Kochbuchchallenge Teil 1.2 – Game of Thrones

Zu lange Nächte, zu kurze Tage. In letzter Zeit schlafe ich nicht immer gut, aus unklaren Gründen. Was macht man in so langen Nächten? Man kann zum Beispiel das ein oder andere Dessert vorbereiten. Natürlich hätte ich es auch lieber tagsüber gemacht und wünsche euch, dass auch ihr das nicht zu nächtlicher Stunde in Angriff nehmt. Aber hier bot sich das an, denn das vorgestellte Dessert gab es hier zum Valentinstag.

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Wie schon hier erwähnt, gehört das vorgestellte Kochbuch* ja nicht mir, sondern dem Liebsten, der sich beim ersten Durchblättern sofort in die „Rahmschwäne“ verliebt hat. Die wolle er unbedingt mal haben. In der Hoffnung, dass er diesen, schon vor gut einem dreiviertel Jahr geäußerten, Wunsch bereits vergessen hat, habe ich mir die zierlichen Baiserschwäne für das Abendessen am sonst nicht groß zelebrierten „Feiertag“ aufgehoben.

Im Original wird hier ein „Unterbau“ aus Frozen Yogurt, Sorbet oder gutem Vanilleeis empfohlen. Abgebildet sind die Rahmschwäne (der Name ist irreführend, da hier keine Sahne verwendet wird) im Buch* zusätzlich auf einem See von Granatapfelkernen. Auch dieses Rezept stammt aus dem Kapitel Der Süden. Meine Baiserteile stecken in (gekauftem) Zitronensorbet.

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Ich habe gleich noch ein weiteres Rezept, das ich schon länger ausprobieren wollte mit den Baiserschwänen kombiniert: Blancmange (Das Rezept stammt allerdings nicht aus dem Buch, sondern von hier).

Dieser Mandelpudding ist sehr leicht herzustellen und eine unbedingte Empfehlung für Mandelliebhaber – lecker!

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Aber hier erstmal die beiden Rezepte für euch:

Rahmschwäne (Baiserschwäne)

für 3-4 Schwäne + Ersatzteile

  • 3 Eiweiße
  • 1/4 TL Mehl
  • 175g feiner Zucker
  • je Portion eine Kugel Vanilleeis, Sorbet oder Frozen Yogurt
  • nach Belieben etwas Obst, z.B. Granatapfelkerne

Ofen auf 100°C vorheizen.

Eiweiße und Mehl steif schlagen, bis sich weiche Spitzen bilden, dann nach und nach den Zucker zugeben, dabei immer so lange schlagen, bis der Zucker sich jeweils aufgelöst hat. Der Eischnee sollte jetzt feste Spitzen bilden, wenn man den Rührbesen aus der Masse zieht, das dauert etwa 5 Minuten.

Den Eischnee nun in einen Spirtbeutel z.B. mit mittlerer Sterntülle füllen und nach Wunsch eher filigrane oder flächige Flügel, geschwungene Köpfe mit Hals und pro Schwan einen flächigen Boden auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech spritzen. Ruhig ein paar Hälse und Flügel mehr als Ersatz spritzen. (Im Buch sind verschiedene Varianten und „Schablonen“ abgebildet.)

Etwa 40 Minuten backen, dann die Hälse testen. Sind sie durchgebacken vorsichtig vom Blech auf ein Gitter o.ä. legen und vollständig abkühlen lassen. Restliche Teile etwa 40 Minuten weiterbacken. Die Meringue sollte nicht bräunen, eher trocknen.

Die vollständig ausgekühlten Schwanenteile zusammenbauen: Auf den Boden eine Nocke/Kugel setzen. Den Hals vorsichtig in ein vorher mit einem Essstäbchen o.ä. eingedrücktem Loch einpassen, die Flügel an die Seiten andrücken.

Blancmange

für 3-4 Portionen

  • 1 Blatt Gelatine
  • 188g Milch (ich habe 1,5% Fettgehalt verwendet)
  • 38g gemahlene, blanchierte Mandeln
  • 38g Puderzucker
  • 3 Tropfen Bittermandelaroma
  • 112ml kalte Sahne

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. In der Zwischenzeit die Milch zum Köcheln bringen, Mandeln zugeben und unter Rühren bei geringer Hitze etwa 4 Minuten sanft köcheln lassen. Durch ein Haarsieb geben, dabei auf etwas feine Mandelmasse durchdrücken (Der Rest ist prima im Müsli.).

Die Gelatine ausdrücken und mit einem Schneebesen in die Milch einrühren.Puderzucker und Mandelaroma ebenfalls einrühren. Alles in einer größeren Schale etwa 25 Minuten im Kühlschrank abkühlen lassen.

Am Ende der Kühlzeit die Sahne steif schlagen und mit einem Schneebesen unter die Mandelmasse heben. In Dessertgläser oder -schalen füllen und über Nacht oder 6-8 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

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Last Minute Mandeln

Kaum etwas fängt den Weihnachtsmarktgeruch so ein wie gebrannte Mandeln. Diese süße Leckerei riecht man von weitem und dieser Geruch gehört für mich zu Weihnachten und zum Weihnachtsmarkt einfach dazu. Inzwischen werden an vielen Ständen nicht nur die klassischen gebrannten Mandeln angeboten, sondern viele weitere Aromen wie Schoko-Minz, Apfel oder Spekulatius. Auch ich probiere gerne andere Geschmacksrichtungen aus, denn selbstgemachte gebrannte Mandeln sind einfach und schnell gemacht und eine schöne Kleinigkeit zum Verschenken. Wenn ihr also noch eine Idee für eine kleine Leckerei sucht und euch dabei nicht mal eine Pfanne schmutzig machen wollt, dann sind die Gewürzmandeln aus dem Ofen wahrscheinlich genau das richtige für euch!img_4871

 

Die Varianten sind fast unbegrenzt. Meine Gewürzmandeln sind süß und würzig, da Pimentón de la Vera – geräuchertes Paprikapulver – verwendet wurde. Aber auch Curry oder eine größere Menge Salz sind lecker!

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Gewürzmandeln/-nüsse aus dem Ofen

für250g Mandeln, Pecannüsse, Walnüsse, Cashews…

  • 35 g brauner Zucker
  • 65g weißer Zucker
  • 3/4 TL Salz
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/4 TL Pimentón de la Vera*
  • 250g Nüsse (ich: Mandeln mit Haut und Cashews)
  • 1 kleines Eiweiß (ca. 2 EL)
  • 1 TL Wasser

Den Ofen auf 150°C vorheizen. Zucker, Salz, Gewürze gut in einer größeren Schüssel mischen. Eiweiß mit dem Wasser schaumig aufschlagen, es soll aber nicht steif werden. Die Nüsse zum Eiweiß geben, so dass sie damit überzogen werden. Dann herausnehmen und in die Zuckermischung geben und darin mit dieser bedecken. Gut verteilt auf ein mit Backpapier oder -folie bedecktes Backblech geben und etwa 30 Minuten backen, dabei 1-2 mal umrühren/wenden. Danach aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen. Luftdicht aufbewahren.

Etwas verändert nach einem Rezept von smitten kitchen.

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Für Nachzügler

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Der vierte Advent ist vorbei, wer aber noch ein paar Plätzchen unter dem Weihnachtsbaum knabbern möchte, für den ist es noch nicht zu spät!

Hier meine diesjährigen Plätzchen – zumeist wirklich unkompliziert und schnell gemacht.

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Von oben nach unten in Reihen:

Von den Haferkeksen mit Cranberries und weißer Schokolade (hier links oben als Kugeln) habe ich euch ja schon hier berichtet.

Daneben sind alte Bekannte zu sehen: Mit Marmelade gefüllte Mürbteigplätzchen (Spitzbuben), die ich zum Teil (wie in der zweiten Reihe links auch in Kuvertüre getaucht habe).

Vanillekipferl müssen natürlich auch sein und mit selbstgemachtem Vanillezucker sind sie umso besser!

Die Pfeffernüsse bekommen eine rosa Zuckergusshaube und darauf (fast) echten rosa Pfeffer für etwas mehr Würze.

Auch die Espresso Shortbreads mit Schokolade habe ich euch hier bereits näher beschrieben.

Unter den in Schokolade getunkten Spitzbuben finden sich Heidesandplätzchen, die beim Freund als „die leckersten Kekse überhaupt“ Anklang fanden – denn sie haben eine gute Portion Meersalz bekommen. Dadurch sind sie auch eine etwas herzhaftere Knabberei.

Die hellen Tupfen sind auch eine alljährlich wiederkehrende Sorte: Feenküsse – gefüllt werden sie mit Toffifee oder anderen Pralinen.

Die Lakritzherzen mit Karamell sind etwas für Mutige – und eben Lakritzliebhaber. Ich mag sie!

Ich liebe ja Anisplätzchen und die Anis-Mandel-Makronen sind ganz nah dran – das originale knusprige Füßchen wird hier aber durch eine Oblate ersetzt. Das verkürzt die Zubereitungszeit aber immens.

In der letzten Reihe zeige ich euch nochmal die diesjährigen Spekulatius und meine Restkuvertüreverwertung: Crossies – Einfach ungezuckerte Cornflakes in die geschmolzene Schokolade rühren und als kleine Häufchen zum Abkühlen auf Backpapier o.ä. setzen.

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Pavlov-Reflex

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Nein, hier liegt kein Schreibfehler vor. Vielmehr ist wieder mal ein Wortspiel – mag ich ja so gern –  Grundlage dieser Überschrift.

Pawlow war ein bekannter russischer Mediziner, dessen Name untrennbar mit der Verhaltensforschung und hier genauer mit der klassischen Konditionierung verbunden ist. Ihr erinnert euch an den Hund, die Fütterung und die Glocke? Wird die Futtergabe mit einem – hier akustischen – vorher neutralen Signal verbunden, fängt beim Hund nach einiger Zeit der, sonst nur durch Futtergabe auftretende, Speichelfluss schon beim alleinigen Hören des Glockentones an – auch, wenn das Futter weit und breit nicht in Sicht ist. Er erwartet bei diesem jetzt mit der Fütterung verbundenem Signal einfach, dass sein Napf gefüllt wird.

Pavlova dagegen ist eine Baisertorte mit Sahne und Früchten, die insbesondere im australischen und neuseeländischen Raum bekannt ist. Benannt ist sie nach Anna Pawlowa, also genauso geschrieben wie unser bekannter Forscher, einer russischen Ballerina. Von deren luftig-leichtem Tutu hat sich wohl der Entwickler der Süßspeise inspirieren lassen.

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Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei mir setzt der Speichelfluss bei Baiser ziemlich schnell ein. Früher eigentlich noch mehr als heute, aber dafür sind sie inzwischen selbstgebacken. Gut, der Vergleich mit Pawlow hinkt ein wenig, denn die Konditionierung im klassischen Sinne ist hier nicht erfüllt – der neutrale Reiz fehlt ja. Aber ich konnte der Ähnlichkeit der Namen nicht widerstehen.

Dass die Pavlova mit Sahne und Früchten gefüllt wird, ergibt sich schon aus dem sauren Gegenstück zum süßen Baiser. Und was passt zur Zeit besser als Sahne mit Erdbeerpüree und frischen Erdbeeren sowie süß-säuerlichem Rhabarber? Eben! Darum:

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Pavlova-Dessert mit Erdbeeren und Rhabarber

für 3-4 Portionen

  • 4 Eiweiß
  • 220g Puderzucker
  • 1 TL weißer Balsamico
  • 2 Stangen Rhabarber (ca. 200g geputzt)
  • 1 EL Rohrohrzucker
  • 1 EL Zitronensaft
  • 8-10 Erdbeeren für das Püree
  • 200g Schlagsahne
  • 8-12 frische Erdbeeren zum Dekorieren
  • 2-3 EL Pistazien, ungesalzen

Ofen auf 120°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eiweiße in einer großen sauberen Schüssel steif schlagen. Dann Esslöffelweise den Puderzucker einrühren, dabei weiterschlagen und zwischen dem Hinzufügen etwa 30 Sekunden vergehen lassen. Nach der letzten Zuckerportion noch etwas weiterschlagen, bis aller Zucker aufgelöst ist. Nun den Essig zugeben und noch 2 Minuten schlagen. Der Eischnee wird so schön glänzend. *

Mit einem Esslöffel 10-12 Portionen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und eine Stunde backen, bis die Baiser fest aber nicht gebräunt sind. Ofen ausschalten und vollständig auskühlen lassen.

In der Zwischenzeit Rhabarber putzen und in dünne Scheiben schneiden. Mit Zucker, Zitronensaft und 2 EL Wasser in einen Topf geben und aufkochen. Bei geringer Hitze köcheln lassen, bis der Rhabarber weich ist, aber noch nicht zerfällt.

Erdbeeren waschen, putzen und ggf. grob zerkleinern. Pürieren und durch ein feines Haarsieb geben.

Pistazien in einer Pfanne fettfrei anrösten, bis sie duften, dann grob hacken.

Sind die Baiser ausgekühlt, portionsweise auf einen Teller geben. (3-4 Baiser je nach Größe). Sahne steif schlagen und nach Belieben 2-3 EL Erdbeerpüree unterrühren. Auf den Baiser verteilen, evtl. weiteres Erdbeerpüree darüber geben. Rhabarberkompott darübergeben und mit frischen, gewaschenen und aufgeschnittenen Erdbeeren sowie den Pistazien dekorieren.

*Man kann auch einen Teil der Baisermasse mit Erdbeerpüree mischen. Nur gerade so weit verrühren, dass sich eine schöne Marmorierung ergibt. Diese Baiser sollten etwas länger gebacken werden und sind dann tendenziell dennoch weicher. Sie eignen sich eher für solche Desserts als zum Lagern.

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