Kochbuchchallenge 8.1: Bought, Borrowed & Stolen

Nur kein Stress! Unter dem Motto sollte zumindest das Osterwochenende stehen, an dem wir auch ein Dreigängemenü für 6 gekocht haben. Zumindest zum Großteil ist uns das gelungen. Unser Urlaub hat ebenfalls Anteile von Arbeit, freiwillig und erzwungen. Zum Ostermenü später (Es ist mehr oder weniger unabhängig von der Jahreszeit und ich brauche noch Fotos. Da der Mann und ich anderweitig beschäftigt waren, haben die Gäste zumindest einige gemacht.).

Zunächst eine neue Kochbuchchallenge, mit der ich bereits vor Ostern begonnen habe. Der Mann hat ebenfalls nach Rezepten gestöbert und so ist dieses hier auch von ihm ausgesucht. Da er es mit seinem „Weltklasse! – Das muss aufs Blog!“-Siegel ausgezeichnet hat, kann ich da natürlich nicht widersprechen. Beurteilen kann ich es dieses Mal jedoch nicht.

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Doch erstmal zum Buch: Der ungewöhnliche Titel Bought, Borrowed & Stolen* bezieht sich auf die Messer, die die Autorin in den verschiedensten Ländern kennen gelernt und „erworben“ hat.

Der Name der reisenden Köchin Allegra McEvedy kann euch schon untergekommen sein, wenn ihr auch regelmäßig die Food-Kolumnen des Guardian lest/gelesen habt.

Jedes Kapitel stellt dann auch eben dieses Messer, das Land (mit kurzer Übersicht zur Einwohnerzahl, Lebenserwartung, im- und exportierte Lebensmittel, typische Gerichte und Getränke, dem schönsten Moment…) und einer kurzen Schilderung der Erlebnisse dar. Es folgt eine Fotocollage mit einer Liste der Rezepte.

Zur besseren Vorstellung: Es geht wirklich einmal um den Globus über Türkei und Marokko, Burma, Japan, China, Frankreich, Portugal, Südafrika, Norwegen, Mexiko, Malawi, Kuba,…

Die zumeist doppelseitig präsentierten Gerichte machen dabei Lust aufs Nachkochen. Die Rezepte verlangen allerdings zum Teil nach Zutaten, die nicht so einfach zu bekommen sind.

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Das erste hier gezeigte Gericht stammt aus dem Kapitel Burma und ist laut dem Ländercheck auch das laut Einheimischen beste Gericht des Landes: Oh-no Khaukswe, ein Hühnchencurry mit Nudeln. Für den Mann definitiv ein Oh-yes-Gericht! (Sorry, wer hat den Witz kommen sehen?)

Da ich ja nur für einen Fleischesser gekocht habe, musste ich bei der Zubereitung etwas improvisieren. Anstatt ein ganzes Huhn zu verwenden, habe ich lediglich Hähnchenbrust und Hühnerfond verwendet. Im Buch wird das Huhn zerteilt verwendet: Aus der Karkasse und den Flügeln wird eine Brühe bereitet, Brust und Beine ohne Haut gegart und anschließend weiter zerkleinert.

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Oh-no Khaukswe – Hühnchencurry mit Nudeln

für 1-2 Portionen, etwas zeitintensiver (1-1,5 h)

  • 250-300g Hähnchenbrust ohne Haut
  • 1 Glas, etwa 400ml Hühnerfond oder selbstgekochte Hühnerbrühe
  • 1/2 TL Kurkuma, gemahlen
  • 1 EL Rapsöl und etwas mehr zum Frittieren der Nudeln
  • 1 kleine Handvoll Reisnudeln, z.B. Reisvermicelli
  • 3/4 TL Chiliflocken
  • 1 rote Chili
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 rote Zwiebel
  • 10g Kichererbsenmehl
  • 200ml Kokosmilch
  • 3/4 EL Fischsauce
  • 1 Block Mie-Nudeln (etwa 83g)
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • Salz
  • nach Belieben: 1 hartgekochtes Ei, 1 Limettenviertel

Fond mit weiteren 100ml Wasser in einen Topf geben, die abgespülte und abgetrocknete Hähnchenbrust zugeben und zum Köcheln erhitzen. Kurkuma zugeben und abgedeckt 20 Minuten sanft köcheln lassen. Das Fleisch aus der Brühe nehmen und abkühlen lassen, dann in mundgerechte Stücke zerteilen.

Die Brühe weiter köcheln lassen, bis etwa die Hälfte der Flüssigkeit verdampft ist.

Währenddessen weitere Zutaten vorbereiten: Chili waschen, putzen und nach Belieben die Kerne entfernen. Fein in Streifen oder Würfel schneiden. Knoblauch und Zwiebel schälen und fein würfeln, Frühlingszwiebeln waschen, putzen und die grünen Teile der Zwiebel in Ringe schneiden.

In der Zwischenzeit etwas Öl in einer großen, flachen Pfanne erhitzen und wenn es heiß ist, die Reisnudeln zugeben. Sie puffen auf und können dann mit einer Schaumkelle herausgenommen und auf Küchenpapier gelegt werden.

Das Öl in der Pfanne etwas abkühlen lassen, dann die Chiliflocken zugeben und bei schwacher Hitze 3-4 Minuten erhitzen, ohne, dass die Flocken verbrennen. In eine Schale füllen.

Erneut etwa 1 TL Öl erhitzen und die Chili, Knoblauch und Zwiebel für einige Minuten braten, dann das Fleisch zugeben und unter gelegentlichem Rühren erneut einige Minuten braten. Die Brühe erneut erhitzen.

In einer Schale Kichererbsenmehl mit etwa 1,5 EL Wasser zu einer homogenen Paste vermengen und in die köchelnde Brühe einrühren. Falls sich Klümpchen bilden, die Brühe durch ein feines Sieb geben und erneut erhitzen. Die Kokosmilch einrühren und alles zu der Pfanne mit Zwiebeln und Fleisch geben. Wiederum etwa 10-12 Minuten simmern lassen.

Währenddessen die Mie-Nudeln nach Anleitung zubereiten (d.h. in eine Schale geben, mit kochendem Wasser übergießen und etwa 5 Minuten ziehen lassen, dann abseihen). Nach Wunsch ein hart- oder wachsweichgekochtes Ei zubereiten.

Das Curry in der Pfanne mit Fischsauce und Salz abschmecken.

Anrichten: Mie-Nudeln in einen tiefen Teller oder eine Schale füllen, das Curry darüber geben und mit den knusprigen Reisnudeln sowie den Frühlingszwiebelringen und dem Chiliöl nach Geschmack servieren. Nach Wunsch noch das halbierte Ei und Limettenviertel dazu reichen.

Aus:

Jans Lieblingsessen bekommen ab sofort das Gütesiegel Geisterkrank:geisterkrank

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Reprise

Manche Dinge, die zurückkommen, sind nicht gewollt oder schön. Ich sage nur Steghosen, die vor Haarspray strotzende Frisur von Peggy Bundy oder grippale Infekte. So einer hat mir die letzten beiden Wochen gründlich zugesetzt und ist auch noch nicht gänzlich auskuriert. Und das, wo im Garten nun endlich etwas zu tun ist. Das Gemüsebeet wartet auf die ersten auf der Fensterbank stehenden Setzlinge, Ende März kommt noch die Freilandsaat dazu. Beete wollen neu anlegt  und bepflanzt werden. Aber nun ist mir eine kleine Zwangspause verordnet worden, die immerhin ein Gutes hat: Zeit zum Überdenken und zum Kochen.

Manche Dinge, die zurückkommen, sind ja eben auch gut und einer Wiederholung wert. Und ich erinnerte mich die Tage an ein Essen, dass ich zuletzt vor mindestens fünf Jahren gegessen habe und fragte Mama nach dem Rezept. Es stammt aus einer alten Ausgabe von lecker. Und das gute: Es lässt sich nicht nur, wie im Original beschrieben, mit Hähnchen, sondern auch mit Fisch machen – Treffer, versenkt! Denn so kommen sowohl der Freund, als auch ich auf unsere Kosten.

 

Im Rezept gebe ich beides an – die Gremolata, der eigentliche Aromageber und das i-Tüpfelchen hier ist für beide gleich. Das Hähnchenfilet muss im Gegensatz zum Fisch noch angebraten werden. Die Menge der Gremolata und des Gusses reicht für beides.

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Ansonsten braucht die Schnippelei etwas Zeit, aber nicht viel mehr als die Garzeit im Ofen. Und zu zweit ist auch das schneller erledigt, als gedacht. Dazu schmeckt Reis, Quinoa oder Couscous.

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Zitronenfisch/-huhn mit Tomaten-Lauch-Gremolata

für 2-4 Portionen

  • ca. 300g helles Fischfilet, z.B. Seelachs oder Kabeljau (Herkunft beachten), ca. 1,5-2cm dick
  • 2 Hähnchenbrustfilets
  • 1/2 Stange Lauch (die weißen und hellgrünen Teile) oder 4 Frühlingszwiebeln (komplett)
  • 4 getrocknete Tomaten
  • 2 Bio-Zitronen (Frucht und Schale)
  • 3 Bio-Limetten (Saft und Schale)
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 1 TL Zucker
  • 4 Schalotten
  • 4 Knoblauchzehen
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Chilipulver
  • 1 EL Butterschmalz oder Ghee
  • 125ml Ahornsirup
  • 1 TL Butter

Fisch und Hähnchen jeweils kalt waschen, trocken tupfen und kühl stellen.

Lauch/Frühlingszwiebeln putzen und in feine Würfel schneiden, Tomaten ebenfalls fein würfeln. Zitronen heiß abwaschen, trocken reiben und die Schale mit einem Zestenreißer oder Sparschäler dünn (ohne das weiße der Schale)abziehen und ebenfalls fein hacken. Zitronenschale mit Meersalz und Zucker im Mörser zerreiben. Anschließend mit Lauch und Tomaten vermengen.

Eine der Zitronen in dünne Scheiben schneiden. Limetten heiß abwaschen, trocken reiben und die Schale fein abreiben. Saft auspressen.

Ofen auf 150°C Umluft vorheizen. Schalotten und Knoblauch schälen, vierteln. Fleisch und Fisch mit Salz, Pfeffer und Chili würzen. Fleisch im heißen Butterschmalz goldbraun von beiden Seiten anbraten. Wer nun nur die pescetarische Variante möchte, brät stattdessen die Schalotten und den Knoblauch goldbraun an. Ansonsten das Fleisch aus der Pfanne nehmen, beiseite legen und Schalotten und Knoblauch zugeben und anbraten. Die Zwiebelmischung nun in eine/zwei feuerfeste Form(en) geben und darauf den rohen Fisch bzw. das angebratene Hähnchen geben.

Zum Bratensatz nun Limettensaft und -schale, Ahornsirup und Butter geben und kurz aufkochen lassen. Über das jeweilige Filet geben. Mit den Zitronenscheiben belegen und die Gremolata darauf verteilen. Etwa 20 Minuten backen.

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