Und in der allergrößten Not…

… schmeckt das Brot auch ohne den Käse! Jawohl, hier wird noch Brot gebacken! Gerne mit etwas Motivationsschub seitens des Bread Baking Days, dieses Mal ausgerichtet von Susanne von magentratzerl und dem Motto Sandwichbrot.

Allzu oft nehme ich Brot gar nicht mit als Pausensnack oder Mittagessen, da ich oft das Gefühl habe, zu viel altbackenes Brot zu produzieren, so langsam wie ich es aufbrauche. Mit dem dann wieder etwas Sinnvolles anstellen, bringt mich wiederum erneut in Zugzwang. Ich und Lebensmittel wegwerfen? Das geht nicht gut zusammen. Und so gern ich Panzanella & Co mag, muss es doch nicht dauernd sein. Nun gut. Hier habe ich ein kleines Kastenbrot gebacken. In 3-4 Tagen ist das – allerdings nicht allein – dann auch aufgebraucht und durch das Toasten länger lecker.

Drin stecken Datteln, Honig und Sesam, die das Brot ideal zum Frühstücken aber auch zum Kaffee als Kuchenersatz machen. Als Belag eignet sich von Butter über süßem Aufstrich, Frischkäse bis hin zu würzigem Bergkäse wirklich einiges.

Bei mir sind einmal Salat, würziger Camembert, Elfen-Chutney mit Kürbis, Apfel und Chili und Blaubeeren darauf gelandet, ein anderes Mal Salat, Frischkäse natur, französischer Landkäse und Erdbeeren. Lecker!

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Dattel-Honig-Brot mit Sesam

für eine Kastenform von etwa 22cm Länge

  • 250g Weizenmehl 550
  • 75g Weizenvollkornmehl oder Dinkelmehl 630
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 1/2 TL Salz
  • 200ml lauwarmes Wasser
  • 3 EL Honig
  • 3 EL neutrales Öl & etwas zum Ausfetten der Schüssel
  • 75g Datteln, entsteint
  • 2 EL Sesamsamen + einige zum Bestreuen
  • Milch oder Eigelb zum Bepinseln
  • etwas Butter zum Fetten der Form

Mehle mischen, mit Trockenhefe und Salz vermengen. In einem zweiten Gefäß Wasser und Honig verrühren, bis sich der Honig aufgelöst hat. Zum Mehl geben und zusammen mit dem Öl gut verkneten. Den Teig in einer mit etwas Öl ausgestrichenen Schüssel eine Stunde an einem warmen Ort (Backofen mit eingeschaltetem Licht) abgedeckt (Frischhaltefolie) gehen lassen.

In der Zwischenzeit können die Datteln grob gehackt und die Kastenform eingefettet werden.

Datteln und Sesam in den Teig kneten und in die vorbereitete Form geben. Weitere 30 Minuten warm und abgedeckt gehen lassen.

Backofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Brot mit Milch/Eigelb bepinseln und Sesam darauf streuen. Etwa 30 Minuten backen lassen. Falls das Brot zu dunkel wird mit Alufolie abdecken.

Rezept aus Omas Backrezepte, Parragon Verlag.

Die bessere spanische Wegschnecke

Gärtner kennen diese „Landplagen“. Spanische Wegschnecken, eine – vor fast 50 Jahren offiziell dokumentiert – eingeschleppte Art. Ein Neozoon, welches sich an allerlei Gartenpflanzen vergreift und in geringer Zeit nur mehr die Blattstengel übrig lässt. Oft holt man sich die Gelege gleich mit neuen Pflanzen nach Hause.

Kein Wunder, dass mit der Zahl der Schnecken auch die Zahl der indischen Laufenten steigt, die gerne als Gegenmaßnahme gehalten werden. Dabei gibt es ebenso heimische Tiere, die die Vermehrung der Nacktschnecken verringern. Weinbergschnecken und einige Käfer fressen die Gelege, den Nacktschnecken auf den ersten Blick ähnliche Tiere, die Schnegel, fressen auch die geschlüpften Schnecken. Es ist also wünschenswert, den Nützlingen das Leben zu erleichtern. Weitere Tipps gibt es auch beim Nabu. Mal sehen, wie stark sie sich in diesem Jahr vermehren können. Beim Umtopfen sind mir jedenfalls schon ein paar begegnet.

Andere spanische Schnecken kommen dagegen viel besser an, auch aber nicht nur bei Gärtnern: Ensaimadas, eine spanische (mallorquinische) Spezialität.

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Bei mir mit Hefe und Sauerteig und, nicht wie im Original mit Schweine-, sondern mit Butterschmalz bzw. Rapsöl. Beides habe ich probiert. Die mit Öl bestrichenen funktionieren auch, sind meines Erachtens etwas dichter und schmecken eben eher neutral. Den Butter(schmalz)geschmack merkt man schon deutlich. Der Teig ging hier aber besonders schön in Schichten auseinander und hat eine schöne Porung. Wobei ich Fotos gesehen habe, die das nicht so fluffig zeigen. In Ermangelung originaler Erfahrung kann ich immerhin sagen, dass die Schnecken schmecken.

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Ensaimadas sind ein typisches Frühstücksgebäck zur Tasse Kaffee oder heißer Schokolade und als solches sollten sie auch vor dem Mittagsläuten gegessen werden. Ich denke, es bringt kein Unglück, wenn sie auf dem Nachmittagskaffeetisch landen. Wer die Schnecken bereits zum Frühstück servieren möchte, sollte die Gehzeit beachten. Sie sollte zwischen 12 und 24 Stunden liegen. Bei mir waren es etwa 20. Frisch und noch leicht warm schmecken sie (mir) am besten.

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Ensaimadas

für 6 Schnecken mit etwa 20cm Durchmesser

  • 350g Weizenmehl 550
  • 120g Zucker
  • 15g Roggenanstellgut, frisch
  • 1 Ei
  • 1 gute Prise Salz
  • 5g frische Hefe
  • 150ml lauwarmes Wasser
  • 125g Butterschmalz (ich habe Ghee verwendet) oder etwa 100ml Rapsöl/neutrales Öl zum Bestreichen
  • ggf. Puderzucker

Alle Zutaten außer Schmalz/Öl und Puderzucker mischen und von Hand oder maschinell so lange durchkneten, bis der Teig beim Fenstertest ein gut ausgebildetes Glutengerüst zeigt. Zieht man etwas Teig vorsichtig auseinander, erhält man eine dünne stabile Teigschicht.

Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen (Ofen & eingeschaltetes Licht), bis er sich etwa verdoppelt hat. Das dauert etwa 1,5 Stunden.

Dann in 6 gleich große Portionen teilen und diese auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn zu einem länglichen Fladen ausrollen und ggf. mit den Händen weiter ausziehen, bis er so dünn ist, wie Strudelteig, man also die Maserung/Musterung der Arbeitsplatte o.ä. durch den Teig sehen kann. Mit flüssigem Butterschmalz oder Öl bestreichen und von der langen Seite her einrollen. Diese Rolle nochmals in sich selbst verdrehen und dann spiralförmig, aber mit Abstand zwischen den Runden der Spirale auf ein mit Backpapier o.ä. ausgelegtes Blech legen. Mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und 12-24h bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Dann im vorgeheizten Backofen bei 200°C Umluft 10-15 Minuten goldbraun backen, dabei ggf. einmal wenden (nicht typisch, war bei mir aber bei einem Blech notwendig).

Etwas abkühlen lassen, dann nach Wunsch mit Puderzucker bestreuen.

Rezept von hier.

Simone von aus der Lameng sucht diesen Monat für den BreadBakingDay süße Brote oder Brötchen zum Kaffee. Ich hoffe, die spanische Variante passt hier dazu?!

Nicht ganz aufgegangen

Wobei – der Titel ist nicht ganz richtig. Aufgegangen sind sie wunderbar, meine Kirsch-Fenchel-Bagel. Aber gehalten hat das Volumen nicht ganz so, wie ich mir das gewünscht habe. Aber erst einmal der Reihe nach:

Bagel habe ich bisher noch nicht selbst gebacken, aber das neue Bread Baking Day Thema – Brot und Brötchen zum Kaffeetrinken, bietet die Möglichkeit, dies zu probieren. Nun denn, Rezept mit Sauerteig gesucht und überlegt, welche Zutaten denn noch mit eingebunden werden können. Kirsche und Fenchel passt gut zusammen, sowohl frisch und in der Knolle, als auch getrocknet und Fenchelsamen. Beides sind Zutaten, die sich auch mit Frischkäse oder Marmelade vertragen, durchaus also für ein süßes Brot taugen. Aber auch ohne Belag oder Aufstrich schmecken die Bagel.

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Der Sauerteigansatz blubberte über Nacht schön vor sich hin, der Teig am nächsten Morgen ging tagsüber wunderbar auf. Auch die Stückgare ließ gutes hoffen, denn auch hier war eine schöne Volumenzunahme zu beobachten. Aber dann.. Bagel werden ja vor dem Backen kurz in heißem Wasser gegart, damit sich eine glatte Oberfläche bildet. Beim Transfer in den Topf fiel der schön aufgegangene Teig für meinen Geschmack zu sehr in sich zusammen. Warum? Ich vermute, es liegt am Mehl. Es wird in den meisten Rezepten darauf hingewiesen, dass hier klebstarkes Mehl, also Mehl mit hohem Proteingehalt, verwendet werden soll. Klar, das Glutengerüst hält natürlich auch die eingeschlossenen Gärgase und das Wasser besser fest. Ich habe Weizenvollkornmehl und 405er gemischt, was wohl nicht ganz optimal war. Geschmacklich sind die Bagel aber gelungen. Wer sie also nachbacken möchte, achtet bitte auf das passende Mehl und kann auch gern noch das Rezept ansehen, das ich zur Orientierung verwendet habe.

Kirsch-Fenchel-Bagel

für 8 Stück

Sauerteig am Vortag ansetzen

  • 142g Weizenvollkornmehl
  • 142ml Wasser
  • 16g Roggenanstellgut

Alle Zutaten vermengen und 16 Stunden abgedeckt bei Raumtemperatur gehen lassen.

Hauptteig

  • Sauerteig
  • 130g Weizenmehl 405
  • 170g Weizenvollkornmehl
  • 4g Salz
  • 12g Honig (Sanddorn)
  • 40g getrocknete gehackte Kirschen
  • 1 gehäufter EL fettfrei gerösteter und gemörserter Fenchelsamen
  • 9g Rapsöl

Bis auf das Öl alle Zutaten verkneten, wenn der Widerstand beim Kneten größer wird, das Öl langsam zugießen und unterkneten, dann den Teig abgedeckt warm gehen lassen (Ofen, Licht eingeschaltet). Nach 45 Minuten und 90 Minuten falten, dann noch weitere 30 Minuten gehen lassen. Anschließend 8 Portionen bilden, diese sanft in etwa handlange Stränge ziehen. 15 Minuten warm gehen lassen. Die Teigstränge dann jeweils einzeln wie einen Ring um die Hand legen und die Enden dabei überlappen lassen, durch vorsichtiges Rollen miteinander verbinden. Teiglinge auf ein Bäckerleinen oder ein mit Mehl ausgestreutes Backpapier legen. Weitere 2-3 Stunden abgedeckt warm gehen lassen. Das Volumen sollte sich merklich vergrößern.

für das Garen im Wasserbad

  • 1 EL Honig in 1 l Wasser gelöst

Wasser mit Honig aufkochen, dann nur noch Simmern lassen. Bagel einzeln in das Wasserbad legen, von jeder Seite 20 Sekunden garen lassen, dann herausnehmen, abtropfen lassen (feinmaschiges Gitter).

Währenddessen Ofen auf 230°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Bagel 20-25 Minuten backen.

Schmeckt auf jeden Fall dazu: Die Holunder-Apfel-Marmelade vom letzten Jahr.

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the sweet life – the sweet loaf

Herrlich die erstarkende Sonne, die austreibenden Bäume und Sträucher, das frische Grün. Alles neu, mal wieder. Ich freue mich auf die Gartensaison, Pausen in der Sonne, Hände in der Erde. Auf frische eigene Kräuter und Früchte und Gemüse.

Doch erstmal gibt es hier noch ein Rezept für Schokoliebhaber und Nussknacker. Für Leute, die auch gern Kuchen durch Brot ersetzen zum Kaffee. Mit diesem wunderbaren Schokoladenbrot mit ganzen Haselnüssen ist das kein Problem. Aber es schmeckt durch die Tiefe, die die Zartbitterschokolade mitbringt, auch zu herzhaftem, richtig kräftigen Käse, mit etwas Butter und Salz oder Quark. Es ist nicht wirklich süß und würde sich auch prima als Grundlage für einen Brotpudding (wie zum Beispiel diesen von Zorra) machen, wenn denn etwas übrig bliebe. Gesehen bei den Mast Brothers. Ein wenig hab ich abgeändert und die Angabe „Makes 1 medium loaf“ naja.. Medium ist anscheinend auch hier so relativ wie bei manchen Kleidergrößenangaben.

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Schokoladenbrot mit ganzen Haselnüssen

für 1 26er-28er Springform oder 2 kleine mit je 18-20cm Durchmesser

  • 12g frische Hefe
  • 120g brauner Zucker
  • 325ml laumwarmes Wasser
  • 600g Mehl
  • 1 EL Backkakaopulver
  • 1 gute Prise Salz
  • 1 Eigelb
  • 30g Butter und etwas zum Einfetten der Form
  • 200g Zartbitterschokolade (85%)
  • 50g ganze Haselnüsse
  • 50g Rosinen
  • 2 EL Sahne

Hefe zerbröseln und mit Zucker und Wasser in einer großen Schüssel verrühren, 10 Minuten stehen lassen. Währenddessen Schokolade hacken und Ei trennen. Butter schmelzen.

Nun Mehl, Kakao, Salz, Eigelb und Butter zugeben und alles kräftig etwa 5 Minuten miteinander verkneten (laut Rezept 10 Minuten in der Küchenmaschine), dann 10 Minuten ruhen lassen. Schokolade, Nüsse und Rosinen kräftig unterkneten und abgedeckt an einem warmen Ort (Ofen, Licht eingeschaltet) etwa 2 Stunden stehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.

Teig mit wenig Mehl kräftig zusammenschlagen, dann in eine gefettete Form geben und erneut 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Die Oberfläche dann mit der Sahne einpinseln und währenddessen den Ofen vorheizen. Die Backtemperatur sollte dann 210°C betragen. Für 10 Minuten backen, dann die Temperatur auf 180°C senken und weitere 20 Minuten backen. Abkühlen lassen, dann auf einem Rost auskühlen lassen.

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Mein zweiter Beitrag – dieses Mal amerikanisch – zum BBD. Sandra von Snuggs kitchen rief zum Einmal-um-die-Welt-backen auf.

Fast wie früher

Mit meiner Kindheit verbinde auch ich bestimmte Gerüche, Geschmäcker und Gerichte. Es gab zum Beispiel viel häufiger Kompott als heute, eigentlich jedes Wochenende, weil es einfach da war. Das Obst wurde eben selbst eingekocht. Auch meine Standardwünsche, die ich immer äußere, wenn Mama fragt, was sie denn kochen soll, wenn ich zu Besuch bin, kamen häufiger auf den Tisch. Heute hat das Wünschen anscheinend gar keinen Zweck mehr, denn es gibt nie Spinat mit Kartoffeln und Ei oder Eier in Senfsauce. Dabei schmeckt das selbst gekocht einfach anders als zu Hause – die Eier in Senfsauce insbesondere. Zu den typischen Sachen, die es heute kaum oder gar nicht mehr gibt, gehören auch Anisplätzchen und Mohnzopf.

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Beides gab es bei einer Bäckerei in der Nachbarschaft das ganze Jahr über. Auf den Regalen standen Holzmodel für Osterlamm und -hase und in der Auslage gab es verschiedenste Kuchen und neben den Anisplätzchen noch Schwarzweißgebäck. Als Kind durfte ich öfter allein zur Bäckerei mit dem Roller oder Fahrrad. Über den Spielplatz, die eher provisorische Holzbrücke über dem Graben, vorbei an einem Grundstück, auf dem Gänse gehalten wurden. Heute gibt es die Bäckerei leider nicht mehr und das Haus ist umgebaut.

So bleiben es Kindheitserinnerungen. Für die Plätzchen habe ich schon ein passendes Rezept gefunden, es sind die mit den Füßchen. Bei den Mohnzöpfen ist das etwas schwieriger.  Eigentlich ist es ein Teig, den man auch bei Milchbrötchen findet. Mohnzöpfe gab es zum Frühstück oder Kaffeetrinken mit Pflaumenmus, Marmelade oder Honig und sie sind mit Mohnbrötchen gar nicht zu vergleichen.

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Als ich vor einiger Zeit dann bei Susanne dann vor einiger Zeit las, dass sie Milchhörnchen aus ihrer Erinnerung nachgebacken hat, kam mir die Idee das gleiche mit den Mohnzöpfen zu versuchen. Auch hier habe ich wie bei der Fougasse einen Vorteig (Biga) verwendet und etwa 17 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Das Ergebnis ist bis auf die amateurhafte Ausformung geschmacklich wirklich gut und kommt meiner Erinnerung sehr nahe. Die Zöpfe sind vielleicht noch einen Tick zu süß und zu flaumig – sonst ja eher kein Nachteil.

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Mohnzöpfe mit Vorteig

für zwei Zöpfe, etwa 25cm lang

Biga

  • 2g frische Hefe
  • 125g Dinkelmehl (Weizen funktioniert auch)
  • 75ml lauwarmes Wasser
  • 75ml lauwarme Milch

Die Hefe zum Mehl in eine Schüssel krümeln und mit Milch und Wasser zu einem flüssig-zähen Teig verrühren (Holzlöffel). Schüssel mit Frischhaltefolie bedecken und bei Raumtemperatur mindestens 12h gehen lassen.

weitere Zutaten

  • 375g Dinkelmehl und etwas zum Kneten
  • 10g Vanillezucker
  • 40g Zucker
  • 1 TL Salz
  • 3g frische Hefe
  • 100ml lauwarme Milch
  • 50g weiche Butter in Flöckchen
  • 2 EL Sahne zum Bestreichen
  • 2 EL ganze Mohnsamen

Alle Zutaten bis auf Sahne und Mohn zum Vorteig geben und gut mindestens 5 Minuten lang zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Dieser sollte nicht mehr kleben. In einer abgedeckten Schüssel an einem warmen Ort (Backofen mit eingeschaltetem Licht) gehen lassen, bis der Teig sich in seinem Volumen verdoppelt hat, etwa 1-2h.

Den Teig kurz durchkneten (ggf. mit etwas Mehl bestäuben), in zwei gleichgroße Portionen und diese wiederum in drei gleiche Portionen teilen. Jeweils 3 Portionen zu etwa 25cm langen Strängen formen und diese locker zu einem Zopf flechten. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit Sahne bepinseln und Mohn darauf streuen. Erneut im Ofen 30 Minuten gehen lassen.

Dann bei 200°C Ober-/Unterhitze 15 Minuten backen. Hitze auf 175°C reduzieren und weitere 10-12 Minuten backen.

Abgewandelt und entveganisiert (seltener Fall..) von hier.

Aufgrund des Vorteigs auch ein Rezept geeignet für den Bread Baking Day.

 

Art Brot nouveau

Wenn es um Kunst geht, hat wohl jeder ein paar Stile oder Richtungen, die er besonders mag, andere dafür gar nicht. Ähnlich wie z.B. Länderküchen. Zu meinen liebsten Kunstrichtungen gehört Art Nouveau – oder Jugendstil. Diese „Kunst im Alltag“ mit ihren durch der Natur inspirierten Elementen mag ich sehr und die Bilder von Mucha u.a. finde ich wunderschön.

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Kunst im Alltag ist für mich auch die Fougasse, ein flaches Brot, meist aus Weizenmehl, welches am ehesten mit Focaccia verglichen werden kann. Oftmals findet man dieses Brot geformt und eingeschnitten, so dass es aussieht wie das wachsende Blatt einer Monstera. Wo ich dieses Brot das erste Mal gesehen habe, kann ich schon gar nicht mehr sagen, aber nachbacken wollte ich es schon lange. Zum Glück gibt es den BBD bei Zorra mit dem Thema Brot mit Biga. Biga ist ein Hefevorteig, welcher am besten über Nacht bei Raumtemperatur reift, bevor er mit weiterem Mehl und den restlichen Teigzutaten vermischt wird. Meine Recherche, ob denn eine Fougasse ebenfalls mit Biga gebacken werden kann, brachte positive Resultate – also stand dem Ausprobieren nichts mehr im Wege! Viele Rezepte verwenden Trockenhefe oder eine leicht abgewandelte Art des Vorteigs, bei dem schon zu Beginn Salz zugegeben wird (Pâte fermentée). Aber das von mir verwendete Rezept sieht ebenfalls Frischhefe vor. Es hat alles ganz wunderbar geklappt und das Ergebnis ist nicht nur schön, sondern auch schmackhaft! Knusprige Kruste und schöne Krume.

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Dazu gibt es einen kambodschanischen Hochzeitsdip. Im Gegensatz zur Fougasse weiß ich hier genau, dass ich den nachkochen wollte, seitdem ich die River Cottage Folgen zum Buch Täglich vegetarisch gesehen habe. Frankreich trifft Kambodscha. Aber auch zu Gemüse oder anderen Broten passt dieser Dip ganz wunderbar.

Fougasse mit Biga

für zwei größere oder 4 kleinere Brote

Biga

  • 10g frische Hefe
  • 250g Weizenmehl
  • 350ml Mineralwasser

Mehl in eine große Schüssel einwiegen. Die Hefe in kleine Bröckchen zupfen und mit dem Wasser verrühren, bis eine homogene Mischung entsteht. Mit einem Holzlöffel in das Mehl einrühren. Schüssel mit Klarsichtfolie bedecken und den Teig so 10-12 Stunden gehen lassen.

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weitere Zutaten

  • 250g Dinkelmehl
  • 10g Salz
  • nach Belieben: pro Portion 5 schwarze Oliven, in feinen Streifen, 2 halbgetrocknete Tomaten,in feinen Streifen, Rosmarin, fein gehackt, Sesam-/Kürbis-/Sonnenblumenkerne, Mohn, gehackte Nüsse, Meersalz
  • ein wenig Öl
  • etwas Polenta zum Formen

Nach der Übernachtgare den Teig mit Salz und Mehl verkneten. Er sollte noch recht klebrig sein. Wieder mit Klarsichtfolie bedecken und 20 Minuten gehen lassen (bei mir: Im Ofen mit eingeschaltetem Licht).

Dann alles gut durchkneten, bis man einen elastischen Teig erhält. Diesen zur Kugel formen und in eine leicht eingeölte Schüssel geben. Mit Klarsichtfolie bedecken und eine Stunde gehen lassen (s.o.).

Teig erneut auf einer mit Polenta bestäubten Arbeitsfläche sanft durchkneten und ggf. die weiteren Zutaten einarbeiten (Nüsse und Samen sowie Kräuter oder Salz können auch nur vor dem Backen auf den Teigling gestreut werden). Teig zurück in die Schüssel geben, mit Folie bedeckt eine weitere Stunde gehen lassen.

Ofen auf 210°C Umluft vorheizen. Nun den Teig in die gewünschte Portionsgröße teilen, auf der mit Polenta bestäubten Fläche mit den Händen oder dem Teigholz etwas ausrollen und nach Wunsch z.B. zu einem Blatt formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und mit einem scharfen Messer nach Wunsch einschneiden, ohne den Rand zu zerstören. Nach Wunsch leicht einölen und mit Nüssen o.ä. bestreuen. 20-25 Minuten im Ofen goldbraun backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Quelle: cookipedia

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Ich habe zwei Blätter mit Tomate und Olive gebacken, eines mit Rosmarin und eines natur.

Kambodschanischer Hochzeitsdip

für 4-8 Portionen (8 Portionen sin im Buch angegeben, dann müssen aber noch andere Dips her!)

  • 500g weiße oder braune Champignons, geputzt
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1/2 scharfe rote Chili
  • 1 EL Currypulver oder milde Currypaste (ich: indisches Curry, mittelscharf)
  • 2 EL stückige Erdnussbutter (crunchy)
  • 400ml Kokosmilch
  • 1 Spritzer Sojasauce
  • Saft von 1/2 Limette
  • nach Wunsch frische Korianderblätter, gewaschen, trocken getupft, grob gehackt

Champignons in 3-4mm große Würfel schneiden, Knoblauch fein hacken, Chili mit Samen fein hacken. Öl in einer Pfanne stark erhitzen, Champignons unter Rühren zugeben und heiß anbraten, bis die Flüssigkeit verdunstet ist. Dann Chili und Knoblauch zugeben und eine Minute weiterbraten. Erdnussbutter und Curry(paste) zufügen, unterrühren und dann die Kokosmilch einrühren. Bei hoher Temperatur und regelmäßigem Rühren sämig einkochen lassen, mit Sojasauce und Limettensaft abschmecken. Heiß oder warm mit Korianderblättern bestreut servieren.

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Schaut mal beim BBD vorbei, es gibt immer tolle Anregungen zum Brotbacken!
Bread Baking Day #79 - Bread with Biga (last day of submission February 1st, 2016)