auch ungesüßtes Mandel- oder Erdnussmus verwenden)
  • 50ml Agavensirup (original: 50ml Dattelsirup & 2 EL Agavensirup)
  • 2 TL Vanilleextrakt
  • 1 EL Kakao (Backkkakao)
  • 1/2 TL Zimt
  • Schale von 1 Bio-Orange, fein gerieben
  • 85g Haferfleks* (original: ungesüßter Puffreis)
  • nach Belieben: zerkleinerte Kürbiskerne, Nüsse, Mandelblättchen, Kokosflocken oder Kakaopulver zum Ummanteln

Alle Zutaten außer die Haferfleks/Puffreis und die Ummantelung zusammen zu einer homogenen Masse verrühren. Die Fleks zugeben und gut vermengen. Mit angefeuchteten Händen zu Bällchen/Eiern gewünschter Größe formen und in zerkleinerten Nüssen o.ä. wälzen.

Quelle:

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Erwachsenenpschikologie

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Eltern berichten häufiger, wie sie ihren Kindern Obst oder Gemüse unterjubeln müssen. Püriert in der Sauce zu Nudeln sieht man die fiesen Vitaminbomben ja kaum noch, im Obstsalat oder -joghurt erscheinen auch die sonst verhassten Äpfel gar nicht mehr so bedrohlich. Pschikologie eben!

Dass Erlebnisse dieser Art nur zu haben sind, wenn man Kinder hat, ist allerdings nicht der Fall, da kann ich Entwarnung geben! Auch einigen Erwachsenen sollte man eher nicht zu detailliert erzählen, was denn da so im Essen ist (und ich rede hier nicht von Allergien etc, sondern von reiner Abwehrhaltung). Ob das geschlechtsspezifisch verschieden anzuraten ist, kann ich aufgrund zu kleiner Untersuchungsgruppe jedoch nicht berichten..

Der Mann ist manchmal tatsächlich so ein Exemplar. Er mag zum Beispiel keine Walnüsse (wobei die beispielsweise in Pesto gar nicht so schlimm sind, aber…), ich dagegen schon. Auch im Brot, das ich ja inzwischen fast ausschließlich selbst backe. So probiere ich mich natürlich fleißig durch Sauerteigbrote und auch solche, die eine lange kalte Gare hinter sich bringen müssen, denn der Geschmack ist einfach besser.

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Das fand der Mann auch, als er vom frisch gebackenen Walnussbrot die ersten Scheiben probierte: Lecker! Es blieb auch nicht bei einer Scheibe und als er sich dann nach einer Weile die zweite Ration (frisch gebackenes Brot überlebt eigentlich nur länger, wenn ich es nach dem Backen und Abkühlen auch noch Wegpacken kann…) holen wollte, machte ich allerdings einen Fehler.. Ich nahm tatsächlich an, dass ich mit dem Hinweis „Du, da sind übrigens Walnüsse drin, die magst du ja sonst eigentlich nicht“ tatsächlich einen positiven Effekt in Bezug auf Walnüsse erreichen könnte…

Wie naiv! Statt der Einsicht, dass eben diese Nüsse ja gar nicht so schlimm seien, erreichte ich glatt das Gegenteil: Hm, also jetzt wo ich das weiß, schmeckt das schon sehr nach Walnuss, nicht so mein Fall.

Ahja. Klar, der Geschmack ändert sich natürlich mit der neuen Information. Auch Pschikologie. Und mein Fazit: Besser mal was verschweigen und öfter auch was unterjubeln…

Nichtsdestotrotz: Das Walnussbrot ist wirklich lecker. Ich habe es aber auch schon mit Sonnenblumenkernen gebacken und kann es mir auch mit anderen Nüssen/Samen sehr gut vorstellen.

Hier die Variante für den Mann:

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Walnussbrot

für 1 Brot von etwa 1 kg Gewicht

  • 140g Weizenmehl 550
  • 240g Weizenmehl 1050
  • 70g Roggenmehl 1150
  • 1/4 TL Trockenhefe oder ein kleines Stück frischer Hefe von etwa 2g
  • 2 EL brauner Zucker
  • 10g Salz
  • 150g Walnüsse (s.o.)
  • 1 EL Weißweinessig
  • Etwas Mehl und Kleie zum Arbeiten

Am Vorabend Walnüsse grob hacken. Nüsse, Mehle, Hefe, Zucker und Salz in einer großen Schüssel vermischen. Essig mit 350ml lauwarmen Wasser verrühren und unterrühren, bis ein homogener Teig entsteht. Mit Frischhaltefolie abgedeckt bei Raumtemperatur 18 Stunden gehen lassen.

Dann die Arbeitsfläche mit etwas Mehl und Kleie bestreuen. Den Teig mit einer Teigkarte o.ä. vorsichtig auf die Arbeitsfläche gleiten lassen. Mit der Karte zunächst die Seiten zur Mitte hin umfalten, dann ebenso von oben und unten den Teig umschlagen. Noch 1-2 mal wiederholen, dabei sollte der Teig straffer werden.

Den Teig in eine mit einem sauberen Leintuch, das gut mit Mehl bestäubt wurde, mit der Naht nach unten geben und 2 Stunden bei Zimmertemperatur abgedeckt gehen lassen.

Etwa 30 Minuten vor dem Ende einen gusseisernen Bräter mit Deckel im Ofen bei 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Vorsichtig (heiß!) den Brotlaib mit der Naht nach oben in den Bräter geben und den Deckel aufsetzen. 30 Minuten backen. Danach die Temperatur auf 230°C reduzieren und den Deckel abnehmen. Noch weitere 15 Minuten braun und knusprig backen lassen.

Auskühlen lassen.

Das Brot schmeckt sowohl zu herzhaften als auch süßen Belägen. Es hat gebacken eine leicht rosa-lila Krume.

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Quelle:

Kochbuchchallenge 6.2: Salate zum Sattessen

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„Sei nicht böse, aber das Leckerste daran ist für mich das Brot.“ Ok, das Brot war unheimlich lecker (es war übrigens das hier, noch in der Grillpfanne angeröstet). Der Salat war eher nach meinem Geschmack, aber damit kann ich leben. Es gab „Romanesco-Haselnuss-Taboulé mit Coffee-Dressing“ – klingt spannend, oder? Ich hätte mir etwas mehr Spannung erwartet, aber ein paar Ideen, wie man das hinbekommt, habe ich, dazu später.

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Das Rezept stammt aus der Rubrik Delight des Buches, ist also kalorientechnisch gut vertretbar (365kcal/Portion). Meine Ideen würden da ein paar kJ dazuaddieren, damit könnte ich aber leben.

Ok, das Prinzip kenne ich schon von Herrn O.: Der raspelt rohen Blumenkohl klein (so wie man auch den Low-Carb-Reisersatz herstellen würde) und würzt ihn mit einem Senfdressing und gerösteten Kreuzkümmelsamen. Hier wird Romanesco verwendet, der geschmacklich keinen großen Unterschied macht und den Bulgur ersetzt, der sonst Hauptbestandteil der Taboulé darstellt. Dazu kommen knackige geröstete Haselnüsse, viel frische Petersilie (da sind wir wieder bei der Vorlage)und ein Dressing, welches ebenfalls Senf, Agavensirup und eben auch frisch gemahlenen Kaffee beinhaltet. Letzterer ist allerdings nur dezent wahrzunehmen (trotz Espresso-Bohnen).

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Alles soweit so gut, aber geschmacklich noch nicht die Bombe. Was fehlt? Zum Beispiel getrocknete Früchte. Cranberries oder Kirschen. Und/oder Feta/krümeliger Ziegen- oder Schafskäse. Ich denke, dann ist der Salat eine Wucht. Nicht mehr ganz so Delight aber eine Spur leckerer!

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Der Salat eignet sich übrigens auch gut zum Mitnehmen, das Dressing muss sowieso einige Zeit einziehen.

Aber erstmal zum Originalrezept:

Romanesco-Haselnuss-Taboulé mit Coffee-Dressing

für 2 Portionen

  • 50g Haselnüsse (schon geröstet und gehackt oder ganz)
  • 350g Romanesco
  • 2 Bund glatte Petersilie
  • 2 EL Apfelessig
  • 2 EL Apfelsaft
  • 2 TL Dijonsenf
  • 2 TL Agavensirup (-dicksaft)
  • 1TL frisch gemahlene Kaffeebohnen
  • 1/4 TL Cayenne
  • 2 EL geröstetes Haselnussöl (ich: Walnussöl)
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Wenn die Haselnüsse noch geröstet werden müssen, diese ganz in einer Pfanne ohne Öl bei mittlerer Hitze etwa 6-7 Minuten rösten, dabei öfters schwenken, bis sie aromatisch duften. Dann in einem Küchentuch abreiben, sodass die braune Haut abgelöst wird. Grob hacken.

Den Romanesco waschen, die Blätter entfernen und auf einem Gemüsehobel fein reiben (ich verwende auch die zarten Teile des Strunks). Petersilie waschen, trocken schütteln und die Blättchen grob hacken.

Für das Dressing Apfelsaft und -essig mit Salz und Pfeffer würzen, Senf, Agavensirup und die gemahlenen Kaffeebohnen zugeben. Cayenne unterrühren und alles mit dem Öl verschlagen.

In einer Schüssel den Kohl, Petersilie und Haselnüsse vermengen und das Dressing untermischen. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen, dabei häufiger umrühren.

Aus:

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Auf die Hand

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Zu einem Gläschen Wein kann ein kleiner Happen nicht schaden. Dieser hier ist würzig, knusprig, Fruchtig, cremig… alles zusammen. Kleine knackige Brotschälchen, intensiver Stilton, cremig gerührt mit Frischkäse und abgerundet mit feiner Birne. Und dazu ein perfekter Partner für den Käse: Walnuss.

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Da sie sich gut vorbereiten lassen, sind die kleinen Häppchen auch gut als Menüauftakt oder Partyfingerfood geeignet. Doch, nun fix zum Rezept, schnell gemacht sind sie obendrein!

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Brotschälchen mit Blauschimmelkäsecreme, Birne und Walnuss

für 4 Stück

  • 4 Scheiben Toast (ich habe Kürbistoast verwendet) (ggf. ein paar als Ersatz)
  • 1 EL geschmolzene Butter
  • 75g Stilton oder anderer kräftiger, eher fester Blauschimmelkäse
  • 75g Frischkäse
  • 1/2 Birne und ein paar Schnitze für die Deko (Ich: Abate Fetel)
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 4 Walnusshälften

Ofen auf 160°C vorheizen.

Die Toastscheiben mit einem Nudelholz kräftig platt rollen, sie sollten aber nicht zerreißen. Mit einem passenden Ausstecher 10cm große Kreise ausstechen (oder mit einem Messer einen entsprechenden Gegenstand umrunden und so Kreise ausschneiden). Erneut sanft flach rollen. Mit flüssiger Butter beidseitig einpinseln und vorsichtig in Muffinförmchen o.ä. drücken. Falls die Scheiben zerbrechen, die Löcher flicken. Beim Backen kommen sie wieder zusammen.

10-12 Minuten goldbraun backen. Abkühlen lassen. In einem luftdichten Behälter lassen sich die Schälchen einige Tage aufbewahren und sind so gut vorzubereiten.

Für die Käsecreme den Stilton zerbröseln und mit dem Frischkäse mit einer Gabel zusammen zerdrücken, bis eine alles gut vermischt ist. Die Birne waschen, schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Eine Hälfte fein würfeln, aus der anderen vier dünne Schnitze zur Dekoration schneiden. Die Birnenwürfel unter die Käsecreme mengen und alles mit Pfeffer abschmecken.

In die vorbereiteten Brotschälchen füllen und mit Walnusshälfte und Birnenschnitz anrichten.

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Aschenputtels Liebling: Haselnuss-Schokokuchen mit Rosmarinbirnen

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Dank der Zeitumstellung und natürlich allgemein der Jahreszeit geschuldet, wird es wieder früher dunkel. Zeit für Kerzen, Märchen, Zeit, sich vor den Kamin zu kuscheln und – man merkt es deutlich am vorhandenen Angebot – es ist auch die Zeit für Nüsse. Haselnüsse waren in den letzten Jahren deutlich teurer als zuvor. Zum einen, weil es aufgrund des ungünstigen Klimas Ernteausfälle gab, zum anderen, weil die (türkischen) Händler die Preise nicht mehr frei gestalten können, sondern die Regierung mitmischt.

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Dennoch bringe ich euch die Haselnuss hier als kleine Leckerei mit. Seit langer Zeit gilt sie als Fruchtbarkeitssymbol und Glücksbringer. Nicht nur im Märchen steht sie für Frieden und Schutz. Aschenputtel pflanzte einen Haselstrauch, der ihr drei goldene Nüsse schenkte. Brautpaare bewirft man im Südwesten Deutschlands wohl auch heute noch mit Haselnüssen (Aua! Kann das wer bestätigen/dementieren? Quelle: Wiki).

Das Schokoladenaroma harmoniert bekanntlich wunderbar mit Nüssen, mit Haselnüssen sowieso. Dazu habe ich Birnen pochiert, in einem Sirup, der mit Rosmarin hergestellt wird. Diese leichte harzige Note wird von den Birnen aufgenommen.

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Der Kuchen ist schön saftig und hält sich daher mehrere Tage (wenn er denn überlebt). Ein kleiner Hinweis noch vorweg: Die Rosinen solltet ihr zuerst in Sherry einlegen – zwei Stunden sollten es sein!

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Haselnuss-Schokokuchen mit pochierten Rosmarinbirnen

für eine Springform von 24-26cm

für die Rosmarinbirnen

  • 2 eher feste Birnen (ich habe Abate Fetel verwendet)
  • 100g Zucker
  • 1 guter EL Honig
  • 500ml Wasser
  • Schale von 1/2 Biozitrone mit dem Sparschäler breit abgeschält
  • 4 Zweige getrockneter Rosmarin (oder 2 frische)

Birnen waschen, schälen und längs halbieren. In einem Topf Wasser, Zucker, Honig und Rosmarin mit der Zitronenschale verrühren und aufkochen. Zucker und Honig sollen sich vollständig aufgelöst haben. Die Birnen vorsichtig in den Sirup legen und bei sanfter Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis die Birnen weich gegart sind, aber nicht auseinander fallen.

Birnen mit einem Schaumlöffel vorsichtig herausnehmen und gut abtropfen lassen. Den Sirup noch weiter einköcheln lassen, bis er dicker wird und anschließend durch ein feines Sieb abseihen. Es sollten etwa 200-250ml übrig bleiben. Er schmeckt nicht nur in Cocktails (mit Gin z.B.), sondern auch in Sekt und Mineralwasser.

für den Haselnuss-Schokokuchen

  • 90g Rosinen
  • 60ml Sherry
  • 25g ganze Haselnüsse
  • 150g gemahlene Haselnüsse
  • 20g Mehl
  • 10g Backkakao
  • 150g (brauner) Zucker & 1 EL
  • 150g zimmerwarme Butter und etwas zum Einfetten
  • 300g Zartbitterschokolade
  • 6 Eier
  • 1 Prise Salz
  • nach Belieben etwas Puderzucker

Rosinen mit Sherry in einer flachen Schale etwa 2 Stunden einlegen. Danach abgießen, Sherry auffangen.

Ofen auf 160°C vorheizen. Die ganzen Haselnüsse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und etwa 15 Minuten im Ofen rösten. Herausnehmen, kurz abkühlen lassen und mit einem Küchentuch die trockene Haut abreiben. Grob hacken und beiseite legen. Eine Springform mit Backpapier auslegen und den Rand mit Butter einfetten

Gemahlene Haselnüsse, Mehl und Kakao in einer Schüssel mischen. Schokolade in groben Stücken über einem warmen Wasserbad schmelzen. In der Zwischenzeit die Butter zusammen mit dem Zucker schaumig aufschlagen. Die Eier trennen und das Eiweiß mit etwas Salz steif schlagen.

Eigelbe nach und nach unter die Zucker-Butter-Mischung rühren. Mehl-Mischung gut und zügig unterrühren und zum Schluss das Eiweiß unterheben. In die Springform füllen und die Oberfläche mit dem Spatel glatt streichen.

Die abgetropften Birnenhälften in je drei Spalten schneiden und diese 12 Spalten auf dem Teig verteilen.

Bei 160°C Umluft 40-45 Minuten lang backen (Stäbchenprobe!)

Währenddessen die restlichen Haselnüsse karamellisieren: Dazu den verbliebenen Zucker in einer kleinen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen, etwa 1 EL Rosmarinsirup und 1 EL Sherry zugießen und die Nüsse zugeben. Unter Rühren karamellisieren. Dabei wird der Zucker langsam bröselig, schmilzt aber wieder. Die Haselnüsse nach etwa 2 Minuten aus der Pfanne auf das Backpapier geben und verteilen. Abkühlen lassen.

Den Kuchen in der Form auskühlen lassen. Nach Belieben Puderzucker darüber sieben, mit den karamellisierten Haselnüssen dekorieren.

Abgewandelt von Nigel Slater.

Mein erstes Rezept zum BlogEvent „HochgeNuss“ bei Ina isst!

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Kochbuchchallenge 3.4: Veggiestan

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Dass manche Rezepte länger im Kopf bleiben, so dass man denkt „Das möchte ich ausprobieren!“ hatte ich hier ja schon öfter beschrieben. In diesem Fall ist das Ergebnis bei anderer Ursache das gleiche.

Hier hat das Buch selbst Anteil daran, den Effekt zu verstärken. Manche Bücher blättert man durch und es schlägt sich immer wieder die gleiche Seite auf. Weil die Bindung dort anders ist, weil etwas zu großes als Lesezeichen verwendet wurde. Bei meiner Veggiestan*-Ausgabe blieb immer eine Seite offen liegen: Ma’amoul. Dattelpasteten, die hier mit Feigeneis serviert wurden. Das Eis habe ich nicht probiert – frische Feigen sind derzeit nicht in guter Qualität zu bekommen, aber die kleinen kunstvoll geformten Küchlein haben mich von Anfang an fasziniert. Beim Lesen wird auch klar: Es gibt spezielle Formen für die Ma’amoul, zum Beispiel diese hier.

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Ich habe meine von Hand geformt und verziert. Sie sind perfekt zum Kaffee oder Tee, lassen sich einige Tage problemlos aufbewahren und gut mitnehmen.

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Die Füllung ist der Träger der Süße, der Teig enthält keinen Zucker. Wie man es von orientalischen Süßigkeiten kennt, sind auch die Ma’amoul recht mächtig. Die Größe passt dann aber wieder, so dass man sich nicht überisst.

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Ma’amoul – Dattelpasteten

für 16 etwa tischtennisballgroße Pasteten

  • 250g Mehl
  • 100g Weichweizengrieß
  • 1/4 TL gemahlener Kardamom
  • 1/2 TL gemahlenes Piment
  • 175g Butter
  • 2-3 EL Orangenblüten- oder Rosenwasser (ich habe ersteres verwendet)
  • ggf. etwas Milch oder Wasser um die Konsistenz des Teigs anzupassen
  • 250g entsteinte Soft-Datteln
  • 100g Nüsse (ich habe zu gleichen Teilen Para- und Walnüsse verwendet)
  • 1/2 TL gemahlener Zimt
  • etwas Puderzucker zum Bestäuben

Mehl und Grieß in eine Schüssel geben und mit Kardamom und Piment vermischen. Butter in Flocken zugeben und mit den Fingern zu einem krümeligen Teig verreiben. Orangenblüten- oder Rosenwasser zugeben und ggf. etwas Milch oder Wasser zugeben, damit ein weicher, formbarer Teig entsteht (ich brauchte keine zusätzliche Flüssigkeit, meine Butter hatte Raumtemperatur). Mit einem sauberen Küchentuch abdecken und eine halbe Stunde stehen lassen (ich: im Kühlschrank).

In der Zwischenzeit die Datteln und Nüsse fein hacken und mit dem Zimt zu einer klebrigen aber homogenen Masse verkneten. (Alternativ kann man auch getrocknete Datteln nehmen, die nicht „Soft“ sind, dann sollte man sie mit 1 EL Wasser für etwa 10 Minuten weich köcheln.)

Den Ofen auf 160°C vorheizen und die Ma’amoul formen: Dazu etwa so viel Teig abnehmen, wie es der Hälfte eines Tischtennisballs entspräche. In den Händen zu einem flachen Kreis formen und leicht kegelförmig vertiefen. Etwa 1 TL der Füllung hineingeben und den Teig gleichmäßig um die Füllung schließen. Die eine Seite zum Boden abflachen und nach Wunsch verzieren (ich habe dazu ein Essstäbchen benutzt). Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und alle so geformten Ma’amoul etwa 20 Minuten backen. Sie sollten gerade so anfangen zu bräunen und dann zum Abkühlen herausgenommen werden. Ausgekühlt mit etwas Puderzucker bestäuben.

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Aus:

Glasnudeln mal anders

Wenn ich lange arbeite, bereite ich mir gerne etwas vor, das dann immerhin ein Mittagessen ersetzt. Warm muss es nicht sein, aber ich habe dann gerne etwas anderes als nur ein belegtes Brötchen. Salat gibt es dann oft, aber dieses mal habe ich mir Nudeln gemacht – im Weckglas.

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Das ist praktisch, man kann das Essen auch in der Mikrowelle erhitzen, wenn man den Deckel öffnet und – wichtig! – die Klammern entfernt und hat genau eine Portion!

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Mit Instantnudeln ist das Essen dann auch am Abend zuvor schnell vorbereitet und wartet bis zu seiner Abholung im Kühlschrank. Auch die restlichen Komponenten, die zu meinem asiatischen Nudelsalat dazugehören, sind schnell zubereitet und können nach Belieben variiert werden. Ich habe mich für Sesam-Tofu und eine würzige Marinade mit Sojasauce und Chili entschieden. Als weitere Toppings sorgen geröstete Erdnüsse für den nötigen Biss und Frühlingszwiebeln sowie Gurke für Frische und angenehme Schärfe.

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Asia-Nudelsalat im Glas

für eine Portion

  • 100g schnittfester Tofu (ich hatte Alnatura-Tofu)
  • 3 TL Sojasauce
  • 2 EL Sesam
  • 1 EL Reisessig
  • 1 TL brauner Zucker
  • nach Belieben 1 TL Chilisauce, sweet (z.B. diese hier*)
  • 1 TL Wasser
  • 1/2 rote Chili
  • 1 TL Sesamöl, geröstet
  • 1/2-1 Lauchzwiebel
  • ca. 4cm breit Salatgurke
  • 1/2 Handvoll Erdnüsse, geröstet (und gesalzen)
  • ca. 62g Instant-Eiernudeln (die typischen Mie-Nudeln*, das entspricht einem Block)

Tofu zwischen mehreren Lagen Küchenpapier sanft ausdrücken, sodass überschüssige Flüssigkeit aufgenommen wird. Ggf. mehrmals wiederholen, dann wird der Tofu beim Braten knuspriger. In mundgerechte Stücke schneiden und in 1 TL Sojasauce wenden, danach in Sesam wälzen.

Restliche Sojasauce, Essig, Wasser und Zucker verrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Chili von den Kernen und weißen Häuten entfernen und sehr fein würfeln. (Zusammen mit der Chilisauce) Unterrühren.

Lauchzwiebel waschen, putzen und in feine Ringe schneiden, Gurke in Stifte schneiden und Erdnüsse grob hacken.

Nudeln in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen und so 5 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit Sesamöl in einer Pfanne erhitzen und die Tofustücke darin goldbraun und knusprig braten (Achtung: Der Sesam springt gerne auch aus der Pfanne.). Wer die Lauchzwiebeln gerne etwas geröstet mag, der gibt sie nach dem Tofu ebenfalls noch für 1-2 Minuten in die Pfanne.

Nudeln abgießen und in ein Weckglas (Größe 580ml*) füllen. Die Marinade darüber geben. Darauf Lauchzwiebeln, Gurke, Erdnüsse und ganz oben den Tofu geben. Auskühlen lassen und verschließen (alternativ die Nudeln auskühlen lassen, aber warm nehmen sie die Marinade besser auf).

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Ein kleiner Beitrag für Zorras BlogEvent Sommer, Sonne, Pastaglück (die Idee kommt von Maja von moeyskitchen), bei dem ihr noch weitere leckere Nudelsalate im Glas für Arbeit, Picknick & Co findet!

Blog-Event CXXXII - Pastaglueck (Einsendeschluss 15. Juli 2017)

Kochbuchchallenge Teil 1.2 – Game of Thrones

Zu lange Nächte, zu kurze Tage. In letzter Zeit schlafe ich nicht immer gut, aus unklaren Gründen. Was macht man in so langen Nächten? Man kann zum Beispiel das ein oder andere Dessert vorbereiten. Natürlich hätte ich es auch lieber tagsüber gemacht und wünsche euch, dass auch ihr das nicht zu nächtlicher Stunde in Angriff nehmt. Aber hier bot sich das an, denn das vorgestellte Dessert gab es hier zum Valentinstag.

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Wie schon hier erwähnt, gehört das vorgestellte Kochbuch* ja nicht mir, sondern dem Liebsten, der sich beim ersten Durchblättern sofort in die „Rahmschwäne“ verliebt hat. Die wolle er unbedingt mal haben. In der Hoffnung, dass er diesen, schon vor gut einem dreiviertel Jahr geäußerten, Wunsch bereits vergessen hat, habe ich mir die zierlichen Baiserschwäne für das Abendessen am sonst nicht groß zelebrierten „Feiertag“ aufgehoben.

Im Original wird hier ein „Unterbau“ aus Frozen Yogurt, Sorbet oder gutem Vanilleeis empfohlen. Abgebildet sind die Rahmschwäne (der Name ist irreführend, da hier keine Sahne verwendet wird) im Buch* zusätzlich auf einem See von Granatapfelkernen. Auch dieses Rezept stammt aus dem Kapitel Der Süden. Meine Baiserteile stecken in (gekauftem) Zitronensorbet.

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Ich habe gleich noch ein weiteres Rezept, das ich schon länger ausprobieren wollte mit den Baiserschwänen kombiniert: Blancmange (Das Rezept stammt allerdings nicht aus dem Buch, sondern von hier).

Dieser Mandelpudding ist sehr leicht herzustellen und eine unbedingte Empfehlung für Mandelliebhaber – lecker!

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Aber hier erstmal die beiden Rezepte für euch:

Rahmschwäne (Baiserschwäne)

für 3-4 Schwäne + Ersatzteile

  • 3 Eiweiße
  • 1/4 TL Mehl
  • 175g feiner Zucker
  • je Portion eine Kugel Vanilleeis, Sorbet oder Frozen Yogurt
  • nach Belieben etwas Obst, z.B. Granatapfelkerne

Ofen auf 100°C vorheizen.

Eiweiße und Mehl steif schlagen, bis sich weiche Spitzen bilden, dann nach und nach den Zucker zugeben, dabei immer so lange schlagen, bis der Zucker sich jeweils aufgelöst hat. Der Eischnee sollte jetzt feste Spitzen bilden, wenn man den Rührbesen aus der Masse zieht, das dauert etwa 5 Minuten.

Den Eischnee nun in einen Spirtbeutel z.B. mit mittlerer Sterntülle füllen und nach Wunsch eher filigrane oder flächige Flügel, geschwungene Köpfe mit Hals und pro Schwan einen flächigen Boden auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech spritzen. Ruhig ein paar Hälse und Flügel mehr als Ersatz spritzen. (Im Buch sind verschiedene Varianten und „Schablonen“ abgebildet.)

Etwa 40 Minuten backen, dann die Hälse testen. Sind sie durchgebacken vorsichtig vom Blech auf ein Gitter o.ä. legen und vollständig abkühlen lassen. Restliche Teile etwa 40 Minuten weiterbacken. Die Meringue sollte nicht bräunen, eher trocknen.

Die vollständig ausgekühlten Schwanenteile zusammenbauen: Auf den Boden eine Nocke/Kugel setzen. Den Hals vorsichtig in ein vorher mit einem Essstäbchen o.ä. eingedrücktem Loch einpassen, die Flügel an die Seiten andrücken.

Blancmange

für 3-4 Portionen

  • 1 Blatt Gelatine
  • 188g Milch (ich habe 1,5% Fettgehalt verwendet)
  • 38g gemahlene, blanchierte Mandeln
  • 38g Puderzucker
  • 3 Tropfen Bittermandelaroma
  • 112ml kalte Sahne

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. In der Zwischenzeit die Milch zum Köcheln bringen, Mandeln zugeben und unter Rühren bei geringer Hitze etwa 4 Minuten sanft köcheln lassen. Durch ein Haarsieb geben, dabei auf etwas feine Mandelmasse durchdrücken (Der Rest ist prima im Müsli.).

Die Gelatine ausdrücken und mit einem Schneebesen in die Milch einrühren.Puderzucker und Mandelaroma ebenfalls einrühren. Alles in einer größeren Schale etwa 25 Minuten im Kühlschrank abkühlen lassen.

Am Ende der Kühlzeit die Sahne steif schlagen und mit einem Schneebesen unter die Mandelmasse heben. In Dessertgläser oder -schalen füllen und über Nacht oder 6-8 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

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