Kochbuchchallenge 8.1: Bought, Borrowed & Stolen

Nur kein Stress! Unter dem Motto sollte zumindest das Osterwochenende stehen, an dem wir auch ein Dreigängemenü für 6 gekocht haben. Zumindest zum Großteil ist uns das gelungen. Unser Urlaub hat ebenfalls Anteile von Arbeit, freiwillig und erzwungen. Zum Ostermenü später (Es ist mehr oder weniger unabhängig von der Jahreszeit und ich brauche noch Fotos. Da der Mann und ich anderweitig beschäftigt waren, haben die Gäste zumindest einige gemacht.).

Zunächst eine neue Kochbuchchallenge, mit der ich bereits vor Ostern begonnen habe. Der Mann hat ebenfalls nach Rezepten gestöbert und so ist dieses hier auch von ihm ausgesucht. Da er es mit seinem „Weltklasse! – Das muss aufs Blog!“-Siegel ausgezeichnet hat, kann ich da natürlich nicht widersprechen. Beurteilen kann ich es dieses Mal jedoch nicht.

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Doch erstmal zum Buch: Der ungewöhnliche Titel Bought, Borrowed & Stolen* bezieht sich auf die Messer, die die Autorin in den verschiedensten Ländern kennen gelernt und „erworben“ hat.

Der Name der reisenden Köchin Allegra McEvedy kann euch schon untergekommen sein, wenn ihr auch regelmäßig die Food-Kolumnen des Guardian lest/gelesen habt.

Jedes Kapitel stellt dann auch eben dieses Messer, das Land (mit kurzer Übersicht zur Einwohnerzahl, Lebenserwartung, im- und exportierte Lebensmittel, typische Gerichte und Getränke, dem schönsten Moment…) und einer kurzen Schilderung der Erlebnisse dar. Es folgt eine Fotocollage mit einer Liste der Rezepte.

Zur besseren Vorstellung: Es geht wirklich einmal um den Globus über Türkei und Marokko, Burma, Japan, China, Frankreich, Portugal, Südafrika, Norwegen, Mexiko, Malawi, Kuba,…

Die zumeist doppelseitig präsentierten Gerichte machen dabei Lust aufs Nachkochen. Die Rezepte verlangen allerdings zum Teil nach Zutaten, die nicht so einfach zu bekommen sind.

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Das erste hier gezeigte Gericht stammt aus dem Kapitel Burma und ist laut dem Ländercheck auch das laut Einheimischen beste Gericht des Landes: Oh-no Khaukswe, ein Hühnchencurry mit Nudeln. Für den Mann definitiv ein Oh-yes-Gericht! (Sorry, wer hat den Witz kommen sehen?)

Da ich ja nur für einen Fleischesser gekocht habe, musste ich bei der Zubereitung etwas improvisieren. Anstatt ein ganzes Huhn zu verwenden, habe ich lediglich Hähnchenbrust und Hühnerfond verwendet. Im Buch wird das Huhn zerteilt verwendet: Aus der Karkasse und den Flügeln wird eine Brühe bereitet, Brust und Beine ohne Haut gegart und anschließend weiter zerkleinert.

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Oh-no Khaukswe – Hühnchencurry mit Nudeln

für 1-2 Portionen, etwas zeitintensiver (1-1,5 h)

  • 250-300g Hähnchenbrust ohne Haut
  • 1 Glas, etwa 400ml Hühnerfond oder selbstgekochte Hühnerbrühe
  • 1/2 TL Kurkuma, gemahlen
  • 1 EL Rapsöl und etwas mehr zum Frittieren der Nudeln
  • 1 kleine Handvoll Reisnudeln, z.B. Reisvermicelli
  • 3/4 TL Chiliflocken
  • 1 rote Chili
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 rote Zwiebel
  • 10g Kichererbsenmehl
  • 200ml Kokosmilch
  • 3/4 EL Fischsauce
  • 1 Block Mie-Nudeln (etwa 83g)
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • Salz
  • nach Belieben: 1 hartgekochtes Ei, 1 Limettenviertel

Fond mit weiteren 100ml Wasser in einen Topf geben, die abgespülte und abgetrocknete Hähnchenbrust zugeben und zum Köcheln erhitzen. Kurkuma zugeben und abgedeckt 20 Minuten sanft köcheln lassen. Das Fleisch aus der Brühe nehmen und abkühlen lassen, dann in mundgerechte Stücke zerteilen.

Die Brühe weiter köcheln lassen, bis etwa die Hälfte der Flüssigkeit verdampft ist.

Währenddessen weitere Zutaten vorbereiten: Chili waschen, putzen und nach Belieben die Kerne entfernen. Fein in Streifen oder Würfel schneiden. Knoblauch und Zwiebel schälen und fein würfeln, Frühlingszwiebeln waschen, putzen und die grünen Teile der Zwiebel in Ringe schneiden.

In der Zwischenzeit etwas Öl in einer großen, flachen Pfanne erhitzen und wenn es heiß ist, die Reisnudeln zugeben. Sie puffen auf und können dann mit einer Schaumkelle herausgenommen und auf Küchenpapier gelegt werden.

Das Öl in der Pfanne etwas abkühlen lassen, dann die Chiliflocken zugeben und bei schwacher Hitze 3-4 Minuten erhitzen, ohne, dass die Flocken verbrennen. In eine Schale füllen.

Erneut etwa 1 TL Öl erhitzen und die Chili, Knoblauch und Zwiebel für einige Minuten braten, dann das Fleisch zugeben und unter gelegentlichem Rühren erneut einige Minuten braten. Die Brühe erneut erhitzen.

In einer Schale Kichererbsenmehl mit etwa 1,5 EL Wasser zu einer homogenen Paste vermengen und in die köchelnde Brühe einrühren. Falls sich Klümpchen bilden, die Brühe durch ein feines Sieb geben und erneut erhitzen. Die Kokosmilch einrühren und alles zu der Pfanne mit Zwiebeln und Fleisch geben. Wiederum etwa 10-12 Minuten simmern lassen.

Währenddessen die Mie-Nudeln nach Anleitung zubereiten (d.h. in eine Schale geben, mit kochendem Wasser übergießen und etwa 5 Minuten ziehen lassen, dann abseihen). Nach Wunsch ein hart- oder wachsweichgekochtes Ei zubereiten.

Das Curry in der Pfanne mit Fischsauce und Salz abschmecken.

Anrichten: Mie-Nudeln in einen tiefen Teller oder eine Schale füllen, das Curry darüber geben und mit den knusprigen Reisnudeln sowie den Frühlingszwiebelringen und dem Chiliöl nach Geschmack servieren. Nach Wunsch noch das halbierte Ei und Limettenviertel dazu reichen.

Aus:

Jans Lieblingsessen bekommen ab sofort das Gütesiegel Geisterkrank:geisterkrank

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Glasnudeln mal anders

Wenn ich lange arbeite, bereite ich mir gerne etwas vor, das dann immerhin ein Mittagessen ersetzt. Warm muss es nicht sein, aber ich habe dann gerne etwas anderes als nur ein belegtes Brötchen. Salat gibt es dann oft, aber dieses mal habe ich mir Nudeln gemacht – im Weckglas.

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Das ist praktisch, man kann das Essen auch in der Mikrowelle erhitzen, wenn man den Deckel öffnet und – wichtig! – die Klammern entfernt und hat genau eine Portion!

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Mit Instantnudeln ist das Essen dann auch am Abend zuvor schnell vorbereitet und wartet bis zu seiner Abholung im Kühlschrank. Auch die restlichen Komponenten, die zu meinem asiatischen Nudelsalat dazugehören, sind schnell zubereitet und können nach Belieben variiert werden. Ich habe mich für Sesam-Tofu und eine würzige Marinade mit Sojasauce und Chili entschieden. Als weitere Toppings sorgen geröstete Erdnüsse für den nötigen Biss und Frühlingszwiebeln sowie Gurke für Frische und angenehme Schärfe.

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Asia-Nudelsalat im Glas

für eine Portion

  • 100g schnittfester Tofu (ich hatte Alnatura-Tofu)
  • 3 TL Sojasauce
  • 2 EL Sesam
  • 1 EL Reisessig
  • 1 TL brauner Zucker
  • nach Belieben 1 TL Chilisauce, sweet (z.B. diese hier*)
  • 1 TL Wasser
  • 1/2 rote Chili
  • 1 TL Sesamöl, geröstet
  • 1/2-1 Lauchzwiebel
  • ca. 4cm breit Salatgurke
  • 1/2 Handvoll Erdnüsse, geröstet (und gesalzen)
  • ca. 62g Instant-Eiernudeln (die typischen Mie-Nudeln*, das entspricht einem Block)

Tofu zwischen mehreren Lagen Küchenpapier sanft ausdrücken, sodass überschüssige Flüssigkeit aufgenommen wird. Ggf. mehrmals wiederholen, dann wird der Tofu beim Braten knuspriger. In mundgerechte Stücke schneiden und in 1 TL Sojasauce wenden, danach in Sesam wälzen.

Restliche Sojasauce, Essig, Wasser und Zucker verrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Chili von den Kernen und weißen Häuten entfernen und sehr fein würfeln. (Zusammen mit der Chilisauce) Unterrühren.

Lauchzwiebel waschen, putzen und in feine Ringe schneiden, Gurke in Stifte schneiden und Erdnüsse grob hacken.

Nudeln in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen und so 5 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit Sesamöl in einer Pfanne erhitzen und die Tofustücke darin goldbraun und knusprig braten (Achtung: Der Sesam springt gerne auch aus der Pfanne.). Wer die Lauchzwiebeln gerne etwas geröstet mag, der gibt sie nach dem Tofu ebenfalls noch für 1-2 Minuten in die Pfanne.

Nudeln abgießen und in ein Weckglas (Größe 580ml*) füllen. Die Marinade darüber geben. Darauf Lauchzwiebeln, Gurke, Erdnüsse und ganz oben den Tofu geben. Auskühlen lassen und verschließen (alternativ die Nudeln auskühlen lassen, aber warm nehmen sie die Marinade besser auf).

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Ein kleiner Beitrag für Zorras BlogEvent Sommer, Sonne, Pastaglück (die Idee kommt von Maja von moeyskitchen), bei dem ihr noch weitere leckere Nudelsalate im Glas für Arbeit, Picknick & Co findet!

Blog-Event CXXXII - Pastaglueck (Einsendeschluss 15. Juli 2017)

Widerstand zwecklos – Sie werden jetzt fusioniert!

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Sich zu entscheiden ist manchmal gar nicht so einfach. Dabei müssen wir das ja unentwegt tun. Dass Ernährung unsere DNA auch zeitlebens verändert, bestimmte Gene aktiviert bzw. inaktiviert und dieses epigenetische (also auf der DNA, dem Genom liegende) Muster auch vererbt werden kann, ist inzwischen bekannt. Ob wir unter Nährstoffmangel leiden oder eine übermäßige Zufuhr von Energie erhalten, ist also nicht nur für unser Leben und den jeweiligen betrachteten Zeitraum entscheidend, sondern wirkt sich auch auf unsere Nachkommen aus. Eine große Verantwortung also. [Wer sich darüber zumindest etwas mehr informieren möchte, dem sei dieser Artikel empfohlen, in dem einige Beispiele genannt werden. Inzwischen weiß man auch, dass nicht nur stoffliche Einflüsse, wie unsere Ernährung, sondern auch psychologische Effekt im Erbgut abgebildet und weitervererbt werden können – Traumata zum Beispiel.]

Man kann nur hoffen, dass man dieses Wissen positiv nutzt, um sich dessen bewusst zu werden. Ausschließen kann man Veranlagungen so natürlich nicht. Dazu sind wir und unsere Genetik einfach zu komplex. Man kann nur hoffen, dass nicht irgendwann Krankenkassen o.ä. auf die Idee kommen, uns so gläsern zu machen, unser Ess- und Fitnessverhalten so zu überwachen (und das ist auch über Fitnesstracker und -apps, deren Daten an Dritte weitergegeben werden möglich), um uns das Risiko für unsere Nachkommen und uns selbst, in Rechnung zu stellen. Gesundes Essverhalten kann man schließlich auch anderweitig fördern.

Dass sich die Zusammensetzung unserer Nahrung, genauer gesagt unseres Frühstücks, denn das wurde hier untersucht, auch auf unser Sozialverhalten Einfluss haben, ist relativ neu. Wie wir zum Beispiel auf unfaire Angebote reagieren können, ist abhängig davon, was wir zum Frühstück gegessen haben. Erstaunlich! Je mehr Kohlenhydrate (typisch für unser brot- und müslireiches Frühstück) enthalten waren, desto sensibler reagierten die Studienteilnehmer darauf. Nachzulesen zum Beispiel hier, die Originalveröffentlichung hier.

Mir fällt es regelmäßig schwer, mich für ein konkretes Gericht zu entscheiden. Die geöffneten Tabs mit Rezepten, die markierten Stellen in Kochbüchern, die aktuell ausprobiert werden wollen, übersteigen die Marke 20 locker. Dabei ist die Saison für bestimmte Obst- und Gemüsesorten so kurz und so verschiebt sich ein Wunsch von diesem ins nächste Jahr (währenddessen sich noch 5 weitere ergeben haben…) und die Liste wird länger. Ab und an kann man dann ein paar Rezepte verbinden, die gaaanz oben auf der Prioritätenliste stehen. Da es zur Zeit zwingend schnell gehen muss (Konferenzen, Schlafmangel, Fortbildungen, der Garten verlangt nach Zeit, wenn es nicht regnet,… ihr seht, es häuft sich alles), sind auch die Zubereitungszeiten der Rezepte (sehr) gering.

Schon als ich den Hinweis auf die Rhabarberrezepte von Ottolenghi sah war klar, es kann nur eines geben! Rhabarber-Kimchi, wie gut klingt das denn? Der steht jetzt seit gut anderthalb Woche bei mir im Kühlschrank und konserviert vor sich hin. Kimchi allgemein kann man ja überall da einsetzen, wo das Essen sonst etwas fade schmecken würde. Also zu Nudeln, Reis, Eiern, aufs Sandwich, zu neutralerem Fisch oder Fleisch. Und es würzt durch diese würzig-saure Komponente, ohne gleich zu viel zu sein. Das Rhabarber-Kimchi enthält außerdem auch Möhre, Fenchel und eine Reihe von Gewürzen. Wie auch sonst bei eingelegtem Gemüse setzt man auf eine relativ salzige Lake, die konservierend wirkt, aber natürlich auch zum Geschmack beiträgt. Daher braucht man für mein Fusion-Gericht auch kein weiteres Salz.

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Wer jetzt sagt: „Aber der 24.6. – Stichtag zur letzten Ernte von Rhabarber und Spargel – war doch schon! Der enthält doch jetzt zu viel Oxalsäure!“, kann berichtigt werden: Bei einer schon gestandenen Pflanze macht eine Ernte der hier benötigten Menge nichts. Die Schonung nach dem 24.6. ist nicht mit einer zu hohen Oxalsäureproduktion zu begründen, sondern begünstigt einfach nur das Pflanzenwachstum im nächsten Jahr. 

Wie schon beschrieben, eignet sich Kimchi gut, um Reisgerichte aufzuwerten und mir lief noch in weiteres Rezept aus dem Guardian über den Weg: Kichi fried rice – mit Kimchi geschmorter Reis.

Da hier verschiedene Rezepte, aber auch verschiedene kulinarische Schulen und Einflüsse zusammenkommen, haben wir es hier quasi mit einer Doppel-Fusion zu tun. Bestens für Leute, die sich nicht immer entscheiden können 😉

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Nichtsdestotrotz musste ich eine Zutat ersetzen, durch andere zusammenmischen, was aber dennoch sehr lecker war. Da die Schärfe doch sehr von der Dosierung abhängt, schlage ich vor, den Anteil von Samal Oelek schrittweise zu erhöhen.

Rhabarber-Kimchi mit Sumach

für etwa 1 kg, also 1,5-2l

  • 1 EL Chiliflocken
  • 1 EL Sumach
  • 1 EL Bio-Orangenschale
  • 4 EL frischer Orangensaft
  • 3 Knoblauchzehen
  • 25 frischer, geschälter Ingwer
  • 1 TL Schwarzkümmel
  • 1 TL Zucker
  • 3 EL grobes Meersalz
  • 380g (3-4 Stangen) Rhabarber, geschält
  • 250g geputzte Möhren
  • 340g geputzter Fenchel
  • 80g geputzte Frühlingszwiebeln

Ingwer fein reiben und mit Chiliflocken, Sumach, Orangensaft- und schale, gepressten Knoblauchzehen und Schwarzkümmel mischen und im Mörser mit dem Salz zu einer Paste zerdrücken.

Rhabarber diagonal in 0,5cm breite Stücke schneiden, Fenchel in feine Scheiben mit etwa 1mm Dicke hobeln, Möhren in 2mm breite Stücke. Frühlingszwiebeln in diagonale Stücke von etwa 0,5cm Breite schneiden. Alles in einer großen Schüssel vermengen und die Paste zugeben und kräftig einmassieren. Mit einem Teller abdecken, ggf. beschweren und zwei Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen.

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Dann in ein großes Einmachglas (z.B. ein großes Gurkenglas) füllen und gut zusammendrücken. Die Flüssigkeit, die durch das Salz aus dem Gemüse gezogen wurde, sollte nach Möglichkeit über dem Gemüse stehen (sie nimmt aber noch an Menge zu). Gut verschlossen dunkel und kühl aufbewahren und das Gemüse täglich mit einem sauberen Löffel nach unten zusammendrücken. Ab und an kosten und wenn der gewünschte Geschmack (Säuregehalt vor allem) erreicht ist, dann in den Kühlschrank verfrachten und z.B. zum nächsten Rezept verwenden.

Quelle: Guardian

Rhubarb-Kimchi fried rice

für zwei gute Portionen

  • 150g Risottoreis (es funktioniert und schmeckt aber auch mit Jasminreis o.ä.), Sushireis wäre ideal, nach Belieben schon vorgekocht
  • 1 TL Sonnenblumen- oder Rapsöl
  • 160g Rhabarber-Kimchi s.o.
  • 1 EL Gochujang Chilipaste (ich habe 1 TL weißes Miso und 1 TL Sambal Oelek verwendet, da bitte mit der Schärfe rantasten und ggf. mit Aiwar o.ä. strecken)
  • 2 EL der Kimchi-Flüssigkeit
  • 2 TL Sojasauce
  • 1,5 TL geröstetes Sesamöl
  • 2 Eier
  • 2 Früglingszwiebeln
  • 1 EL Sesamsamen
  • 1/2 Noriblatt

Reis mit der doppelten Menge (also 300ml) Wasser aufkochen und bei geringer Temperatur gar köcheln lassen, ggf. noch etwas Wasser zufügen und gelegentlich rühren. Abkühlen lassen. In einer kleinen Pfanne ohne Fett die Sesamsamen anrösten bis sie anfangen zu springen. In eine Schale zu Abkühlen geben. Das Noriblatt ebenfalls ohne Fett in die heiße Pfanne geben, bis es anfängt wellig zu werden.

In einer großen Pfanne das Öl erhitzen und das Kimchi zugeben. Unter Rühren anrösten, bis es beginnt zu karamellisieren und Röststellen bekommt.

Währenddessen Kimchi-Sole mit Miso und Sambal Oelek (bzw. der Chilipaste) und der Sojasauce verrühren. Zum Kimchi geben und bei mittlerer Hitze einrühren. Den Reis zufügen und alles gut vermengen, damit der Reis gut mit der Sauce überzogen wird. Alles etwa 3 Minuten bei mittlerer Hitze braten und dann die Frühlingszwiebeln zugeben und unterrühren.

Vom Herd nehmen und das Sesamöl einrühren. In der anderen Pfanne mit wenig Fett ein Spiegelei nach Wunsch braten.

Reis auf einem Teller anrichten, Sesam und zerzupftes Algenblatt darüber geben und mit dem Spiegelei obenauf servieren.

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Quelle: Guardian

Kurzurlaub für zwei

Zu zweit vergisst sich die Zeit besser, zu zweit kocht es sich schöner, zu zweit lässt sich das Essen mehr genießen. Und ein bisschen träumen? Vom Urlaub, vom Fernweh. Schön, dass sich das alles verbinden lässt. Kochen, Essen, Kurzurlaub. Heute mal nach Thailand – unter Palmen.

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Auf der Karte: Duftender Kokosreis und Gemüse mit cremig-aromatischer Erdnusssauce. Die Paprika magst du nicht, die pick ich dir vom Teller und du bekommst von meinem Reis, ok? Und sieh an, das ganze ist schnell gemacht, zu zweit noch schneller!

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Thai-Gemüse mit Erdnusssauce und Kokosreis

für 2 Portionen

für den Kokosreis

  • 100g Basmati- oder Jasminreis
  • frischer Ingwer, etwa ein Würfel mit 1,5cm Kantenlänge
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1 TL Rapsöl
  • 1 kleine mittelscharfe Chili
  • 2 Kaffirlimettenblätter (gibt es getrocknet bei vielen Gewürzhändlern. Ich verwende gerne frisch eingefrorene aus dem Asiamarkt)
  • 1 kleine Stengel Zitronengras
  • 100ml Gemüsebrühe
  • 100g Kokosmilch (vor dem Öffnen gut schütteln!)
  • Salz
  • nach Belieben frischer Koriander (weggelassen)

Reis waschen, in einem feinen Sieb abtropfen lassen. Ingwer und Knoblauch schälen, beides in sehr dünne Scheiben schneiden. Rapsöl in einem Topf erhitzen, Ingwer und Knoblauch zugeben, bei mittlerer Hitze unter Rühren anrösten. Chili in kleine Stücke schneiden (Kerne entfernt) und mit den Kaffirlimettenblättern zugeben. Zitronengrasstengel mit dem Messergriff weich klopfen, in große Stücke schneiden, zugeben.

Mit Gemüsebrühe und Kokosmilch ablöschen. Reis zugeben, alles gut vermengen. Bei kleinster Hitze abgedeckt gar ziehen lassen. (etwa 15-20 Minuten, je nach Reissorte)

Dabei sollte die Flüssigkeit weitestgehend aufgenommen werden und der Reis wird schön cremig. Zum Essen dann Zitronengrasstücke und Kaffirlimettenblätter entfernen. Wer die Chilistücke nicht im Reis möchte, sollte die Schote entkernt im Ganzen mitkochen lassen.

für das Gemüse:

  • 100g rote Linsen
  • 375ml Wasser
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 EL Rapsöl
  • 1/2 rote Paprikaschote
  • 2 Möhren
  • 1/2 Zucchini
  • nach Belieben eine Handvoll frischer Babyspinat oder Zuckerschoten
  • 5-6 Blätter Basilikum (ideal wäre Thaibasilikum)
  • 2 EL Erdnussbutter
  • 1 daumengroßes Stück frischer Ingwer
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL Sojasauce
  • 2 TL Limettensaft und Abrieb von 1/2 Limette
  • 2 EL frischer Koriander (weggelassen)
  • 1/4 TL Tamarindenpaste (aus dem Asialaden oder z.B. hier)
  • 2-3 TL asiatische Chilisauce (Sriracha)
  • 1/4 TL Cayennepfeffer
  • 1 EL Rohrohrzucker
  • 1 TL Sesamöl (geröstet)
  • 250ml Kokosmilch (gut geschüttelt vor dem Öffnen)
  • Salz zum Abschmecken

Linsen mit dem Wasser aufsetzen und in 5-8 Minuten weich köcheln lassen. Durch ein Sieb abgießen und beiseite stellen.

Zwiebel in feine Ringe schneiden. Im erhitzten Öl bei größerer Hitze glasig dünsten. Paprika in schmale Streifen oder Würfel, Zucchini und Möhren in dünne Scheiben schneiden oder hobeln, zugeben und unter gelegentlichem Röhren anbraten. Spinat oder Zuckerschoten können nun ebenfalls geputzt zugegeben werden. Alles 5-7 Minuten unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze bissfest garen.

Für die Sauce die restlichen Zutaten bis auf das Basilikum in ein Gefäß geben und mit dem Pürierstab zerkleinern.

Zusammen mit den Linsen zum Gemüse geben und bei mittlerer Hitze einige Minuten aufkochen lassen. Basilikumblätter unterdessen waschen und trocken tupfen, in Streifen schneiden und zugeben. Abschmecken, dazu ggf. Salz, Cayenne, Zucker oder Chilisauce zufügen.

Mit dem Reis servieren.

Reisrezept von hier, Curry leicht abgeändert von hier.

Entschuldigen Sie,…

…ist das das grüne Ei mit Panko? – Ja, richtig erkannt! Aber neben der *hust* kreativen Verballhornung bekannter Musiktitel geht es hier eigentlich mehr um eine Idee, die schon ein Weilchen schlummerte und die auch demnächst noch einmal aufgegriffen werden wird. Scotch Eggs – Schottische Eier. Schon verlockend so ein gekochtes Ei mit außen krosser und innen zarter Ummantelung. Nur leider so gar nicht vegetarisch, denn im Original besteht die Hülle aus paniertem Wurstbrät oder Hack.

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Daher die Idee: Ich mach die vegetarisch und dann auch noch grün. Eine Hülle aus Blattspinat, etwas Joghurt und Tahini und Panko. Eigentlich ist der Mantel um die Eier auch dicker, aber daran lässt sich arbeiten. Auch am Gargrad der Eier. Am liebsten wäre mir ja ein im Kern noch etwas flüssiges Ei gewesen, aber da war es einen Tick drüber.

Nichtsdestotrotz: Geschmeckt hat es zum Salat mit rohem Champignon und Senfdressing. Und weil dieses Gericht auch problemlos in jeder Campingwagenküche zubereitet werden kann, ist das mein Beitrag zum Kochtopf-Blogevent von Doreen. Obwohl ich nicht so oft campen war, mag ich den Gedanken einfach losfahren zu können, wohin man gerade möchte schon. Ein Teil Zuhause dabei, das macht einen flexibel. Dennoch sind mir die festen Wurzeln gerade lieber, ein Zuhause, das einen Platz hat und anderweitig Raum gibt.

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Grüne Eier mit Panko zum Salat

für zwei Portionen

  • zwei Eier (M)
  • 30g frischer Blattspinat
  • 1 TL Joghurt
  • 1 TL Tahini
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ca. 1/8 TL Chilipulver
  • 1 Prise Muskat
  • 3-4 EL Panko
  • 2 EL Olivenöl zum Braten
  • eine Handvoll Blattsalat
  • ein paar Wildkräuter (Pimpinelle und Sauerampfer)
  • 2-3 frische braune Champignons
  • 1 EL Sherryessig
  • 1 EL Passionsfruchtbalsamico
  • 1 TL körniger Senf
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 3 EL Walnussöl

Eier 5 Minuten halbweich kochen, dann kalt abschrecken und vorsichtig schälen.

In der Zwischenzeit Spinat waschen, grob zerzupfen und mit Joghurt, Tahini, Zitronensaft und Salz & Pfeffer zu einer festeren Masse pürieren. Mit Chili und Muskat würzen und abschmecken. In eine Schale geben, Panko in eine zweite Schale füllen.

Eier vorsichtig mit der Spinatmasse ummanteln, dann in Panko wenden, so dass sie möglichst gleichmäßig bedeckt sind. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Eier darin von allen Seiten goldbraun anbraten. Dabei vorsichtig mit Holzlöffeln o.ä. drehen.

Währenddessen Salat und Kräuter waschen, Pilze putzen und in Scheiben schneiden. Alle Zutaten für das Dressing miteinander verschlagen und abschmecken. Salat mit Pilzen anrichten. Dressing darüber träufeln. Ei längs aufschneiden und auf den Salat geben.

Blog-Event CXIX - Camping (Einsendeschluss 15. Mai 2016)

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Allio alumna

Allio alumna – vom Lauch ernährt. Das trifft auf dieses Rezept wohl besonders zu, denn hier steckt sehr viel Lauch drin – Bärlauch. Nachdem ich vor fast genau einem Jahr hier den ersten Blogpost zum Bärlauch geschrieben habe, komme ich auch jetzt nicht drumherum.

Vor einiger Zeit habe ich chinesische Frühlingszwiebelpfannkuchen (Congyoubing) ausprobiert. Die waren lecker und die Idee statt der Frühlingszwiebeln Bärlauch zu verwenden, kam kurz darauf. Gesagt getan und – ich finde sie besser. Allerdings gab es, wie eingangs schon erwähnt, nicht einfach nur Bärlauch als Füllung, sondern auch das Bärlauchöl, welches ich selbst gemacht habe und einen Dip mit Bärlauchpesto.

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Das Schöne an diesen Pfannkuchen ist die Konsistenz. Hier gibt es bis auf den Namen keine Ähnlichkeit zu deutschen Pfann- oder Eierkuchen (ich lebe ja inzwischen zweisprachig, was das angeht). Die Zutatenliste zeigt auch warum: Lediglich Mehl und heißes Salzwasser kommen in den Teig – aus, Ende. Durch das Füllen, Eindrehen und Auswalzen wird daraus ein eher blättriger Teig, zwischen dessen Schichten der Bärlauch steckt.

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Die Zubereitung ist ziemlich einfach, nicht besonders zeitintensiv und die Pfannkuchen schmecken solo, sind ein nettes Fingerfood und passen ebenso gut zum Salat oder zu einer Brühe (die traditionelle Variante zum Frühstück ist eher nicht mein Ding).

Bärlauchpfannkuchen chinesische Art mit Bärlauchpestodip

Je nach Appetit und Beilagen reicht ein Pfannkuchen für 1-4 Portionen.

für einen Pfannkuchen mit etwa 25cm Durchmesser

  • 1/4 Bund Bärlauch (etwa 8-10 Blätter)
  • 150g Mehl (ich habe dieses Mal Dinkelmehl 630 verwendet, bei der Frühlingszwiebelvariante Weizenmehl 405, beides funktioniert gut) und etwas zum Ausrollen
  • 1/4 TL Salz
  • 75ml heißes Wasser, ggf. etwas mehr
  • 2 EL Bärlauchöl

Mehl in eine Schüssel geben. Salz im heißen Wasser auflösen und zum Mehl geben. Mit einem (Holz-)Löffel vermengen. Wenn die Mischung etwas abgekühlt ist, so dass sie sich mit den Händen bearbeiten lässt, den Teig noch einige Minuten kneten, ggf. wenig weiteres Wasser zugeben. Zu einer Kugel formen. 20-30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen.

In der Zwischenzeit Füllung und Pesto/Dip zubereiten:

Bärlauch waschen, trocken tupfen und die Stiele entfernen. In mittelfeine Streifen schneiden.

für ein kleines Glas Pesto (ca. 100ml)

  • 1/4 Bund Bärlauch
  • 2 EL gemahlene Paranüsse (auch andere Nüsse funktionieren prima)
  • 2 EL Bärlauchöl (s.o., alternativ Olivenöl) & ggf. etwas zum Abdecken
  • 2 TL Manchego oder anderen Hartkäse (Parmesan, Pecorino)
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Bärlauch waschen, sehr trocken tupfen, grob zerkleinern. Mit den anderen Zutaten zusammen pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Einen EL beiseite stellen, den Rest in ein Gläschen o.ä. füllen und mit etwas Öl überschichten, wenn es länger aufbewahrt werden soll. Wenn es in den nächsten 2-3 Tagen verbraucht wird (zu Nudeln, Fisch etc.), dann reicht Verschließen und Kühlstellen.

für den Dip

  • 2 EL Sesamsamen
  • 1 EL Bärlauchpesto
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 TL Reisessig
  • 1 Prise Zucker
  • ggf. etwas (Sesam)Öl
  • ggf. etwas Pfeffer

Sesamsamen in einer Pfanne fettfrei rösten. Restliche Zutaten vermengen und abschmecken. Dip mit den Samen bestreut servieren.

Den Teig nun auf einer leicht bemehlten Unterlage dünn (ca. 2mm) ausrollen. Mit 1 EL Bärlauchöl bestreichen und die Bärlauchstreifen darauf verteilen, dabei den Rand  aussparen. Den Fladen nun einrollen. Die Rolle zu einer Schnecke legen, die Enden dabei zur Unterseite umschlagen. Mit der Handfläche plattdrücken, dann mit dem Teigholz erneut zu einem Fladen ausrollen, der etwa den Durchmesser der verwendeten Pfanne hat. In der Pfanne 1 EL Öl erhitzen und gut verteilen. Den Pfannkuchen bei mittlerer bis größerer Hitze von beiden Seiten etwa 2-3 Minuten braten, bis er schön gebräunt ist.

Kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und in 6-8 Stücke aufgeschnitten mit dem Dip servieren.

Abgewandelt von hier.

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Erfolgsrezept

Heute unterhielt ich mich mit einer lieben Kollegin über eine Nachspeise, die sie für ein Menü mit Nachbarn plant. Es soll ein Vanille-Parfait mit Karamell, Meersalz und Macadamia geben „obwohl das ja schon wieder nicht mehr so angesagt ist“. Das brachte mich zum Nachdenken. Natürlich gibt es beim Essen Trends wie in der Mode oder im technischen Bereich. Oft hat das sicher mit der Verfügbarkeit von Lebensmitteln zu tun. Wer wusste hier vor zehn Jahren etwas von Chia-Samen oder Matcha? Hat sich seine Buddha-Bowls oder Overnight-Oats zusammengemischt? Die Globalisierung und das Internet schlagen auch und immer mehr im kulinarischen Bereich hohe Wellen, sodass man sich auch im ganz frischen neuen Jahr schon über die Ernährungstrends 2016 informieren kann. Und so kann ich euch mittels Blick durch meine Glasfaserzukunftsbrille schon vorhersagen, dass euch die Begriffe Food-Pairing und Detox vermehrt über den Weg laufen werden und ihr wahrscheinlich auch etwas von Poké hört. Damit sind nicht die Pokémon gemeint, wie man vielleicht denken könnte, sondern eine hawaiianische Vorspeise aus Frühlingszwiebeln, Nüssen und Samen, Chili oder Ingwer und rohem Fisch. Ein wenig wie Ceviche also.

Insofern liege ich gar nicht so weit weg vom „aktuellen Trend“ mit dem Rezept, das ich heute teilen möchte. Ich habe es vor Kurzem erst entdeckt und dabei festgestellt, dass Dorothée von bushcook damit bei den Topfgeldjägern gewinnen konnte. Das muss natürlich noch kein überzeugendes Argument sein, aber auch die Zutatenliste machte Lust aufs Ausprobieren und so stattete ich heute auf der Suche nach dem passenden Fisch dem Händler meines Vertrauens einen Besuch ab. Wer wegen des verwendeten Thunfischs murrt: Ich habe mich beraten lassen und Lachsfilet in Sushiqualität eignet sich zum Beispiel ebenso. Der Fisch stammt aus Langleinenfischerei und gehört nicht zu den Arten, deren Fang (und Verkauf) von Umweltschutzorganisationen als nicht empfehlenswert eingestuft werden. Informationen darüber gibt es hier und hier. Alternativen gibt es also auch, man sollte nur darauf achten, dass die Fischqualität für den Rohverzehr geeignet ist.

Dann kann man die Kombination aus fruchtig-scharfem Salat mit dem halbrohen Fisch genießen. Der Zimt wird durch das Anbraten intensiver, aber keineswegs unangenehm und Sesam bringt, wie auch die Paprika im Salat, einen schönen Crunch. Geändert habe ich wenig.

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Thunfischfilet im Zimt-Sesam-Mantel mit Mango-Chili-Salat

für 2 Portionen

  • 1/2 reife Mango
  • 1/2 rote Paprikaschote
  • 1 rote Chili
  • 1/2 rote Zwiebel (original: 1/2 Schalotte)
  • 4 Stängel Minze
  • 4 Stängel Koriander
  • 1 EL weißer Balsamico
  • 2,5 EL Olivenöl
  • Salz
  • Mango- oder Passionsfruchtbalsamessig
  • 200-250g Thunfischfilet in Sushiqualität
  • 1 TL Zimt
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 EL heller Sesam
  • 1 EL schwarzer Sesam (ich: Schwarzkümmelsamen)
  • Zesten von 1/2 Bio-Orange

Mango schälen, Fruchtfleisch vom Kern schneiden und fein würfeln. Paprika waschen, Kerngehäuse entfernen und fein würfeln. Zwiebel in sehr feine Würfel schneiden, die entkernte Chilischote ebenfalls. Kräuter waschen, trocken tupfen und die abgezupften Blätter in sehr feine Streifen schneiden. Alles zusammen in eine Schüssel geben.

Salz und Balssamico verrühren bis sich das Salz gelöst hat, dann mit Öl verschlagen und unter den Salat mischen. Etwa eine halbe Stunde ziehen lassen.

Fisch waschen, trocken tupfen, nach Bedarf portionieren, so dass er nach dem Braten in Streifen geschnitten werden kann. (Man kann nach Gusto natürlich auch größere Stücke servieren.)

Zimt mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer auf einem Teller mischen, auf einem zweiten Teller Sesam (und Schwarzkümmel) mischen. Fisch zunächst in der Zimtmischung wälzen, dann gleichmäßig mit wenig Wasser benetzen und im Sesam wälzen. In einer sehr heißen Pfanne fettfrei kurz braten, so dass er innen roh bleibt. Nach Wunsch aufschneiden und mit den Orangenzesten und dem Salat zusammen servieren.

Auch hier kommt noch der Zimt zum Zuge, das Rezept ist dennoch mein zweiter Beitrag zum Blogevent von Kochtopf Zimt, Kardamom, Nelke, welches Tina von Foodina erdacht hat.

Arielle lässt grüßen

Eine Meeresbrise ist hier oben ja nichts ungewöhnliches (wenn auch ein paar Kilometer Fahrt entfernt), aber heute zeige ich euch eine zum Mitnehmen. Und dazu bin ich nicht mal in Gummistiefeln am Strand mit einem Einmachglas in der Hand herum gesprungen und habe sie euch eingefangen, das ging ohne weiteres auch in meiner Küche, zumal sie dadurch um einiges exotischer wurde! Herr O. durfte helfen, der hat nämlich ganz tolle Vorschläge nicht nur in gedruckter Form, sondern auch online (englisch allerdings). Wer also noch zweifelt, ob ein Buch von Herrn O. tatsächlich etwas für ihn ist, der kann sich dort gern den Mund wässrig machen lassen. Wobei ich gegen reale Hilfe gar nichts einzuwenden gehabt hätte, denn die Schnippelei dauert für diesen Salat doch schon ein kleines Eckchen, wenn man keinen Julienneschneider oder ähnliches zur Hilfe nimmt. Zum langen Dienstag hatte ich dadurch aber ein frisches, sättigendes aber leichtes Mittagessen. Als Beilage kann ich mir den Salat gut zu gebratenem Fisch oder Garnelen vorstellen und vielleicht einen Tick frischen ungegarten Ingwer oder ein paar Chilifäden/-flocken hinzufügen.

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Salat mit Wakame, Ingwer, Möhren und und und

für eine Portion als Hauptmahlzeit oder zwei als Beilage

  • 12g getrocknete Wakame (gibt es im Asialaden, oder online)
  • 12g frischer Ingwer, geschält
  • 1 Möhre, geschält
  • 1/3 Salatgurke, je nach Geschmack mit oder ohne Schale
  • 1/2 Mango, geschält
  • 20ml Reisessig
  • 1/3 TL Zucker
  • 20g Mandeln (original: gesalzene, geröstete Erdnüsse)
  • 1 TL Sesamsamen
  • ein großzügiger Spritzer Limettensaft
  • ein ebenso großzügiger Schluck Erdnussöl
  • je eine Handvoll Koriander und Minze
  • Salz

Die Algen in einer Schale mit kaltem Wasser bedecken und 30 Minuten stehen lassen, dann abgießen und sanft ausdrücken. Währenddessen Möhre, Ingwer und Mango in feine Streifen schneiden. Kerngehäuse der Gurke mit einem Löffel herausschaben und das Fruchtfleisch ebenfalls in feine Streifen schneiden. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen, Wakame und Ingwer darin 2 Minuten blanchieren, dann Möhrenstreifen zufügen und weitere 2 Minuten blanchieren. Abgießen, sanft ausdrücken und in eine Schale geben, noch heiß mit dem Reisessig übergießen, Zucker und etwa 1/3 TL Salz zufügen und gut untermischen. Während die Mischung abkühlt in einer Pfanne ohne Fett Mandeln rösten, bis sie leicht duften, salzen und beiseite stellen. Sesam ebenfalls fettfrei rösten, bis er duftet. Koriander und Minze waschen, trocken tupfen, Blätter abzupfen und grob hacken. Ist die Salatmischung abgekühlt, werden die restlichen Zutaten (evtl. bis auf die Mandeln & Sesamsamen) zugegeben und untergemischt. Mit Salz abschmecken (wie gesagt: für mich noch etwas mehr Schärfe). Mandeln und Samen darüber geben.

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Vorher                                                                                Nachher

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Da ich den Salat mit zur Arbeit genommen habe, wurde er abends vorbereitet und die Mandel/Sesammischung habe ich separat in einem Gläschen mitgenommen und erst vor dem Essen darüber gegeben.

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Rezept abgewandelt nach Ottolenghi.

Nichts für Rohkostverächter

Kaninchenfutter! War der Herd kaputt, ist der Strom ausgefallen? Langweilig – schon wieder Salat!

Nichts da! Ja, bei mir kommt viel Gemüse auf den Tisch, ein guter Teil davon auch roh. Warum? Ich möchte euch gar nicht mit gesundheitlichen Details überzeugen, sondern mit geschmacklichen. Rohes Gemüse gab es in meiner Familie ja immer irgendwie: Salate, als Pausensnack in der Schule, als Gemüsesticks etc. Die rohe Liebschaft verstärkte sich, trotz pescetarischer Ernährung, erst wirklich vor ein paar Jahren. Fleißige Anstifter waren dabei vor allem zwei Herren: Hugh Fearnley-Whittingstall und Yotam Ottolenghi. Was haben die beiden mir nicht alles gezeigt! Rohen Blumenkohlsalat, Kohlrabicarpaccio, Ceviche…

Der Eigengeschmack von rohem Gemüse oder Fisch ist kaum mit dem zu vergleichen, der sich beim Braten, Dünsten, Kochen erreichen lässt. Das soll nicht heißen, dass ich nur noch roh essen wollte, aber diese Art der Zubereitung bietet einfach noch mehr Vielfalt. Und das koste ich gerne (aus).

Gesehen habe ich die Reispapier-Rollen mit Ingwer-Dip (wie so viele andere inspirierende Rezepte) bei Valentina’s.

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Zugegeben, das heute vorgestellte Rezept ist aufwendig. Rohkost für Schnippelfanatiker. Aber, es ist dennoch Rohkost für „Anfänger“. Das Gemüse ist nicht zu exotisch und hier treffen einige Geschmäcker, eher neutrale und dann wieder süßliche (wenn man die Frühlingszwiebeln verwendet auch scharfe) und verschiedene Texturen aufeinander. Salat und Staudensellerie sorgen für den typischen Biss, Tomate und Avocado (liegt noch im Gemüsekörbchen..) sind weich bis cremig, Gurke, Zucchini und Möhre liegen dazwischen. Der Sesam (habe ich angeröstet) bringt sein schönes nussiges Aroma mit ein.

Dazu der scharf-salzige Dip – das passt!

Reispapier gab es im Supermarkt, Ume Su leider nicht. Für Ersatz sorgte hier ein selbstgemachter Holunderbeerenessig. Dennoch muss ich demnächst wohl mal wieder einen Abstecher in den Asia-Laden einplanen.

Das Rezept ist für 4-5 Rollen !!! geschrieben, gemeint sind wohl eher 4-5 Personen. Die Zeit von 30-40 Minuten für die Zubereitung stimmt aber.

Nach der zeitraubenden Gemüsezerkleinerung geht aber alles ganz schnell: Dip anrühren, Reispapier anfeuchten, füllen, rollen. Fertig!

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Für etwa 10-12 Rollen, das sind für mein Empfinden 2 Portionen, habe ich folgende Mengen verwendet:

Reispapier-Rollen mit Ingwer-Dip

– 1 mittlere Möhre

– 1/3 mittlere Zucchino

– 1/4 Gurke

– 2 Eiertomaten

– 1 Stange Staudensellerie mit Grün

– 3 kleine Blätter Kopfsalat

– eine gute Handvoll Glasnudeln

– 1,5 EL Sesamsamen

– 10 – 12 Blätter Reispapier (ca. 20cm Durchmesser)

– ein walnussgroßes Stück Ingwer

– 2 EL Sojasauce

– 1 EL Holunderbeerenessig

Möhre schälen, mit der Raspelreibe zerkleinern, Gurke und Zucchino längs halbieren und je nach Größe des Kerngehäuses vom selben befreien. Zucchino in feine Stifte schneiden oder ebenfalls raspeln. Gurke in dünne Scheiben schneiden. Tomaten halbieren, Kerne entfernen, und, wie den Sellerie auch, fein würfeln. Salat in feine Streifen schneiden.

Glasnudeln zerschneiden oder zerbrechen, in warmen Wasser 5-10 Minuten einweichen, dann Wasser abgießen.

Sesamsamen in einer Pfanne fettfrei anrösten bis sie anfangen zu duften.

Für den Dip Ingwer schälen, fein reiben und mit Sojasauce und Essig vermengen.

Das Reispapier einzeln in einem tiefen Teller einmal vollständig untertauchen, kurz abtropfen lassen und auf ein Küchenbrett legen. Nach Belieben füllen (Achtung, nicht zu viel!), zwei Seiten einschlagen, dann von einer verbleibenden Längsseite her aufrollen und an der offenen Kante andrücken.

Die Rollen verschließen sich, wenn sie nicht zu trocken oder noch zu feucht sind. Zusammen mit dem Dip servieren.

Und falls es doch zu viel Gemüse war, ist Zeit für kreative Resteküche. Mit Ei oder Reis angebraten, mit dem Dip als Dressing in einen Rohkostsalat verwandelt oder (ohne Glasnudeln) als Beilage für Fisch oder Feta en Papillote?