Snacken für Fortgeschrittene

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Zum goldenen M fahre ich nur wegen des Kaffees an der Autobahn. Sonst reizt mich da gar nichts (als Pescetarier ja eh schon nicht). Meine Snacks kann ich mir auch selbst basteln, sogar vegetarisch und ich bin mir sicher, hier würde auch ein Fleischesser nichts vermissen! Am Mann habe ich die Nuggets allerdings nicht getestet. Der mag keinen Blumenkohl. Im Nachhinein hätte ich das aber – unter Verschweigen des Hauptbestandteils – wohl tun sollen, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass er den nicht erkannt hätte.

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In diese Blumenkohlnuggets kommt also eine Menge Gemüse statt Fleisch, dazu noch etwas Hüttenkäse, Kräuter und Gewürze und für das Knuspergefühl Panko.

Sie sind relativ schnell zuzubereiten, einfach auf jeden Fall, sättigen gut und schmecken auch kalt.

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Blumenkohl-Nuggets

für 2-3 ganze Portionen, 4-6 mit Salat o.ä. als Beilage

  • 1 kleiner Blumenkohl (etwa 300g)
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100g Hüttenkäse
  • 1 Ei
  • 100g würzigen Cheddar o. Gouda
  • 30g Panko (grobes Paniermehl, Asialaden)
  • 1 Frühlingszwiebel oder 3 Stengel Petersilie
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ca. 1/4 TL Paprikapulver (gerne geräuchert)

Blumenkohl putzen, in kleine Röschen teilen und diese im Zerkleinerer auf etwa Reiskorngröße bringen. Mit sehr wenig Wasser in einem Topf einige Minuten bei geringer Temperatur erhitzen, eher dämpfen, dabei ab und an rühren.

In der Zwischenzeit Zwiebel und Knoblauch schälen und in feinste Würfel schneiden. Unter den Blumenkohl rühren, und ein paar Minuten mitdämpfen.  Die Masse soll nur leicht feucht sein. Vom Herd nehmen, den Hüttenkäse einrühren.

Backofen auf 200°C Heißluft vorheizen.

Etwas abkühlen lassen, in der Zwischenzeit Käse reiben, Petersilie oder Frühlingszwiebel putzen (Blättchen bei der Petersilie abtrennen), fein hacken.

Ei, Käse, Kräuter zur Blumenkohlmasse geben und unterrühren, mit Salz und Pfeffer und Paprika würzen.

Aus der Masse etwa 1 EL-Portionen abteilen und mit den Händen zu Kugeln formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, etwas platt drücken und mit etwas Öl bestreichen oder besprühen. 20 Minuten goldbraun backen, dann vorsichtig wenden und weitere 8-12 Minuten knusprig backen.

Besonders lecker dazu: Selbstgemachte Barbecue-Sauce!

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Hände hoch! Ich habe eine Waffel!

Mund auf! Hier kommt eine Gemüsewaffel!

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Seitdem ich zu Weihnachten ein Waffeleisen für dicke belgische Waffeln bekommen habe, nutzen wir es vor allem für herzhafte Varianten. Der Mann war zunächst skeptisch, er kann sie nur süß. Aber – zum Glück – er hat sie alle probiert und konnte überzeugt werden.

Die letzte Waffel allerdings muss er seltsam auf der Arbeit beschrieben haben, denn sie wurde danach als „bewusstseinserweiternd“ bezeichnet. Wahrscheinlich hat der Mann etwas gesagt wie „keine Ahnung, sie hat da irgendein Kraut aus dem Garten reingetan“. So in etwa stelle ich mir das jedenfalls vor, denn.. Auflösung: Es handelt sich um eine Mangold-Waffel.

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Ja, die Zuständigkeit für Auswahl, Pflege und Ernte liegt bei mir. Wir arbeiten daran.

Zur Waffel gab es eine Paprikacreme, die prima dazu passt und genau so gut mit der Waffel in die Lunchbox oder den Picknickkorb wandern kann. Mir schmeckt die Waffel ganz frisch zubereitet aber am besten.

 

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Mangold-Waffel mit Paprikacreme

für etwa 5 dicke (belgische) und 8 dünne Waffeln (Herzwaffeln)

  • etwa 300g Mangold ohne die dicken Stiele
  • 150g weiche Butter + 1 EL
  • 4 Eier
  • 200g Weizenmehl
  • 50g Kichererbsenmehl (oder mehr Weizenmehl)
  • 1 TL Backpulver
  • 150ml Milch + 1 EL
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Muskat
  • etwas Cayenne
  • Fett für das Waffeleisen (ich habe Backtrennspray verwendet)
  • 100g Crème légère
  • 100g Saure Sahne
  • 1/2 rote Paprika
  • 1 kleines Bund frische Kräuter (nach Belieben Minze, Schnittlauch, Basilikum…)
  • 1 TL Zitronensaft
  • nach Wunsch Schinkenwürfel

Mangold waschen und grob zerkleinern. 1 EL Butter in einer großen Pfanne zerlassen und den Mangold hineingeben. Zusammenfallen lassen und unter Rühren leicht andünsten.

Die restliche Butter schaumig aufschlagen und die Eier nach und nach zugeben. Mehle, Backpulver und Milch zugeben und unterrühren. Mangold zugeben und ebenfalls einrühren. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Cayenne abschmecken.

Waffeln nacheinander im leicht gefetteten und vorgeheizten Eisen goldbraun und knusprig backen.

In der Zwischenzeit Paprika waschen, putzen und in feine Würfel schneiden. Kräuter waschen, trocken schütteln oder tupfen und in feine Ringe schneiden. Crème légère und Saure Sahne mit 1 EL Milch cremig rühren. Paprikawürfel und Kräuter unterrühren, mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Nach Belieben noch Schinkenwürfel zufügen.

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Kochbuchchallenge 7.2: Honestly Healthy for Life

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Zur Zeit ist so viel los.. Im Wortsinne stehen seit November eigentlich fast wöchentlich außerordentliche Veranstaltungen für die Arbeit an. Fortbildung, Konferenzen, Sprechtage, Tag der offenen Tür, Ersthelferschulung.. ach ja. Solche Phasen gehen bei mir leider oft mit zu wenig oder wenig erholsamem Schlaf einher. Dabei wäre es die perfekte Zeit für Winterschlaf. Wer ist noch dafür? Hand hoch!

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Gut, ich gäbe mich auch mit Winterruhe zufrieden. Ab und zu mal aus dem gerade zugeschneiten Haus rausgucken, Vorräte und nach Möglichkeit auch Frisches zu leckeren Häppchen verarbeiten, verspeisen und zurück unter die warme Decke, Augen zu.

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Aber bis auf ein Gedankenspiel oder eine Romanvorlage wie in Im Winter dein Herz* ist diese Idee wohl nicht mehrheitsfähig. Schade.

Aber schauen wir mal, welche kleinen Häppchen aus Vorräten und frischen Kräutern zuzubereiten sind! Die beiden Rezepte sind mir im Buch* schnell ins Auge gefallen und daher musste ich sie für die Kochbuchchallenge auch zubereiten, obwohl sie im Kapitel „Garden Party“ zu finden sind.

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Es gibt: Linsenfalafel aus dem Ofen mit Buchweizenfladenbroten und Joghurt-Kräuter-Dip. Uns beiden hat das gut geschmeckt. Die Falafel schmecken gar nicht so viel anders als reine Kichererbsenbällchen, das Backen im Ofen ist unkompliziert und macht sie nicht trocken. Die Buchweizenfladenbrote sind eine gute Alternative, wenn man aber nicht auf Gluten verzichten muss, würde ich die altbekannten Fladenbrote vorziehen. Die Kombination mit dem frischen Joghurtdip und zusätzlich frischer Minze und Granatapfelkernen hat uns gut gefallen. Für die, die Wert darauf legen: Beide Rezepte sind mit sehr basisch gekennzeichnet, die Falafel sind – wie üblich – vegan.

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Man kann in Lübeck durchaus sehr gute Falafel und vegane Dürum bekommen. Frische Minze ist da essentiell.

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Also einmal rausgeschlüpft in den Schnee, frische Minze und Granatapfel besorgen und los geht’s!

Ofengebackene Linsenfalafel

für etwa 16 tischtennisballgroße Bällchen

  • 1/2 Stange Lauch oder 3 Frühlingszwiebeln
  • 1/2 rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Sesamöl
  • 200g gekochte Puy-Linsen (etwa 80g Trockengewicht)
  • 85g Kichererbsen aus der Dose
  • 50g Sonnenblumenkerne
  • 5 EL Hummus (ich: 3 EL Tahini)
  • Salz

Lauch und Zwiebel putzen und in möglichst feine Ringe/Würfel schneiden. Knoblauch schälen und fein würfeln. Sesamöl in einer Pfanne erhitzen und Lauch, Zwiebel und Knoblauch zugeben und bei mittlerer Hitze weich dünsten.

Währenddessen den Ofen auf 170°C Umluft vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Linsen, Kichererbsen und Sonnenblumenkerne im Mixer oder mit dem Pürierstab zu einer homogenen Masse zerkleinern. Hummus/Tahini und den Pfanneninhalt zugeben und gut untermengen. Mit Salz abschmecken.

Mit leicht angefeuchteten Händen 16 etwa tischtennisballgroße Kugeln formen und mit etwas Abstand auf das Backblech setzen. 15 Minuten im Ofen backen (ich habe dann noch etwa 5 Minuten den Grill zugeschaltet, damit die Bällchen bräunen).

Buchweizenfladenbrot

für etwa 8 Stück

  • 60g Buchweizenmehl und mehr zum Ausrollen
  • 100g gemahlene Chiasamen (habe ich in der Gewürzmühle fein gemahlen)
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL gemischte getrocknete Kräuter
  • 2,5 TL Backpulver
  • 2,5 TL Kümmel, ganz
  • 4 Eier
  • etwas Öl zum Ausbacken (ich habe Olivenöl verwendet, angegeben ist Sonnenblumenöl)

Mehl, Chia, Salz, Kräuter, Backpulver und Kümmel in einer Schüssel vermengen und in die Mitte eine Vertiefung drücken. Eier zugeben und alles zu einem feuchten Teig vermengen. 15 Minuten quellen lassen.

Den Teig in acht gleich große Portionen teilen und nacheinander auf (reichlich) bemehlter Arbeitsfläche und dünn ausrollen.

In einer Pfanne portionsweise Öl stark erhitzen und die Fladenbrote darin nacheinander goldbraun ausbacken (etwa 2 Minuten pro Seite). Dann auf etwas Küchenpapier abtropfen lassen und nach Wunsch warmhalten.

Joghurt-Kräuter-Dip

  • 125g griechischer Joghurt (original 100g Joghurtalternative wie Sojajoghurt oder Ziegenjoghurt)
  • 5g Korianderblätter (ich: glatte Petersilie)
  • 5g Minzeblättchen
  • Salz
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • nach Wunsch 1-2 EL Wasser

Kräuter waschen, trocken tupfen. Alle Zutaten zusammen im Mixer oder mit dem Pürierstab zerkleinern und vermengen. Abschmecken.

Außerdem:

  • frische Minze, grob gehackt
  • Granatapfelkerne

Aus:

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Pfannkuchen sind nicht gleich Pfannkuchen

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Heute ist Pancake-Day! Ein Tag für die vielfältigen Teigfladen. Den kann man durchaus mal wahrnehmen! Allerdings versteht ja nicht jeder unter dem Begriff Pfannkuchen das gleiche. Für mich sind Pfannkuchen nichts anderes als Berliner, also Schmalzgebäck mit Füllung (Marmelade oder Pflaumenmus, etwas anderes gehört für mich nicht in einen waschechten Berliner!), die man ja zum Fasching oder Karneval überall sieht (Instagram hat mir da ja einen solchen Jieper bereitet, dass ich sonntags beim Bäcker schon enttäuscht war, als ich keine bekam). Alles, was in der neuen Heimat unter Pfannkuchen verstanden wird, heißt in der alten Heimat Eierkuchen. Den Begriff Eierkuchen kennt hier niemand, würde ich beim Bäcker nach einen Pfannkuchen fragen, erntete ich wohl fragende Blicke. So bin ich also gezwungen je nach Adressat und Ort den richtigen Begriff zu wählen. Aber an diese Art Zweisprachigkeit habe ich mich inzwischen so gut wie gewöhnt. Analog dazu ja auch bei der Uhrzeit (dreiviertel vs. Viertel vor).

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Unter amerikanischen Pfannkuchen versteht man nun aber meist noch etwas anderes: Meistens sind diese kleiner im Durchmesser, aber höher, denn sie werden mit Backpulver oder Natron gemacht, was sonst nicht unbedingt der Fall ist. Während man also bei französischen Crêpes gerne hauchdünne Teigfladen erhalten möchte, können amerikanische Pancakes nicht fluffig und dick genug sein. Beides zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der hochvariablen Pfannkuchenkultur, die es ebenso auf den anderen Kontinenten gibt. Dass es dann sowohl herzhafte als auch süße Varianten gibt, erhöht die Zahl der Rezepte nur noch.

Ich habe mich für eine frühstückstaugliche Pancakevariante entschieden, die aber auch herzhaft gegessen werden kann, denn im Teig selbst ist kein Zucker. Statt nur mit Mehl zu arbeiten, kommt hier auch Quinoa zum Einsatz und die verwendeten Gewürze lassen sich ebenfalls durch Kräuter, Paprika, Curry etc. austauschen. Dazu passen zum Beispiel Naturjoghurt mit Früchten, geröstete Nüsse, Fruchtmus oder Kräuterquark.

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Die gekochte Quinoa (laut Duden tatsächlich mit weiblichem Artikel!) kann schon am Tag zuvor zubereitet werden, das verkürzt die Zubereitungszeit um gut 20 Minuten.

Vollkornpancakes mit Quinoa

für 2 Portionen, also etwa 8 Pancakes von Handtellergröße

  • 45g Quinoa,getrocknet
  • 90g Vollkornweizenmehl
  • 1,5 TL Backpulver
  • 2 gute Prisen Salz
  • 1/4-1/2 TL Zimt, nach Geschmack
  • 1 Prise Muskat
  • 160g Naturjoghurt (1,5% Fett oder mehr)
  • 60ml Milch
  • 1 Ei
  • etwas neutrales Öl zum Braten (ich: Rapsöl)

Quinoa mit der doppelten Menge (90ml) Wasser zum Kochen bringen und dann bei kleiner Hitze etwa 10 Minuten köcheln und quellen lassen. Umrühren und ggf. weiter ohne Wärmezufuhr ausdampfen lassen. Lauwarm abkühlen lassen (oder am Tag zuvor vorbereiten).

Restliche Zutaten zugeben und schnell zu einem glatten Teig verrühren.

Etwas Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und jeweils einen gehäuften EL pro Pancake hineingeben, Teig etwas glatt streichen. Bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten goldbraun braten. Die Oberfläche der Pancakes sollte vor dem Wenden leicht löchrig werden (das sind die entstehenden Bläschen, die den Teig so luftig machen und an der Oberfläche geplatzt sind) und nicht mehr so flüssig sein. Kurz auf Küchenpapier ablegen und mit Früchten o.ä. servieren.

Rezept abgeändert von hier.

Mir hat es geschmeckt, und das liegt nicht nur am süßen Teller 😉

Erst um die Finger, dann um die Gabel gewickelt

Mal ehrlich, welches Kind von heute kennt noch Telefonschnüre?

Diese gedrehten Kabel zwischen Hörer und Gerät, zwischen deren Windungen man die Fingerspitzen klemmen und mit denen man die maximale Reichweite des Telefons austesten konnte (die aber nie an die zimmerumspannende amerikanischer Serien ranreichte). Die sich selbst oder unter Mithilfe der eigenen Fingerwickelei zu Wirrwarr verdrillten und an irgendeiner Stelle auf einmal einen gerade verlaufenden Abschnitt hatten.

In Zeiten von Handy und Funktelefon hat man doch  eher mit den Haarbändern zu tun, die das gleiche Aussehen haben, zu tun.

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Käse wie Telefonschnüre lang ziehen machen große und kleine Kinder dennoch gern, komme was wolle. Mit den Suppli al telefono darf man das auch gern. Den Namen haben sie tatsächlich vom Käse, der sich – ähnlich wie die Telefonschnüre – so lang zwischen den Reiskroketten ausziehen lässt. Dazu gibt es – ebenfalls ein Kinderliebling – Tomatensauce.

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Für die Suppli (der Name leitet sich von Überraschung ab) kann man übrig gebliebenes Risotto verwenden – perfekte Resteverwertung – oder eben abgekühltes frisch gekochtes. Das Grundrezept lässt sich geschmacklich natürlich abwandelt, es sollten nur nicht zu große Gemüsestücke o.ä. enthalten sein.

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Suppli al telefono mit Tomatensauce (Risottokroketten)

für 2 Personen (8-10 Suppli) und Tomatensauce für 3-4

für das Risotto

  • 1 Schalotte
  • 1 TL Olivenöl
  • 2x 15g Butter
  • 135g Risottoreis
  • 35ml trockener Weißwein
  • 450ml Gemüsebrühe, heiß
  • 25g Parmesan, gerieben

Schalotte fein hacken und in (15g) geschmolzener erhitzter Butter und Olivenöl in einem schweren Topf glasig anschwitzen. Reis dazugeben und kurz mitdünsten lassen, bis der Reis vollkommen vom Fett überzogen ist. Mit Weißwein ablöschen und die Flüssigkeit verköcheln lassen. Auf kleiner Hitze nun immer wieder portionsweise Brühe zufügen, bis der Reis die Flüssigkeit gerade eben aufgesogen hat. Dabei immer wieder rühren, um ein Ansetzen am Boden zu verhindern.

Ist alle Brühe verbraucht, den Topf vom Herd nehmen, Parmesan und restliche Butter unterrühren.

Für die Suppli das Risotto auf maximal handwarm abkühlen lassen.

für die Tomatensauce

  • 1 mittlere rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/4 TL Zimt
  • 1 EL Tomatenmark
  • (Erwachsenenvariante: 1 TL Harissapaste)
  • 1 TL gemischte italienische Kräuter (getrocknet, oder 1 EL frische)
  • 500g passierte Tomaten
  • 1 kleines Lorbeerblatt
  • 125g Cherrytomaten/kleine Datteltomaten
  • 1 TL Rohrohrzucker oder brauner Zucker
  • (Orangen-)Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken
  • 2 Handvoll frische Basilikumblätter

Zwiebel und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Zwiebel im warmen Öl glasig anschwitzen, den Knoblauch zugeben und 1-2 Minuten mitdünsten. Zimt, Tomatenmark und Harissa zuegeben und bei etwas höherer Hitze unter Rühren anrösten, bis es intensiv duftet. Kräuter zugeben und mit Tomatenpüree ablöschen. Bei kleiner Hitze aufköcheln lassen. Grob gewürfelte Tomaten und Lorbeerblatt zugeben. Zucker einrühren. 10 Minuten ohne Deckel bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Mit Salz, Pfeffer abschmecken und bis zum Servieren warmhalten, dann mit Basilikumstreifen anrichten.

für die Suppli

  • abgekühltes Risotto (s.o.)
  • 1/2 Kugel Büffelmozzarella
  • 4-5 EL Pesto (ich: Radieschenblätterpesto)
  • 5-6 halbgetrocknete Tomaten in Öl, abgetropft
  • Paniermehl
  • etwas Olivenöl zum Ausbacken

Mozzarella in 8-10 gleich große Würfel schneiden. Tomaten grob würfeln.

Risotto in 8-10 gleich große Portionen teilen. Auf der jeweils Handfläche zu einem breiten Fladen formen, darin etwa 1/2 TL Pesto mit dem Löffel etwas verstreichen. Tomaten- und Mozzarellawürfel daraufsetzen und vorsichtig mit beiden Händen zur Kugel formen. In Paniermehl wenden und in Öl bei mittlerer Hitze goldbraun von allen Seiten ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Mit der Tomatensauce oder zu Salat servieren.

Rezept für die Suppli aus Kochen: Grundtechniken,Rezepte und Profitipps*

Mein zweiter Beitrag zum Blogevent vom kochtopf, dieses Mal von Sarah erdacht.

Blog-Event CXXI - Mit Essen spielt man doch! (Einsendeschluss 15. Juli 2016)

Vorgeschmack auf Sonne

In der Sonne kann man ihn schon fast erahnen, den Sommer. Aber nichts übereilen! Ein Tag mit kräftiger Märzsonne, die schon eine Sonnenbrille erforderlich macht, bedeutet noch lange nichts. Erst der Frühling, immer schön der Reihe nach! Der heutige Frühlingsanfang begrüßt allerdings mit grauem Himmel und Wind.

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Das Rezept macht aber Lust auf Sommer, frisches Gemüse, mediterrane Küche. Polpette sind eigentlich Fleischklößchen, die meist in Sauce gegart oder geschmort werden, aber da hier kein Fleisch auf dem Teller landet, ist meine Version vegetarisch. Anstelle von Fleisch kommen hier Auberginen zum Zuge. Die Klößchen werden in Panko gewendet, angebraten und dürfen danach noch in Tomatensauce garen. Die Tomatensauce habe ich relativ frei zusammengekocht, verwendet gern eure Lieblingsvariante!

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Vegetarische Auberginenpolpette mit Tomatensauce

für 2 Portionen

  • 1 mittlere bis große Aubergine
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 EL Kapern
  • 1 EL Basilikum (TK) und etwas zum Bestreuen
  • 1 TL Oregano (TK)
  • 25g Paniermehl
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 25g/4 EL Parmesan
  • 1/2 verschlagenes Ei o. 1 EL Joghurt
  • Pankomehl zum Wenden
  • 2 EL Olivenöl zum Anbraten
  • nach Belieben eine Handvoll schwarze Oliven mit Stein

Tomatensauce

  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Dose gehackte Tomaten
  • ca. 100ml Gemüsebrühe
  • 1 gute Prise Zucker
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Basilikum (TK)

Zunächst die Tomatensauce zubereiten. Dazu Zwiebel schälen und fein würfeln, Knoblauch in sehr dünne Scheiben schneiden. In erhitztem Öl in einer Pfanne anbraten bis sie glasig sind. Tomatenmark zugeben und kurz anrösten. Gehackte Tomaten zugeben, Brühe angießen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen, bei kleiner Hitze etwas einköcheln lassen.

Für die Polpette die Aubergine waschen, Stielansatz entfernen und in ca. 5mm breite Scheiben, dann in gleich große Würfel schneiden. In einer Pfanne in 1 EL Öl goldbraun anbraten. Salzen und pfeffern, dann Deckel auflegen und etwa 5 Minuten bei geringer Hitze garen lassen, bis die Würfel weich sind.

Währenddessen Kapern abtropfen lassen, Knoblauch hacken und Parmesan reiben. Auberginenwürfel in ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb/Durchschlag geben und ausdrücken. Mit Paniermehl, Kapern, Kräutern, Ei und Parmesan und Knoblauch in einen Universalzerkleinerer geben und zu einer homogenen Masse verarbeiten. Mit einem Löffel etwa golfballgroße Portionen abstechen (ca. 10) und zu länglichen Klößchen formen (wie Köfte). In einer Schale mit Panko wenden, bis sie rundherum gleichmäßig bedeckt sind.

Portionsweise in heißem Öl in der Pfanne goldbraun von allen Seiten anbraten. Dann noch gut 5 Minuten in der Tomatensauce köcheln lassen. Polpette auf der Tomatensauce anrichten, mit Oliven und Basilikum servieren.

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Etwas abgewandelt von hier.

Alte Worte, neue Worte

Im Zeitschriftenregal gibt es zehn Magazine mit den „Land“ im Titel. Minimum. Dazu noch mindestens halb so viele, die sich dem Kochen und Backen widmen. Landflucht? Stadtflucht. Dieses Phänomen wird gerne auch aufs Korn genommen, denn der Blick durch die rosarote Landromantikerbrille spiegelt eben nicht das Leben auf dem Bauernhof wieder. Ein bisschen Marmelade kochen, viel Ruhe, ein wenig Kleinvieh. Letzteres macht bekanntlich auch Mist, zuviel Ruhe kann einsam machen und das Einkochen macht verdammt viel Arbeit.

Dörte Hansen beschreibt die Landneulinge, die aufs Dorf ziehen, weil es eben „In“ ist. Die von Landreportagen und Marmeladenvermarktung leben wollen und von den Bauern nicht ernst genommen werden können. Sie beschreibt aber auch das Leben der Alteingesessenen, die Liebe zum alten Land und seinen Reetdachhäusern. Und, dass man finden kann. Und loslassen. Es geht um Familie, Nachkriegsgeschichte und Miteinander.

Ich konnte das Buch nicht lange aus der Hand legen. Das lag nicht nur an der Geschichte selbst, sondern auch am Schreibstil. Sprachwitz, Gefühl und eingestreutes Platt. Für mich zu Recht lange auf den Bestsellerlisten und – weil schon vor einem Jahr erschienen – kein Geheimtipp mehr. (Altes Land)

Und bei mir? Doch, selbst Gemüse anbauen, Marmelade kochen, Kleinvieh und Ruhe. Der Wunsch bleibt. Warum auch nicht? Romantisiere ich? Kaum. Denke ich. Ein wenig neues Altes kann nicht schaden. Neu waren für mich auch Bookweeten Janhinnerk. Buchweizenpfannkuchen mit Zwiebeln, Zuckerrübensirup, Honig und dazu Salat. Ok, abenteuerliche Kombination – aber ich komme aus einer Stadt, in der man Milchreis mit Zucker, Zimt und Bratwurst isst. Süß und herzhaft? Kein Problem!

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Bookweeten Janhinnerk

für 1-2 Portionen (6-7 handtellergroße Pfannkuchen)

  • 50g Weizenmehl
  • 45g Buchweizenmehl
  • 1/4 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1/4 TL Fenchelsamen, gemahlen (Original: 1/8 TL)
  • 100ml Milch
  • 1 EL Joghurt (Original 1/2 Ei, daher ersetzt)
  • 1,5 TL Zuckerrübensirup
  • 1/4 rote Zwiebel
  • 2,5 TL Rapsöl
  • 1-2 TL Honig zum Servieren
  • nach Belieben Salat mit Joghurt- oder Buttermilchdressing als Beilage

Mehle, Backpulver, Salz und Fenchel mischen. Milch erwärmen, Joghurt und Sirup einrühren, zur Mehlmischung geben und mit einem Schneebesen glatt rühren. 10 Minuten ruhen lassen.

Währenddessen Zwiebel in feine Würfel schneiden und in 1/2 TL Öl goldbraun dünsten. Etwas abkühlen lassen, dann unter den Teig rühren.

Aus dem Teig in der leicht gefetteten Pfanne portionsweise Pfannkuchen goldbraun backen. Mit etwas Honig und Blattsalat servieren.

Als Hinweis steht im Rezept noch, dass das Rezept regional anstelle des Sirups mit Ostfriesentee oder Milchkaffee zubereitet wird und auch noch Rosinen zugegeben werden können. Lecker war’s jedenfalls – ich mag Buchweizen!

Quelle: Deutschland vegetarisch

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Resteverwertung mit Optionen

Im Dunkeln lauern ein paar Kartoffeln, ein paar Scheiben Räucherlachs sind noch von Silvester übrig. Im Kühlschrank harren außerdem noch eine halbe Packung Frischkäse und ein paar eingelegte Kirschpaprika ihrer Verwertung.

Reste sinnvoll und einigermaßen kreativ zu verbrauchen, klappt bei mir meistens ganz gut. Dieses Rezept lässt sich abwandeln: Je nach Portionsgröße als Teil einer Hauptmahlzeit zum Salat, Vorspeise oder als Snack. Auch mit dem Würzen des Frischkäses kann man variieren – je nachdem, welche „Reste“ sich noch irgendwo verstecken.

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Kartoffelplätzchen mit süß-scharfer Frischkäsecreme und Räucherlachs

für etwa 5 Plätzchen mit 8cm Durchmesser oder 32 kleine in Snackgröße (3cm Durchmesser)

  • 400-420g Kartoffeln, vorwiegend festkochend
  • 1 Ei
  • Salz
  • 1 EL Öl oder Ghee zum Braten
  • 5-6 Scheiben Räucherlachs
  • 100g Frischkäse natur
  • 4 eingelegte Kirschpaprika (oder geröstete eingelegte Paprika)
  • 1/2 TL Curry mittelscharf
  • 1/2 TL Honig oder Agavendicksaft
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • nach Belieben etwas gemahlenes Chilipulver
  • eine Handvoll Feldsalat
  • 1/8 TL Muskat, gerieben

Kartoffel schälen, in gleich große Stücke schneiden und in Salzwasser gar kochen. Wasser abgießen, die Kartoffeln grob zerstampfen und ohne Deckel abkühlen lassen.

Währenddessen Frischkäse mit den grob zerkleinerten Kirschpaprika und ggf. etwas vom Einlegesud, Honig oder Agavendicksaft und Curry pürieren. Nach Geschmack mit Chilipulver, Salz, Pfeffer und ggf. mehr Süßungsmittel abschmecken. Salat waschen und trocken schleudern.

Ei zum Kartoffelstampf geben und Muskat dazureiben. Mit einer Gabel vermengen und Plätzchen in gewünschter Größe mit angefeuchteten Händen formen. In Öl/Ghee bei mittlerer Hitze in einer Pfanne goldbraun braten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Einen Klecks Frischkäse auf jedes Plätzchen geben, Salat darauflegen, einen weiteren kleinen Klecks Frischkäse obenauf und dann den Räucherlachs darauf drapieren.

Kroketterie

Als Kind gab es an Weihnachten kaum etwas Besseres als Kroketten als Beilage. Nicht, dass ich andere Zubereitungen von Kartoffeln nicht mag, aber die waren etwas Besonderes. Es gab sie eigentlich fast nur zu Feiertagen oder eben im Restaurant.

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Selbst machen ist kein Problem, aber in einem Ein-Personen-Haushalt dann eben ein aufwendigeres Essen. Eine etwas größere Menge zu produzieren und dann einzufrieren, lohnt sich da. Eine schnelle Ausnahme sind diese Maronenkroketten. Hier kann man auf vorgegarte Maronen oder auf fertiges Püree (wie bei mir) zurückgreifen und spart sich damit eine Menge Zeit. Nussig lecker sind sie auch noch, mal etwas anderes. Sie passen zum Beispiel ganz wunderbar zu Rosenkohl, der mit Orangenzesten und Chiliflocken angebraten wird und dazu gibt es noch ein Bratensößchen – vegetarisch natürlich!

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Maronenkroketten mit gebratenem Rosenkohl und Bratensoße

für 2-3 Portionen (insgesamt etwa 10 Maronenkroketten)

  • 1 Bund Suppengemüse
  • 1 (rote) Zwiebel
  • 1 EL Butter
  • 400ml Gemüsebrühe/ggf. etwas mehr
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1/4 TL Kümmel, ganz
  • 1 EL Sojasauce
  • 1/4 TL Paprikapulver, rosenscharf
  • 250g vorgegarte Maronen oder 200g Maronenpüree
  • 1 Ei
  • 50g Schmand
  • 75ml Milch
  • etwa 75g Buchweizenmehl (oder Weizenmehl)
  • 5 EL Semmelbrösel
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 200-250g Rosenkohl, frisch
  • Zesten einer Bio-Orange
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 2 Prisen Muskat
  • ca. 5EL Olivenöl

Das Suppengemüse putzen und würfeln. Zwiebel schälen, würfeln. Butter in einem Topf bis zum Schäumen erhitzen, Zwiebeln zugeben und leicht bräunen lassen. Restliches Gemüse zugeben und einige Minuten bei mittlerer Hitze anbraten. Tomatenmark zugeben, unterrühren und 1-2 Minuten mit anbraten. Mit Gemüsebrühe ablöschen, Kümmel zugeben und alles bei kleiner Hitze 10-12 Minuten weich köcheln lassen.

In der Zwischenzeit Rosenkohl putzen und 6-7 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren. Abgießen, etwas abkühlen lassen und halbieren.

Den Krokettenteig vorbereiten: Ei trennen. Gegarte Maronen mit Schmand, Milch und Eigelb pürieren. Dabei je nach Geschmack  noch ein paar gröbere Stücke übrig lassen.

Ansonsten das Püree mit o.g. Zutaten und Mehl verrühren. Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen, unterheben. mit zwei Esslöffeln Nocken formen und in Semmelbrösel wälzen (falls sich keine Nocken formen lassen, löffelweise mehr Mehl zugeben, bis der Teig eine festere Konsistenz bekommt). Portionsweise in wenig Olivenöl (ca. 1 EL pro Pfannenportion) 4-5 Minuten unter Wenden knusprig goldbraun braten. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Am Besten bereits währenddessen Rosenkohl in 1 EL Öl mit Orangenzesten und Chiliflocken 7-8 Minuten unter gelegentlichem Schwenken anbraten.

Gemüse für die Soße pürieren, je nach Konsistenz etwas mehr Gemüsebrühe zugeben. Mit Salz, Pfeffer und Paprika abschmecken. Durch ein Sieb streichen und evtl. vor dem Anrichten nochmals im Topf erwärmen.

Maronenkroketten etwas abgewandelt von hier.