Mit Röllchen gegen Röllchen

Jedes Jahr das gleiche! Schon seit November wird man via TV, Internet- und Zeitungsanzeigen daran erinnert, dass die nächste Bikinisaison vor der Tür steht und man doch bitte diese App oder jenes Pülverchen kaufen sollte, um angefutterten Speckröllchen zu Leibe zu rücken.

Nichts gegen gesunde und bewusste Ernährung, aber geht das nicht auch ohne? Motiviert der gleiche Shake dreimal täglich mehr als frisches Bunt und Abwechslung? Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Bei mir kommt nur letzteres in Frage. Heute mit einem winterlichen Rohkoströllchen und einem Orangen-Soja-Zimt-Dip dazu.

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Die Gemüsestreifen müssen dabei nicht so fein geschnitten werden wie hier, aber das erleichtert das Einrollen. Am Ende habe ich auch noch ein paar alternative winterliche Füllungen für euch!

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Winterliche Rohkoströllchen mit Orange-Soja-Zimt-Dip

für 5 Röllchen (etwa eine Portion)

  • ein Viertel einer mittleren Knolle Rote Bete
  • eine mittlere Möhre
  • 25g Hokkaido
  • 40g Babyspinat oder Grünkohl oder gemischt
  • 30g Knollensellerie
  • 5 Walnusshälften
  • 5 Reispapierblätter
  • Saft einer halben Orange
  • 2 TL Sojasauce
  • 1/4 TL frischer fein geriebener Ingwer
  • 1/4 TL gemahlener Zimt

Für den Dip den Orangensaft mit Zimt, Sojasauce und Ingwer verrühren. Ziehen lassen.

Währenddessen erledigen wir die Schnippelarbeit: Möhre, Bete, Kürbis und Sellerie waschen, schälen, ggf. Kerngehäuse und Strunk entfernen und in dünne Scheiben, dann in feine Streifen von etwa 6-7cm Länge schneiden. Walnüsse in einer fettfreien Pfanne bei mittlerer Hitze anrösten, abkühlen lassen und grob hacken. Grünkohl vom Strunk befreien, in 2-3cm große Stücke rupfen. Spinat und/oder Grünkohl waschen und trocken schleudern.

Zum Zusammenfügen die Reispapierblätter jeweils einzeln für 2-3 Sekunden in einen mit Wasser gefüllten tiefen Teller legen, herausnehmen, Wasser abtropfen lassen und flach auslegen. Zunächst den Spinat bzw./und den Grünkohl, dann die Streifen mittig auf das Papier legen, dann mit Walnüssen bestreuen. Die beiden Ränder zur Mitte hin einklappen, dann von einer der verbliebenen langen Seiten aufrollen und die entstehende Naht einmal gut andrücken und auf die Röllchen auf die Naht legen (nicht aufeinander). Die Rollen verschließen sich selbst, da die Stärke verklebt, wenn sie nicht zu nass oder zu trocken sind.

Den Dip jetzt durch ein Haarsieb abseihen (oder durch einen Kaffee- oder Teefilter).

Anstelle des oben verwendeten Gemüses eignen sich auch: roher Rosenkohl, in Blättchen zerteilt, Mangold- oder Kohlrabiblätter, ohne Strunk in 2-3cm große Stücke gerupft, Feldsalat, Pastinake oder Petersilienwurzel, Kohlrabi, Steckrübe, Rot- oder Weißkohl, Fenchel, Äpfel, frische Champignons (alle jeweils in Streifen geschnitten) und anstelle der Walnüsse Haselnüsse, Pecannüsse oder Mandeln. Ich würde aber empfehlen, immer ein Blattgemüse mit mehreren Knollengemüsen und etwas nussigem zu kombinieren.

Wer mag, kann den Dip auch durch Sojasauce mit oder ohne Ingwer ersetzen, aber ich mag den Orangensaft und den Zimt hier sehr.

Eine andere Variante von gefüllten Reispapierrollen habe ich schon hier gebloggt.

Zimt ist auch eine der drei – natürlich nicht nur im Winter – aromatischen Zutaten im KochtopfBlogevent Zimt, Kardamom, Nelke, welches Tina von Foodina in diesem Monat ausrichtet.

Blog-Event CXV - Zimt, Kardamom, Nelke (Einsendeschluss 15. Januar 2016)

Handlich

Äpfel stehen bei mir im Herbst/Winter wieder vermehrt auf dem Speisezettel. Nicht nur zum Frühstück oder als Pausenmahlzeit, sondern auch als Beigabe in Salat, Suppe oder auf Flammkuchen. Als mich dann eine Freundin zuletzt bat, für ihre Geburtstagsfeier etwas zu backen, war schnell klar, dass Äpfel dabei sein sollen. Und etwas für „auf die Hand“ wäre toll. Muffins oder so. Nein, keine Muffins! Kleine Pasteten, Handpies (oder auch Pocket Pies) mit Apfel-Cranberry-Füllung sind es geworden. Für die Party habe ich allerdings die dreifache Menge des angegebenen Rezeptes gebacken und wurde gerade so fertig, um mir noch das Mehl von den Wangen zu wischen und in andere Klamotten zu schlüpfen, daher gibt es nicht so viele Fotos.

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Es blieb auch noch ein Schüsselchen der Füllung übrig, aber die macht sich richtig gut zu Porridge, in Pfannkuchen oder zu Milchreis!

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Apfel-Cranberry-Handpies

Achtung: Ruhezeit mindestens 2 Stunden

für etwa 25 Handpies mit einem Durchmesser von 8cm

  • 325g Mehl
  • 1/2 TL Salz
  • 30g Rohrohrzucker
  • 225g kalte Butter in Würfeln
  • etwa 5 EL Eiswasser (+ evtl. etwas mehr)
  • 700g leicht säuerliche, feste Äpfel (ich habe Elstar genommen)
  • 2 TL Butter
  • 65g Rohrohrzucker
  • 1 EL Vanilleeextrakt
  • 1/4 TL Zimt, gemahlen
  • 1 gute Prise Salz
  • 1 gute Prise Muskat, gerieben
  • 2 TL Speisestärke
  • 1 EL Zitronensaft
  • 50g Soft Cranberries
  • etwas verschlagenes Ei
  • nach Wunsch Puderzucker zur Dekoration

Zunächst Mehl, Salz und Zucker vermengen, dann die Butter zugeben und alles schnell zu einem krümeligen Teig verarbeiten. Das Eiswasser zugeben und rasch zu einem festen, glatten Teig verkneten. Falls der Teig noch auseinander fällt, etwas mehr Eiswasser zugeben. Den Teig zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie eingeschlagen mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Währenddessen die Äpfel schälen, entkernen und in etwa 1x1cm große Würfel schneiden. Butterin einem großen Topf (ausreichend für die Äpfel) schmelzen. Äpfel, Zucker, Vanilleextrakt, Zimt, Salz und Muskat in den Topf geben und alles gut verrühren. Zugedeckt bei milder Hitze köcheln lassen bis die Äpfel gegart sind aber nicht auseinander fallen. Zitronensaft und Speisestärke zugeben und alles kurz aufköcheln lassen. Vom Herd nehmen. Die Cranberries unterrühren und die Mischung abkühlen lassen.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 3-4mm dick ausrollen und Kreise mit etwa 8cm Durchmesser ausstechen. In die Hälfte der Kreise mit einem kleinen Ausstecher eine Form ausstechen oder mit einem Messer ein paar mal einschneiden (das dient dem Entweichen des entstehenden Wasserdampf beim Backen und verhindert das Aufplatzen der Pies).

Den Backofen auf 190°C Umluft vorheizen. Die ganzen Kreise auf mit Backpapier ausgelegten Backblechen auslegen den Rand mit etwas Ei einpinseln. Etwa 1 EL der Füllung darauf geben und mit einem Kreis mit Einschnitt/ausgestochener Form bedecken. Den Deckel am Rand gut andrücken und mit etwas Ei bestreichen. Etwa 20 Minuten goldbraun backen. Nach dem Auskühlen nach Wunsch mit Puderzucker bestreuen.

Hier gefunden.

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Holler-Trio

Hollerdihi, Hollerdiho! Hollerdiridö? Hat sie jetzt ein Jodeldiplom? Mitnichten, aber dennoch was eigenes: Selbstgemachten Holundersenf, Holunderbalsamico und Holunder-Apfel-Marmelade. Endlich ist es auch im Norden soweit: Die wunderschönen dunkelvioletten Holunderbeeren sind reif und warten auf die Ernte. Und so bin ich am Freitag bei strahlendem Sonnenschein losgefahren, über die Dörfer, und habe am Feldrand Holunderdolden geschnitten. Den ganzen restlichen Tag und einen guten Teil des Samstags stand ich dann in der Küche, Beeren waschend und sortierend, ein Holunderaschenputtel über dem Spülbecken. Und dann endlich Saft kochen, rühren, in Gläser und Flaschen füllen.

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Der Senf ist neu für mich und zieht noch durch, Balsamico und die Marmelade nicht nur bei mir beliebt. Etliche Gläschen und Fläschchen habe ich davon bereits verschenkt und immer nur positive Rückmeldungen bekommen. Der Balsamico ist so fruchtig, dass er nicht nur, aber auch sehr gut, zu Salat passt, ein Öl dazu, das ihm nicht die Show stiehlt, sondern auch zu Eis oder Gebäck und Süßspeisen probiert werden muss!

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Die Marmelade mag ich – nicht zu süß oder zu sauer, etwas zu Beißen wegen der Apfelstücke und typische Wintergewürze (die ich eigentlich rund ums Jahr verwende). Ich habe allerdings gut 500g Beeren verwendet und die zunächst noch feucht vom Waschen etwas köcheln lassen, bis sich Saft bildet, in dem die Äpfel dann garen können.

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Ab an die Feldränder, holt euch die Herbstfarben nach Hause. Ich fahre wahrscheinlich noch einmal, ich möchte Beeren zum Trocknen sammeln, für Müsli und Co.

Aber Achtung: Nur reife Beeren verwenden, alle grünen und hellen landen bitte nicht in euren Gläsern und Flaschen! Holunderbeeren im rohen Zustand sollte man nicht essen, sie wirken bei empfindlichen Mägen Übelkeit auslösend!