Herzlichst

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Blumenhändlergroßkampftag, Süßigkeitenoffensive, Rosaextremexpressionismus.. Schon aufgrund der so überproportional eingesetzten Farbe rosa bin ich nicht unbedingt der große Valentinstagsfreund. Ok, ein Anlass die Liebe im Allgemeinen zu feiern, ist schön. Keine Frage, dagegen bin ich definitiv nicht. Auch, wenn ich finde, dass es nicht zwingend eines besonderen Tages bedarf, um seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen.

Die zunehmende Vermarktung finde ich eher bedenklich (ebenso wie Halloween, aber auch die größeren Festtage wie Weihnachten und Ostern). Schließlich sind kleine Aufmerksamkeiten und Geschenke nicht teuer, sondern kreativ! (Hier gibt es unzählige Ideen, die so gut wie nichts kosten.) Und auch hier gibt es kleines Naschwerk, das nicht viel kostet, unkompliziert und lecker ist. Zudem könnt ihr die Füllung ganz nach eurem oder dem Geschmack eures Liebsten abwandeln!

Meine herzigen Hefeteilchen habe ich mit weißer Schokolade und meiner Holunder-Apfel-Marmelade gefüllt.

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Hefeherzen mit weißer Schokolade und Marmelade

für 24 Herzen

  • 21g Frischhefe
  • 100ml Milch, lauwarm und etwas zum Bestreichen
  • 110ml Wasser, lauwarm
  • 5g Salz
  • 40g Rohrohrzucker
  • 4g Vanillezucker
  • 125g Weizenvollkornmehl
  • 375g Weizenmehl 550 und etwas zum Ausrollen
  • 1 Ei
  • 30g Butter, geschmolzen
  • etwas Raps- oder Sonnenblumenöl
  • 20g geschmolzene Butter zum Füllen
  • 1 EL Espresso oder Rum
  • 100g weiße Schokolade
  • etwa 250-300g Marmelade
  • Puderzucker zum Bestäuben

Wasser und Milch vermischen, die Hefe hineinbröseln. Salz, Zucker, Vanillezucker und die beiden Mehlsorten dazugeben. Ei aufschlagen und verquirlen. Die Hälfte mit der geschmolzenen Butter zu den Teigzutaten geben und alles gut für ein paar Minuten verkneten. Der Teig sollte wenig kleben. In eine mit etwas Öl ausgestrichene Schüssel geben, abdecken und für 1,5 Stunden an einem warmen Ort auf etwa doppelte Größe aufgehen lassen (z.B. im Backofen mit eingeschaltetem Licht).

Schokolade hacken. Butter für die Füllung mit Espresso/Rum vermengen.

Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche auf etwa 25x50cm ausrollen. Mit der Buttermischung bestreichen, dabei die Längsränder etwas aussparen. Schokolade darauf verteilen und mit Marmelade bestreichen. Von den Längsrändern her gleichmäßig zur Mitte einrollen, dabei etwas Platz in der Mitte lassen (1-1,5cm). Mit einem scharfen Messer in 1,5-2cm breite Scheiben schneiden und auf zwei mit Backpapier oder -folie ausgelegten Backblechen verteilen. Dabei Platz zwischen den Herzen lassen und noch etwas zum Herz nachformen. Eine weitere halbe Stunde warm gehen lassen.

Backofen auf 175°C Umluft aufheizen. Inzwischen die Herzen mit dem verbliebenen Ei und etwas Milch bestreichen (alternativ kann auch übrige Buttermischung für die Füllung benutzt werden, das gibt eine knusprige Kruste und ein schönes Aroma).

Für ca. 25 Minuten backen. Danach die Bleche auf einem Rost auskühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben.

Einen schönen Valentinstag – auch ohne Kommerz – an alle Paare & Singles! ♥

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Geduldsübung

Geduld bringt jeder auf, aber eben nur für bestimmte Dinge. Geduld braucht man im Alltag so oft und sie macht vieles leichter. Ich würde sagen, dass ich eigentlich ziemlich geduldig bin. Eine Schlange an der einzigen geöffneten Kasse? Normalerweise kein Problem. Selbst unter Zeitdruck – ich könnte es ja nicht ändern! Wenn es um zu langsam empfundenen Fortschritt geht (Erlernen neuer Stricktechniken z.B.),  beim Fertigstellen von Geplantem (Haus, Garten) oder beim Warten auf Pakete, kann ich auch mal etwas ungeduldiger sein. Geduld ist für meine Arbeit wichtig und auch beim Kochen und Backen ist sie oft gefragt, denn einiges dauert Stunden, manches Tage. Aber drei Tage für eine Torte?

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Fahre ich in die knapp vier Autostunden entfernte Heimat, bringe ich oft etwas Gebackenes mit, weil ich sonst kaum Gelegenheit habe meine Familie damit zu beglücken. Letzte Weihnachten habe ich aber eine Aufgabe bekommen, die zunächst gar nicht so leicht zu erfüllen schien: Backe einen Kuchen, der drei Tage nach deiner Ankunft auf die Kaffeetafel kommen soll. Ah ja! Ich habe überlegt und schließlich das Internet gefragt, ob es einen Kuchen gibt, der lange saftig bleibt und bin sofort auf die 3-Tage-Torte gestoßen. Wie passend! Da mir die ursprüngliche Variante aber nicht aromatisch genug schien, habe ich ein paar kleine Änderungen vorgenommen. Die Torte kam sehr gut an und war auch am vierten Tag noch frisch und lecker. Die Fotos sind allerdings daher noch weihnachtlich und wenige.

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Die Torte besteht aus drei mit Kaffee/Amaretto getränkten Böden, die mit Konfitüre bestrichen werden. Die Füllung wird mit Vanille und Zitrone aromatisiert. Zu guter Letzt kommt ein mit Kakao bestäubter Zuckerguss obenauf.

Verfeinerte 3-Tage-Torte

für eine Springform mit 26cm Durchmesser

für den Teig

  • 200g zimmerwarme Butter und etwas zum Fetten der Form
  • 180g Zucker
  • 8 g Vanillezucker (selbstangesetzt)
  • 1 Prise Salz
  • 4 Eier
  • 250g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 2 EL Kakaopulver (schwach entölt)
  • 1 Espresso (30ml), abgekühlt
  • 3-4 EL starker Kaffee/Espresso oder Amaretto (gibt es auch alkoholfrei)

für die Füllung

  • 6-7 EL Konfitüre nach Wahl (ich habe Aprikosenkonfitüre verwendet)
  • 400ml Schlagsahne
  • 2 Päckchen Sahnesteif
  • abgeriebene Schale einer Zitrone
  • 2 EL Zitronensaft
  • 24g Vanillezucker
  • Mark von einer Vanilleschote
  • 400g Schmand

für den Guss & Deko

  • 125g Puderzucker
  • etwas Amaretto oder Kaffee
  • ca. 2 EL Kakaopulver

Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Zunächst die Böden zubereiten. Dazu Butter mit Zucker, Salz und Vanillezucker schaumig aufschlagen. Nach und nach die Eier unterrühren. Dann Mehl und Backpulver zugeben und zu einem glatten Teig verarbeiten. 1/3 des Teiges abnehmen, in eine mit Backpapier ausgelegte und am Rand gefettete Springform geben, glatt streichen und etwa 12-15 Minuten backen.

Den restlichen Teig mit dem Kakao und dem abgekühlten Espresso verrühren. Nacheinander bzw. bei mehreren Springformen und Umluft auch währenddessen den Teig teilen und zwei dunkle Böden backen. Jeweils die Stäbchenprobe zum Überprüfen anwenden. Die Böden auskühlen lassen und dann mit Kaffee bzw. Amaretto beträufeln.

Für die Füllung die Sahne steif schlagen. Dabei nach und nach Sahnesteif und Vanillezucker einrieseln lassen.Schmand mit Zitronenschale, -saft und Vanillemark verrühren. Sahne unterheben.

Zum Zusammenfügen den ersten Kakaoboden in den Ring einer Springform oder einen Tortenring legen. Mit der leicht erwärmten Konfitüre bestreichen und anschließend die Hälfte der Sahnemasse darauf geben und glattstreichen. Den hellen Boden von einer Seite mit Konfitüre bestreichen und mit dieser Seite nach unten auf die Sahnemasse legen. Vorsichtig die Oberseite ebenfalls mit Konfitüre bestreichen. Die zweite Hälfte der Füllung auf den hellen Boden geben und glatt streichen. Den verbleibenden dunklen Boden von einer Seite mit Konfitüre bestreichen und mit dieser Seite nach unten auf die Sahnemasse legen, leicht andrücken.

Aus dem gesiebten Puderzucker und dem Amaretto oder Kaffee einen dickflüssigen Guss anmischen und die Kuchenoberseite damit bestreichen.

Drei Tage kühl stellen. Geduld!

Vor dem Servieren mit Kakaopulver bestäuben.

Abgewandelt von hier.

 

Für Nachzügler

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Der vierte Advent ist vorbei, wer aber noch ein paar Plätzchen unter dem Weihnachtsbaum knabbern möchte, für den ist es noch nicht zu spät!

Hier meine diesjährigen Plätzchen – zumeist wirklich unkompliziert und schnell gemacht.

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Von oben nach unten in Reihen:

Von den Haferkeksen mit Cranberries und weißer Schokolade (hier links oben als Kugeln) habe ich euch ja schon hier berichtet.

Daneben sind alte Bekannte zu sehen: Mit Marmelade gefüllte Mürbteigplätzchen (Spitzbuben), die ich zum Teil (wie in der zweiten Reihe links auch in Kuvertüre getaucht habe).

Vanillekipferl müssen natürlich auch sein und mit selbstgemachtem Vanillezucker sind sie umso besser!

Die Pfeffernüsse bekommen eine rosa Zuckergusshaube und darauf (fast) echten rosa Pfeffer für etwas mehr Würze.

Auch die Espresso Shortbreads mit Schokolade habe ich euch hier bereits näher beschrieben.

Unter den in Schokolade getunkten Spitzbuben finden sich Heidesandplätzchen, die beim Freund als „die leckersten Kekse überhaupt“ Anklang fanden – denn sie haben eine gute Portion Meersalz bekommen. Dadurch sind sie auch eine etwas herzhaftere Knabberei.

Die hellen Tupfen sind auch eine alljährlich wiederkehrende Sorte: Feenküsse – gefüllt werden sie mit Toffifee oder anderen Pralinen.

Die Lakritzherzen mit Karamell sind etwas für Mutige – und eben Lakritzliebhaber. Ich mag sie!

Ich liebe ja Anisplätzchen und die Anis-Mandel-Makronen sind ganz nah dran – das originale knusprige Füßchen wird hier aber durch eine Oblate ersetzt. Das verkürzt die Zubereitungszeit aber immens.

In der letzten Reihe zeige ich euch nochmal die diesjährigen Spekulatius und meine Restkuvertüreverwertung: Crossies – Einfach ungezuckerte Cornflakes in die geschmolzene Schokolade rühren und als kleine Häufchen zum Abkühlen auf Backpapier o.ä. setzen.

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Spiralcerisium

Schon vor zwei Tagen wollte ich das posten.. aber im Moment ist die Zeit fürs Bloggen knapp. Auf dem Balkon blühen meine Lieblinge (Hosta) und ich bekomme in diesem Jahr kaum etwas davon mit. Alles will in Kisten verpackt werden, der Umzug steht an. Im Zuge dessen werden auch die letzten tiefgekühlten Vorräte verbraucht, was unter anderem zu diesem Kuchen führte: Kirschschnecken mit Zitronenguss.

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Das Rezept dafür stammt aus einer älteren Lecker Bakery (ihr findet es aber auch hier) und ich habe es nur minimal verändert, weil mir das Original nicht zitronig genug war. Im Sommer darf es gern etwas mehr brizzeln!

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Der Quark-Öl-Teig ist schön saftig und schmeckt auch noch am (über)nächsten Tag, natürlich aber immer am besten am Tag der Zubereitung. Und das Rezept funktioniert natürlich auch mit jeglicher Sorte Beeren oder anderen Steinfrüchten. Bei den zarten Himbeeren sollte man den Anteil der Marmelade allerdings vielleicht erhöhen.

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Kirschschnecken mit Quark-Öl-Teig und Zitronenguss

für eine Springform von 26 cm Durchmesser

  • 225g Mehl und etwas zum Ausrollen und Ausmehlen der Form
  • 7g Backpulver (1/2 Päckchen)
  • 68g Vanillezucker (selbst angesetzt)
  • 1 Prise Salz
  • 50ml Milch
  • 50ml neutrales Öl (ich habe Rapsöl verwendet) und etwas zum Einfetten der Form
  • 125g Magerquark
  • 500g Sauerkirschen (entsteint, aufgetaut, Saft abgegossen)
  • 125g Sauerkirschkonfitüre (mit Vanille)
  • 75g Puderzucker
  • 1,5 EL Zitronensaft, frisch gepresst
  • Abrieb von 1/2 großer Zitrone

Die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver, Zucker und Salz) vermengen und mit Quark, Öl und Milch zu einem homogenen Teig kneten. Zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie gewickelt mind. 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.

In der Zwischenzeit die Form mit wenig Öl einpinseln und mit Mehl ausstreuen. Überschüssiges Mehl durch Abklopfen lösen und auskippen. Marmelade (in der Mikrowelle) leicht erwärmen und mit den Kirschen glattrühren.

Wenn der Teig kalt genug und formbar ist, den Ofen auf 175°C Umluft vorheizen und den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem etwa backblechgroßen Rechteck ausrollen. Die Kirschen mit etwas Luft zum breiteren Rand gleichmäßig auf dem Teig verstreichen. Von der Längsseite her aufrollen und die Schlusskante etwas andrücken. In etwa 2-3 cm breite Scheiben schneiden und in die vorbereitete Springform legen. Für 20-25 Minuten backen (Stäbchenprobe), dann auf einem Gitter nicht ganz vollständig auskühlen lassen.

Puderzucker und Zitronensaft glattrühren und auf den noch warmen (nicht heißen) Kuchen geben. Mit Zesten bestreuen und gänzlich abkühlen lassen.

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Verflochten

Schon wieder gebacken. Ich gebe zu, das ist mehr, als ich eigentlich wollte. Mehr Gemüse hieß es doch nach Weihnachten und Silvester! Gab es auch und wird es auch wieder mehr geben. Aber dann kam Folgendes dazwischen… Ich strickte mir einen neuen Pulli aus einer Wolle mit dem passenden Farbnamen „Tart“ mit einem schönen Zopfmuster und hatte seither die Verbindung Tarte und Zopf im Schädel. Nun ja, was soll ich sagen.. ich erinnerte mich der letzten eingefrorenen Brombeeren aus dem elterlichen Garten samt Brombeermarmelade und buk eben diese Tarte zum Wochenende. (Wer sich wundert: Auf den Fotos ist andere, ebenfalls sehr schöne Wolle, zu sehen. Diese heißt nun Merlot. Rotweinrezepte sind deshalb aber eher nicht zu erwarten. Da habe ich tatsächlich keinen, der hier lagert.)

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Der Boden ist sogar vegan, da ich selten Butter im Haus habe. Wer sie gänzlich vegan backen möchte, sollte bei der Marmelade und dem Frischkäse auf solche Produkte achten. Der Teig würde auch für einen ganzen Deckel ausreichen. Dieser sollte jedoch ein paar Öffnungen/Löcher aufweisen, damit der heiße Wasserdampf entweichen kann. Hierbei ist etwas zu beachten: Der Teig lässt sich mit Hilfe von etwas Mehl gut ausrollen, jedoch nur 1-2 Mal. Das sollte man für die entstehenden Teigreste bedenken. Alternativ kann man den Teig evtl. auch zwischen zwei Backpapierblättern ausrollen (habe ich nicht probiert).

Die Früchte lassen sich nach Belieben abwandeln. So kann man auch die Kombination aus Marmelade oder Gelee und frischen Früchten anders wählen. Da der Teig nicht besonders süß ist, lässt sich auch durch die Menge der zugegebenen Marmelade und des Zuckers obenauf gut bestimmen, wie süß das Endergebnis sein soll. Ich mochte den säuerlichen Frischkäse zu den süß-sauren Beeren sehr gern.

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Brombeertarte mit Frischkäse

für eine Form mit 20cm Durchmesser

  • 240g Mehl
  • 1/2 TL Salz
  • 1 EL (20g) Vanillezucker
  • 1/2 TL Backpulver
  • 7 TL Rapsöl oder anderes neutrales Öl und etwas zum Einpinseln der Form
  • 55ml kaltes Wasser
  • 2 EL Brombeermarmelade
  • 100g Frischkäse
  • 100-150g frische oder aufgetaute Brombeeren (mit möglichst wenig Saft)
  • ein Spritzer Zitronensaft und Zitronenzesten nach Belieben
  • 1 TL Rohrohrzucker (o. Vanillezucker)
  • 1 TL Sahne oder Milch zum Bepinseln

Zunächst Mehl, Salz, Zucker und Backpulver in einer Schüssel vermengen. Dann Wasser und Öl abmessen und miteinander verschlagen. Die Flüssigkeit zu den trockenen Zutaten geben und mit einer Gabel kräftig untermischen, bis ein glatter, feuchter Teig entsteht. Mit den Händen kräftig durchkneten, bis er sich formen lässt.

Den Ofen auf 175°C Umluft vorheizen. Eine Spring- oder Tarteform leicht mit Öl auspinseln oder mit Backpapier auslegen. Gut die Hälfte des Teigs mit Handballen und Fingern in die Form einpassen (er sollte 3-5mm stark sein) und einen Rand von ca. 2cm hochziehen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen und 10 Minuten im Ofen blind backen.

Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Nun die Marmelade gleichmäßig auf dem Boden verteilen und den Frischkäse in einer Schale mit Zitronensaft und -zesten cremig rühren. Frischkäse auf die Marmelade geben und mit Brombeeren belegen. Mit Zucker bestreuen. Den verbliebenen Teig mit wenig Mehl ausrollen und die Tarte nach Wunsch dekorieren. Ich habe hierzu gleichlange Teigstreifen zu Zöpfen geflochten. Die Zöpfe bzw. jeweilige Dekoration mit Sahne bepinseln und 25-30 Minuten goldbraun backen.

Rezept für den Boden von hier.

Boller statt Böller

Der letzte Tag des Jahres und wohl auch der lauteste. Da bin ich kein großer Fan von. Ein schönes Feuerwerk mit mehr optischen als akustischen Effekten liegt mir viel mehr. Daher heißt es bei mir: Boller statt Böller. Wobei die ofengebackenen Berliner definitiv auch mit ihrem Aussehen überzeugen können, der einzige von ihnen verursachte Laut ist das hörbare Mmmh von euch!

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In meiner Heimat entsprechen diese Ballen den Berlinern oder eben Pfannkuchen. Denn das, was anderswo Pfannkuchen sind, heißt dort Eierkuchen. Der Vorteil, den die Boller den Berlinern gegenüber haben, liegt in der Art der Zubereitung: Hier wird nicht in Fett ausgebacken. Sie haben ein weiches, luftiges Innenleben. Füllen lassen sich die Ballen aber auch problemlos. Ich habe mir für Marmelade und Pflaumenmus entschieden, welches ich mit einer spitzen Tülle und dem Spritzbeutel eingefüllt habe. Man kann sie aber auch wie Brötchen aufschneiden und eine Cremefüllung darauf geben, wie das Sarah vom Knusperstübchen gestern gezeigt hat.

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Anstelle von Ballen lassen sich aus dem Hefeteig auch Glücksschweinchen formen, die sich genauso befüllen lassen. (Der psychedelische Blick ist nur dem bunten Konfetti geschuldet – klar!)

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Setzt ihr den Teig jetzt an, habt ihr heute Nachmittag zum Silvesterkaffe oder abends noch die leckeren Boller auf dem Tisch!

Ofengebackene Berliner – schwedische Hefeballen

für 6 große Ballen oder Schweinchen

  • 25g frische Hefe
  • 60g weiche Butter
  • 250ml Milch
  • 75g Rohrohrzucker
  • 1/2 TL Salz
  • Mark einer Vanilleschote
  • 500g Mehl
  • etwas Mehl zum Formen
  • etwas Milch zum Bestreichen
  • nach Belieben Marmelade/Mus zum Befüllen und Puderzucker zum Bestreuen

Milch lauwarm erhitzen. Hefe zerbröseln und mit Butter, Zucker und Milch kurz verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Vanillemark und Salz zugeben und untermischen, dann das Mehl zufügen und alles zu einem feuchten Hefeteig einige Minuten verkneten. Abgedeckt an einem warmen Ort (wie immer im Ofen mit eingeschaltetem Licht) etwa 45 Minuten gehen lassen. Der Teig sollte sein Volumen etwa verdoppelt haben.

Anschließend mit wenig Mehl erneut durchkneten und in sechs gleich große Portionen teilen. Zu Kugeln formen. Für Schweineohren und Nase jeweils etwas Teig abnehmen und ausformen. Alles auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech mit ausreichend Abstand zueinander etwa 30 Minuten erneut an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Ofen nun auf 250°C Umluft vorheizen und in de Zwischenzeit die Ballen mit etwas Milch bestreichen. Nase und Ohren auf bzw unter den Ballen legen und ebenfalls bestreichen. Mit einem bemehlten Löffelstiel oder den Fingerspitzen zwei Vertiefungen in die Nase drücken.

Etwa 15 Minuten goldbraun backen.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch in das neue Jahr und viel Glück!

Holler-Trio

Hollerdihi, Hollerdiho! Hollerdiridö? Hat sie jetzt ein Jodeldiplom? Mitnichten, aber dennoch was eigenes: Selbstgemachten Holundersenf, Holunderbalsamico und Holunder-Apfel-Marmelade. Endlich ist es auch im Norden soweit: Die wunderschönen dunkelvioletten Holunderbeeren sind reif und warten auf die Ernte. Und so bin ich am Freitag bei strahlendem Sonnenschein losgefahren, über die Dörfer, und habe am Feldrand Holunderdolden geschnitten. Den ganzen restlichen Tag und einen guten Teil des Samstags stand ich dann in der Küche, Beeren waschend und sortierend, ein Holunderaschenputtel über dem Spülbecken. Und dann endlich Saft kochen, rühren, in Gläser und Flaschen füllen.

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Der Senf ist neu für mich und zieht noch durch, Balsamico und die Marmelade nicht nur bei mir beliebt. Etliche Gläschen und Fläschchen habe ich davon bereits verschenkt und immer nur positive Rückmeldungen bekommen. Der Balsamico ist so fruchtig, dass er nicht nur, aber auch sehr gut, zu Salat passt, ein Öl dazu, das ihm nicht die Show stiehlt, sondern auch zu Eis oder Gebäck und Süßspeisen probiert werden muss!

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Die Marmelade mag ich – nicht zu süß oder zu sauer, etwas zu Beißen wegen der Apfelstücke und typische Wintergewürze (die ich eigentlich rund ums Jahr verwende). Ich habe allerdings gut 500g Beeren verwendet und die zunächst noch feucht vom Waschen etwas köcheln lassen, bis sich Saft bildet, in dem die Äpfel dann garen können.

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Ab an die Feldränder, holt euch die Herbstfarben nach Hause. Ich fahre wahrscheinlich noch einmal, ich möchte Beeren zum Trocknen sammeln, für Müsli und Co.

Aber Achtung: Nur reife Beeren verwenden, alle grünen und hellen landen bitte nicht in euren Gläsern und Flaschen! Holunderbeeren im rohen Zustand sollte man nicht essen, sie wirken bei empfindlichen Mägen Übelkeit auslösend!