Neue Heimat schwarz-weiß

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Lübeck in Schwarz-weiß? Ja, doch! Die Schokoladenfee lädt anlässlich ihres 5. Bloggeburtstags zum Black & white Event ein und ließ mich grübeln. Schwarz & weiß.. da fällt einem als allererstes vielleicht weiße und dunkle Schokolade ein… Die Idee verwarf ich aber, als ich ein schon lange auf der Nachkochliste stehendes Rezept sah, das nicht nur die zweite Heimat, sondern auch das Thema perfekt repräsentiert:

In Olivenöl pochierter Kabeljau mit schwarzem Risotto und Mandelsauce

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Als Neu-Lübeckerin und Fischliebhaberin hat es mich gut getroffen: Nah an der Küste ist man gut versorgt mit frischem Fisch, der keine langen Wege hinter sich hat und zudem auf verträgliche Art gefangen wurde (der hier verwendete Fisch ist allerdings von meinem Onkel geangelt, also mehr als schonend). Für mich also eine echte Goldgrube, auch, wenn es Fisch relativ selten gibt. Das liegt nicht nur am geborenen Lübecker, der kaum Fisch mag (gibt es tatsächlich sowas). Tatsächlich bin ich eher Teilzeitpescetarier geworden und genieße Fisch dann eher, wenn wir essen gehen.

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Lübeck ist aber auch noch für ein weiteres – nahezu weißes – Gold bekannt: Sein Marzipan (auch, wenn es Teil der alten Salzstraße war und damit auch das richtige weiße Gold hier umgeschlagen wurde). Über das beste Lübecker Marzipan streiten sich die Urgesteine allerdings auch fleißig. Der bekannteste Anbieter mit dem größten Verkaufs- und Caféhaus in vorderster Reihe ist tatsächlich nicht zwangsläufig der beliebteste.

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Beide Zutaten in einem Rezept? Aber ja. Dass Marzipan auch zu herzhaften Gerichten passt, zeigt Niederegger auch bei den eigenen veröffentlichten Rezepten, zu denen auch dieses hier gehört. Auch bei mir gab es schon ein Rote Bete Risotto mit Marzipan: klick

Aber erstmal zum fast monochromatischen Hauptgang:

In Olivenöl pochierter Kabeljau mit schwarzem Risotto und Mandelsauce

für 2 Portionen

  • 1,5 EL Butter
  • 2 kleine Schalotten
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 80g schwarzer Reis (ich habe meinen von Reishunger*)
  • 50ml Tawny Port
  • 75ml Rotwein
  • 30g Mandelblättchen
  • 550-600ml Gemüsebrühe
  • 25ml Weißwein (oder zusätzliche Gemüsebrühe)
  • 15ml Marzipanlikör (habe ich selbstgemacht nach dem Rezept hier)
  • 25ml Milch
  • 25ml Sahne
  • 15g Marzipanrohmasse
  • Salz & frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 300g Kabeljau oder anderer festes weißes Fischfilet
  • 50ml Petersilienöl (frische Petersilienblätter grob gehackt und einige Tage in nativem Olivenöl ziehen lassen)
  • 6 Thymianzweige
  • 3 Zweige glatte Petersilie
  • 1 EL Parmesan, gerieben
  • nach Belieben eine Messerspitze Lebkuchengewürz oder Piment, gemahlen
  • 1 EL geschlagene Sahne

Schalotten und Knoblauch putzen und fein würfeln. Eine Schalotte und den Knoblauch in 1 EL zerlassener, schäumender Butter glasig anschwitzen (für das Risotto), in einem zweiten kleinen Topf die verbliebene Butter zerlassen und die restliche Schalotte darin glasig dünsten (für die Sauce). Beides etwas salzen.

In den ersten Topf nun den Reis geben und kurz mit anschwitzen. Zunächst mit Portwein ablöschen und unter gelegentlichem Rühren bei schwacher Hitze einköcheln lassen. Dann mit dem Rotwein ablöschen und ebenso verfahren.

In der Zwischenzeit die Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten.

Etwa 2/3 zu den Zwiebeln in den kleineren Topf geben und unterrühren. Mit Weißwein ablöschen und dann den Marzipanlikör zugeben. Beides auf etwa die Hälfte bei geringer Hitze einkochen lassen. Dann Milch und Gemüsebrühe zugeben und erneut auf die halbe Menge reduzieren.

Das Risotto nun weiter mit heißer Gemüsebrühe einköcheln lassen. Der Reis braucht etwa 50-60 Minuten, um auf diese Weise gegart zu werden.

Für die Sauce nun Sahne und Marzipan einrühren, bis sich das Marzipan aufgelöst hat und die Sauce nochmals aufgekocht ist. Vom Herd nehmen und durch ein feines Sieb streichen. Beiseite stellen.

Den Ofen auf 85°C Ober-/Unterhitze vorheizen und den Fisch vorbereiten: Waschen, trocken tupfen. Das Öl in eine ofenfeste Pfanne oder Form geben und auf dem Herd mit 4 Thymianzweigen bei geringer-mittlerer Hitze erwärmen. Wer ein Thermometer hat, kann das überprüfen: Etwa 75°C sollen erreicht werden. Den Fisch hineingeben, die Form/Pfanne mit Backpapier oder Alufolie abdecken und je nach Filetdicke 20-30 Minuten in den Ofen stellen. Der Fisch sollte in der Mitte noch saftig und leicht glasig bleiben.

Petersilie und Thymian waschen und trocken tupfen. Petersilie in feine Streifen schneiden bzw. die Blättchen von den Thymianzweigen zupfen und grob hacken.

Währenddessen das Risotto fertigstellen: Wenn der Reis gar ist, mit Salz und Pfeffer abschmecken, Parmesan unterrühren und die Kräuter zugeben. Nach Belieben das Lebkuchengewürz zufügen.

Für die Sauce die geschlagene Sahne unterheben und abschmecken.

Zum Servieren die übrigen Mandelblättchen auf dem Fisch/der Sauce verteilen.

Wer einen Sahnesiphon hat, kann die Sauce sicher auch in einen richtigen Schaum verwandeln.

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Von Überfluss und Mangel

Es wäre eine Wiederholung, sollte ich die mal wieder anführen, wie knapp doch die Zeit ist. Die freie Zeit ging dennoch so schnell rum. Der Osterurlaub auf Usedom mit der Familie war verregnet, daher gibt es tatsächlich auch kein einziges Strandbild von mir. Da sich jedes zweite Familienmitglied berufen fühlte, einen Kuchen zur österlichen Kaffeetafel beizusteuern, war hier jedoch Überfluss gegeben.

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Zu spät für dieses, aber vielleicht passend für das nächste Jahr als Nachtrag noch das Karottenkuchenrezept von mir (ich habe die Zutaten für ein Blech verdoppelt, Aprikosenmarzipaneier und Mandeln in Kakaohülle sowie diverse Schokoeier darauf gegeben). Rückblickend zum letzten Jahr – auch hier gab es Karottenkuchen und auch Soleier – wieder passend, denn so ein Kuchen hält sich einfach über mehrere Tage gut und wird sogar besser.

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Und – die Mama hat auf unterschwelliges, wirklich sehr subtiles Bitten von meiner Seite her – tatsächlich den gern getrunkenen Mälzer’schen Orangeneierlikör gemacht – noch ein Rezept für eine eventuelle Eierlikörschwemme. Mal ohne Kuchen und ohne Backen, ohne Zabaione oder Eis. Aber lecker – sogar vom eierlikörverschmähenden Freund als gut trinkbar befundenen – Longdrink.

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Frozen Eierlikör Daiquiri

für 2-3 Gläser

  • 200ml Eiswürfel oder Crushed Eis
  • 125ml (Orangen)Eierlikör
  • 200ml Zitronenlimo (ich: Holsten Fassbrause Zitrone, also quasi alkoholfreies Radler oder Alster)

Eis und Eierlikör mit Standmixer oder dem Pürierstab zerkleinern, auf die Gläser auffüllen und mit Zitronenlimo/Radler auffüllen.

Quelle: lecker.de

Geduldsübung

Geduld bringt jeder auf, aber eben nur für bestimmte Dinge. Geduld braucht man im Alltag so oft und sie macht vieles leichter. Ich würde sagen, dass ich eigentlich ziemlich geduldig bin. Eine Schlange an der einzigen geöffneten Kasse? Normalerweise kein Problem. Selbst unter Zeitdruck – ich könnte es ja nicht ändern! Wenn es um zu langsam empfundenen Fortschritt geht (Erlernen neuer Stricktechniken z.B.),  beim Fertigstellen von Geplantem (Haus, Garten) oder beim Warten auf Pakete, kann ich auch mal etwas ungeduldiger sein. Geduld ist für meine Arbeit wichtig und auch beim Kochen und Backen ist sie oft gefragt, denn einiges dauert Stunden, manches Tage. Aber drei Tage für eine Torte?

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Fahre ich in die knapp vier Autostunden entfernte Heimat, bringe ich oft etwas Gebackenes mit, weil ich sonst kaum Gelegenheit habe meine Familie damit zu beglücken. Letzte Weihnachten habe ich aber eine Aufgabe bekommen, die zunächst gar nicht so leicht zu erfüllen schien: Backe einen Kuchen, der drei Tage nach deiner Ankunft auf die Kaffeetafel kommen soll. Ah ja! Ich habe überlegt und schließlich das Internet gefragt, ob es einen Kuchen gibt, der lange saftig bleibt und bin sofort auf die 3-Tage-Torte gestoßen. Wie passend! Da mir die ursprüngliche Variante aber nicht aromatisch genug schien, habe ich ein paar kleine Änderungen vorgenommen. Die Torte kam sehr gut an und war auch am vierten Tag noch frisch und lecker. Die Fotos sind allerdings daher noch weihnachtlich und wenige.

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Die Torte besteht aus drei mit Kaffee/Amaretto getränkten Böden, die mit Konfitüre bestrichen werden. Die Füllung wird mit Vanille und Zitrone aromatisiert. Zu guter Letzt kommt ein mit Kakao bestäubter Zuckerguss obenauf.

Verfeinerte 3-Tage-Torte

für eine Springform mit 26cm Durchmesser

für den Teig

  • 200g zimmerwarme Butter und etwas zum Fetten der Form
  • 180g Zucker
  • 8 g Vanillezucker (selbstangesetzt)
  • 1 Prise Salz
  • 4 Eier
  • 250g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 2 EL Kakaopulver (schwach entölt)
  • 1 Espresso (30ml), abgekühlt
  • 3-4 EL starker Kaffee/Espresso oder Amaretto (gibt es auch alkoholfrei)

für die Füllung

  • 6-7 EL Konfitüre nach Wahl (ich habe Aprikosenkonfitüre verwendet)
  • 400ml Schlagsahne
  • 2 Päckchen Sahnesteif
  • abgeriebene Schale einer Zitrone
  • 2 EL Zitronensaft
  • 24g Vanillezucker
  • Mark von einer Vanilleschote
  • 400g Schmand

für den Guss & Deko

  • 125g Puderzucker
  • etwas Amaretto oder Kaffee
  • ca. 2 EL Kakaopulver

Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Zunächst die Böden zubereiten. Dazu Butter mit Zucker, Salz und Vanillezucker schaumig aufschlagen. Nach und nach die Eier unterrühren. Dann Mehl und Backpulver zugeben und zu einem glatten Teig verarbeiten. 1/3 des Teiges abnehmen, in eine mit Backpapier ausgelegte und am Rand gefettete Springform geben, glatt streichen und etwa 12-15 Minuten backen.

Den restlichen Teig mit dem Kakao und dem abgekühlten Espresso verrühren. Nacheinander bzw. bei mehreren Springformen und Umluft auch währenddessen den Teig teilen und zwei dunkle Böden backen. Jeweils die Stäbchenprobe zum Überprüfen anwenden. Die Böden auskühlen lassen und dann mit Kaffee bzw. Amaretto beträufeln.

Für die Füllung die Sahne steif schlagen. Dabei nach und nach Sahnesteif und Vanillezucker einrieseln lassen.Schmand mit Zitronenschale, -saft und Vanillemark verrühren. Sahne unterheben.

Zum Zusammenfügen den ersten Kakaoboden in den Ring einer Springform oder einen Tortenring legen. Mit der leicht erwärmten Konfitüre bestreichen und anschließend die Hälfte der Sahnemasse darauf geben und glattstreichen. Den hellen Boden von einer Seite mit Konfitüre bestreichen und mit dieser Seite nach unten auf die Sahnemasse legen. Vorsichtig die Oberseite ebenfalls mit Konfitüre bestreichen. Die zweite Hälfte der Füllung auf den hellen Boden geben und glatt streichen. Den verbleibenden dunklen Boden von einer Seite mit Konfitüre bestreichen und mit dieser Seite nach unten auf die Sahnemasse legen, leicht andrücken.

Aus dem gesiebten Puderzucker und dem Amaretto oder Kaffee einen dickflüssigen Guss anmischen und die Kuchenoberseite damit bestreichen.

Drei Tage kühl stellen. Geduld!

Vor dem Servieren mit Kakaopulver bestäuben.

Abgewandelt von hier.

 

Mit Rum(ms)!

 

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Stressig ist es gerade, Konferenz hier, Termin da, da hatte es mich ausgeknockt letzte Woche. Ein wenig Besserung ist in Sicht. Vielleicht kommt in diesem Jahr sogar etwas mehr Weihnachtsstimmung auf, die hatte sich ja bis zu den Festtagen sonst immer seltener eingestellt. Aber: Noch ist keine Zeit für Plätzchen, Stollen und Sterne. Dass seit Ende August in sämtlichen Läden Weihnachtsleckereien und -dekoration zu finden sind, finde ich furchtbar. Ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der das gut heißt. Zudem ja der Oktober zum Teil so mild war. Ein paar Pläne habe ich für den Advent bereits, das liegt aber vor allem am Kalender, der auch ab und an mit Essbarem gefüllt werden wird.

Heute möchte ich ganzjahrestaugliche Apfel-Hafer-Cookies vorstellen, in einer Erwachsenenversion, die sich aber ohne Weiteres kinderfreundlich abwandeln lässt.

Die Cookies sind eher „chewy“, also weich, nicht richtig knusprig-knackig. Das liegt am hohen Anteil getränkter Apfelstückchen. In Kombination mit angerösteten Haselnüssen und Haferflocken wird daraus ein zarter Keks, der an Granola erinnert – lecker!

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Apfel-Hafer-Cookies

für 14 handtellergroße Cookies

  • 100g getrocknete Apfelringe (oder -stückchen)
  • 100ml Rum (ich: 50ml Vanille-Rum und 50ml Rakomelo (griechischer Likör aus Tresterschnaps und Honig) für Kinder: 100ml Apfelsaft
  • 100g Haselnüsse, gehobelt
  • 100g kernige Haferflocken
  • 180g Rohrohrzucker
  • 1 TL Zimt
  • 160g weiche Butter
  • 2 Eier
  • 220g Dinkelvollkornmehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • 1/4 TL Salz (ich: Vanillesalz)

Apfelringe in Würfel schneiden und mit dem erwärmten Alkohol/Apfelsaft übergießen. 30 Minuten ziehen lassen. Währenddessen Haselnüsse und Haferflocken in einer großen Pfanne fettfrei anrösten. Mit 40g Zucker bestreuen und mit dem Zimt vermengen. Unter Umrühren bei kleiner bis mittlerer Hitze karamellisieren lassen. Butter zugeben und unter Rühren untermengen. Die Mischung auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und abkühlen lassen.

Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Restlichen Zucker mit der verbleibenden Butter cremig schlagen. Nach und nach die Eier einrühren und schaumig aufschlagen. Mehl, Salz, Natron und Backpulver vermengen und zügig in die zähflüssige Masse einrühren. Etwa 2/3 der gerösteten Nüsse und Flocken sowie der Äpfel unter den Teig heben.

Den Teig mit Löffeln auf mit Backpapier ausgelegten Blechen portionieren (bei mir etwa 2 EL pro Cookie) und mit der verbleibenden Röstmischung und den Apfelstücken bestreuen. 10-15 Minuten (bei mir eher 17 Minuten) auf der zweiten Schiene von unten backen. Die Cookies sind beim Herausnehmen noch etwas weich. Auskühlen lassen.

Eventuell übrig gebliebene Nüsse/Flocken/Äpfel eignen sich natürlich wunderbar als Müsli (Vorsicht mit dem Rum!).

Aus der aktuellen Schrot und Korn

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Boomklötenkööm

Eier, wir brauchen Eier! (Zitat Oli Kahn) Quatsch! „Eier“likör geht auch ohne. Sogar vegan, wenn man denn möchte.

Avocado heißt das Zauberwort. Und, um bei Wörtern zu bleiben, Avocado wiederum heißt nichts anderes als Hoden. Daher der Titel, entlehnt aus dem Plattdeutschen (Baumhodenschnaps).

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Ich sag es gleich vorweg, es ist nicht jedermanns Geschmack. Allerdings mag Verkosterin S. generell keine Avocado, weil diese seifig schmeckten. Naja. Ansichtssache. Ich finde: Lecker! Und mal eine interessante Farbe, eine gute Alternative zum Eierlikör.

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Was den verwendeten Alkohol und die Menge an Sahne angeht, kann man nach Lust und Laune variieren. Hauptsache: Einigermaßen hochprozentig (der Haltbarkeit wegen) und der gewünschten Konsistenz angepasst (Sahnemenge).

Abacate – Avocadolikör

für ca. 1,3l

  • 2 essreife Avocados
  • 200g Puderzucker
  • 250ml Schlagsahne + nach Geschmack mehr
  • 500ml Weinbrand (oder Rum, Pitú,…)

Avocado halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale lösen. Mit Zucker pürieren, dann Sahne und Weinbrand unterrühren. In mit heißem Wasser ausgespülte Flaschen abfüllen. Der Likör dickt im Kühlschrank nach.

Von hier.

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Schmeckt pur, als „Longdrink“ mit Milch oder als Cheesecakezutat. Letzteres demnächst hier!

Frostiger Sommeranfang

Der Kalender behauptet tatsächlich, heute sei Sommeranfang. Pf, Sommer! Der Blick aus dem Fenster zeigt davon rein gar nichts. Fast lückenlose Bewölkung und von der 20°C-Marke sind wir auch weiter entfernt, als man das um diese Jahreszeit vermuten würde.

Der Eisgenuss findet demnach drinnen statt und mit langärmligem Pulli. Schade! Erinnert der Frozen Yogurt doch wegen des Pistazienlikörs an Italien und die mehr als 10 Grad Temperaturunterschied und hätte in der Sonne auch zweifellos mehr Laune gemacht. Aber ich war zu neugierig und wollte probieren, ob der „FroYo“ geglückt war!

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Er war! Gefreut hat mich auch, dass man den Farbunterschied erkennen konnte, ich habe nämlich Joghurtmischung mit und ohne Pistazienlikör abwechselnd in Schichten eingefroren und bei der Herstellung war der Unterschied kaum merklich, zuviel Luftbläschen in der Masse. Wer ein deutlicheres Farbenspiel erreichen möchte, dem rate ich zu Lebensmittelfarbe oder Pistaziensirup. Nun gibt es Pistazienlikör nicht gerade an jeder Ecke. Ersetzt werden kann er aber durch jeglichen Cremelikör (Eierlikör, Bailey’s, Marzipanlikör,…). Die Zubereitung ist ganz einfach und funktioniert auch ohne Eismaschine. Es entstehen auch ohne Umrühren zwischendurch nur kleine Eiskristalle und vor dem Essen sollte man einige Minuten zum Antauen warten.

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Frozen Yogurt mit Pistazienlikör und karamellisierten Pistazien

für etwa 550ml

– die Joghurtmasse muss am Tag zuvor zubereitet werden, ohne Eismaschine sollte man 6-8 Stunden Kühlzeit einplanen

– 250g Magermilchjoghurt (0,1% Fett, es geht aber auch ein Fettanteil von 1,5%)

– 30g Puderzucker

– ein Spritzer Zitronensaft

– 75ml Crema di Pistacchio oder anderer Cremelikör

– 1 Eiweiß

– 2 EL Zucker

– 1 Handvoll Pistazien (ungesalzen)

Den Joghurt in ein mit einem Küchentuch ausgelegtes Sieb geben und über einer Schüssel im Kühlschrank etwa einen Tag lang abtropfen lassen.

Am nächsten Tag das Eiweiß steif schlagen. Zucker, Zitronensaft mit dem Joghurt cremig rühren und das Eiweiß unterheben. Die Hälfte der Masse in einer zweiten Schale mit dem Likör verrühren, dabei darauf achten, dass das Volumen erhalten bleibt.

In ein geeignetes Gefäß füllen (wer möchte abwechselnd in Schichten) und im Tiefkühlfach 6-8 Stunden durchfrieren lassen. Wer auf Streifen keinen Wert legt, dafür aber auf Kristalle gänzlich verzichten möchte, stellt sich 2-3 mal den Wecker, denn dann sollte etwa alle 2 Stunden mit einer Gabel kräftig durchgerührt werden.

Pistazien grob hacken, in einer Pfanne fettfrei anrösten, Zucker zugeben und kurz karamellisieren lassen, dann auf Backpapier o.ä. auskühlen lassen.

Zum Anrichten Kugeln aus dem Frozen Yoghurt mit einem Löffel formen und mit den karamellisierten Pistazien (und wer mag Erdbeeren) dekorieren.

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Neapolitanische Nachwehen

Wenn einer eine Reise tut, bringt er etwas mit. Auf jeden Fall (neue) Eindrücke, Erinnerungen, manchmal auch etwas Essbares.

Von letzterem hätte ich so gern mehr eingepackt und mitgenommen: Provolone, Burrata, die wunderschönen Zitronatzitronen, die Weinbergpfirsiche, die viel größer als die hier angebotenen waren, Meeresfrüchte,… Aber vor allem die Wärme macht einem da einen Strich durch die Rechnung. So blieb nur: Die Leckereien vor Ort genießen und die Eindrücke anderweitig festhalten. In Neapel, dem erklärten Ursprung der Pizza, musste natürlich dieselbe probiert werden. Und sie war wirklich gut! Eis wurde in Sorrent gekostet und Platz für weitere süße Sachen war (zum Glück?) in der kurzen Zeit nicht.

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Ein gutes Mitbringsel waren dagegen zwei Cremeliköre, die ich allerdings in Sorrent und nicht in Neapel gekauft habe:

Crema di Limoni und Crema di Pistacchio

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Beide schmecken natürlich solo, machen sich aber auch als Bestandteil in leckeren Sommerdesserts gut:

Sfogliatelle riccia und Frozen Yogurt (kommt demnächst)IMG_7600

Die Sfogliatelle habe ich zum ersten Mal in Florenz probiert – Eine vanillige Ricottacreme in blätterteigartigem Teig, mit einem gewissen Gefahrenpotenzial was das Essen in der Öffentlichkeit angeht. Dass es sich hierbei um eine recht einfach herzustellende Blätterteigvariante handelt, habe ich erst beim Recherchieren entdeckt. Die Creme habe ich abgewandelt und den Zitronenlikör verwendet. Den Alkohol schmeckt man dabei so gut wie gar nicht, das Zitronenaroma dagegen schon. Der Name Sfogliatelle leitet sich vom italienischen Wort für Blätterteig ab, wie man auf Wikipedia nachlesen kann. Im Amerikanischen heißen sie lobster tails – also Hummerschwänze. Nun ja, da habe ich noch Verbesserungsbedarf, was das Formen angeht. Von der Füllung blieb noch etwas übrig, aber den Rest kann man auch gut als Grießbrei ohne Teighülle naschen.

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Sfogliatelle riccia mit Crema di Limoni

für 10 kleine Sfogliatelle, mit 4 Hapsen verschwunden

– Achtung, der Teig muss am Vortag zubereitet werden!

– 100g Mehl

– 60ml Wasser

– eine Prise Salz

– 5g Butter

– 20g Butterschmalz, zerlassen

– 30g Grieß

– 200ml Milch

– ca. 70ml Crema di Limoni (Limoncello zu gleichen Teilen mit Sahne vermischt, könnte auch funktionieren)

– 35g Puderzucker

– 1 Eigelb

– 60g stichfesten Kefir oder Ricotta

– Puderzucker zum Bestreuen

Aus Mehl, Wasser, Salz und Butter einen Teig kneten, in Frischhaltefolie mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Dann auf einer bemehlten Fläche hauchdünn ausrollen – mein Teigholz aus Marmor bietet aufgrund des Gewichtes hier gute Dienste, andernfalls auf eine Nudelmaschine zurückgreifen – mit dem flüssigen Butterschmalz bestreichen und ohne viel Lufteinschlüsse an der kurzen Seite aufrollen. Die entstandene Teigrolle mit Butterschmalz bepinseln und in Frischhaltefolie eingepackt einen Tag im Kühlschrank ruhen lassen.

Für die Füllung Grießbrei zubereiten: Dafür die Milch aufkochen lassen, Grieß einrühren, erneut aufkochen lassen, vom Herd nehmen, Likör einrühren und zum Abkühlen beiseite stellen.

Kefir/Ricotta mit Puderzucker und dem Eigelb glattrühren und den abgekühlten Grießbrei zufügen.

Nun kommt der knifflige Teil, das Formen der Teighüllen. Dazu die Teigrolle in etwa 1,5 cm breite Stücke schneiden. Ein Stück nehmen und vorsichtig über einen Daumen stülpen (der Teig darf nicht reißen, kurze Fingernägel sind also von Vorteil) und den Rand nach unten ausziehen. Dann den zweiten Daumen ebenfalls in die entstandene Mulde nehmen und den Teig weiter kegelförmig nach unten verlängern.

Einen Teelöffel Füllung hineingeben und die Öffnung durch Zusammendrücken verschließen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im vorgeheizten Backofen bei 180°C etwa 30 Minuten backen.

Die ausgekühlten Sfogliatelle mit Puderzucker bestreut servieren.

Ein Kaffee passt gut dazu – oder ein Gläschen Zitronenlikör.

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