Für kleinen Einsatz

Kulinarischer Adventskalender 2018 - Tuerchen 13Ok, ich weiß: Weihnachten ist für viele ein Fest, bei dem man geschenketechnisch mal so richtig auf den Putz hauen kann. So wird es schließlich ja auch gezeigt, so soll es sein, wenn man der Werbung glaubt. Aber mal ehrlich, ist es wirklich die volle Kommerzdröhnung, die man zur Bescherung möchte?

Für mich nicht. Ich gebe zu, eine Budgetreduzierung wie in diesem Jahr ist zunächst gar nicht so leicht. Im letzten Jahr gab es in der Familie schon mal so mehr oder weniger leichte Anwandlungen, man müsse doch die Geschenke mal irgendwie reduzieren. Nicht, weil wir geizig wären, absolut nicht – es geht uns dankenswerterweise gut und besser. Aber da ist doch auch eine spontane oder geplante Einladung zum gemeinsamen Restaurantbesuch, einem Wochenendausflug, den Eintrittsgeldern und und und über das Jahr schon genug, oder nicht?

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In diesem Jahr kamen die Forderungen wieder auf: Es sollte weniger werden. Eigentlich könnte man die Schenkerei doch ganz lassen! Schließlich haben wir sowieso alle vor Weihnachten viel um die Ohren und das Zusammensein ist doch am wichtigsten. Nach etwas Bedenkzeit kamen dann aber der Mehrheit der Beteiligten Zweifel an der Umsetzbarkeit eines komplett geschenklosen Weihnachtens. Und ich sah mich da auch vor einer Herausforderung: Weihnachten ohne jede kleine Aufmerksamkeit? So richtig, so ganz ohne? Nee. Dann doch lieber ein kleines Budget, ein kleiner Einsatz.

Nun denn. Wir haben uns auf 20€ beschenkt. Aber fällt es einem jetzt leichter? Mir zumindest bisher nicht. Man macht sich dennoch Gedanken, ob das Geschenk gefällt und was man Schönes für diesen Betrag (wie für jeden anderen Betrag auch) finden könnte.

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Es ist wohl eher noch etwas mehr Muße nötig, mehr Freilauf für kreative Gedanken, um auch hier die passenden Geschenke, die noch fehlen, zu finden. Und das ist unabhängig von Kommerz, Konsum und vom Budget.

Auf dass mich die Inspiration noch findet! In der Küche wird es zumindest langsam wieder. Auch wenn in diesem Jahr noch kein Plätzchen gebacken, noch kein Stollen vorbereitet wurde. Hier widerspricht ein kleiner Einsatz auch nicht dem guten Gelingen oder einem tollen Essen!

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Und dieses ist wirklich gelungen. Ich sage euch, ich habe den Mann mal wieder überzeugt. Er: Isst kein Sauerkraut. Mag er nicht. Er: Probiert das Rahmsauerkraut. Mag er! Und die Kürbisschupfnudeln dazu – was will man mehr?

An diesem Gericht hat man mit etwas Einsatz von Zeit (den Kürbis kann man aber zum Beispiel schon am Vortag kochen) ein herrliches Winteressen vor oder nach den Feiertagen. Und damit ihr auch probieren könnt, lasse ich euch natürlich das Rezept da!

Das Rahmkraut ist etwas abgeändert aus Deutschland vegetarisch.

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Kürbisschupfnudeln mit Rahmkraut

für 3-4 Portionen

  • ca. 400g Hokkaido, ungeputzt
  • 2 EL Butter
  • 1 rote oder gelbe Zwiebel
  • 500g Sauerkraut
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3-4 Wacholderbeeren
  • 2 EL Rohrohrzucker
  • 250ml Apfelsaft
  • 350ml Gemüsebrühe
  • 200ml Sahne
  • 1 TL Speisestärke
  • 200g gemahlene Mandeln
  • ca. 150g Mehl und etwas zum Arbeiten
  • 1/2 verschlagenes Ei
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1/8 TL Muskat
  • 1/4 TL Chiliflocken
  • 2 EL Olivenöl

Für die Schupfnudeln zunächst den Kürbis waschen, Strunk und Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch mit Schale grob würfeln. Mit wenig Wasser in einem kleinen Topf mit aufgesetztem Deckel weich garen. Das dauert etwa 15 Minuten.

In der Zwischenzeit für das Rahmkraut die Zwiebel schälen, würfeln. In einer größeren Pfanne die Butter zerlassen und erhitzen, bis sie leicht Blasen schlägt und schaumig wird. Nun die Zwiebeln zugeben und bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren andünsten, ohne, dass sie bräunen. Lorbeer, Wacholderbeeren und das Sauerkraut zugeben und einige Minuten mit andünsten. Mit Zucker bestreuen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Nun den Apfelsaft und die Gemüsebrühe zugeben und gut einrühren. Das Kraut etwa 25 Minuten ohne Deckel köcheln lassen.

Während dessen den Kürbis abgießen und gut ausdampfen lassen. Die Masse zerstampfen und auf etwa Handwärme abkühlen lassen.

Sahne mit der Speisestärke klümpchenfrei verschlagen und zum Kraut geben. Gut einrühren. Dann alles einkochen lassen, bis das Kraut die gewünschte Konsistenz und Rahmigkeit erreicht hat. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für die Schupfnudeln nun das verschlagene Ei, die Mandeln und das Mehl zur Kürbismasse geben. Mit etwas Salz und Pfeffer, Muskat und Chili würzen. Der Teig sollte glatt sein und sich ohne groß zu kleben zwischen bemehlten Händen oder auf einer bemehlten Arbeitsplatte zu etwa fingerdicken Würsten formen lassen. Ist der Teig zu klebrig, war zu viel Wasser im Topf bzw. in der Kürbismasse. Hier hilft nun löffelweise Mehl unterrühren und erneut die Konsistenz prüfen, bis das gewünschte Ergebnis vorliegt.

Einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Schupfnudeln portionsweise darin garen, bis sie an die Oberfläche steigen. Die Schupfnudeln mit einer Schaumkelle herausnehmen und kurz abtropfen lassen.

In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die Schupfnudeln zugeben. Unter Schwenken von allen Seiten anrösten. Auf etwas Küchenkrepp abtropfen lassen und dann auf das heiße Rahmkraut geben und servieren.

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Ich hoffe, euch schmeckt es und ihr findet tolle Geschenke für eure Lieben – sofern ihr euch etwas schenkt. Denn: Die Zeit zusammen finde ich immer noch am wichtigsten.

Frohe Weihnachten und besucht gerne auch die anderen spannenden Türchen in Zorras kulinarischem Adventskalender!

Kulinarischer Adventskalender 2018

Reichlich

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Der Herbst ist die Zeit, in der man lieber wieder zu herzhaften deftigen Speisen greift. Lieber zu Vollkornbrot als zu Weißbrot.

Auch das Früchtebrot, das diesen Monat beim Synchronbacken von Zorra und Sandra dran war, wird mit Vollkornmehl gebacken. Und dazu gibt es reichlich Trockenfrüchte (bei mir Rosinen) und Nüsse (ich habe Haselnüsse verwendet).

Der Zuckeranteil der Trockenfrüchte und die Zimtnote sorgen dafür, dass man das saftige Brot pur sehr gut essen kann.

Und wenn dann doch was „drauf“ soll, dann bitte Käse. Ich liebe diese Kombination aus süßlichem Brot und nicht zu scharf würzigem Käse!

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Der Teig braucht ein wenig Vorlauf: Zwei Vorteige kommen über Nacht in den Kühlschrank, gehen dann mit ein paar mehr Zutaten zusammen am darauffolgenden Tag und werden in kurzer Zeit gebacken. Easy? Easy!

Früchtebrot mit Vollkornmehl und Zimt

für eine Kastenform mit etwa 26cm Länge

Soaker

  • 170g Weizenvollkornmehl
  • 170g Milch nach Wahl (ich habe ungesüßte Mandelmilch verwendet)
  • 3g Salz
  • 170g Rosinen (oder andere Trockenfrüchte nach Wunsch)

Biga

  • 170g Weizenvollkornmehl
  • 3g frische Hefe
  • 85g Milch nach Wahl
  • 50g weiche Butter
  • 1 verquirltes Ei

Hauptteig

  • 50g Weizenvollkornmehl
  • 5g Salz
  • 21g frische Hefe
  • 1 gestrichener TL Zimt
  • 50g Zucker
  • 70g Nüsse nach Wahl

Für den Soaker Mehl, Milch, Salz und Rosinen gut vermengen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Für die Biga alle Zutaten zusammen etwa 2 Minuten verkneten, dann 5 Minuten stehen lassen und wieder etwa 1 Minute kneten. Diesen Vorteig 30 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen, dann abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank geben.

Am nächsten Tag beide Teige herausnehmen und etwa 30 Minuten Raumtemperatur annehmen lassen.

Beide Teige zusammen mit dem restlichen Mehl, Salz, Hefe und jeweils der Hälfte von Zimt und Zucker in einer Schüssel verkneten. Dabei etwa 3 Minuten kneten, 5-10 Minuten ruhen lassen und erneut 3 Minuten kneten.

Der Teig sollte dabei leicht klebrig sein, aber nicht an den Fingern kleben. Falls das doch der Fall ist, etwas Mehl zugeben.

Den Teig zu einer Rolle formen und z.B. in einem eingemehlten Bäckerleinen etwa 2 Stunden gehen lassen. Der Teig sollte sein Volumen verdoppelt haben.

Anschließend den Teig auf einer bemehlten Oberfläche zu einem Rechteck drücken, den restlichen Zucker sowie den Zimt und die Nüsse darauf verteilen. Von einer Seite aus aufrollen und in eine (ggf. gefettete oder mit Backpapier ausgelegte) Kastenform geben.

Wiederum 30-60 Minuten gehen lassen, bis der Teig merklich an Volumen zugenommen hat.

In der letzten Phase der Gehzeit den Ofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen und das Brot anschließend etwa 10 Minuten darin anbacken. Die Temperatur auf 200°C reduzieren und weitere 25-35 Minuten backen. Falls das Brot zu dunkel wird mit Alufolie abdecken.

Durchgebacken ist es, wenn es beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.

(Vorteige, Hauptteig vor dem Gehen und nach der Gehzeit)

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#synchronbacken November 2018
Und wie immer gibt es einige Abwandlungen des Rezepts, die ihr hier findet:

Zorras Variante mit Ruchmehl aus dem Airfryer

Sandras Früchtebrot

Tina von Küchenmomente hat Cranberries verwendet

Caroline von Linal’s Backhimmel und Simone von Zimtkringel

Birgit hat mit Feigen experimentiert

Auch Conny und Birgit M. waren dabei

Steffi von KochTrotz hat ein glutenfreies Brot gebacken

Yvonne hat getrocknete Beeren und Mandeln verwendet

Und auch Jutta und Ingrid waren wieder mit von der Partie

Neu aufgelegt

Es ist ja nicht so, dass jeder Klassiker eine Verbesserung bräuchte. Bei Rezepten lohnt sich das ebenfalls nicht immer. Wenn man aber einen besseren Geschmack, eine schönere Konsistenz oder Farbe erreichen kann, weil andere Methoden oder früher nicht (gut) verfügbare Zutaten eingesetzt werden, dann entsteht zumindest eine nicht schlechtere Neuauflage. Ein Rezept 2.0 .

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Dazu gehört auch der Marmorkuchen, den ich euch heute zeigen möchte. Auf die herkömmliche Art bereite ich den mit Milch als flüssigen Bestandteil zu und ersetze gern einen Teil durch frisch gepressten Orangensaft.

Bei dieser Variante wird Buttermilch verwendet. Zudem wird nicht nur Vollei, sondern auch zusätzlich Eigelb eingerührt. Das Ergebnis: Ein saftiger, schokoladiger Kuchen! Der schmeckt nicht nur frisch gebacken, sondern auch noch Tage später (wenn er denn so lange überlebt!). Marmorkuchen 2.0! Zertifikat: Megalecker!

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Marmorkuchen mit Buttermilch

für eine Kranz- oder Gugelhupfform oder eine Springform mit ca. 20cm Durchmesser

  • 3 Eier
  • 2 Eigelb
  • 375ml Buttermilch
  • 225g weiche Butter und etwas zum Fetten der Form
  • 240g Mehl
  • 65g Kakaopulver zum Backen
  • 3 TL (=1 Päckchen) Backpulver
  • 360g Rohrohrzucker oder brauner Zucker
  • 1/4 TL Salz
  • Abrieb von 1 Zitrone
  • Puderzucker zum Bestäuben

Ofen auf 175°C Heißluft vorheizen und die Form mit Butter einfetten.

Für den Teig die Eier, Eigelbe und etwa 3/4 der Buttermilch miteinander verschlagen. Die weiche Butter zugeben und anschließend portionsweise unter ständigem Rühren Mehl, Zucker, Backpulver und Salz zugeben.

Den Teig nun auf zwei Schüssel und etwas gleiche Portionen aufteilen. Zunächst den hellen Teig fertigstellen und den Zitronenabrieb sowie die Hälfte der verbliebenen Buttermilch einrühren, dann den dunklen Teig durch Unterrühren des Kakaopulvers und der restlichen Buttermilch.

Den Teig abwechselnd in die Form geben, damit ein schönes Marmormuster entsteht. Wer nachhelfen möchte, kann das auch durch kreisende Bewegungen mit einer Gabel im Teig machen, aber nicht zu viel, sonst ist einfach nur alles vermischt.

Im Ofen etwa 45 Minuten backen (Stäbchenprobe!), dann etwas abkühlen lassen, bevor er aus der Form gestürzt wird. Mit etwas Puderzucker durch ein Tee- oder Haarsieb bestäuben und vor dem Anschneiden möglichst auskühlen lassen.

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Pfanntastisches Pfannenbrot

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Der 16. Oktober ist einer dieser Tage, die uns an etwas erinnern wollen. Doch während der Tag der Zimtschnecke (4.10.), der Tag der Waffel (25.3.) oder der Tag der Grützwurst (18.10.) nicht auf grundlegende Nahrungsmittel hinweisen, ist der 16.10.,der Tag des Brotes.

Brot, in welcher Form auch immer, ist eines der ältesten und auch heute noch eines der wichtigsten Lebensmittel überhaupt. Toll, dass dieser Tag seit langem von Zorra vom Kochtopf organisiert wird! Bei ihr werden auch sämtliche Rezepte gesammelt, ob süß oder herzhaft, ob für Anfänger beim Brotbacken oder Profis. Schaut in dieser Woche unbedingt mal rein, es gibt immer tolle Ideen! Und falls ihr nicht fündig werden solltet, gibt es auch noch die Beiträge der letzten Jahre im Archiv nachzulesen.

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Bei uns ist – trotz Urlaub – im Moment ziemlich viel los, daher musste ich das Brotbacken auch auf heute Abend verschieben und habe mich daher für ein nicht so zeitintensives Rezept entschieden: Pfannenbrot mit Cheddar. Eine ziemlich tolle Begleitung zu Salat, oder eben Gemüsesticks und Dips.

 

Die Vorbereitung dauert etwa anderthalb Stunde, die Backzeit 25 Minuten. Und in der Pfanne gebacken, macht es auf dem Tisch schon etwas her!

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Wer keinen Käse mag, oder einen Teil der Brötchen mit Röstzwiebeln, Speck, Saaten oder… bestreuen möchte, kann das gerne tun und so für sich anpassen.

Pfannenbrot mit Cheddar

für eine ofenfeste Pfanne mit etwa 25cm Durchmesser

  • 200g Weizenmehl 1050 und etwas mehr zum Arbeiten
  • 175ml lauwarmes Wasser
  • 1 EL Olivenöl
  • 21g frische Hefe
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL Butterschmalz
  • 1 EL geschmolzene Butter
  • ca. 40g geriebenen Cheddar oder anderen würzigen Käse

Mehl in eine Schüssel sieben, Hefe dazubröseln. Salz, Wasser und Olivenöl zugeben und alles etwa 5 Minuten zu einem homogenen Teig verkneten. Mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken und etwa 45 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen. Der Teig sollte sich annähernd verdoppelt haben.

In der Zwischenzeit die Pfanne mit Butterschmalz einfetten. Den Teig dann in 8 etwa gleichgroße Portionen teilen und auf bemehlter Arbeitsfläche zu Kugeln formen. Die Kugeln mit etwas Abstand zueinander in in die Pfanne setzen. Wenn ihr die Mitte zum Präsentieren eines Dips braucht, dann setzt die Kugeln nur an den Rand der Pfanne.

Wiederum abgedeckt etwa 30 Minuten gehen lassen.

Währenddessen den Ofen auf 200°C Heißluft vorheizen. Die Brötchen mit etwas geschmolzener Butter bestreichen und 15 Minuten auf mittlerer Schiene backen. (Saaten oder andere Toppings, die eine längere Backzeit vertragen, auf die geschmolzene Butter streuen).

Die Brötchen nun mit Käse bestreuen und weitere 10 Minuten backen.

Etwas abkühlen lassen und anschließend servieren.

Bei mir standen dazu Hummus, Süßkartoffeldip und ein Dip aus gebackener Rote Bete, Frischkäse und Joghurt (mit Kreuzkümmel, scharfem geräuchertem Paprikapulver, Knoblauch und Kräutern gewürzt) auf dem Tisch.

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Ach, und wen es interessiert: Der 16.10. ist außerdem noch der Tag des Wörterbuchs und der Tag der streunenden Katze. Wer diesen Post erst am 17.10. liest, tut das am Tag der Tabellenkalkulation und am Trage-etwas-Kitschiges-Tag. Ich hingegen fiebere schon dem 21.10. entgegen. Dem Zähl-deine-Knöpfe-Tag!

Für Pflaumich

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Kennt den noch wer? Haumich und Pflaumich sitzen auf dem Baum, Pflaumich fällt runter… Da sollte doch keinen interessieren, wer noch oben sitzt? Der arme Pflaumich!

Nein, ich finde, es ist Zeit für einen Kuchen für den vergessenen Pflaumich. Einen, der alles hat, was man sich so wünschen kann: Knusprige Streusel, saftige Pflaumen und  Zimtcreme.

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Komm her Pflaumich, setz dich zu mir und nimm dir ein Stückchen!

Pflaumenstreusel mit Zimtcreme

für eine Springform mit 20cm Durchmesser

  • 225g Mehl
  • 150g Zucker
  • 170g Butter und etwas zum Einfetten
  • 1 1/4 TL Zimt
  • 400ml Milch
  • 100ml Sahne
  • 4 Eigelbe
  • 8g Vanillezucker (selbstgemacht)
  • 60g Speisestärke
  • 300g Pflaumen (Zwetschgen)

Springform mit etwas Butter einfetten (ich fette nur den Rand, auf den Boden kommt Backpapier).

Für Teig und Streusel Mehl, 90g Zucker, 120g Butter verkneten, bis der Teig eine krümelige Konsistenz bekommt. 2/3 davon abteilen und in die Springform geben. Zum Boden flachdrücken und zum Rand hochziehen, dann in den Kühlschrank stellen. Den restlichen Teig zu Streuseln zerkrümeln und in einer Schüssel ebenfalls kühl stellen.

Für die Zimtcreme in einem kleinen Topf 300ml Milch und die Sahne zum Kochen bringen. Die restlichen 100ml Milch, Eigelbe, Vanillezucker, übrigen Zucker, Speisestärke und Zimt in einer Schale mit dem Schneebesen verrühren.

Den Topf vom Herd nehmen und die Milchmischung einrühren.Den Topf erneut bei geringer bis mittlerer Hitze erwärmen, dabei ständig rühren. Die Mischung sollte dickcremig werden. Die restliche Butter einrühren und wieder vom Herd nehmen. (In eine Schale geben) und mit Frischhaltefolie abgedeckt lauwarm abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Pflaumen waschen und halbieren. Den Kern entfernen.

Ist die Creme weitestgehend abgekühlt, den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Creme in die vorbereitete Springform geben. Die Pflaumen dachziegelartig darauf legen und die Streusel darüber verteilen.

Etwa 40 Minuten backen.

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Was vom Sommer übrig blieb

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Unsere Beete sind noch nicht abgeerntet. Da finden sich noch (leider grüne) Tomaten, die noch verarbeitet werden, Kürbisse, Beten und Mangold. Neu ausgesät sind Feldsalat und Portulak. Da unsere Gefrier-Kapazitäten leider gering sind, muss das meiste eingeweckt oder eben frisch verwendet werden.

Da stehe ich zudem noch sehr alleine da: Der Mann mag keine Beten und Mangold ist auch nicht unbedingt sein Favorit. Dieses Rezept für Crespelle mit Ricotta und Mangold hat uns aber beiden geschmeckt.

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Crespelle, das klingt so leicht und zart. Die Crêpes sind das auch. Die Mahlzeit ist dennoch sehr sättigend. Klar bei der Füllung und der Paprikasahne, mit der die Crêpes überbacken werden.

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Mangold-Crespelle

für 5 Crêpes, also 4 Portionen

  • 100g Mehl
  • 125ml Milch
  • 2 Eier
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 5 große Mangoldblätter
  • 250g Ricotta
  • 80g Mandeln
  • 1/2 TL Thymian frisch oder getrocknet
  • 2 EL Butterschmalz
  • 200g Schlagsahne
  • 3 EL Ajvar oder 3 eingelegte Paprika, abgetropft
  • Chiliflocken
  • Muskat
  • ggf. ca. 30g Schinkenwürfel oder je Crêpe 1 Scheibe Schinken

Mehl, Milch, Eier und etwas Salz zu einem klümpchenfreien, glatten Teig verarbeiten, mit Pfeffer würzen und etwa 20 Minuten quellen lassen.

In der Zwischenzeit den Mangold putzen. Dazu Stiele entfernen, dicke Blattrippen entfernen, dazu flach über der Blattfläche abschneiden. In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen, die Mangoldblätter darin etwa 2 Minuten nacheinander blanchieren, abtopfen lassen und anschließend gut mit Küchentüchern oder Geschirrtüchern abtupfen.

Mandeln in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis sie aromatisch duften. Frischen Thymian waschen, Blättchen abstreifen und grob hacken. Mit Ricotta in einer Schüssel mischen.

Mandeln etwas abkühlen lassen, dann recht fein hacken (geht auch im Zerkleinerer), mit dem Ricotta vermengen. Die Creme mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Sahne mit Ajvar verrühren und mit Muskat und Chili würzig abschmecken, bzw. eingelegte Paprika mit etwas Sahne pürieren, dann mit dem Rest vermischen und abschmecken.

Butterschmalz portionsweise in einer Pfanne zerlassen, darin nacheinander aus dem Teig 5 Crêpes ausbacken. Etwas abkühlen lassen. Mit Ricottacreme bestreichen (nach Wunsch hier noch eine Scheibe Schinken darauflegen oder ein paar Schinkenwürfel darüber streuen), ein Mangoldblatt darauflegen und den Crêpe recht fest aufrollen.

In Stücke schneiden, die aufrecht gestellt nicht höher als die verwendete Auflaufform sein sollen. Die Stücke dicht nebeneinander in die Form stellen, mit der Paprikasahne übergießen und etwa 15 Minuten bei 175°C im vorgeheizten Backofen (Umluft) backen.

 

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Zauberhaft

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Vorfreude kann man sich versüßen. In diesem Fall die Vorfreude auf den neuen Phantastische Tierwesen Film. Alle Trailer wurden mindestens einmal (manche eher zweistellig oft) geschaut, wir reden über die ein oder andere unerwartete Szene, die dort schon aufkam und natürlich wird es auch noch mal einen Harry Potter/Phantastische Tierwesen-Marathon geben, klar.

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Vor dem Kamin an einem usseligen Regentag ist das ja wohl eine der besten Varianten! Oder mit den (Hör-)Büchern in eine Decke eingemummelt auf dem Lesesessel…

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Dazu kann ich stilecht mit TV-Food aufwarten. Ein paar an die Welt der Hogwarts-Zauberer und Hexen angelehnte Rezepte gibt es hier ja schon: Incendio, ein würziges Zauberpulver, das Kaffee oder heiße Schokolade in einen wohlig-warmen Wärmespender verwandelt und Kürbisschnecken mit Frischkäseguss, bei denen wohl weder Muggel noch Magische nicht zugreifen würden.

Ein süßer herbstlicher Snack sind da die Kürbispasteten, die ich euch jetzt zeige. Schön saftig innen, außen knusprig und mit den typischen Gewürzen verfeinert, die so gut zum Kürbis passen: Zimt, Muskat, Piment und etwas Chili.

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Perfekt zum Nachmittag oder als Stärkung für den Lese- oder TV-Marathon!

Süße Kürbispasteten

für ca. 16 Stück

  • 160g Dinkelmehl 630
  • 1 Prise + 1 Msp. (Vanille-)Salz
  • 15g brauner Zucker
  • 110g kalte Butter in Würfeln
  • 2-3 EL kaltes Wasser
  • 200-250g Hokkaido gewaschen, geputzt(also ohne Kerngehäuse)
  • 2 EL brauner Zucker
  • 1 EL Honig
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/4 TL Piment, gemahlen (Nelkenpfeffer)
  • 1/4 TL Ingwer, gemahlen
  • 1/8 TL Muskat, gemahlen
  • nach Belieben: 1 Msp. Chili
  • etwas Sahne oder Eistreiche
  • 1-2 EL Puderzucker

Zunächst Mehl, Salz und Zucker vermengen, dann die Butter zugeben und alles schnell zu einem krümeligen Teig verarbeiten. Das Eiswasser zugeben und rasch zu einem festen, glatten Teig verkneten. Falls der Teig noch auseinander fällt, etwas mehr Eiswasser zugeben. Den Teig zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie eingeschlagen mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

In der Zwischenzeit den Kürbis grob in Würfel schneiden, mit wenig Wasser in einem geschlossenen Topf 12-15 Minuten weich garen. Etwas ausdampfen und abkühlen lassen, dann stampfen.

Zucker, Honig und Gewürze zugeben und verrühren, abschmecken.

Ofen auf 190°C Umluft vorheizen.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 3-4mm dick ausrollen und Kreise mit etwa 8cm Durchmesser ausstechen. Etwa 1 TL Füllung auf der Mittellinie der Kreise verteilen, die eine Hälfte überklappen und dann mit den Fingern oder einem Teigrad verschließen.

Auf mit ein Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit Eistreiche/Sahne bepinseln. Etwa 20 Minuten goldbraun und knusprig backen. (Mindestens handwarm) Abkühlen lassen, dann mit Puderzucker bestäuben.

Übrige Füllung kann mit Joghurt, Milchreis, Porridge… lecker kombiniert werden!

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Gruppenarbeitsphase

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Echte Gruppenarbeiter waren die Teilnehmer des Synchronbackens am Wochenende. Es ist immer wieder spannend und motivierend zu sehen, wie viele Leute zeitgleich den Teig ansetzen, kneten, formen, backen und dabei Zwischenstand und Ergebnis öffentlich präsentieren.

Die Blog-Runde dazu gibt es dann immer am Mittwoch danach. Also an einem Tag wie heute. Dieses Synchronbacken war für mich etwas ganz besonderes, denn ich durfte gleich als Rezeptstifter herhalten. Die Ehre dafür gehört aber gar nicht mir, denn ich habe das ursprüngliche Rezept ja auch nur leicht abgewandelt. Worum gehts? Um die Geburtstagsbrötchen von vor zwei Wochen. Zorra vom Kochtopf und Sandra von From Snuggs Kitchen haben beim 30.! Synchronbacken zum Brötchen backen aufgerufen.

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Viel abgewandelt habe ich nicht. Dieses Mal habe ich nur die halbe Menge Teig verwendet und diese dann je hälftig mit Röstzwiebeln bzw. Müsli vermengt. 6 Brötchen, damit kommen wir schon ein Weilchen hin!

Knusprige Brötchen mit luftiger Krume und für mich der perfekte Partner für Käse: Ein wenig Süße vom Müsli und dazu nicht zu würziger Käse.. ein Träumchen!

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Elsässer mit Müsli bzw. Röstzwiebeln

für 6 Brötchen

Vorteig:

  • 75g Weizenmehl 405
  • 75g Dinkelmehl 1050
  • 0,5g frische Hefe
  • 170ml Wasser

Hauptteig:

  • Vorteig
  • 175g Weizenmehl 405 und etwas zum Arbeiten
  • 175g Dinklmehl 1050
  • 7g frische Hefe
  • 8g Salz
  • 60g Müsli (bei mir mit getrockneten Beeren, Saaten und Flocken aber ohne Nüsse)
  • 1 EL Ahornsirup
  • 30g Röstzwiebeln
  • 180ml Wasser

Für den Vorteig alle Zutaten zu einem klumpenfreien Teig verkneten und abgedeckt 24 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

Am nächsten Tag den Vorteig mit den restlichen Zutaten für den Hauptteig mischen und 8 Minuten bei geringer, 5 Minuten bei mittlerer Geschwindigkeit kneten lassen.

Den Teig teilen und eine Hälfte mit Müsli und Ahornsirup, die andere Hälfte mit Röstzwiebeln weitere 5 Minuten verkneten lassen. Der Teig sollte sich oben vom Schüsselrand lösen und leicht sehr dünn ausziehen lassen.

Weitere 100 Minuten abgedeckt in mit Öl ausgestrichenen großen Schüsseln gehen lassen, dabei nach 30 Minuten einmal falten.

Teige nacheinander auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche stürzen und Teigportionen von etwa 150g abstechen. Sanft etwas platt drücken, die Mitte mit etwas Mehl bestreuen und den Rand von oben und unten jeweils zur Mitte hin einschlagen. Mit dem Schluss nach unten in ein Backleinen geben und 30 Minuten gehen lassen.

Währenddessen Ofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen, dabei zwei Backbleche mit heiß werden lassen. (Ich habe wiederverwendbare Silikonbackmatten verwendet, da bäckt definitiv nichts an.) Dabei eine ofenfeste Schale mit Wasser hineinstellen, damit Dampf erzeugt wird.

Teiglinge anschließend mit dem Schluss nach oben auf die Backbleche geben und nacheinander (idealerweise gleichzeitig, vielleicht funktioniert auch Heißluft bei geringerer Temperatur) 10 Minuten bei 250°C backen, dann die Ofentür öffnen, um den Dampf zu entlassen und bei 200°C weitere 10-15 Minuten knusprig goldbraun backen.

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Mit dabei waren auch:
Tina von Küchenmomente
Petra von Herdskasper
Birgit M. von Backen mit Leidenschaft
Ingrid von auchwas
Doreen von Kochen und Backen im Wohnmobil
Manuela von Vive la réduction!
Petra Hermann von Obers trifft Sahne
Conny von Mein wunderbares Chaos
Zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf
Sylvia von Brotwein
Simone von Aus der Lameng
Simone von zimtkringel
Tanja von Tanjas süß und herzhaft

Tamara von Cakes, Cookies and more
und Sandra von From Snuggs Kitchen

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Snacken für Fortgeschrittene

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Zum goldenen M fahre ich nur wegen des Kaffees an der Autobahn. Sonst reizt mich da gar nichts (als Pescetarier ja eh schon nicht). Meine Snacks kann ich mir auch selbst basteln, sogar vegetarisch und ich bin mir sicher, hier würde auch ein Fleischesser nichts vermissen! Am Mann habe ich die Nuggets allerdings nicht getestet. Der mag keinen Blumenkohl. Im Nachhinein hätte ich das aber – unter Verschweigen des Hauptbestandteils – wohl tun sollen, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass er den nicht erkannt hätte.

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In diese Blumenkohlnuggets kommt also eine Menge Gemüse statt Fleisch, dazu noch etwas Hüttenkäse, Kräuter und Gewürze und für das Knuspergefühl Panko.

Sie sind relativ schnell zuzubereiten, einfach auf jeden Fall, sättigen gut und schmecken auch kalt.

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Blumenkohl-Nuggets

für 2-3 ganze Portionen, 4-6 mit Salat o.ä. als Beilage

  • 1 kleiner Blumenkohl (etwa 300g)
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100g Hüttenkäse
  • 1 Ei
  • 100g würzigen Cheddar o. Gouda
  • 30g Panko (grobes Paniermehl, Asialaden)
  • 1 Frühlingszwiebel oder 3 Stengel Petersilie
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ca. 1/4 TL Paprikapulver (gerne geräuchert)

Blumenkohl putzen, in kleine Röschen teilen und diese im Zerkleinerer auf etwa Reiskorngröße bringen. Mit sehr wenig Wasser in einem Topf einige Minuten bei geringer Temperatur erhitzen, eher dämpfen, dabei ab und an rühren.

In der Zwischenzeit Zwiebel und Knoblauch schälen und in feinste Würfel schneiden. Unter den Blumenkohl rühren, und ein paar Minuten mitdämpfen.  Die Masse soll nur leicht feucht sein. Vom Herd nehmen, den Hüttenkäse einrühren.

Backofen auf 200°C Heißluft vorheizen.

Etwas abkühlen lassen, in der Zwischenzeit Käse reiben, Petersilie oder Frühlingszwiebel putzen (Blättchen bei der Petersilie abtrennen), fein hacken.

Ei, Käse, Kräuter zur Blumenkohlmasse geben und unterrühren, mit Salz und Pfeffer und Paprika würzen.

Aus der Masse etwa 1 EL-Portionen abteilen und mit den Händen zu Kugeln formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, etwas platt drücken und mit etwas Öl bestreichen oder besprühen. 20 Minuten goldbraun backen, dann vorsichtig wenden und weitere 8-12 Minuten knusprig backen.

Besonders lecker dazu: Selbstgemachte Barbecue-Sauce!

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