Mit Rum(ms)!

 

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Stressig ist es gerade, Konferenz hier, Termin da, da hatte es mich ausgeknockt letzte Woche. Ein wenig Besserung ist in Sicht. Vielleicht kommt in diesem Jahr sogar etwas mehr Weihnachtsstimmung auf, die hatte sich ja bis zu den Festtagen sonst immer seltener eingestellt. Aber: Noch ist keine Zeit für Plätzchen, Stollen und Sterne. Dass seit Ende August in sämtlichen Läden Weihnachtsleckereien und -dekoration zu finden sind, finde ich furchtbar. Ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der das gut heißt. Zudem ja der Oktober zum Teil so mild war. Ein paar Pläne habe ich für den Advent bereits, das liegt aber vor allem am Kalender, der auch ab und an mit Essbarem gefüllt werden wird.

Heute möchte ich ganzjahrestaugliche Apfel-Hafer-Cookies vorstellen, in einer Erwachsenenversion, die sich aber ohne Weiteres kinderfreundlich abwandeln lässt.

Die Cookies sind eher „chewy“, also weich, nicht richtig knusprig-knackig. Das liegt am hohen Anteil getränkter Apfelstückchen. In Kombination mit angerösteten Haselnüssen und Haferflocken wird daraus ein zarter Keks, der an Granola erinnert – lecker!

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Apfel-Hafer-Cookies

für 14 handtellergroße Cookies

  • 100g getrocknete Apfelringe (oder -stückchen)
  • 100ml Rum (ich: 50ml Vanille-Rum und 50ml Rakomelo (griechischer Likör aus Tresterschnaps und Honig) für Kinder: 100ml Apfelsaft
  • 100g Haselnüsse, gehobelt
  • 100g kernige Haferflocken
  • 180g Rohrohrzucker
  • 1 TL Zimt
  • 160g weiche Butter
  • 2 Eier
  • 220g Dinkelvollkornmehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • 1/4 TL Salz (ich: Vanillesalz)

Apfelringe in Würfel schneiden und mit dem erwärmten Alkohol/Apfelsaft übergießen. 30 Minuten ziehen lassen. Währenddessen Haselnüsse und Haferflocken in einer großen Pfanne fettfrei anrösten. Mit 40g Zucker bestreuen und mit dem Zimt vermengen. Unter Umrühren bei kleiner bis mittlerer Hitze karamellisieren lassen. Butter zugeben und unter Rühren untermengen. Die Mischung auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und abkühlen lassen.

Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Restlichen Zucker mit der verbleibenden Butter cremig schlagen. Nach und nach die Eier einrühren und schaumig aufschlagen. Mehl, Salz, Natron und Backpulver vermengen und zügig in die zähflüssige Masse einrühren. Etwa 2/3 der gerösteten Nüsse und Flocken sowie der Äpfel unter den Teig heben.

Den Teig mit Löffeln auf mit Backpapier ausgelegten Blechen portionieren (bei mir etwa 2 EL pro Cookie) und mit der verbleibenden Röstmischung und den Apfelstücken bestreuen. 10-15 Minuten (bei mir eher 17 Minuten) auf der zweiten Schiene von unten backen. Die Cookies sind beim Herausnehmen noch etwas weich. Auskühlen lassen.

Eventuell übrig gebliebene Nüsse/Flocken/Äpfel eignen sich natürlich wunderbar als Müsli (Vorsicht mit dem Rum!).

Aus der aktuellen Schrot und Korn

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Herbstliches Himbeer-Apfel-Geschmuse

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Während andere Lieder darüber singen, dass sie Stifte in Äpfel und Ananas stecken (fieser Ohrwurm, lasst es lieber bleiben!), stecke ich lieber Äpfel und Himbeeren in ein warmes Bett. Ziehe ihnen eine warme Decke aus Haferflocken-Streuseln mit Marzipan über, damit sie nicht frieren bei der nun fast täglichen Kälte. Ich bin froh, dass der Kamin hier nun funktioniert (der Innenraum musste neu ausgekleidet und eine Bodenplatte gelegt werden, deren Lieferung einige Zeit in Anspruch genommen hat). Auch das Obst schicke ich in die Wärme, das tut ihm gut, bringt Aroma und zeigt es von seiner zarteren Seite.

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Am Ende darf es sich aber ruhig etwas abkühlen – mit einem Schlag saurer Sahne, Schlagsahne oder, wenn es jemand doch lieber kühler mag, auch mit Eis!

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Hier kommt ein herbstliches Crumble mit Himbeeren und Äpfeln, perfekt als Kuchenersatz beim Kaffee oder – in kleinen Mengen – als Nachtisch. Wer möchte, nutzt die anfallenden Apfelschalen gleich für einen Tee.

Himbeer-Apfelcrumble mit Marzipan-Haferflockenstreuseln

für 6-10 Portionen

  • 500g Himbeeren (wenn TK dann aufgetaut und weitestgehend abgetropft)
  • 4 kleine Äpfel (ich hatte Braeburn)
  • 2-3 EL Vanillezucker (selbstgemacht)
  • 200g Mehl
  • 100g Haferflocken (kernig)
  • 50g brauner Zucker oder 40g Rohrohrzucker
  • 175g geschmolzene Butter
  • 1 TL Lebkuchengewürz oder Zimt
  • 1 Prise Salz (Vanillesalz)
  • 75g gehobelte Mandeln
  • 100g zerkrümeltes Marzipan

Äpfel waschen, schälen und vom Kerngehäuse befreien. In größere Stücke schneiden. Mit den Himbeeren zusammen in eine ofenfeste Form geben und mit dem Vanillezucker bestreuen.

Den Ofen auf 165°C Umluft vorheizen. Dann Mehl, Haferflocken, Zucker und Gewürze vermischen und die geschmolzene Butter mit einem Löffel unterrühren. Mandeln und Marzipan daruntermischen. Die Masse über das Obst geben und 40-45 Minuten goldbraun backen.

Warm servieren (s.o.).

Apfel-Pfeffer-Ingwer-Tee

für etwa 1l

  • Schalen von 4 Äpfeln
  • 8 schwarze Pfefferkörner
  • ca. 2x 3cm großes Stück Ingwer
  • nach Wunsch etwas Honig

Apfelschalen mit Pfeffer und Ingwer sowie 1 l Wasser in einen Topf geben und aufkochen lassen. Bei geringer Hitze ca. 12 Minuten köcheln lassen. Nach Belieben mit Honig süßen.

 

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Einen schönen Novemberbeginn wünsche ich euch!

 

Müsliplikator

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„Und, was macht dein Haus?“ Gefühlt ist das in den letzten Wochen die meist gestellte Frage gewesen.Verständlich irgendwo, aber meine Antwort bleibt auch immer gleich: „Steht! Es ist noch hier und da was zu machen, aber das wird.“ Und so ist es auch. Es fehlt in ein paar Zimmern noch eine Kleinigkeit, die einfach deswegen etwas Zeit braucht, weil es nichts von der Stange ist, sondern eben selbst zugesägt oder anderweitig angepasst werden muss. Am Ende lohnt sich das, da bin ich sicher.

Über die Gartengestaltung grüble ich auch. Was möchte ich? Wohin? Wie kann ich das umsetzen? Gar nicht so einfach. Einen Obstbaum hätte ich gern. Birnbäume sind nicht einfach aufgrund des Birnengitterrostes. Die Nadelbaumhecke zum Nachbarn allein schließt das schon aus. Ein Apfel? Gerne, aber eine Quitte wäre doch auch.. oder Walnuss..? Alles hat seinen Reiz und der Platz ist endlich. Die eigenen Äpfel im Müsli… hm… Lecker wäre das in jedem Fall. Auch mit käuflich erworbenen Apfelringen. Eine Variante für duftendes knuspriges Apfelmüsli gibt es jedenfalls heute schon!

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Apfelmüsli mit Zimt

für 8-10 Portionen

  • 200g Haferflocken (ich nehme die kernigen)
  • 90g Buchweizen, ganz
  • 50g gehackte Walnusskerne
  • 25g kleingeschnittene Apfelchips
  • 50g Rosinen
  • 50g getrocknete Datteln ohne Stein, grob gehackt
  • 1 EL Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 1 gute Prise Muskat
  • 120ml Honig oder Ahornsirup (ich habe beides probiert)
  • 2 EL geschmolzenes Kokosöl
  • 3 EL Wasser
  • 2 TL Vanilleextrakt

Den Backofen auf 150°C Umluft vorheizen. Haferflocken, Buchweizen, Walnüsse, Apfelchips, Rosinen, Zimt, Salz und Muskat gut vermengen. Datteln, Honig oder Ahornsirup, Wasser, Kokosöl und Vanille cremig pürieren und gleichmäßig mit den trockenen Zutaten mischen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech ausbreiten und etwa 25 Minuten backen. Dabei 1-2 mal umrühren. Abkühlen lassen und in ein luftdichtes Gefäß abfüllen.

Ich esse dazu gern Milch, Joghurt und frisches Obst oder Kompott.

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Leicht abgeändert von hier.

 

Klitschko-Frühstück

Klitschko-Kuchen wird bei uns der nicht ganz durchgebackene, eben klitschige Kuchen genannt. Etwas flüssiger Teig versteckt sich im Kern – obwohl nicht gewollt, ist man sich einig „das ist das Beste!“ Nun sind diese Muffins hier nicht wirklich klitschig aber dennoch sehr saftig, eben fast wie Müsli am Morgen. Da sie außerdem vollwertig sind und sehr gut sättigen, können sie absolut als Frühstück herhalten. Frisches Obst und Samen bringen Süße, so braucht man gar nicht so viel Zucker. Ein gesundes Goodie für Zorras Geburtstagstisch!

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Sonnenblumenkerne und Vollkornmehl sowie Himbeeren, Orange und Apfel sorgen für eine eher puddingartige Konsistenz. Wer das nicht schätzt, bäckt 2-4 Minuten länger.

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Frühstücksmuffins mit Apfel, Orange und Himbeeren

für 18 kleine Förmchen (das ergibt wohl etwa 9-10 Muffins auf einem 12er Blech)

  • 80g brauner Zucker (ich: Tate & Lyle)
  • 2 Eier
  • fein geriebene Schale und Saft von zwei Bio-Orangen
  • 160g Joghurt (0,1% Fett)
  • 1 Apfel (Elstar) geschält und fein geraspelt
  • 240g Weizenvollkornmehl
  • 1 TL Zimt
  • 1,5 TL Backpulver
  • 40g Sonnenblumenkerne
  • ca. 100g Himbeeren (TK, gefroren)

Den Ofen auf 200°C vorheizen. Eier und Zucker schaumig rühren, Orangenschale und -saft, geriebenen Apfel und Joghurt unterrühren. Zügig Zimt, Mehl, Backpulver und Sonnenblumenkerne zugeben und verrühren. Dann Förmchen zur Hälfte mit dem Teig füllen und mit 2-3 Himbeeren belegen. Für etwa 15 Minuten backen (Stäbchenprobe!).

Gefunden habe ich das Rezept schon vor einiger Zeit hier.

Mein zweites Rezept für Zorras Geburtstagsevent mit dem Thema Muffins. Ich hoffe, es folgen viele weitere BlogEvents. Sie sind immer Anlass, Neues zu probieren und Inspirationsquelle, wie Zorras Blog auch.

Geburtstags-Blog-Event CXXIV - Muffins (Einsendeschluss 15. Oktober 2016 - Icons made by Freepik from www.flaticon.com)

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What SUB? Herbstliche Sandwiches

Das perfekte Thema – selbstgemachtes Fastfood. Nachdem wir in der Grillsaison verschiedene Burger ausprobiert haben, sind nun Subs dran. Die lassen sich genauso vielfältig gestalten wie ein Butterbrot und sind ein prima Mittagessen.

Die Herausforderung war natürlich auch hier, möglichst viel selbst zu machen: Das Brot, in leckeres Topping. Auch wenn der Sommer nochmal zeigt, was möglich ist, habe ich herbstliche Zutaten verwendet, die gibt es ja nun mal momentan: Kürbis, Möhren, Äpfel.

Und so gibt es Kürbisbrot-Subs mit Barbecuemöhren und Ofenkürbis und -äpfeln. Dazu passt Feta ebenso gut wie ein schöner Bergkäse, knackiger Salat und für den Fleischesser im Haus habe ich Honig-Balsamico-Hühnchen gebraten. Es wäre zwar nicht nötig, denn er ist fleischlos soweit glücklich, aber dennoch gab es keine Beschwerde.

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Die (O-Ton) „geilen“ Möhren haben sogar eingeschworene Fleischfans überzeugt!

Für das Kürbisbrot habe ich Muskatkürbis verwendet, es eignen sich aber andere Sorten genauso gut. Es schmeckt genauso gut mit herzhaftem Belag wie mit süßem Aufstrich! Am besten gefällt es uns dann getoastet.

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Weiches Kürbisbrot für Sandwiches

für 2-3 größere Subs oder 2 Kastenformen

  • 250g Kürbis, geschält, Kerngehäuse entfernt
  • 450g Mehl (405)
  • 45g Zucker
  • 15g Hefe
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Ei, verquirlt
  • 180ml und etwas lauwarme Milch
  • 70g weiche Butter
  • nach Belieben 2-3 EL Parmesan oder Bergkäse, gerieben

Kürbis in Würfel schneiden, mit sehr wenig Wasser erhitzen und mit geschlossenem Deckel bei geringer Hitze dämpfen bis der Kürbis weich ist und sich leicht zerstampfen lässt. Ausdampfen und handwarm abkühlen lassen.

Mit den restlichen Zutaten (nur die Hälfte des Eis verwenden!) zu einem feuchten, zäh reißenden Teig verkneten. Mit Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich der Teig etwa verdoppelt hat. Das war bei mir nach etwa 50 Minuten der Fall.

Mit etwas Mehl erneut kneten und in gefettete Formen geben bzw. in Baguetteformen füllen. Wer diese nicht hat, kann wie ich versuchen, aus Alufolie seitliche Begrenzungen zu basteln, die die Laibe in Form halten sollen.

Abdecken und erneut 30-45 Minuten gehen lassen. Dann mit dem restlichen Ei und einem Schuss Milch bestreichen und im Ofen bei 190 °C 30-40 Minuten, je nach Form goldbraun backen. Wer den Käse darauf haben möchte, sollte diesen in den letzten  Minuten auf das Brot geben und den Grill zuschalten.

Ofenkürbis und -apfel

  • 100-150g Kürbis, geschält
  • 1 fester Apfel
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Zimt
  • (Orangen)Salz
  • Chilipulver nach Geschmack

Kürbis und Apfel in etwa 0,5cm dicke Scheiben schneiden und auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech auslegen. Mit Öl bepinseln und Salz, Zimt und Chili darüberstreuen. Im Ofen bei 220°C für ca. 15-20 Minuten backen, bis der Kürbis weich ist.

Barbecuemöhren

  • 4-5 große Möhren
  • 1 rote Zwiebel
  • 1/2 TL Olivenöl
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • (Orangen)Salz

für die Sauce:

  • 125ml Tomatenmark
  • 125ml Ketchup oder Tomatenpüree
  • 3 kleine Knoblauchzehen
  • 3 EL Apfelessig oder Weißweinessig
  • 1 EL Zuckerrübensirup
  • 3 EL brauner Zucker
  • 1 TL Salz & mehr nach Geschmack
  • 1 TL scharf Paprikapulver (ich: Pimentón de la Vera hot)
  • 1 TL Knoblauchpulver (z.B. dieses)
  • 1/4 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1/4 TL Cayenne
  • 1/4 TL weißer Pfeffer, gemahlen
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1/2 TL Harissapaste oder Tabasco (Chipotle)
  • 1 TL Olivenöl
  • Petersilie oder Koriander nach Belieben

Möhren und Zwiebel putzen, grob raspeln und mit dem Öl und Pfeffer in einer Schüssel vermengen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und verteilen. Im Ofen bei 180°C ca. 25-30  Minuten unter gelegentlichem Umrühren garen bis das Gemüse karamellisiert.

In der Zwischenzeit die Zutaten für die Sauce in einem hohen Gefäß vermischen und mit einem Pürierstab zu einem homogenen Gemisch verarbeiten. Bei kleiner Hitze in einem Topf etwa 15 Minuten sanft köcheln lassen. Abschmecken.

Gemüse abkühlen lassen und die Sauce daruntermengen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Abgewandelt von hier.

Zusammengebastelt haben wir uns die Subs dann mit Frischkäse als „Bodenbelag“, Salat, den Möhren, Feta oder anderem Käse, nach Belieben auch dem Huhn und dem Ofenkürbis-/apfel.

Mein Beitrag für Zorras Event, das Thema kommt von Sakriköstlich.

Blog-Event CXXIII - Homemade Fastfood (Einsendeschluss 15.9.2016)

Schaut doch mal vorbei für hausgemachte Döner, Burritos, diverse leckere Burger und auch Desserts fehlen nicht!

Eis-Heilige

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Der frühe Sommer im Norden sorgt für gut besuchte aber noch nicht volle Strände, an denen es sich herrlich liegen und aufs Meer schauen lässt. Besser zu zweit als allein. Die ersten baden oder surfen, viele Segelboote schaukeln auf den Wellen. Die Füße im Sand, das Gesicht in der Sonne und keine Zeit Fotos von diesen schönen Bildern zu machen. Oder keine Lust?

Nach dem (für viele) längeren Himmelfahrtswochenende herrscht schon fast Urlaubsstimmung. Gelöst. Zeit zu Genießen.

Auch das nächste Wochenende ist verlängert und bringt Freizeit und ein wenig aus dem Tritt. Neben Pfingsten fällt auch die Zeit der Eisheiligen auf die kommenden Tage und damit ein kleiner Kälteeinbruch. Ein meteorologischer Kardinalspunkt im Sommer, neben der Schafskälte im Juni. Die Wetterheiligen kommen!

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Und bevor ein weiterer Heiliger am 24. Juni die Rhabarberzeit beendet, muss Rhabarber in eisiger Form her. Als Granita, zusammen mit Vanille und Ingwer. Dazu gibt es Sahne mit Orangenblütenwasser und etwas Krokant.

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Rhabarbergranita mit Ingwer und Orangenblütensahne

für 4 Portionen

  • 3 Stangen Rhabarber (etwa 350g)
  • 130ml Apfelsaft
  • 1/2 Vanilleschote
  • 1 TL Vanillezucker (selbst angesetzt)
  • 2cm frischer Ingwer (etwa 1 TL voll fein gerieben)
  • 200g Schlagsahne
  • 1 EL Orangenblütenwasser
  • 4 TL Krokant (selbst gemacht oder gekauft)
  • 8-10 kandierte Orangenschalenstreifen

Rhabarber putzen, schälen und in gleich dicke Stücke von etwa 1cm Breite schneiden. Mit dem Apfelsaft und der Vanilleschote aufkochen und dann bei geringer Hitze weich köcheln lassen. Den Zucker unterrühren.

Nachdem die Mischung abgekühlt ist, Vanilleschote entfernen und den fein geriebenen Ingwer zugeben, unterrühren. Mit einem Pürierstab zu einer feinen Masse zerkleinern und in eine für das Einfrieren geeignete Form geben.

Etwa 3 Stunden ins Tiefkühlfach geben, dann etwa 3 Stunden lang jede Stunde mindestens einmal mit einer Gabel durch die Masse fahren, damit sich kleinere Eiskristalle bilden.

Für die Orangenblütensahne die Schlagsahne halbsteif schlagen, das Orangenblütenwasser zugeben. Granita anrichten, einen Schlag Sahne obenauf und mit feingehackten kandierten Orangenschalen und Krokant servieren.

Brotzeit

Ich bin vom Brotfieber gepackt – der Sauerteig möchte ja auch genutzt und verbraucht werden! Und so probiere ich nach und nach die Brotrezepte in meinen Favoriten aus. Da ich vorgestern einen Teig brauchte, der vor allem zu meinem Zeitplan passen musste, habe ich mich für die Quinoa-Stangen von Hefe & mehr entschieden. Daher ist es reiner Zufall, dass hier schon wieder ein Rezept mit dem Pseudogetreide auftaucht. Für mich waren hier allerdings brötchengroße Portionen praktischer. Die Kruste war ja schonmal Thema. Der nächste Besuch auf dem Baumarkt wird nicht nur auf Frühlingsblumen, sondern auch Brotbacken ausgerichtet sein! Möglicherweise hätte auch geholfen, mein Gefäß mit heißem Wasser nach 15 Minuten herauszunehmen und den Dampf entweichen zu lassen. Dafür war die Krume schön locker und das Brot eignet sich für eher herzhafte Beläge.

Quinoa-Brötchen

für 4 Brötchen mit etwa 20cm Länge

Sauerteig

  • 100g Weizenmehl 405
  • 100g lauwarmes Wasser
  • 10g Roggensauerteig

Alle Zutaten vermengen und abgedeckt über Nacht (bei mir dann insgesamt 15 Stunden) bei Raumtemperatur gehen lassen.

Teig

  • Sauerteig
  • 250g Weizenmehl 405
  • 50g Quinoa, weiß, frisch gemahlen
  • 100g Quinoa, rot, frisch gemahlen
  • 10g Salz
  • 2g Hefe frisch
  • 250g lauwarmes Wasser

Sauerteig mit restlichen Zutaten vermengen und 20 Minuten stehen lassen. Mit den Händen den Teig 5 Minuten kneten, dann 2 Stunden im Backofen mit eingeschalteter Lampe gehen lassen, dabei alle 20 Minuten falten. Teig in vier Portionen teilen und als längliche Brötchen auf ein Blech mit leicht bemehlter Dauerbackfolie o.ä. legen. 20 Minuten im Ofen gehen lassen. Dann in die gewünschte Form bringen (ich habe dazu die Enden spitz ausgezogen) und erneut 30 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen.

Ofen auf 250°C vorheizen, dabei eine ofenfeste Tasse, Schale o.ä. mit heißem Wasser füllen und in den Ofen stellen. Brötchen längs einschneiden und etwa 20 Minuten backen.

Ideen für obendrauf:

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Möhren-Apfel-Quark mit Curry und Walnüssen

für 1 Brötchen(hälfte)

  • 1 kleine o. 1/2 mittlere Möhre
  • 1/2 kleiner Apfel
  • 1 EL Magerquark
  • 2 Walnüsse/4 Walnusshälften
  • 1/4 TL Zimt
  • 1/4 TL fruchtiges Curry (meins)
  • evtl. etwas Petersilie
  • Salz

Walnüsse in einer fettfreien Pfanne rösten bis sie duften. Währenddessen geputzte Möhre und Apfel sehr fein reiben, mit Quark und Gewürzen vermengen, mit Salz abschmecken. Walnüsse grob hacken. Brot mit Quark bestreichen, mit Walnüssen (und Petersilie) bestreuen und ggf. noch etwas Currypulver darüber geben.

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Brombeeren mit Ziegenfrischkäse und grünem Pfeffer

für 1 Brötchen(hälfte)

  • 2-3 EL Ziegenfrischkäse
  • 2-3 EL Brombeeren gewaschen oder aufgetaut, abgetropft
  • 1/2 TL grüner Pfeffer, ganz
  • nach Belieben 1/2 TL fruchtiger Balsamico, z.B. Holunderbalsamico

Brötchen mit Ziegenfrischkäse bestreichen, Brombeeren darauf verteilen, mit Balamico beträufeln und grob zerstoßenen grünen Pfeffer darüber geben.

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Oder Variante 3 – mein gestriges Pausenbrot: Etwas Frischkäse, darauf Feldsalat, Scamorza und dazu Johannisbeerchutney. Meines habe ich auf einer Veranstaltung in Lübeck von Snabbelsnuut erstanden (leider ohne Webseite).

Dinnertauglicher Saucenkracher

Ich muss mir Gedanken über ein Menu machen. Im Laufe des Jahres soll ich für fünf Personen kochen. Warum? Ich werde berichten! Der Termin steht noch nicht ganz fest, es wird wahrscheinlich der Herbst oder Winter. Dann möchte ich natürlich saisonal kochen. Und so oft geht es mir beim Rezeptelesen oder -probieren so, dass ich denke: Das könnte was sein! Meine Gäste sind ziemlich unkompliziert aber alle kochaffin und dementsprechend anspruchsvoll. Wie also aussuchen? Gut vorzubereiten bzw. mit einem nicht zu großen Zeitaufwand zuzubereiten. Toll schmecken, toll aussehen soll es natürlich – das ist ja die Hauptsache. Bei diesem Rezept hier, das ich als Hauptspeise gekocht habe, ich im Falle des Menus aber wohl eher als Vorspeise – in kleinerer Portion natürlich – wählen würde, ist das auch so. Das wäre was! Optisch ansprechend, Geschmack super, und nicht alltäglich.

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Neugierig bin ich geworden, weil ich die Kombination aus Reispapier und Hefeteig so spannend fand. Weil ich kein Weizenmehl – jaja, sowas kommt vom Brotbacken (nächster Beitrag) – mehr im Haus hatte, habe ich Kichererbsenmehl verwendet. Somit ist die spontane Variante auch glutenfrei. Gearbeitet hat der Hefeteig auch so. Ausgebacken sind die Röllchen schön knusprig und innen durch den Jasminreis cremig. Ein wenig wie die italienischen Reisbällchen – Arancini di riso. Abwandeln kann man die Füllung auch gut. Vielleicht verwende ich beim nächsten Mal schwarzen Reis, der ist aber etwas kerniger. Oder ein paar Garnelen, Safran, Gemüsewürfel… Ausgebacken habe ich die Röllchen nur in ein paar Esslöffeln Öl in der Pfanne – funktioniert genauso gut!

Die Überraschung war dann aber die aromatische Sauce. Die kann man getrost auch für andere Gemüse oder Fisch (und bestimmt auch zu Geflügel) verwenden. Apfelsaft mit Curry (ich habe eine Bengalische Mischung verwendet) und Chili eingekocht und dann gebunden. Mhh!

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Natürlich habe ich auch hier wieder etwas vergessen, ach ja. Dabei hatte ich die Sesamsamen doch schon in der Hand! Ich habe übrigens TK-Spinat genommen. Gut ausgepresst. Dennoch denke ich, dass man mit frischem Spinat ein besseres Ergebnis erzielt, weil er mehr vom Sesamöl aufnehmen wird.

Die Zubereitung braucht ein Weilchen, vor allem aufgrund des Hefeteigs, der Rest ist schnell gemacht. Aber hier wäre auch eine kalte Führung über Nacht denkbar. Die Röllchen und Sauce können sonst am Vortag gemacht werden, das Gemüse ist eine Sache von Minuten.

Reisröllchen auf Sesamspinat

für 2 Portionen (3 Röllchen) und 1-2 Portionen Spinat

  • 5g frische Hefe
  • 50g Kichererbsenmehl (sonst Weizenmehl) & etwas zum Wenden
  • 1  kleine Prise Puderzucker
  • 50g Duftreis (Jasminreis)
  • 3 Reisteigblätter (16cm Durchmesser)
  • 200g Spinat (besser frisch als TK)
  • 1/4 rote Zwiebel
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 1/2 frische rote Chili
  • 250ml Apfelsaft
  • 1 TL Curry (ich habe dieses verwendet)
  • 1/2 TL Speisestärke
  • 32g kalte Butter
  • 1 TL Limetten- oder Zitronensaft
  • 2 EL Rapsöl zum Anbraten
  • 1 EL Sesamöl (geröstet)
  • 1 EL Sesamsamen (wenn man sie denn nicht vergisst..)
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer (ich: Langpfeffer)
  • Muskat, frisch gerieben

Hefe in 125ml lauwarmem Wasser auflösen, mit Mehl und Puderzucker glatt rühren. Zugedeckt an einem warmen Ort (Backofen, Licht eingeschaltet) etwa 1 Stunde gehen lassen. Nicht wundern, der Teig hat eher Pfannkuchenteig-Konsistenz.

Den Reis mit 125ml kaltem Wasser aufsetzen, eine Prise Salz zugeben und aufkochen. Dann bei kleiner Hitze zugedeckt etwa 10 Minuten garen, ab und an Umrühren. Das Wasser sollte fast vollständig vom Reis aufgenommen sein. Deckel abnehmen und abkühlen lassen.

Für die Sauce Apfelsaft mit der in feine Streifen geschnittenen Chili und Curry einköcheln lassen (auf etwa 100ml). Dann die mit 1-1,5 EL kaltem Wasser angerührte Speisestärke einrühren, kurz aufkochen, vom Herd nehmen. Anschließend die kalte Butter mit einem Schneebesen in die Sauce einrühren (montieren). Mit Limetten- bzw. Zitronensaft und Salz abschmecken. Abgedeckt warm stellen.

Für die Röllchen ein sauberes Küchentuch auslegen. Das Reispapier vollständig für 20-30 Sekunden in kaltes Wasser tauchen. Herausnehmen und auf dem Küchenpapier auslegen, trocken tupfen. 2-3 EL Reis mittig längs auf dem Papier verteilen, die quer dazu liegenden Seiten nach innen einschlagen und die Röllchen von einer Längsseite her straff aufrollen. Auf einem (ggf. leicht bemehlten) Teller kühl stellen.

Zum Fertigstellen in etwas Kichererbsenmehl wenden, dann in den Hefeteig tauchen und in heißem Öl von allen Seiten knusprig goldbraun anbraten. Auf Küchenpapier auftropfen lassen.

Zwiebel und Knoblauch schälen. Die Zwiebel in feine Würfel, den Knoblauch in dünne Scheiben schneiden. Spinat waschen und sehr gut trocken schleudern. In erwärmten Sesamöl zunächst Zwiebeln und Knoblauch anbraten, Spinat zufügen und zusammenfallen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Mit Sesamsamen vermengen.

Zum Anrichten Spinat auf einen Teller geben, ein Röllchen schräg halbieren und darauflegen, die Sauce um das Gemüse verteilen.

Original: Ein Rezept von Chakall, aber ohne Namensnennung auch hier zu finden.

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Den restlichen Hefeteig nicht wegschütten, sondern mit Mehl zu einem Pfannkuchenteig andicken und in einer leicht geölten Pfanne ausbacken – lecker zu Salat und/oder Gemüse!

Eingestrudelt

Draußen mild aber grau, drinnen warm und langsam komme ich wieder etwas zur Ruhe – Zeit zum Kochen, nachdem es in der letzten Woche vor allem Salat oder anderen Rohkost „auf die Schnelle“ gab.

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Nein, einfach zum schnell Wegfuttern ist dieser Strudel nichts, den muss man genießen. Nicht nur wegen des Kohls würde er auch einem Weihnachtsessen als vegetarisches Hauptgericht gerecht werden.

Die Aromen sind altbekannt und neu zugleich. Zum Rotkraut kommen Apfel, Rosinen, Nelke und Kümmel aber auch Chili und Feta. Feta zum Rotkohl habe ich bisher nur bei Salaten kombiniert, dann auch gerne noch mit Orangenfilets und Orangensaft angemacht. Dieser Rotkohlstrudel kommt zusammen mit einem Curry-Joghurtdip. Der sollte bitte nicht nur als Option angesehen werden, er passt wirklich gut dazu! Verwendet habe ich dazu das schon öfter erwähnte Purple Curry, welches sich aufgrund der enthaltenen Hibiskusblüten farblich gut einbringt, aber auch wegen des fruchtigen Aromas toll harmoniert. Ich denke aber, dass auch andere eher mild-fruchtige Currymischungen verwendet werden können.

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Nun aber zum Rezept:

Rotkohlstrudel mit Feta und Curry-Joghurtdip

für etwa 3 Portionen als Hauptgang

  • ca. 400g Rotkohl, ohne Strunk
  • 1/2 rote Zwiebel
  • nach Wunsch 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1/2 Apfel
  • 200ml Apfeldirektsaft
  • 1 EL Olivenöl
  • 25g Rosinen
  • je 1/4 TL Salz, gemahlener Kümmel, gemahlene Nelken, Chili
  • 1/2 TL Speisestärke
  • 100g Feta
  • 5-6 Blätter quadratischer Filo- oder Strudelteig
  • 30g Pinienkerne, gehackte Mandeln, Wal- oder Haselnüsse
  • ca. 30g Butter, geschmolzen
  • 100g Joghurt
  • 1 TL (Purple) Curry
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ein paar Chiliflocken und Salatblätter zum Anrichten

Rotkohl putzen und in feine Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Öl in einer großen Pfanne erhitzen, Knoblauch un Zwiebel darin glasig anschwitzen. Rotkraut zugeben und bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten anbraten, dabei gelegentlich Rühren.

Währenddessen Apfel waschen, schälen und Kerngehäuse entfernen, in Würfel schneiden. Zum Rotkraut geben, mit Apfelsaft ablöschen, Rosinen und Gewürze zugeben und unterrühren. Bei geringer Hitze köcheln lassen, bis nur etwa die Hälfte der ursprünglichen Saftmenge vorhanden ist. Speisestärke mit 1 TL Wasser glattrühren und zum Rotkraut geben. Verrühren und ca. 1 Minute köcheln lassen, damit das Gemüse abbindet. Zum Abkühlen vom Herd nehmen.

In einer fettfreien Pfanne die Kerne bzw. Nüsse anrösten und bis auf 1-2 TL unter das Kraut mischen. Feta grob zerbröseln und ebenfalls untermengen. Ofen auf 175°C Umluft vorheizen.

2 Teigblätter auf einem sauberen Geschirrtuch ausbreiten und mit flüssiger Butter bepinseln. Die Blätter so legen, dass sie sich leicht überlappen. Zwei weitere Blätter darauf legen und erneut mit Butter bepinseln. Wenn der Teig rissig sein sollte, das 5. Blatt (ggf. halbiert darauflegen, bepinseln. Die Rotkrautfüllung mit möglichst wenig Flüssigkeit gleichmäßig auf das untere Drittel der Teigblätter geben. Enden der Blätter nach innen umschlagen und Strudel mithilfe des Geschirrtuchs aufrollen. Mit der Naht nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit Butter bepinseln. Die verbleibenden Pinienkerne/Nüsse auf den Strudel geben und diesen 25 Minuten goldbraun und knusprig backen.

Für den Dip Joghurt mit Currypulver cremig rühren. Strudel vorm Anschneiden (scharfes Messer!) kurz abkühlen lassen und mit Salat und Dip servieren.

Kleiner Nachtrag: Wie so oft schmeckt Rotkohl erst am nächsten Tag so richtig intensiv, wenn er gut durchgezogen ist. So auch hier. Es ist also absolut kein Fehler, den Rotkohl am Tag zuvor zuzubereiten!

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Die Inspiration kam von hier.

Kohl und Kraut in allen Varianten sind auch Thema beim Blogevent von Kochtopf: Krautkopf, erdacht von eva.

Blog-Event CXVI - German Krautköpfe (Einsendeschluss 15. Februar 2016)